Sachverhalt
1.
1.1
X.___ , geboren 19 6 3, leidet seit etwa 1978 an Friedreichscher beziehungs weise spinocerebellärer Ataxie ohne kardiale Beteiligung (Urk. 12/47, Urk. 12/53/9 , Urk. 12/109 ) . Sie promovierte im Jahr 2002 zur Anglistin (vgl. etwa Urk. 12/110
und Urk. 12/125 ). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV - Stelle, sprach de r Versicherten im Zusammenhang mit ihrer Erkran kung wiederholt Leistungen
zu . N amentlich gewährte sie neben beruflichen Massnahmen verschiedene Hilfsmittel und a b 1. Januar 1985 bezog die Versi cherte eine Invalidenrente
( Urk. 12/3, Urk. 12/13 ) , seit 1996 bei einem später mehrmals bestätigten Invaliditätsgrad von 100 % ( Urk. 12/74 , Urk. 12/87, Urk.
12/179, Urk. 12/326 ).
Im Weiter en
wurde ih r am 2 0. September 2002 mit Wirkung ab Januar 2001 eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades zugespro chen ( Urk. 12/120 ). Diese wurde in der Folge wiederholt bestätigt (Urk.
12/144, Urk.
12/155 , Urk. 12/184 ) und mit Wirkung ab
Erwägungen (2 Absätze)
E. 1.1 X.___ , geboren 19
E. 6 3, leidet seit etwa 1978 an Friedreichscher beziehungs weise spinocerebellärer Ataxie ohne kardiale Beteiligung (Urk. 12/47, Urk. 12/53/9 , Urk. 12/109 ) . Sie promovierte im Jahr 2002 zur Anglistin (vgl. etwa Urk. 12/110
und Urk. 12/125 ). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV - Stelle, sprach de r Versicherten im Zusammenhang mit ihrer Erkran kung wiederholt Leistungen
zu . N amentlich gewährte sie neben beruflichen Massnahmen verschiedene Hilfsmittel und a b 1. Januar 1985 bezog die Versi cherte eine Invalidenrente
( Urk. 12/3, Urk. 12/13 ) , seit 1996 bei einem später mehrmals bestätigten Invaliditätsgrad von 100 % ( Urk. 12/74 , Urk. 12/87, Urk.
12/179, Urk. 12/326 ).
Im Weiter en
wurde ih r am 2 0. September 2002 mit Wirkung ab Januar 2001 eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades zugespro chen ( Urk. 12/120 ). Diese wurde in der Folge wiederholt bestätigt (Urk.
12/144, Urk.
12/155 , Urk. 12/184 ) und mit Wirkung ab
Dispositiv
- November 2005 auf eine Hilf losenentschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades erhöht (Urk. 12/246). 1.2 Am 1
- Oktober 2005 wurde X.___ ins Pilotprojekt „Assistenzbudget“ aufge nommen ( Urk. 12/204-205 ). Mit Verfügung vom 2
- Dezember 2005 sprach ih r die hiefür zuständige Sozialversi cherungsanstalt des Kantons St. Gallen mit Wirkung ab
- Januar 2006 ein monatliches Assistenzgeld in der Höhe von Fr. 6 00.-- (Assistenzpauschale) be i einem Assistenzbudget von Fr. 4‘425. -- zu ( Urk. 12/238 ). Gleichzeitig wurde die Auszahlung der Hilflo sen entschädigung sistiert ( Urk. 12/239). Ab
- Juli 2006 wurde das monatliche Assistenzgeld auf Fr. 900.-- (Assistenzpau schale) erhöht, dies bei einem Assistenzbudget von Fr. 6‘ 675.-- (Urk. 12/259). 1.3 Die am
- Januar 2012 in Kraft getretene Revision 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) erforderte eine Anspruchsprüfung hinsichtlich des Assistenzbudgets, was auch die Versicherte am 17. Oktober 2011 anbegehrte ( Urk. 12/352) . Die IV-Stelle führte am
- März und 1
- April 2012 eine Abklä rung vor Ort durch ( Urk. 12/36 0 , Urk. 12/367 ) und verfasste hernach das stan dardisierte Abklärungsinstrument (FAKT; Urk. 12/363 ) . Gestützt darauf sowie auf die ergänzende Eingabe der Versicherten vom
- April 2012 (Urk. 12/366-367) hin sprach sie d ies e r - in Aufhebung der Verfügung vom
- August 2006 betreffend Assistenzbudget und unter Wiederau s richtung der Hilflosenentschä digung für eine Hilflosigkeit schweren Grades (vgl. Urk. 12/370, Urk. 12/374) nach durchgefüh rtem Vorbescheidverfahren (Urk. 12/364 , Urk. 12/368/2-10 ) - mit Verfügung vom
- August 2 012 mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden von monatlich durch schnittlich Fr. 3‘440.80 (Standardqualifikation) und Fr. 328.50 (Nacht), total monatlich Fr. 3‘769.30 beziehungsweise monatlich maximal Fr. 5‘653.90 und jährlich maximal Fr. 45‘231.30 ( Urk. 12/371 = Urk. 2) zu .
- Hiegegen erhob X.___ mit Eingabe vom 1
- September 2012 Beschwerde mit den folgenden Rechtsbegehren zur Sache ( Urk. 1 S. 2 f.): „
- Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten de r Beschwerdeführer in die gesetzlichen Leistungen aus IVG zuzugestehen.
- Es sei die Verfügung vom 03.08.201 2 teilweise aufzuheben und die Sache zur erneuten Abklärung einer externen Stelle zuzuweisen und diese anzu halten, den in zeitlicher Hinsicht effektiven Bedarf an Assistenz festzustel len gemäss Art. 42 quater ff. IVG und diesen in Form von Stunden als Berechnungsgrundlage für den Assistenzbeitrag anzunehmen.
- Es sei die Hilflosenentschädigung von den ermittelten Assistenzstunden nicht in Abzug zu bringen und es sei diese de r Beschwerdeführer in als Bei trag zur freien Verfügung zu belassen, damit diese die Anstellungsverhält nisse in Bezug auf die Überstunden- , Notfalleinsatz- und Auslagenvergü tung gesetzeskonform gemäss Art. 327a Abs. 1 OR abwickeln und die behinderungsbedingten Mehrkosten decken kann.
- Es sei der effektive marktkonforme und sozialverträgliche Stundenlohn für die Entschädigung der Assistenz zu ermitteln.
- Es sei de r Beschwerdeführer in im Rahmen der Berechnung des Assistenz bei trages ein Extrabeitrag für die lebenspraktische Begleitung anzu erkennen. “ In prozessualer Hinsicht beantragte die Versicherte die Durchführung eines zwei ten Schriftenwechsels sowie einer öffentlichen Verhandlung, die Ge währung der unentgeltliche n Rechtspflege ( Urk. 1 S. 3) und die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen in dem Sinne, dass die Assistenzentschädigung gemäss Verfügung vom 2
- August 20 06 weiterhin bis mindestens 31. De zem ber 2012 zu gewähren sei ( Urk. 1 S. 2). D ie IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
- November 2012 auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 11 ). In der Replik vom 2
- Januar 2013 erneu erte die Beschwerdeführerin ihre Rechtsbegehren und namentlich ihren Antrag auf Anordnung von vorsorgliche r Massnahmen ( Urk. 15), während die Beschwerdegegnerin am 1
- Februar 2013 auf Erstattung einer Duplik verzich tete ( Urk. 22). Das Gericht zieht in Erwägung:
- 1.1 Gemäss Art. 42 quater Abs. 1 IVG haben Versicherte, denen eine Hilflosenent schädi gung der Invalidenversicherung ausgerichtet wird ( lit . a), die zu Hause leben ( lit . b) und die volljährig sind ( lit . c), Anspruch auf einen Assistenz beitrag . 1.2 Laut Art. 42 quinquies IVG wird ein Assistenzbeitrag gewährt für Hilfeleistungen, die von der versicherten Person benötigt und regelmässig von einer natürlichen Person (Assistenzperson) erbracht werden, die von der versicherten Person im Rahmen eines Arbeitsvertrages angestellt wird ( lit . a), und weder mit der versi cherten Person verheiratet ist, mit ihr in eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist ( lit . b). 1.3 Hilfebedarf kann in den folgenden Bereichen anerkannt werden ( Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung , IVV): a. alltägliche Lebensverrichtungen; b. Haushaltsführung; c. gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung; d. Erziehung und Kinderbetreuung; e. Ausübung einer gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Tätigkeit; f. berufliche Aus- und Weiterbildung; g. Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt; h. Überwachung während des Tages; i. Nachtdienst. 1.4 Nach Art. 39e Abs. 1 IVV bestimmt die IV-Stelle den anerkannten monatlichen Hilfebedarf in Stunden. Dabei gelten die folgenden monatlichen Höchstansätze ( Art. 39e Abs. 2 IVV): a. für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit . a-c IVV pro alltägli che Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der Hilflosen entschädigung festgehalten wurde:
- bei leichter Hilflosigkeit: 20 Stunden,
- bei mittlerer Hilflosigkeit: 30 Stunden,
- bei schwerer Hilflosigkeit: 40 Stunden; b. für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit . d-g IVV: insgesamt 60 Stunden; c. für die Überwachung nach Art. 39c lit . h IVV: 120 Stunden. Die Berechnung der Höhe des Assistenzbeitrages durch die IV-Stelle erfolgt pro Monat und pro Jahr ( Art. 39g Abs. 1 IVV). 1.5 Der Hilfebedarf wird mit Hilfe eines standardisierten Abklärungsinstrumentes (FAKT) sowohl für direkte als auch für indirekte Hilfeleistungen ermittelt. Als direkte Hilfe werden Hilfeleistungen zur Unterstützung oder Ausführung von Tätigkeiten anerkannt. Als indirekte Hilfe werden Anleitungen, Kontrolle sowie Überwachung bei der Ausführung von Tätigkeiten anerkannt (vgl. Kreisschrei ben über den Assistenzbeitrag, KSAB, Rz 4005). Um die notwendige Einstufung für die einzelnen Hilfeleistungen zu bestimmen, müssen die IV-Stellen Aussagen der versicherten Person, Anmerkungen der Abklärungsperson sowie Erfahrungswerte berücksichtigen. Als Unterstützung sind im FAKT Fallbeispiele hinterlegt, die eine möglichst standardisierte Erfas sung erlauben (KSAB Rz 4101). 1.6 Der Gesetzgeber hat als Übergangsregelung für die Teilnehmerinnen und Teil-nehmer am Pilotversuch „Assistenzbudget“ im Hinblick auf das Inkrafttreten der IVG-Revision 6a am
- Januar 2012 bestimmt, dass Versicherte, die im Monat vor Inkrafttreten dieser Änderung Anspruch auf Leistungen über den Pilotver such „Assistenzbudget“ hatten un d die Voraussetzungen nach Art. 42 quater IVG erfüllen, Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben, ohne ihn geltend machen zu müssen. Sie erhalten die Leistungen nach der genannten Verordnung, bis die IV-Stelle den Umfang des Assistenzbeitrags nach Ar. 42 sexies IVG verfügt hat, längstens jedoch während zwölf Monaten nach Inkrafttreten dieser Änderung.
