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Pro_echt. N° 87.
Las defenderesses ont recouru en reforme en reprenant
leurs conclusions.
OonsiiUrant en droit:
D'apres l'art. 48 OJ, le recours en reforme n'est en prin-
cipe recevable que contre les decisions des autorites
supremes des cantons. Contre les d6cisions des tribunaux
inferieurs, il est recevable seulement :
a) s'lls ont statue {(en derniere instance, mais non comme
juridiction cantonale unique »,
b) s'ils ont statue comme juridiction cantonale unique
prevue par le droit federal.
11 est clair que la seconde de ces hypotheses n'est pas
realisee, aucune disposition de droit federal ne prescrivant
de juridiction cantonale unique 'dans les contestations entre
heritiers au sujet da l'attribution d'un domaine agricole.
Mais la premiere ne l'est pas non plus. D'apres le Message
du Conseil federal (p. 27), elle est celle dans laquelle le
tribunal qui a rendu le jugement, bien que n'etant pas
l'autorite supreme du canton, acependant juge en qualite
de juridiction de seconde in.stance sur un recours interjete
contre un jugement d'une juridiction d'un degre encore
inferieur ou du moins subordonnee a elle dans la mati(~re'
dont il s'agit. Or, en l'espece, le Tribunal de Boudry, qui
n'est pas l'autorite supreme du canton, a statue non pas
eomme juridietion de recours mais en premier et dernier
ressort (cf. art. 2 eh. 17 de la loi d'introduetion du code
civil suisse).
On pourrait, il est vrai, se demander si du fait que les
decisions des tribunaux de distriet peuvent faire l'objet
d'un recours en cassation au Tribunal cantonal « pour
fausse application de la loi ou erreur de droit)) (cf. art. 393),
on ne devrait pas eonclure quele Tribunal de Boudry n'a
pas tranche comme juridiction cantonale unique. La ques-
tion doit toutefois etre tranch6e par la negative, car une
teIle voie de recours, qui ne peu,t conduire qu'a la cassation
et non pas a la reforme du jugement (cf. art. 401), ne
Prozessrooht. N° 88.
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saurait etre consideree comme UD recours «ordinaire» au
sens de l'art. 48 a1. 1 OJ (cf. 63 II 104).
Le Tribunal federal prononce :
Le recours est irrecevable.
38. Urtell der 11. Zivilabteilung vom 18. September 1945
i. S. Meyer gegen Guggenheim.
Art. 55 lit. b de8 neuen OG.
Bildet das (Eventual-)Begehren um Aufhebung des angefochtenen
Entscheides und Rückweisung der Sache an die Vormstanz
einen genügenden Berufungsantrag ?
Art. 55 Zettre b nou'IJ. OJ.
Des conclusions subsidiaires en annulation du jugement attaque
et au renvoi de la cause a. la juridiction cantonale suffisent-elles
pour la recevabiIite du recours ?
Art. 65 lett. b della nuova OGF.
La domanda subordinata ehe tende all'annullamento della sen-
tenza impugnata e al rinvio della causa alla giurisdizione
cantonale basta per la ricevibiIita. deI ricorso ?
Auf Grund von Fristansetzungen des Betreibungsamtes
Zürich 1 verlangte der Kläger unter Berufung auf einen
ihm zustehenden Eigentumsvorbehalt beim Richter die
Aberkennung des Retentionsrechtes der Beklagten an
einer Anzahl von Gegenständen, die die Beklagten für
mehrere Forderungen an ihre Mieterin Frau Schaub hatten
in Retentionsverzeichnisse aufnehmen lassen. Das Ober-
gericht des Kantons Zürich hat mit Urteil vom 10. April
1945 das Retentionsrecht der Beklagten für zwei dieser
Forderungen aberkannt, im übrigen dagegen die Klage
(soweit sie nicht gegenstandslos geworden war) abgewiesen,
und zwar in erster Linie mit der Begründung, der Eigen-
tumsvorbehalt sei wegen unrichtiger Angabe des Ver-
au,sserers im Registereintrag ungültig.
Gegen diesen Entscheid hat der Kläger die Berufung
an: das Bundesgericht erklärt mit dem Antrag auf « voll-
umfängliche Gutheissung der Klage unter K. & E. F.
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Prozessrecht. N° 38.
bezw. Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils soweit die
Klage damit abgewiesen wurde, unter Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz zur Ausfällung eines neuen Ent-
sch~ides im Sinne der folgenden Erwägungen ».
