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79_III_159

BGE 79 III 159

Bundesgericht (BGE) · 1953-10-06 · Deutsch CH
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Sachverhalt

In der Betreibung der Rekurrentin gegen Frau

Ruf, Gipserei in Klosters, pfändete das Betreibungsamt

Klosters am 4. Oktober 1952 vier Möbelstücke und angeb-

liches Gipsereiinventar. Die Schuldnerin verzichtete auf

allfällige Kompetenzqualität der Möbel, beschwerte sich

aber wegen Unpfändbarkeit der Inventarstücke (insbe-

sondere Leichtmetallformen}. Mit Entscheid vom 6. Juli

1953 hob die kantonale Aufsichtsbehörde << die angefoch-

tene Pfändung J) auf und 1vies das Betreibungsamt zu

näherer Prüfung der Unpfändbarkeitsfrage, wenn nötig

mit Hilfe eines Fachmannes, und zu neuer Pfändung

entsprechend dem Ergebnis der Prüfung an.

B. -

Das Betreibungsamt stellte jedoch der Rekurrentin

kurzerhand einen Verlustschein aus und bemerkte dazu,

die Aufsichtsbehörde habe

<< sämtliches Mobiliar, Werk-

zeuge und Material)) als unpfändbar bezeichnet. Darüber

beschwerte sich nun die Rekurrentin mit den Anträgen,

der Verlustschein sei aufzuheben, und es sei festzustellen,

dass die seinerzeit gepfändeten Möbelstücke nach wie vor

gepfändet und gemäss dem Verwertungsbegehren vom

160

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 36.

7. Januar 1953 umgehend zu verwerten seien; eventuell

seien sie neu zu pfänden. Ferner seien die 24 Formen

aus Leichtmetall unverzüglich zu pfänden. Die kantonale

Aufsichtsbehörde hiess die Beschwerde mit Entscheid vom

15. September 1953 dahin gut, dass der Verlustschein

aufgehoben werde und das Betreibungsamt <<die Pfändung

im Sinne der Erwägungen unverzüglich durchzuführen)),

d. h. die Gegenstände Nr. 1-4 (Möbel) ohne weiteres, die

andern nach näherer Prüfung der Unpfändbarkeitsfrage

und Ausscheidung der Kompetenzstücke, zu pfänden

habe.

0. -

Die Rekurrentin hält mit vorliegendem Rekurs

hinsichtlich der vier Möbelstücke an den Hauptanträgen

ihrer Beschwerde fest.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht

Erwägungen (2 Absätze)

E. 1 Der Rekurs bezieht sich nur auf die vier Möbel- stücke, weshalb der angefochtene Entscheid, soweit er die Berufsgerätschaften betrifft, nicht zu überprüfen ist. Die Rekurrentin nimmt mit Recht den Standpunkt ein, es bedürfe keiner nochmaligen Pfändung der Möbel. Zwar kann nicht einfach festgestellt werden, die Pfändung vom

4. Oktober 1952 habe nie zu bestehen aufgehört. Denn das Betreibungsamt hat sie mittlerweile, wenn auch nicht ausdrücklich, so doch eindeutig durch Ausstellung eines Verlustscheins widerrufen. Darüber hat sich aber die Rekurrentin mit Recht beschwert, denn die Pfändung der Möbel war von der Schuldnerin nicht angefochten worden und daher rechtskräftig geworden. Wenn die kantonale Aufsichtsbehörde am 6. Juli 1953 <<die angefochtene Pfändung)J aufhob, so konnte sich dies nur auf die Berufs- gerätschaften beziehen, deren Pfändung allein angefochten war. Nun sind aber die Möbel nicht neu zu pfänden, wie es der angefochtene Entscheid anordnet, sondern es ist die Pfändung der Möbel rückwirkend auf den 4. Oktober 1952, so wie sie damals vollzogen wurde, wieder herzu- Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 36. 161 stellen. Nur so kommt die Rekurrentin in den unge- schmälerten Genuss ihrer Pfändungsrechte und läuft nicht wie bei einer neuen Pfändung Gefahr, dass sich wiederum andere Gläubiger anschliessen könnten.