- 2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung ( Urk. 2) auf das FAKT ( Urk. 12/363) und ging hinsichtlich der Hilfeleistungen von einem monatlichen Bedarf von 105.9 Stunden , der mit Fr. 32.50 pro Stunde vergütet wurde ( Fr. 3‘440.80) , und - von 30.4 jeweils mit Fr. 10.80 zu entschädigenden - Stunden für Nachtdienst aus ( Fr. 328.50) , so dass der Assistenzbeitrag Fr. 3‘769.30 (maximal Fr. 5‘653.90 ) pro Monat respektive Fr. 45‘231.30 pro Jahr betrage (S. 2 oben). Weiter hielt die Beschwerdegegnerin zusammengefasst fest, ein direkter Ver gleich zwischen Assistenzbudget und -beitrag sei nicht zulässig, da Vorausset zungen und Bedingungen nicht die gleichen seien. Beim Pilotversuch „Assistenzbudget“ sei der Hilfebedarf hauptsächlich aufgrund der Selbstdekla ration und des Abklärungsberichts betreffend Hilflosenentschädigung erfolgt. Die Einstufung im Rahmen des Assistenzbudgets könne für den Assistenzbeitrag nicht mehr als Bemessungsgrundlage herangezogen werden (S. 2 f.). Für den Assistenzbeitrag sei der Hilfebedarf mittels des FAKT ermittelt worden. Dies erfolge so, dass jeder Bereich weiter unterte ilt werde in Teilbereiche (Art. 39c IVV). Für jeden Teilbereich müsse die Stufenhöhe bestimmt werden. Sobald diese festgelegt sei, stehe es der Abklärungsperson nicht frei, die Anzahl benötigter Minuten zu bestimmen. Vielmehr sei die Anzahl der anrechenbaren Minuten bereits in der Stufeneinteilung vorgesehen. Die anrechenbare Minuten zahl pro Stufe sei bereits im FAKT enthalten, welches „ vom Gesetzgeber erstellt" worden sei. Damit sei sichergestellt, dass für den gleich hohen Hilfebedarf die gleiche Zeitbemessung angerechnet werde. Die Stufeneinteilung diene der prä ziseren Bestimmung des tatsächlich benötigten Hilfebedarfs. Um eine allzu the oretische Einschätzung zu vermeiden, zeige FAKT bezüglich jeder Tätigkeit und jeder Stufe Beispiele auf. Diese sollen erläutern, welche Tätigkeiten in den unterschiedlichen Stufen noch selbständig mach bar seien und bei welchen Dritt hilfe benötigt werde (S. 3 ). Das Vorliegen einer entsprechenden Hilflosigkeitsstufe führe nicht zwingend zum Höchstansatz an Hilfebedarf. Es bestehe nur ein Anspruch auf den tatsächlich anerkannten Hilfebedarf . Die Abklärung sei durch eine qualifizierte Abklärungsperson durchgeführt worden und dem FAKT komme Beweiswert zu (S. 3 f.). Die von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwände betreffend die Einstufun gen seien im Einzelnen geprüft worden. Das FAKT zeige jedoch bei jeder Stufe Beispiele für die Einstufung auf und in den einzelnen Stufen seien standardi sierte Minutenwerte hinterlegt, wobei die Abklärungsperson keine eigene Ge wichtung des zeitlichen Bedarfs vornehme. Bei ihren diversen Anmerkungen handle es sich um Stufenumschreibungen und Anhaltspunkte zur Stufeneintei lung . Ein kurzfristiger Mehrbedarf aufgrund einer Akuterkrankung könne den W eisung en zu Folge nur bei leichter Hilflosenentschädigung zu einer Erhöhung des anerkannten Notbedarfs führen (S. 4). In der Vernehmlassung machte sie w eiter geltend, dass es sich bei den Abklä rungspersonen um qualifizierte Mitarbeitende handle und eine Delegation der staatlichen (Abklärungs-)Aufgaben gesetzwidrig wäre. In Bezug auf die Ent schädigungsansätze sowie den Abzug der Hilflosenentschädigung verwies die Beschwerdegegnerin schliesslich auf die für sie verbindliche Regelung des Bun desrates (Urk. 11). 2.2 Dem hielt die Beschwerdeführerin beschwerdeweise ( Urk. 1) entgegen, dass sich ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtere. Ihre Bewegungsfreiheit sei immer mehr eingeschränkt und ihre Sprechfähigkeit gestalte sich schwieriger ( S. 5). Verordnung und Kreisschreiben verletz t e n Bundes- und Verfassungsrecht und verst ie sse n gegen die Menschenrechte (S. 13 f.). Die Abklärungsperson sei nicht hinreichend qualifiziert für eine fachgerechte Erhebung des Hilfebedarfs (S. 16 f.) und auch nicht unabhängig (S. 22). Sie, die Beschwerdeführerin, sei in diversen - näher umschriebenen - Punkten in eine sehr niedrige Stufe eingeteilt worden (S. 19 f.). Die Hilflosenentschädigung sei vom Gesetzgeber zum Aus gleich von nicht direkt nachweisbaren behinderungsbedingten Kosten gedacht gewesen; aus den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen mit der Assistenzperson entstünden Kosten, die nicht direkt mit dem Stundenlohn abgegolten werden könn t en. Daher sei die Umrechnung der Hilflosenentschädigung in Stunden mittels eines Betrages von Fr. 32.50 unsachgemäss und der Abzug vom Assis tenzbedarf untauglich (S. 22-25). Der Stundenansatz von Fr. 32.50 sei nicht marktüblich und erschwere die Anstellung von geeigneten Assistenzpersonen (S. 25 f.). Sie machte zudem geltend, dass (auch) Versicherte mit Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung schweren Grades nicht bloss in den alltäglichen Lebensverrichtungen, sondern auch in der lebenspraktischen Begleitung der Hilfe bedürf t en. Da die Hilflosenentschädigung vom Gesamtbedarf des Assis tenzbeitrages in Abzug gebracht werde, müsse auch der gesamte Hilfeb edarf berücksichtigt werden (S. 26 f.). Ferner brachte die Beschwerdeführerin vor ( Urk. 15), dass die Differenz des Assis tenzbeitrages zum Assistenzbudget rund Fr. 2‘000.-- betrage ; si e habe zu wenig Zeit gehabt , um sich mit ihrem 16-köpfigen Assistenzteam den geänder ten Umständen anzupassen (S. 3 f.). Das FAKT erachtete sie als nicht beweis tauglich (S. 5 f.) beziehungsweise als intransparent (S. 9 f.). 2.3 Streitig und zu prüfen ist zunächst einerseits die Frage der Überführung des Assistenzbudgets in den Assistenzbeitrag und andererseits, ob die Verhältnisse hinreichend abgeklärt sind.