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
Die beiden durch das Wort ({ beziehungsweise» verbun-
denen Teile des Berufungsantrages stehen zueinander im
Verhältnis von Haupt- und Eventualantrag. Dies wird
namentlich durch den Schlussabsatz der Berufungsbe-
gründung bestätigt, wo der Kläger die Fällung eines neuen
Urteils entsprechend seinen Anträgen oder die Rückwei-
sung der sache an die Vorinstanz zur Beweisergä,nzung
verlangt.
Das Hauptbegehren, die Klage sei vollumfänglich gut-
zuheissen; bildet nach Art. 55 lit. b OG: keinen genügenden
Berufungsantrag, da es sich in einem Hinweis auf im kan-
tonalen Verfahren gestellte Anträge erschöpft (BGE 71 II
33).
Ebensowenig genügt das Eventualbegehren den Anfor-
derungen von Art. 55lit. bOG. Der Antrag, das angefoch-
tene Urteil sei aufzuheben, soweit die Klage damit abg~
wiesen wurde, lässt nur in Verbindung mit den im kanto-
nalen Verfahren gestellten Anträgen erkennen, in welchen
Punkten der weitergezogene Entscheid angefochten wird,
und enthält keine Angabe. darüber, :welchen neuen Sach-
entscheid das Bundesgericht nach der Meinung des Klä-
gers fällen soll. Was das weitere Verlangen nach Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz betrifft, so hat das
Bundesgericht unter der Herrschaft des frühern OG
(Art. 67 Abs. 2 dieses Gesetzes) in ständiger Rechtsprechung
erklärt, ein bIosseI' Rückweisungsantrag genüge nur unter
der Voraussetzung, dass es in der Sache selbst auch bei
Zug~ndelegung einer für den Berufungskläger günstigen
Rechtsauffa,ssung ohne vorangegangene.Rückweisuug nicht
zu dessen Gunsten entscheiden könnte (BGE 42 II 70, 242,
44 II 106, 59 II 191). Das neue OG, das die Anforderungen
an den Berufungsantrag verschärft hat, lässt eine Milderung
Prozessrecht. N° 39.
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dieser Praxis nicht zu. Der Kläger nimmt nun, wie sein
(prozessual freilich ungenügender) Hauptantrag zeigt, sel-
ber nicht an, dass im vorliegenden Falle die Rückweisung
im erwähnten Sinne unerlässlich gewesen wäre. Das Bun-
desgericht hätte, wenn es der Rechtsauffassung des Klägers
gefolgt wäre, mindestens über die in erster Linie zu prü,
fende Frage nach der Gültigkeit des Eigentumsv-ürbehaltes
einen Entscheid zu seinen (des Klägers) Gunsten treffen
können, ohne vorerst eine Aktenergänzung zu veranlassen.
Der Rückweisungsantrag des Klägers kann also den feh-
lendenSachantrag nicht ersetzen.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
39. UneU der I. Zivilabteilung vom 18. September 1945
i. S. Eheleute Dr. Hobi-Gisi gegen Dr. Hengge.
Anschlussberufung. Berechnung der Frist für deren Erhebung;
Art. 59 Abs. lOG.
Recours joint. Calcul du delai, art. 59, al. ler OJ.
Rioorso adesivo. Calcolo deI termine, art. 59 cp. 1 OGF.
Nach Art. 59 Abs. 1 OG ist die Anschlussberufung bin-
nen 10 Tagen vom Eingang der in Art. 56 OG vorgeschrie-
benen Anzeige der Berufung an einzureichen. Da diese
Anzeige dem Vertreter des Klägers am . 21. März 1945
zugegangen ist, lief die Frist für die Anschlussberufung am
31. März ab. Die vom Kläger erst mit der Antwort auf die
Berufung erhobene Anschlussberufung ist daher verspätet.
Dass der Kläger infolge der auf das Verfahren vor dem
Kassationsgericht zurückzuführenden Aussetzung des Be~
rufungsverfahrens (Art. 57 Abs. lOG) von der Beruflillgs-
begründung erst nach Ablauf der Frist für die Anschluss'"
berufung Kenntnis erhielt, ist ohne Bedeutung. Denn er
hatte lediglich seine Anträge zu stellen, ohne sie vorerst
begründen zu müssen. Die Begründung -
aber nur diese -
hatte vielmehr nach Art. 61 Abs. 3 OG in Verbindung mit