E. 2 Auf Grund der wiederherzustellenden Pfändung

der Möbel bleibt auch das Verwertungsbegehren vom

7. Januar 1953 hinsichtlich dieser Gegenstände vollzieh-

bar. Dem steht nicht entgegen, dass über die Pfändung

anderer Gegenstände, nämlich der Berufsgerätschaften

(insbesondere der Leichtmetallformen) noch nicht end-

gültig verfügt ist, indem das Betreibungsamt nach dem

(insoweit vor Bundesgericht nicht angefochtenen) Ent-

scheide der Vorinstanz darüber neu zu befinden hat. Der

Beginn der Fristen für das Verwertungsbegehren (nach

Art. 116 Abs. 1, eventuell Abs. 2 SchKG oder, wenn es

zu Pfändungsergänzungen kommt, von der letzten dieser

Pfändungen an, vgl. BGE 22 S. 319, was nun auch Art.

25 Abs. 2 VZG anerkennt) ist zwar grundsätzlich für die

ganze Pfändungsgruppe einheitlich. Doch kann sich unter

Umständen ein anderer Fristbeginn für einzelne Gegen-

stände ergeben. So, wenn später auf Begehren eines

Gläubigers neue Gegenstände nachgepfändet werden (BGE

53 III 171). Dasselbe muss gelten, wenn ein Gläubiger

sich erfolgreich über die Belassung von Kompetenz-

stücken beschwerte, während die Pfändung, wie sie das

Betreibungsamt im übrigen vornahm, vom Schuldner nicht

angefochten wurde. In diesem Falle laufen die Fristen

des Art. 116 SchKG für die erst auf Anordnung der Auf-

sichtsbehörde zu pfändenden Gegenstände -

aber nur

insoweit -

erst von dieser künftigen Pfändung an. Be-

schwert sich umgekehrt der Schuldner über eine Pfändung,

so berührt dies an und für den Lauf der Fristen des Art.

116 SchKG gar nicht (vgl. BGE 22 S. 659 :ff.; JAEGER,

Nr. 6 zu Art. 116 SchKG; BLUMENSTEIN, Handbuch,

S. 420 Anm. 12). Gewiss kann der Beschwerde nach Art. 36

SchKG aufschiebende Wirkung beigelegt werden. Richtet

sie sich aber, wie hier, nur gegen die Pfändung einzelner

11

AS 79 III -

1953

162

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht_ N° 37.

Gegenstände, so kann auch diese Wirkung nicht weiter

reichen. Für die Möbel, deren Pfändung nicht angefochten

war, blieb es daher beim Lauf der Fristen des Art. 116

SchKG, gleichgültig welches der Enderfolg der nur die

Berufsgeräte betreffenden Beschwerde sei. Das Verwer-

tungsbegehren vom 7. Januar 1953 besteht somit in bezug

auf die Möbel zu Recht. Der Grundsatz, dass Streitigkei-

ten über einzelne gepfändete Gegenstände nicht über den

Rahmen des Streites hinaus die Betreibung hemmen

sollen, liegt auch dem Art. 107 Abs. 2 SchKG zugrunde,

wonach die Widerspruchsklage die Einstellung der Betrei-

bung nur « in Hinsicht auf den streitigen Gegenstand >>

nach sich zieht.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer.

Der Rekurs wird dahin gutgeheissen, dass der kantonale

Entscheid, soweit angefochten, aufgehoben und das Be-

treibungsamt Klosters angewiesen wird, die Pfändung der

Gegenstände 1-4 wiederherzustellen und deren Verwertung

vorzunehmen.

37. Estratto della sentenza 29 settembre 1953

nella causa Filippini.

Procedura di rivendicazione in caso di pignoramento di crediti.

Criterio per l'assegnazione del termine per agire giudizialmente.

Prova dell'asserta cessione del credito al terzo rivendicante.

Widerspriwhsverfahren bei Pfändung von Forderungen.

Kriterium für die Klagefristansetzung nach Art. 107 oder 109

SchKG.

Nachweis der behaupteten Abtretung der Forderung an den Dritt-

ansprecher.

Saisie de creances. Tierce revendication.

Critere applicable a l'assignation du delai pour introduire action.

Preuve de l'allegation selon laquelle la creance a ete cedee au tiers

revendiquant.

A. -

In tre esecuzioni promosse dal Cantone Ticino e

dalla Confederazione svizzera contro Primo Brosi l'Ufficio

di Lugano pignoro in data 27 giugno 1953 due crediti

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 37.

163

vantati dall'escusso verso Roberto Forni a Cassarate e

Tiziano Molinari a Lugano.