- 3.1 Der Gesetzgeber hat in der am
- Januar 2012 in Kraft getretenen Schluss bestim mung der IV-Revision 6a den Übergang vom Pilotversuch Assis tenz budget zum Assistenzbeitrag in dem Sinne sichergestellt, dass die Teil nehmer und Teilnehmerinnen am Pilotversuch, welche die Anspruchsvoraus setzungen für einen Assistenzbeitrag erfüllen, nach Abschluss des Pilotversuchs ohne Unterbruch Leistungen zur Finanzierung der benötigten Hilfeleistungen erhal ten. Solange die benötigten Hilfeleistungen nicht ermittelt sind und der Assistenz beitrag nicht rechtskräftig verfügt ist, wird die bisherige Leistung aus dem Pilotversuch weiter ausgerichtet (Botschaft zur Änderung des IVG,
- IV Revision, erstes Massnahmenpaket, vom 2
- Februar 2010, BB l 2010 S. 1912). Diese Bestimmung ist dahin gehend zu verstehen, dass in zeitlicher Hinsicht hin sichtlich des Assistenzbudgets ein beschränkter Besitzstand bis zur rechts kräftigen Ermittlung des Assistenzbeitrages respektive längstens während eines Jahres nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung gewährt wird. Aus dem Wort laut der Übergangsbestimmung kann hingegen nicht abgeleitet werden, dass die Festsetzung des Hilfebedarfs für den Assistenzbeitrag durch den im Rahmen des Assistenzbudgets anerkannten Bedarf präjudiziert werden sollte, wovon auch im KSAB Rz 1019 ausgegangen wurde. Dies rechtfertigt sich auch mit Blick auf die rechtsgleiche Behandlung der Versicherten, ist doch der Anspruch auf den Assistenzbeitrag mit dem Inkra fttreten der Vorschriften am 1. Januar 2012 für alle Leistungsbezüger nach den gleichen Bestimmungen zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin hat sich daher zu Unrecht auf die Revisionsvorschrift von Art. 88 bis Abs. 2 lit . a IVV gestützt und bereits mit Wirkung ab
- Oktober 2012 anstelle des (höheren) Assistenzbudgets den (tieferen) Assistenzbeitrag ausgerichtet. In diesem Zeitpunkt lag betreffend den Assistenzbeitrag noch kein rechtskräftiger Entscheid vor, so dass Kraft der dargelegten Übergangsbestim mung bis 3
- Dezember 2012 die im Rahmen des Pilotversuch s „ Assistenz budget “ gewährten Leistung en (Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St . Gallen vom 2
- August 2006 , Urk. 12/259 ) weiter auszurichten sind, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der ab Oktober 2012 wieder aufge nommenen Auszahlung der Hilflosenentschädigung (Urk. 12/374). Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. In Anbetracht des klaren W ortlautes der Übergangsbestimmung besteht hinge gen kein Raum, über den 3
- Dezember 2012 hinaus die höheren Leistungen des Assistenzbudget auszurichten. 3.2 Wenn auch, wie vorstehend ausgeführt , kein Anspruch besteht auf Weiter führung des im Rahmen des Assistenzbudgets anerkannten Hilfebedarfs, so ist de r Beschwerdeführer in insofern beizupflichten, dass weder für sie noch für das Gericht der nunmehr im FAKT angenommene, erheblich tiefere Hilfebedarf nachvollziehbar ist. Insbesondere ist nicht ersichtlich, ob d ie Beschwerdeführe r in anlässlich der Abklärung vor Ort einen Hilfebedarf angegeben und inwiefern dieser ins FAKT eingeflossen ist. Ausgewiesen ist , dass die Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 1
- April 2012 Einwendungen erhoben und ihre Situation beschrieben hat ( Urk. 12/366). Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwer degegnerin erschöpfen sich jedoch im Hinweis der Abklärungsperson, „Die Anmerkungen wurden mit der Versicherten vor Ort besprochen und im Abklärungsbericht dementsprechend berücksichtigt.“ (Urk. 12/367) . Dabei ist weder erkennbar noch dargelegt , ob und inwie weit die Abklärungsperson de r eigenen Einschätzung d er Beschwerdef ührerin Rechnung getragen hat. 3.3 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist mit dem in Art. 39f Abs. 3 IVV festgelegten Stundenansatz von Fr. 32.50 (ab
- Januar 2013 Fr. 32.80) die Anstellung von geeigneten Assistenzpersonen erschwert , weil dieser Lohn weder marktüblich, marktkonform noch sozialverträglich sei ( Urk. 1 S. 25 f.). Gemäss der derzeit verfügbaren Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 betrug im privaten Sektor der durchschnittliche Monatslohn (ohne Berücksichtigung des Geschlechts) für nichtqualifizierte Arbeitskräfte ( Anfor derungsniveau 4) im Durchschnitt aller Branchen Fr. 4‘525.-- und im Gesund heits - und Sozialwesen Fr. 4‘700.-- (Tabelle TA1 S. 26-27). Die Lohnangaben der LSE basieren auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Das Monatsein kommen von Fr. 4‘525.-- entspricht somit einem Stundenlohn von Fr. 28.30 ( Fr. 4‘525. -- : 4 : 40) und das Monatseinkommen von Fr. 4‘700.-- entspricht einem Stundenansatz von Fr. 29.40 ( Fr. 4‘700.-- : 4 : 40). Diese Stundenansätze liegen selbst unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung von 0.6 % respektive 0 .3 % im Gesundheits- und Sozialwesen in den Jahren 2011 und 2012 (vgl. Die Volkswirtschaft 7/8 -2014, S. 93 , Tabelle B10.2) unter dem in Art. 39f Abs. 1 IVV festgelegten Stundenansatz von Fr. 32.5
- Laut LSE 2010 erzielten gelernte Arbeitskräfte (Anforderungsniveau 3) im Durch schnitt aller Branchen ein Einkommen von monatlich Fr. 5‘674.-- und im Gesundheits- und Sozialwesen ein solches v on Fr. 5‘759.-- (Tabelle TA1 S. 2627). Dem Einkommen von Fr. 5‘674.-- liegt ein Stundenansatz von Fr. 35.50 zu Grunde und dem Einkommen von Fr. 5‘759.-- ein solcher von Fr. 36.-- ( Fr. 5‘674.-- respektive Fr. 5‘759. -- : 4 : 40). In den Tätigkeiten auf dem Anforderungsniveau 1 oder 2 (Verrichtung selb ständi ger und qualifizierter Arbeiten respektive Verrichtung höchst anspruchs voller schwierigster Arbeiten) betrug das Total aller Löhne monatlich Fr. 7‘629. und der durchschnittliche Monatslohn im Gesundheits- und Sozial wesen Fr. 7‘005.-- (vgl. Tabelle TA1 S . 26-27). Dem Einkommen von Fr. 7‘629. liegt ein Stundenansatz von Fr. 47.70 zu Grunde und dem Ein kommen von Fr. 7‘005.-- ein solcher von Fr. 43.80 ( Fr. 7‘629.-- respektive Fr. 7‘005. -- : 4 : 40). Auch auf höherem Anforderungsniveau liegen die Stundenansätze unter Berück sichtigung der genannten Lohnentwicklung in den Jahren 2011 und 2012 somit unter respektive im Bereich des in Art. 39f Abs. 2 IVV festgelegten Stundenansatzes von Fr. 48.75 (zum Ganzen ebenso die Urteile des hiesigen Gerichts IV.2012.00949 und IV.2012.00950 vom 3
- Januar 2014 jeweils E. 5 und IV.2012.01030 vom 3
- April 2014 E. 3.4 ). Nichts anderes ergibt sich aus der Verordnung über den Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft ( NAV Haus wirtschaft ) . Diese schreibt in Art. 5 Abs. 1 NAV Hauswirtschaft, in Kraft vom
- Januar 2011 bis 3
- Dezember 2013, Mindestlöhne zwischen Fr. 18.55 (Ungelernte) und höchstens Fr. 22.40 (Gelernte mit Eidgenössischem Berufs attest als Fachfrau/ Mann Hauswirtschaft) vor, was erheblich unter de n in Art. 39f Abs. 1 IVV festgelegten Ansätzen liegt. Ob diese Eidgenössische NAV in Anbetracht des Zürcher Normalarbeitsvertrages für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer, der gar keine Mindestlöhne vorsieht, überhaupt zur Anwendung gelangt ( Art. 1 Abs. 2 NAV Hauswirtschaft), braucht unter diesen Umständen nicht näher beleuchtet zu werden. Von fehlender Marktkonformität kann jedenfalls in Bezug auf die in Art. 39f Abs. 1 und 2 IVV genannten Stunden ansätze für den Assistenzbeitrag nicht gesprochen werden. Schliesslich bleibt zu bemerken, dass in der Bot schaft zur Änderung des IVG, 6. IV - Revision, erstes Massnahmenpaket, von Stundenpauschalen von Fr. 30.-- beziehungsweise Fr. 45.-- die Rede war ( BBl 2010 S. 1906). Danach hat sich der Verordnungsgeber korrekterweise gerichtet. 3.4 Betreffend die Anrechnung der Hilflosenentschädigung schreibt Art. 42 sexies Abs. 1 lit . a IVG vor, dass vom Assistenzbeitrag die Hilflosenentschädigung in Abzug zu bringen, mithin der Assistenzbeitrag gegenüber dieser - wie auch gegenüber anderen Leistungen der Sozialversicherungen - subsidiär ist. Entge gen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann daher weder die Verwaltung noch das Gericht vom entsprechenden Abzug Umgang nehmen. Gemäss Botschaft zur Änderung des IVG vom 2
- Februar 2010 hat die Reduk tion dergestalt zu erfolgen, dass der durch die Hilflosenentschädigung gedeckte zeitliche Umfang ermittelt wird, indem der Betrag der Hilflosenentschädigung durch den Stundenansatz des Assistenzbeitrages dividiert wird (S. 1903). Die Hilflosenentschädigung de r Beschwerdeführer in betrug im Jahr 2012 monatlich Fr. 1‘856.-- ( Urk. 12/374 ); beim im gleichen Jahr massgebenden Stundenansatz von Fr. 32.50 ( Art. 39f Abs. 1 IVV) ist der gesamte erhobene Hilfebedarf um 57.11 Stunden ( Fr. 1‘856. -- : Fr. 32.50) zu reduzieren. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin laut der Berechnung des Assistenzbeitrages im FAKT aus gehend vom gesamten Hilfebedarf von 162.98 Stunden den anerkannten Assistenz bedarf auf 105.90 Stunden ( 162.98 . /. 57.11) festgesetzt ( Urk. 12/363/46- 47), was nach dem Gesagten im Einklang mit der Rechtslage steht und nicht zu beanstanden ist.
- 4.1 Vom Gesagten abgesehen haben nach Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör ( Art. 57a Abs. 1 IVG). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbeson dere das Recht, erhebliche Beweise beizubringen, mit erheblichen Beweisanträ gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinfluss en (vgl. BGE 127 I 56 E. 2b, 127 III 578 E. 2c, 126 V 130 E. 2a, BGE 124 V 181 E. 1a, je mit Hinweisen; Kieser , ATSG-Kommentar, N 11 ff. zu Art. 42). Ein weiterer Aspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist das Recht auf eine Begründung, welche die versicherte Person in die Lage versetzt, einen Entscheid sachgerecht anzufechten. Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält oder ob sie es überhaupt in Betracht gezogen hat; sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden ( Kieser , a.a.O., N 38 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 182 f.). Die Begrün dung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist ( Kieser , a.a.O., N 126 zu Art. 61 ATSG in Verbindung mit N 33 zu Art. 52 ATSG). 4.2 In Anbetracht der erheblichen Abweichung von den Angaben in der im Hin blick auf die Ermittlung des Assistenzbudget s eingeholten Selbstdeklaration ( Urk. 12/212) ist der mittels FAKT festgelegte Hilfebedarf nicht hinreichend begründet, da die massgeblichen Überlegungen, welche zum Entscheid geführt haben, nicht genannt werden. Die Beschwerdegegnerin hat in keiner Weise dar getan, weshalb sich ihre Einschätzung derart von den früheren Selbstangaben unterscheidet und weshalb diesen nicht Rechnung getragen werden kann. Ebenso wenig wird Bezug genommen auf die Darstellung der Verhältnisse im Schreiben vom 1
- April 2012 ( Urk. 12/366; vgl. hiezu auch E. 3.2). Damit ist die Verfügung schon aus diesem Grunde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur rechtsgenüglichen Begründung zurückzuweisen. 4.3 Der Mangel wird auch nicht durch den FAKT-Ausdruck ( Urk. 12/363 ) beseitigt. denn dieser ist weder übersichtlich noch selbsterklärend. Der Ausdruck verfügt über kein Inhaltsverzeichnis und die massgeblichen Gesetzes- und Verord nungsbestimmungen bei den einzelnen Berechnungsschritten werden nicht angegeben. Insbesondere bleibt unverständlich, wie die Ermittlung des Bedarfs in den einzelnen Teilbereichen zustande kommt und ob es sich um einen Numerus Clausus möglicher Begründungen der jeweiligen Stufe handelt. Eben falls nicht ersichtlich ist, ob die Begründungsbeispiele bloss - wie vermutet alternativ oder auch kumulativ verwendet werden können. Zudem kann allein gestützt auf den FAKT-Ausdruck nicht nachvollzogen werden, ob sich hinter den verschiedenen Begründungsbeispielen immer dieselbe - und falls nicht, dann welche - Anzahl Minuten Hilfebedarf verbirgt, was zu erfahren aber not wendig wäre, um abschätzen zu können, ob die Verwaltung in ihrem Abklä rungsinstrument angemessene generell-abstrakte Einschätzungen getroffen hat (so bereits Urteil e d es hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom 3
- November 2013, IV.2013.00278, E. 3.3 , vom 3
- Januar 2014, IV.2012.00948, IV.2012.00981 , IV.2013.00129 , und vom 3
- April 2014, IV.2012.01030 ). Die Beschwerdegegnerin hat im FAKT nicht sämtliche Begründungsbeispiele samt damit verbundener Minutenzahl offengelegt, weshalb die Beschwerde führer in in Unkenntnis der hinterlegten Zeiten für die verschiedenen Stufen kaum in der Lage war, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Dem Gericht bleibt dadurch eine abschliessende Prüfung verwehrt. In Bezug auf die Fragen der Einstufung in den einzelnen Teilbereichen ist daher die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist nicht nur zur Offenlegung des dem FAKT zugrunde gelegten Berechnungsschlüssels, sondern zur nachvoll ziehbaren Erläuterung der vorgenommenen Einstufungen an die Beschwerde gegnerin zurückzuweisen, damit das Gericht im Beschwerdefall die im FAKT getroffenen generell-abstrakten Einschätzungen sowie das Ermessen der Abklärungsperson im konkreten Fall sachgerecht überprüfen kann (vgl. auch vorstehend erwähnte Urteil e IV.2013.00278, IV.2012.00948, IV.2012.00981, IV.2013.00129 , IV.201 2 .01030 ). 4.4 Sodann ist festzuhalten, dass das KSAB eine Selbstdeklaration des Hilfebedarfs durch die versicherte Person ( Rz 6011) und grundsätzlich eine Abklärung vor Ort verlangt ( Rz 6015). Entgegen dieser Weisung hat die Beschwerdegegnerin, wie gesagt, keine Selbstdeklaration eingeholt, was sie nachzuholen hat. Da sich die Anspruchsvoraussetzungen für den Hilfebedarf im Rahmen des Assistenz budget s nicht mit jenen für den Assistenzbeitrag decken, vermag die seinerzeit eingeholte Selbstdeklaration ( Urk. 12/212) eine aktuelle, sachbezogene Selbst deklaration nicht zu ersetzen. Es geht auch nicht an, vom Beizug der Selbstde klaration abzusehen, wei l die Beschwerdeführerin am 11. April 2012 ( Urk. 12/366) bereits eine eigene Schilderung ihrer Einschränkungen zu den Akten gereicht hat, verlangt doch das Kreisschreiben, dass der Ansprecherin ein Formular zum Ausfüllen vorgelegt wird ( Rz 6011), was angesichts der Komple xität der Fragestellung bei der Ermittlung des Hilfebedarfs in den verschiedenen Teilbereichen gerechtfertigt erscheint. Die Beschwerdegegnerin wird sich sodann im FAKT mit dem Standpunkt der Beschwerdeführerin auseinanderzusetzen und darzulegen haben, weshalb sie diesem nicht und nur teilweise folgt . Dies recht fertigt sich hier umso mehr, als der Hausarzt Dr. med. Y.___ bereits am
- April 2009 eine n Bedarf an Pflegeassistenz von 7.5 Stunden pro Tag angab ( Urk. 12/322/5) . Davon ist die Beschwerdegegnerin trotz der Progredienz der Friedreichsche n Ataxie und deren Symptomatik (vgl. Bericht von Dr. Y.___ vom 1
- März 2012, Urk. 12/361) ohne Konsultation des Regionalen Ärztlichen Die nstes (vgl. dazu KSAB Rz 6018 ) und ohne Be gründung - erheblich abgewi chen . Unter diese n Umständen ist dem FAKT kein Beweiswert zuzumessen, denn dafür ist erf orderlich, dass darin die Angaben der versicherten Person berück sichtigt und die divergierenden Meinungen der Beteiligten aufgezeigt werden. Zu Handen de r Beschwerdeführer in bleibt mit Blick auf die Abklärungsmass nahmen festzuhalten, dass nicht einzusehen ist, weshalb für eine neutrale, ihren Einschränkungen und spezifischen Bedürfnissen Rechnung tragende Ein schätzung des Hilfebedarfs nur eine Abklärungsperson mit (Spezial)Kenntnissen, die ausserhalb der Verwaltung steht, in Betracht fällt. Entscheidend ist vielmehr , dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat (vgl. etwa AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
- April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). 4.5 Die Beschwerdeführerin hat im Einwand zum Vorbescheid unter Hinweis auf die ihr erschwerte Kommunikation im Detail ihren Hilfebedarf beschrieben und die aus ihrer Sicht zutreffende Stufeneinteilung geltend gemacht ( Urk. 12/368). De m angefochtenen Entscheid ist zwar zu entnehmen, dass diese Anträge im Einzelnen geprüft wurden ( Urk. 2 S. 4 Mitte). Allein die allgemein gehaltenen verfügungsweisen Ausführungen zur Festlegung des Hilfebedarfs durch die Abklärungsperson entbehren einer Auseinandersetzung mit den konkreten Vo r bringen der Beschwerdeführerin , so dass nicht ersichtlich ist, weshalb die Dar stellung der Beschwerdeführerin aus Sicht der Beschwerdegegnerin nicht mass geblich ist. Die Verfügung verletzt auch diesbezüglich die verfassungsrechtlichen Anforde run gen, welche die Rechtsprechung an eine rechtsgenügliche Begrün dung stellt (vorstehend E. 4.1). 4.6 Zusammenfassend ist die Beschwerde in Bezug auf den Leistungsanspruch an sich in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Assistenzbeitrag neu verfüge.
- 5.1 Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 6 00.-- anzusetzen. 5.2 Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver wal tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 199/02 vom 1
- Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Ver fahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind. 5.3 Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ( GSVGer ) hat die obsiegende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen ( § 34 Abs. 3 GSVGer ) und sind ermessensweise auf Fr. 2‘ 5 00.--- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu tragen. 5.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Begehren der Beschwerde führerin um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos. Da dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin stattgegeben wird, ist aus pro zess ökonomischen Gründen von der Durchführung einer öffentlichen Ver handlung abzusehen, zumal e ine solche am Verfahrensausgang nichts zu ändern vermöchte. Mit dem Entscheid in der Sache selbst ist sodann das Gesuch um Anordnung von vorsorglichen Massnahmen h infällig beziehungsweise gegenstandslos ge worden. Das Gericht erkennt:
- Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
- August 2012 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und neu verfüge. Weiter wird in Bezug auf das Assistenzbudget (Verfügung vom 2
- August 2006 ) festgestellt, dass dieses bis 3
- Dezember 2012 weiter zu gewähren ist, unter Berücksichtigung der ab
- Oktober 2012 gegebenenfalls ausge richteten Hilflosenentschädigung .
- Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt.
- Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, de r Beschwerdeführer in eine Prozessent schä digung von Fr. 2‘ 5 00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen.
- Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt David Husmann unter Beilage einer Kopie von Urk. 22 - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen - Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV 5 . Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
- Juli bis und mit 1
- August sowie vom 1
- Dezember bis und mit dem
- Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDer Gerichtssekretär GräubSonderegger
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich IV.2012.00978 III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Annaheim Sozialversicherungsrichterin Fehr Gerichtssekretär Sonderegger Urteil
vom
4. September 2014 in Sachen X.___ Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann schadenanwaelte.ch AG Alderstrasse 40, Postfach, 8034 Zürich gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.
1.1
X.___ , geboren 19 6 3, leidet seit etwa 1978 an Friedreichscher beziehungs weise spinocerebellärer Ataxie ohne kardiale Beteiligung (Urk. 12/47, Urk. 12/53/9 , Urk. 12/109 ) . Sie promovierte im Jahr 2002 zur Anglistin (vgl. etwa Urk. 12/110
und Urk. 12/125 ). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV - Stelle, sprach de r Versicherten im Zusammenhang mit ihrer Erkran kung wiederholt Leistungen
zu . N amentlich gewährte sie neben beruflichen Massnahmen verschiedene Hilfsmittel und a b 1. Januar 1985 bezog die Versi cherte eine Invalidenrente
( Urk. 12/3, Urk. 12/13 ) , seit 1996 bei einem später mehrmals bestätigten Invaliditätsgrad von 100 % ( Urk. 12/74 , Urk. 12/87, Urk.
12/179, Urk. 12/326 ).
Im Weiter en
wurde ih r am 2 0. September 2002 mit Wirkung ab Januar 2001 eine Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades zugespro chen ( Urk. 12/120 ). Diese wurde in der Folge wiederholt bestätigt (Urk.
12/144, Urk.
12/155 , Urk. 12/184 ) und mit Wirkung ab 1. November 2005 auf eine Hilf losenentschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades erhöht (Urk. 12/246).
1.2
Am 1 1. Oktober 2005 wurde X.___ ins Pilotprojekt „Assistenzbudget“ aufge nommen ( Urk. 12/204-205 ). Mit Verfügung vom 2 9. Dezember 2005 sprach ih r die hiefür zuständige Sozialversi cherungsanstalt des Kantons St. Gallen mit Wirkung ab 1. Januar 2006 ein monatliches Assistenzgeld in der Höhe von Fr. 6 00.-- (Assistenzpauschale) be i einem Assistenzbudget von Fr. 4‘425. -- zu ( Urk. 12/238 ). Gleichzeitig wurde die Auszahlung der Hilflo sen entschädigung sistiert ( Urk. 12/239).
Ab 1. Juli 2006 wurde das monatliche Assistenzgeld auf Fr. 900.-- (Assistenzpau schale) erhöht, dies bei einem Assistenzbudget von Fr. 6‘ 675.-- (Urk. 12/259). 1.3
Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Revision 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) erforderte eine Anspruchsprüfung hinsichtlich des Assistenzbudgets, was auch die Versicherte am 17. Oktober 2011 anbegehrte
( Urk. 12/352) . Die IV-Stelle führte am 1. März und 1 2. April 2012 eine Abklä rung vor Ort durch ( Urk. 12/36 0 , Urk. 12/367 ) und verfasste hernach das stan dardisierte Abklärungsinstrument (FAKT; Urk. 12/363 ) . Gestützt darauf
sowie
auf die ergänzende Eingabe der Versicherten vom 1. April 2012
(Urk. 12/366-367) hin sprach sie d ies e r
- in Aufhebung der Verfügung vom 23.
August 2006 betreffend Assistenzbudget und unter Wiederau s richtung der Hilflosenentschä digung für eine Hilflosigkeit schweren Grades (vgl. Urk. 12/370, Urk. 12/374)
nach durchgefüh rtem Vorbescheidverfahren (Urk. 12/364 , Urk.
12/368/2-10 ) - mit Verfügung vom
3. August 2 012 mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden von monatlich durch schnittlich Fr. 3‘440.80 (Standardqualifikation) und Fr. 328.50 (Nacht), total monatlich Fr. 3‘769.30 beziehungsweise monatlich maximal Fr. 5‘653.90 und jährlich maximal Fr.
45‘231.30 ( Urk. 12/371 = Urk. 2) zu . 2.
Hiegegen erhob X.___ mit Eingabe vom 1 4. September 2012 Beschwerde mit den folgenden Rechtsbegehren zur Sache ( Urk. 1 S. 2 f.): „ 1.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten de r Beschwerdeführer in die gesetzlichen Leistungen aus IVG zuzugestehen. 2.
Es sei die Verfügung vom 03.08.201 2 teilweise aufzuheben und die Sache zur erneuten Abklärung einer externen Stelle zuzuweisen und diese anzu halten, den in zeitlicher Hinsicht effektiven Bedarf an Assistenz festzustel len gemäss Art. 42 quater ff. IVG und diesen in Form von Stunden als Berechnungsgrundlage für den Assistenzbeitrag anzunehmen. 3.
Es sei die Hilflosenentschädigung von den ermittelten Assistenzstunden nicht in Abzug zu bringen und es sei diese de r Beschwerdeführer in als Bei trag zur freien Verfügung zu belassen, damit diese die Anstellungsverhält nisse in Bezug auf die Überstunden- , Notfalleinsatz- und Auslagenvergü tung gesetzeskonform gemäss Art. 327a Abs. 1 OR abwickeln und die behinderungsbedingten Mehrkosten decken kann. 4.
Es sei der effektive marktkonforme und sozialverträgliche Stundenlohn für die Entschädigung der Assistenz zu ermitteln. 5.
Es sei de r Beschwerdeführer in im Rahmen der Berechnung des Assistenz bei trages ein Extrabeitrag für die lebenspraktische Begleitung anzu erkennen. “
In prozessualer Hinsicht beantragte die Versicherte die Durchführung eines zwei ten Schriftenwechsels sowie einer öffentlichen Verhandlung, die Ge währung der unentgeltliche n Rechtspflege ( Urk. 1 S. 3) und die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen in dem Sinne, dass die Assistenzentschädigung gemäss Verfügung vom 2 3. August 20 06 weiterhin bis mindestens 31. De zem ber 2012 zu gewähren sei ( Urk. 1 S. 2).
D ie IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1. November 2012 auf Abweisung der Beschwerde ( Urk. 11 ). In der Replik vom 2 8. Januar 2013 erneu erte die Beschwerdeführerin ihre Rechtsbegehren und namentlich ihren Antrag auf Anordnung von vorsorgliche r Massnahmen ( Urk. 15), während die Beschwerdegegnerin am 1 8. Februar 2013 auf Erstattung einer Duplik verzich tete ( Urk. 22). Das Gericht zieht in Erwägung: 1.
1.1
Gemäss Art. 42 quater
Abs. 1 IVG haben Versicherte, denen eine Hilflosenent schädi gung der Invalidenversicherung ausgerichtet wird ( lit . a), die zu Hause leben ( lit . b) und die volljährig sind ( lit . c), Anspruch auf einen Assistenz beitrag . 1.2
Laut Art. 42 quinquies IVG wird ein Assistenzbeitrag gewährt für Hilfeleistungen, die von der versicherten Person benötigt und regelmässig von einer natürlichen Person (Assistenzperson) erbracht werden, die von der versicherten Person im Rahmen eines Arbeitsvertrages angestellt wird ( lit . a), und weder mit der versi cherten Person verheiratet ist, mit ihr in eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist ( lit . b). 1.3
Hilfebedarf kann in den folgenden Bereichen anerkannt werden ( Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung , IVV): a.
alltägliche Lebensverrichtungen; b.
Haushaltsführung; c.
gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung; d.
Erziehung und Kinderbetreuung; e.
Ausübung einer gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Tätigkeit; f.
berufliche Aus- und Weiterbildung; g.
Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt; h.
Überwachung während des Tages; i.
Nachtdienst. 1.4
Nach Art. 39e Abs. 1 IVV bestimmt die IV-Stelle den anerkannten monatlichen Hilfebedarf in Stunden. Dabei gelten die folgenden monatlichen Höchstansätze ( Art. 39e Abs. 2 IVV): a.
für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit . a-c IVV pro alltägli che Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der Hilflosen entschädigung festgehalten wurde: 1. bei leichter Hilflosigkeit: 20 Stunden, 2. bei mittlerer Hilflosigkeit: 30 Stunden, 3. bei schwerer Hilflosigkeit: 40 Stunden; b.
für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c lit . d-g IVV: insgesamt 60 Stunden; c.
für die Überwachung nach Art. 39c lit . h IVV: 120 Stunden.
Die Berechnung der Höhe des Assistenzbeitrages durch die IV-Stelle erfolgt pro Monat und pro Jahr ( Art. 39g Abs. 1 IVV). 1.5
Der Hilfebedarf wird mit Hilfe eines standardisierten Abklärungsinstrumentes (FAKT) sowohl für direkte als auch für indirekte Hilfeleistungen ermittelt. Als direkte Hilfe werden Hilfeleistungen zur Unterstützung oder Ausführung von Tätigkeiten anerkannt. Als indirekte Hilfe werden Anleitungen, Kontrolle sowie Überwachung bei der Ausführung von Tätigkeiten anerkannt (vgl. Kreisschrei ben über den Assistenzbeitrag, KSAB, Rz 4005).
Um die notwendige Einstufung für die einzelnen Hilfeleistungen zu bestimmen, müssen die IV-Stellen Aussagen der versicherten Person, Anmerkungen der Abklärungsperson sowie Erfahrungswerte berücksichtigen. Als Unterstützung sind im FAKT Fallbeispiele hinterlegt, die eine möglichst standardisierte Erfas sung erlauben (KSAB Rz 4101). 1.6
Der Gesetzgeber hat als Übergangsregelung für die Teilnehmerinnen und Teil-nehmer am Pilotversuch „Assistenzbudget“ im Hinblick auf das Inkrafttreten der IVG-Revision 6a am 1. Januar 2012 bestimmt, dass Versicherte, die im Monat vor Inkrafttreten dieser Änderung Anspruch auf Leistungen über den Pilotver such „Assistenzbudget“ hatten un d die Voraussetzungen nach Art. 42 quater IVG erfüllen, Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben, ohne ihn geltend machen zu müssen.
Sie erhalten die Leistungen nach der genannten Verordnung, bis die IV-Stelle den Umfang des Assistenzbeitrags nach Ar. 42 sexies IVG verfügt hat, längstens jedoch während zwölf Monaten nach Inkrafttreten dieser Änderung. 2. 2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung ( Urk.
2) auf das FAKT ( Urk. 12/363) und ging hinsichtlich der Hilfeleistungen von einem monatlichen Bedarf von 105.9 Stunden , der mit Fr. 32.50 pro Stunde vergütet wurde ( Fr. 3‘440.80) ,
und - von 30.4 jeweils mit Fr. 10.80 zu entschädigenden - Stunden für Nachtdienst aus ( Fr. 328.50) , so dass der Assistenzbeitrag Fr. 3‘769.30 (maximal Fr. 5‘653.90 ) pro Monat respektive Fr. 45‘231.30 pro Jahr betrage (S. 2 oben).
Weiter hielt die Beschwerdegegnerin zusammengefasst fest, ein direkter Ver gleich zwischen Assistenzbudget und -beitrag sei nicht zulässig, da Vorausset zungen und Bedingungen nicht die gleichen seien. Beim Pilotversuch „Assistenzbudget“ sei der Hilfebedarf hauptsächlich aufgrund der Selbstdekla ration und des Abklärungsberichts betreffend Hilflosenentschädigung erfolgt. Die Einstufung im Rahmen des Assistenzbudgets könne für den Assistenzbeitrag nicht mehr als Bemessungsgrundlage herangezogen werden (S. 2 f.).
Für den Assistenzbeitrag sei der Hilfebedarf mittels des FAKT ermittelt worden. Dies erfolge so, dass jeder Bereich weiter unterte ilt werde in Teilbereiche (Art. 39c IVV). Für jeden Teilbereich müsse die Stufenhöhe bestimmt werden. Sobald diese festgelegt sei, stehe es der Abklärungsperson nicht frei, die Anzahl benötigter Minuten zu bestimmen. Vielmehr sei die Anzahl der anrechenbaren Minuten bereits in der Stufeneinteilung vorgesehen. Die anrechenbare Minuten zahl pro Stufe sei bereits im FAKT enthalten, welches „ vom Gesetzgeber erstellt" worden sei. Damit sei sichergestellt, dass für den gleich hohen Hilfebedarf die gleiche Zeitbemessung angerechnet werde. Die Stufeneinteilung diene der prä ziseren Bestimmung des tatsächlich benötigten Hilfebedarfs. Um eine allzu the oretische Einschätzung zu vermeiden, zeige FAKT bezüglich jeder Tätigkeit und jeder Stufe Beispiele auf. Diese sollen erläutern, welche Tätigkeiten in den unterschiedlichen Stufen noch selbständig mach bar seien und bei welchen Dritt hilfe benötigt werde (S. 3 ).
Das Vorliegen einer entsprechenden Hilflosigkeitsstufe führe nicht zwingend zum Höchstansatz an Hilfebedarf. Es bestehe nur ein Anspruch auf den tatsächlich anerkannten Hilfebedarf . Die Abklärung sei durch eine qualifizierte Abklärungsperson durchgeführt worden und dem FAKT komme Beweiswert zu (S. 3 f.).
Die von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwände betreffend die Einstufun gen seien im Einzelnen geprüft worden. Das FAKT zeige jedoch bei jeder Stufe Beispiele für die Einstufung auf und in den einzelnen Stufen seien standardi sierte Minutenwerte hinterlegt, wobei die Abklärungsperson keine eigene Ge wichtung des zeitlichen Bedarfs vornehme. Bei ihren diversen Anmerkungen handle es sich um Stufenumschreibungen und Anhaltspunkte zur Stufeneintei lung . Ein kurzfristiger Mehrbedarf aufgrund einer Akuterkrankung könne den W eisung en zu Folge nur bei leichter Hilflosenentschädigung zu einer Erhöhung des anerkannten Notbedarfs führen (S. 4).
In der Vernehmlassung machte sie w eiter geltend, dass es sich bei den Abklä rungspersonen um qualifizierte Mitarbeitende handle und eine Delegation der staatlichen (Abklärungs-)Aufgaben gesetzwidrig wäre. In Bezug auf die Ent schädigungsansätze sowie den Abzug der Hilflosenentschädigung verwies die Beschwerdegegnerin schliesslich auf die für sie verbindliche Regelung des Bun desrates (Urk. 11). 2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin beschwerdeweise ( Urk.
1) entgegen, dass sich ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtere. Ihre Bewegungsfreiheit sei immer mehr eingeschränkt und ihre Sprechfähigkeit gestalte sich schwieriger ( S. 5). Verordnung und Kreisschreiben verletz t e n Bundes- und Verfassungsrecht und verst ie sse n gegen die Menschenrechte (S. 13 f.). Die Abklärungsperson sei nicht hinreichend qualifiziert für eine fachgerechte Erhebung des Hilfebedarfs (S. 16 f.) und auch nicht unabhängig (S. 22). Sie, die Beschwerdeführerin, sei in diversen - näher umschriebenen - Punkten in eine sehr niedrige Stufe eingeteilt worden (S. 19 f.). Die Hilflosenentschädigung sei vom Gesetzgeber zum Aus gleich von nicht direkt nachweisbaren behinderungsbedingten Kosten gedacht gewesen; aus den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen mit der Assistenzperson entstünden Kosten, die nicht direkt mit dem Stundenlohn abgegolten werden könn t en. Daher sei die Umrechnung der Hilflosenentschädigung in Stunden mittels eines Betrages von Fr. 32.50 unsachgemäss und der Abzug vom Assis tenzbedarf untauglich (S. 22-25). Der Stundenansatz von Fr. 32.50 sei nicht marktüblich und erschwere die Anstellung von geeigneten Assistenzpersonen (S. 25 f.). Sie machte zudem geltend, dass (auch) Versicherte mit Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung schweren Grades nicht bloss in den alltäglichen Lebensverrichtungen, sondern auch in der lebenspraktischen Begleitung der Hilfe bedürf t en. Da die Hilflosenentschädigung vom Gesamtbedarf des Assis tenzbeitrages in Abzug gebracht werde, müsse auch der gesamte Hilfeb edarf berücksichtigt werden (S. 26 f.).
Ferner brachte die Beschwerdeführerin vor ( Urk. 15), dass die Differenz des Assis tenzbeitrages zum Assistenzbudget rund Fr. 2‘000.-- betrage ; si e habe zu wenig Zeit gehabt , um sich mit ihrem 16-köpfigen Assistenzteam den geänder ten Umständen anzupassen (S. 3 f.). Das FAKT erachtete sie als nicht beweis tauglich (S. 5 f.) beziehungsweise als intransparent (S. 9 f.). 2.3
Streitig und zu prüfen ist zunächst einerseits die Frage der Überführung des Assistenzbudgets in den Assistenzbeitrag und andererseits, ob die Verhältnisse hinreichend abgeklärt sind. 3. 3.1
Der Gesetzgeber hat in der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schluss bestim mung der IV-Revision 6a den Übergang vom Pilotversuch Assis tenz budget zum Assistenzbeitrag in dem Sinne sichergestellt, dass die Teil nehmer und Teilnehmerinnen am Pilotversuch, welche die Anspruchsvoraus setzungen für einen Assistenzbeitrag erfüllen, nach Abschluss des Pilotversuchs ohne Unterbruch Leistungen zur Finanzierung der benötigten Hilfeleistungen erhal ten. Solange die benötigten Hilfeleistungen nicht ermittelt sind und der Assistenz beitrag nicht rechtskräftig verfügt ist, wird die bisherige Leistung aus dem Pilotversuch weiter ausgerichtet (Botschaft zur Änderung des IVG, 6. IV
Revision, erstes Massnahmenpaket, vom 2 4. Februar 2010, BB l 2010 S.
1912).
Diese Bestimmung ist dahin gehend zu verstehen, dass in zeitlicher Hinsicht hin sichtlich des Assistenzbudgets ein beschränkter Besitzstand bis zur rechts kräftigen Ermittlung des Assistenzbeitrages respektive längstens während eines Jahres nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung gewährt wird. Aus dem Wort laut der Übergangsbestimmung kann hingegen nicht abgeleitet werden, dass die Festsetzung des Hilfebedarfs für den Assistenzbeitrag durch den im Rahmen des Assistenzbudgets anerkannten Bedarf präjudiziert werden sollte, wovon auch im KSAB Rz 1019 ausgegangen wurde. Dies rechtfertigt sich auch mit Blick auf die rechtsgleiche Behandlung der Versicherten, ist doch der Anspruch auf den Assistenzbeitrag mit dem Inkra fttreten der Vorschriften am 1. Januar 2012 für alle Leistungsbezüger nach den gleichen Bestimmungen zu ermitteln.
Die Beschwerdegegnerin hat sich daher zu Unrecht auf die Revisionsvorschrift von Art. 88 bis
Abs. 2 lit . a IVV gestützt und bereits mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 anstelle des (höheren) Assistenzbudgets den (tieferen) Assistenzbeitrag ausgerichtet. In diesem Zeitpunkt lag betreffend den Assistenzbeitrag noch kein rechtskräftiger Entscheid vor, so dass Kraft der dargelegten Übergangsbestim mung bis 3 1. Dezember 2012 die im Rahmen des Pilotversuch s
„ Assistenz budget “ gewährten Leistung en (Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St . Gallen vom 2 3. August 2006 ,
Urk. 12/259 ) weiter auszurichten sind, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der ab Oktober 2012 wieder aufge nommenen Auszahlung der Hilflosenentschädigung (Urk. 12/374).
Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
In Anbetracht des klaren W ortlautes der Übergangsbestimmung besteht hinge gen kein Raum, über den 3 1. Dezember 2012 hinaus die höheren Leistungen des Assistenzbudget auszurichten. 3.2
Wenn auch, wie vorstehend ausgeführt , kein Anspruch besteht auf Weiter führung des im Rahmen des Assistenzbudgets anerkannten Hilfebedarfs, so ist de r Beschwerdeführer in insofern beizupflichten, dass weder für sie noch für das Gericht der nunmehr im FAKT angenommene, erheblich tiefere Hilfebedarf nachvollziehbar ist. Insbesondere ist nicht ersichtlich, ob d ie Beschwerdeführe r in
anlässlich der Abklärung vor Ort einen Hilfebedarf angegeben und inwiefern dieser ins FAKT eingeflossen ist. Ausgewiesen ist , dass die Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 1 1. April 2012 Einwendungen erhoben und ihre Situation beschrieben hat ( Urk. 12/366). Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwer degegnerin erschöpfen sich jedoch im Hinweis der Abklärungsperson, „Die Anmerkungen wurden mit der Versicherten vor Ort besprochen und im Abklärungsbericht dementsprechend berücksichtigt.“ (Urk. 12/367) . Dabei ist weder erkennbar noch dargelegt , ob und inwie weit die Abklärungsperson de r eigenen Einschätzung d er Beschwerdef ührerin Rechnung getragen hat. 3.3
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist mit dem in Art. 39f Abs. 3 IVV festgelegten Stundenansatz von Fr. 32.50 (ab 1. Januar 2013 Fr. 32.80) die Anstellung von geeigneten Assistenzpersonen erschwert , weil dieser Lohn weder marktüblich, marktkonform noch sozialverträglich sei ( Urk. 1 S. 25 f.).
Gemäss der derzeit verfügbaren Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 betrug im privaten Sektor der durchschnittliche Monatslohn (ohne Berücksichtigung des Geschlechts) für nichtqualifizierte Arbeitskräfte ( Anfor derungsniveau
4) im Durchschnitt aller Branchen Fr. 4‘525.-- und im Gesund heits
- und Sozialwesen Fr. 4‘700.-- (Tabelle TA1 S. 26-27). Die Lohnangaben der LSE basieren auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Das Monatsein kommen von Fr. 4‘525.-- entspricht somit einem Stundenlohn von Fr. 28.30 ( Fr. 4‘525. -- : 4 : 40) und das Monatseinkommen von Fr. 4‘700.-- entspricht einem Stundenansatz von Fr. 29.40 ( Fr. 4‘700.-- : 4 : 40). Diese Stundenansätze liegen selbst unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung von 0.6 % respektive 0 .3 % im Gesundheits- und Sozialwesen in den Jahren 2011 und 2012 (vgl. Die Volkswirtschaft 7/8 -2014, S. 93 , Tabelle B10.2) unter dem in Art. 39f Abs. 1 IVV festgelegten Stundenansatz von Fr. 32.5 0.
Laut LSE 2010 erzielten gelernte Arbeitskräfte (Anforderungsniveau 3) im Durch schnitt aller Branchen ein Einkommen von monatlich Fr. 5‘674.-- und im Gesundheits- und Sozialwesen ein solches v on Fr. 5‘759.-- (Tabelle TA1 S. 2627). Dem Einkommen von Fr. 5‘674.-- liegt ein Stundenansatz von Fr. 35.50 zu Grunde und dem Einkommen von Fr. 5‘759.-- ein solcher von Fr. 36.-- ( Fr. 5‘674.-- respektive Fr. 5‘759. -- : 4 : 40).
In den Tätigkeiten auf dem Anforderungsniveau 1 oder 2 (Verrichtung selb ständi ger und qualifizierter Arbeiten respektive Verrichtung höchst anspruchs voller schwierigster Arbeiten) betrug das Total aller Löhne monatlich Fr. 7‘629. und der durchschnittliche Monatslohn im Gesundheits- und Sozial wesen Fr. 7‘005.-- (vgl. Tabelle TA1 S . 26-27). Dem Einkommen von Fr. 7‘629. liegt ein Stundenansatz von Fr. 47.70 zu Grunde und dem Ein kommen von Fr. 7‘005.-- ein solcher von Fr. 43.80 ( Fr. 7‘629.-- respektive Fr. 7‘005. -- : 4 : 40).
Auch auf höherem Anforderungsniveau liegen die Stundenansätze unter Berück sichtigung der genannten Lohnentwicklung in den Jahren 2011 und 2012 somit unter respektive im Bereich des in Art. 39f Abs. 2 IVV festgelegten Stundenansatzes von Fr. 48.75 (zum Ganzen ebenso die Urteile des hiesigen Gerichts IV.2012.00949 und IV.2012.00950 vom 3 1. Januar 2014 jeweils E. 5 und IV.2012.01030 vom 3 0. April 2014 E. 3.4 ).
Nichts anderes ergibt sich aus der Verordnung über den Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft ( NAV Haus wirtschaft ) . Diese schreibt in Art. 5 Abs. 1 NAV Hauswirtschaft, in Kraft vom 1. Januar 2011 bis 3 1. Dezember 2013, Mindestlöhne zwischen Fr. 18.55 (Ungelernte) und höchstens Fr. 22.40 (Gelernte mit Eidgenössischem Berufs attest als Fachfrau/ Mann Hauswirtschaft) vor, was erheblich unter de n in Art. 39f Abs. 1 IVV festgelegten Ansätzen liegt. Ob diese Eidgenössische NAV in Anbetracht des Zürcher Normalarbeitsvertrages für hauswirtschaftliche Arbeitnehmer, der gar keine Mindestlöhne vorsieht, überhaupt zur Anwendung gelangt ( Art. 1 Abs. 2 NAV Hauswirtschaft), braucht unter diesen Umständen nicht näher beleuchtet zu werden. Von fehlender Marktkonformität kann jedenfalls in Bezug auf die in Art. 39f Abs. 1 und 2 IVV genannten Stunden ansätze für den Assistenzbeitrag nicht gesprochen werden.
Schliesslich bleibt zu bemerken, dass in der Bot schaft zur Änderung des IVG, 6. IV - Revision, erstes Massnahmenpaket, von Stundenpauschalen von Fr. 30.-- beziehungsweise Fr. 45.-- die Rede war ( BBl 2010 S. 1906). Danach hat sich der Verordnungsgeber korrekterweise gerichtet. 3.4
Betreffend die Anrechnung der Hilflosenentschädigung schreibt Art. 42 sexies Abs.
1 lit . a IVG vor, dass vom Assistenzbeitrag die Hilflosenentschädigung in Abzug zu bringen, mithin der Assistenzbeitrag gegenüber dieser - wie auch gegenüber anderen Leistungen der Sozialversicherungen - subsidiär ist. Entge gen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann daher weder die Verwaltung noch das Gericht vom entsprechenden Abzug Umgang nehmen.
Gemäss Botschaft zur Änderung des IVG vom 2 4. Februar 2010 hat die Reduk tion dergestalt zu erfolgen, dass der durch die Hilflosenentschädigung gedeckte zeitliche Umfang ermittelt wird, indem der Betrag der Hilflosenentschädigung durch den Stundenansatz des Assistenzbeitrages dividiert wird (S. 1903). Die Hilflosenentschädigung de r Beschwerdeführer in betrug im Jahr 2012 monatlich Fr. 1‘856.-- ( Urk. 12/374 ); beim im gleichen Jahr massgebenden Stundenansatz von Fr. 32.50 ( Art. 39f Abs. 1 IVV) ist der gesamte erhobene Hilfebedarf um 57.11 Stunden ( Fr. 1‘856. -- :
Fr. 32.50) zu reduzieren. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin laut der Berechnung des Assistenzbeitrages im FAKT aus gehend vom gesamten Hilfebedarf von 162.98 Stunden den anerkannten Assistenz bedarf auf 105.90 Stunden ( 162.98 . /. 57.11) festgesetzt ( Urk. 12/363/46- 47), was nach dem Gesagten im Einklang mit der Rechtslage steht und nicht zu beanstanden ist. 4. 4.1
Vom Gesagten abgesehen haben nach Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör ( Art. 57a Abs. 1 IVG).
Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbeson dere das Recht, erhebliche Beweise beizubringen, mit erheblichen Beweisanträ gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinfluss en (vgl. BGE 127 I 56 E. 2b, 127 III 578 E. 2c, 126 V 130 E. 2a, BGE 124 V 181 E. 1a, je mit Hinweisen; Kieser , ATSG-Kommentar, N 11 ff. zu Art. 42).
Ein weiterer Aspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist das Recht auf eine Begründung, welche die versicherte Person in die Lage versetzt, einen Entscheid sachgerecht anzufechten. Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält oder ob sie es überhaupt in Betracht gezogen hat; sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden ( Kieser , a.a.O., N 38 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 182 f.). Die Begrün dung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist ( Kieser , a.a.O., N 126 zu Art. 61 ATSG in Verbindung mit N 33 zu Art. 52 ATSG). 4.2
In Anbetracht der erheblichen Abweichung von den Angaben in der im Hin blick auf die Ermittlung des Assistenzbudget s eingeholten Selbstdeklaration ( Urk. 12/212) ist der mittels FAKT festgelegte Hilfebedarf nicht hinreichend begründet, da die massgeblichen Überlegungen, welche zum Entscheid geführt haben, nicht genannt werden. Die Beschwerdegegnerin hat in keiner Weise dar getan, weshalb sich ihre Einschätzung derart von den früheren Selbstangaben unterscheidet und weshalb diesen nicht Rechnung getragen werden kann. Ebenso wenig wird Bezug genommen auf die Darstellung der Verhältnisse im Schreiben vom 1 1. April 2012 ( Urk. 12/366; vgl. hiezu auch E. 3.2).
Damit ist die Verfügung schon aus diesem Grunde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur rechtsgenüglichen Begründung zurückzuweisen. 4.3
Der Mangel wird auch nicht durch den FAKT-Ausdruck ( Urk. 12/363 ) beseitigt. denn dieser ist weder übersichtlich noch selbsterklärend. Der Ausdruck verfügt über kein Inhaltsverzeichnis und die massgeblichen Gesetzes- und Verord nungsbestimmungen bei den einzelnen Berechnungsschritten werden nicht angegeben. Insbesondere bleibt unverständlich, wie die Ermittlung des Bedarfs in den einzelnen Teilbereichen zustande kommt und ob es sich um einen Numerus Clausus möglicher Begründungen der jeweiligen Stufe handelt. Eben falls nicht ersichtlich ist, ob die Begründungsbeispiele bloss - wie vermutet
alternativ oder auch kumulativ verwendet werden können. Zudem kann allein gestützt auf den FAKT-Ausdruck nicht nachvollzogen werden, ob sich hinter den verschiedenen Begründungsbeispielen immer dieselbe - und falls nicht, dann welche - Anzahl Minuten Hilfebedarf verbirgt, was zu erfahren aber not wendig wäre, um abschätzen zu können, ob die Verwaltung in ihrem Abklä rungsinstrument angemessene generell-abstrakte Einschätzungen getroffen hat (so bereits Urteil e d es hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom 3 0. November 2013, IV.2013.00278, E. 3.3 , vom 3 1. Januar 2014, IV.2012.00948, IV.2012.00981 , IV.2013.00129 , und vom 3 0. April 2014, IV.2012.01030 ).
Die Beschwerdegegnerin hat im FAKT nicht sämtliche Begründungsbeispiele samt damit verbundener Minutenzahl offengelegt, weshalb die Beschwerde führer in in Unkenntnis der hinterlegten Zeiten für die verschiedenen Stufen kaum in der Lage war, die Verfügung sachgerecht anzufechten. Dem Gericht bleibt dadurch eine abschliessende Prüfung verwehrt.
In Bezug auf die Fragen der Einstufung in den einzelnen Teilbereichen ist daher die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist nicht nur zur Offenlegung des dem FAKT zugrunde gelegten Berechnungsschlüssels, sondern zur nachvoll ziehbaren Erläuterung der vorgenommenen Einstufungen an die Beschwerde gegnerin zurückzuweisen, damit das Gericht im Beschwerdefall die im FAKT getroffenen generell-abstrakten Einschätzungen sowie das Ermessen der Abklärungsperson im konkreten Fall sachgerecht überprüfen kann (vgl. auch vorstehend erwähnte Urteil e IV.2013.00278, IV.2012.00948, IV.2012.00981, IV.2013.00129 , IV.201 2 .01030 ). 4.4
Sodann ist festzuhalten, dass das KSAB eine Selbstdeklaration des Hilfebedarfs durch die versicherte Person ( Rz
6011) und grundsätzlich eine Abklärung vor Ort verlangt ( Rz 6015). Entgegen dieser Weisung hat die Beschwerdegegnerin, wie gesagt, keine Selbstdeklaration eingeholt, was sie nachzuholen hat. Da sich die Anspruchsvoraussetzungen für den Hilfebedarf im Rahmen des Assistenz budget s nicht mit jenen für den Assistenzbeitrag decken, vermag die seinerzeit eingeholte Selbstdeklaration ( Urk. 12/212) eine aktuelle, sachbezogene Selbst deklaration nicht zu ersetzen. Es geht auch nicht an, vom Beizug der Selbstde klaration abzusehen, wei l die Beschwerdeführerin am 11. April 2012 ( Urk. 12/366) bereits eine eigene Schilderung ihrer Einschränkungen zu den Akten gereicht hat, verlangt doch das Kreisschreiben, dass der Ansprecherin ein Formular zum Ausfüllen vorgelegt wird ( Rz 6011), was angesichts der Komple xität der Fragestellung bei der Ermittlung des Hilfebedarfs in den verschiedenen Teilbereichen gerechtfertigt erscheint. Die Beschwerdegegnerin wird sich sodann im FAKT mit dem Standpunkt der Beschwerdeführerin auseinanderzusetzen und darzulegen haben, weshalb sie diesem nicht und nur teilweise folgt . Dies recht fertigt sich hier umso mehr, als der Hausarzt Dr. med. Y.___ bereits am 7. April 2009 eine n Bedarf an Pflegeassistenz von 7.5 Stunden pro Tag angab ( Urk. 12/322/5) . Davon ist die Beschwerdegegnerin trotz der Progredienz der Friedreichsche n Ataxie und deren Symptomatik (vgl. Bericht von Dr. Y.___ vom 1 3. März 2012, Urk. 12/361)
ohne Konsultation des Regionalen Ärztlichen Die nstes (vgl. dazu KSAB Rz
6018 ) und ohne Be gründung - erheblich abgewi chen . Unter diese n Umständen ist dem FAKT kein Beweiswert zuzumessen, denn dafür ist erf orderlich, dass darin die Angaben der versicherten Person berück sichtigt und die divergierenden Meinungen der Beteiligten aufgezeigt werden.
Zu Handen de r Beschwerdeführer in bleibt mit Blick auf die Abklärungsmass nahmen festzuhalten, dass nicht einzusehen ist, weshalb für eine neutrale, ihren Einschränkungen und spezifischen Bedürfnissen Rechnung tragende Ein schätzung des Hilfebedarfs nur eine Abklärungsperson mit (Spezial)Kenntnissen, die ausserhalb der Verwaltung steht, in Betracht fällt. Entscheidend ist vielmehr , dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat (vgl. etwa AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I
733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). 4.5
Die Beschwerdeführerin hat im Einwand zum Vorbescheid unter Hinweis auf die ihr erschwerte Kommunikation im Detail ihren Hilfebedarf beschrieben und die aus ihrer Sicht zutreffende Stufeneinteilung geltend gemacht ( Urk. 12/368). De m angefochtenen Entscheid ist zwar zu entnehmen, dass diese Anträge im Einzelnen geprüft wurden ( Urk. 2 S. 4 Mitte). Allein die allgemein gehaltenen verfügungsweisen Ausführungen zur Festlegung des Hilfebedarfs durch die Abklärungsperson entbehren einer Auseinandersetzung mit den konkreten Vo r bringen der Beschwerdeführerin , so dass nicht ersichtlich ist, weshalb die Dar stellung der Beschwerdeführerin aus Sicht der Beschwerdegegnerin nicht mass geblich ist.
Die Verfügung verletzt auch diesbezüglich die verfassungsrechtlichen Anforde run gen, welche die Rechtsprechung an eine rechtsgenügliche Begrün dung stellt (vorstehend E. 4.1). 4.6
Zusammenfassend ist die Beschwerde in Bezug auf den Leistungsanspruch an sich in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Assistenzbeitrag neu verfüge. 5. 5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1 bis IVG) und auf Fr. 6 00.-- anzusetzen. 5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver wal tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 199/02 vom 1 0. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Ver fahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind. 5.3
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ( GSVGer ) hat die obsiegende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen ( § 34 Abs. 3 GSVGer ) und sind ermessensweise auf Fr. 2‘ 5 00.--- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu tragen. 5.4
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Begehren der Beschwerde führerin um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos.
Da dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin stattgegeben wird, ist aus pro zess ökonomischen Gründen von der Durchführung einer öffentlichen Ver handlung abzusehen, zumal e ine solche am Verfahrensausgang nichts zu ändern vermöchte.
Mit dem Entscheid in der Sache selbst ist sodann das Gesuch um Anordnung von vorsorglichen Massnahmen h infällig beziehungsweise gegenstandslos ge worden.
Das Gericht erkennt: 1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
3. August 2012 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und neu verfüge. Weiter wird in Bezug auf das Assistenzbudget (Verfügung vom 2 3. August 2006 ) festgestellt, dass dieses bis 3 1. Dezember 2012 weiter zu gewähren ist, unter Berücksichtigung der ab 1. Oktober 2012 gegebenenfalls ausge richteten Hilflosenentschädigung . 2.
Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rech nung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts kraft zugestellt. 3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, de r Beschwerdeführer in eine Prozessent schä digung von Fr. 2‘ 5 00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4.
Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt David Husmann unter Beilage einer Kopie von Urk. 22 - Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle - Bundesamt für Sozialversicherungen - Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV 5 .
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDer Gerichtssekretär GräubSonderegger