All'atto del pignoramento, la moglie dell'escusso dichiaro

ehe i crediti staggiti erano gia stati ceduti all'avv. Sergio

Filippini. L'ufficiale esecutore ne fece menzione nel ver-

bale e assegno in seguito ai creditori procedenti il termine

per promuovere l'azione giudiziaria a norma dell'art. 109

LEF.

Contro tale provvedimento insorse la Commissione di

tassazione del circondario di Lugano, in nome dei credi-

tori, chiedendo ehe l'ufficio avesse a procedere conforme-

mente all'art. 106 LEF.

Con decisione 25 agosto 1953 l'Autorita cantonale di

vigilanza accolse il reclamo, pel motivo ehe l'asserta ces-

sione dei crediti pignorati non era stata provata.

B. -

Questa decisione e stata deferita dall'escusso e dal

terzo rivendicante alla Camera di esecuzione e dei falli-

menti del Tribunale federale, ehe ha respinto il ricorso

per i seguenti

motivi:

La precedente giurisdizione ha rettamente giudicato

ehe nella procedura di rivendicazione in easo di pigno-

ramento di crediti il termine per agire giudizialmente

dev'essere assegnato tenuto eonto della maggiore verosi-

miglianza della qualita di creditore nella persona del

debitore escusso o in quella del terzo rivendicante (RU 67

III 50 sgg.). Se il terzo rivendicante pretende di essere

cessionario di un credito dell'escusso deve almeno indicare

le cireostanze ehe rendano verosimile l'esistenza di una

cessione giuridicamente valida. A quest'uopo non basta

evidentemente la semplice allegazione del terzo o dell'e-

scusso, o anche solo quella di sua moglie. Si puo pretendere

dal terzo rivendicante ehe presenti l'atto di cessione o ne

produca una copia attendibile, atteso ehe la validita della

eessione e subordinata per legge alla forma scritta ...

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

158

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 35.

qu'en matiere de saisie la loi n'a pas entendu distinguer

entre les debiteurs selon le mode de leur retribution, et

du moment que le pourboire est pour certains employes

une source de revenu normale, il n'y a pas de raison pour

ne pas en permettre la saisie.

Certes, lorsque comme en l'espece, l'employe est unique-

ment retribue par les pourboires et n'a pas l'obligation

de les verser dans une caisse commune, ne sera-t-il pas

possible de proceder a la saisie autrement qu'en lui intimant

l'ordre de payer a l'o:ffice des poursuites une somme egale

a la part de Süll gain qui excMe celle qui aura ete jugee

necessaire pour son entretien et celui de sa famille. Mais

une telle sommation su:ffit pour valider la saisie. En

effet, s'il est possible de saisir un salaire futur et encore

incertain en intimant simplement au debiteur !'ordre

de verser a l'o:ffice une part du gain qu'il viendrait a

realiser a partir du jour ou il trouverait une occupation

(RO 78 III 129), on ne voit pas pourquoi il ne serait pas

egalement possible de saisir une part de la valeur de

ses pourboires en le sommant de ve:rSer a l'o:ffice une

somme determinee. Pour eviter toutefois que cette som-

mation ne demeure sans effet, il importera de l'aviser en

meme temps que, faute par lui de s'executer, il encourra

les sanctions prevues par l'art. 169 du code penal.

C'est donc avec raison en l'espece que l'autorite de

surveillance a invite l'o:ffice des poursuites a aviser la

debitrice qu'elle aura a lui verser chaque semaine la

somme de 10 fr. 40. II y aura lieu cependant de completer

cette communication par la menace des sanctions de

l'art. 169 CPS en cas d'insoumission.

La Ghambre des poursuites et des faillites prononce :

Le recours est rejete.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 36.

159

36. Entscheid vom 6. Oktober 1953 i. S. Genossenschaft ost-

sehweizerischer Ziegeleibesitzer und Kalksandsteinfabrikanten.

1. Rü?kwirkende \Yiederherstellung einer zu Unrecht vom Be-

treibungsarnte widerrufenen Pfändung.

2. Der Lauf_ der _Frist f':ll' das Verwertungs_begehren (Art. 116

SchKG) wird mcht beruhrt dadurch, dass die Pfiindung anderer

Gegenstände noch streitig ist und die Frist in Bezug auf sie

erst später beginnen kann.·

1. Retablissement retroactif d'une saisie revoquee a tort par

l'office des poursuites.

2. Le delai,8-uquE'.l est so~se la req~sition de vente (art. 116 LP)

c:o~ me~e s1, pour d autres obJets dont la saisie est encore

ht1g1euse, il ne peut commencer a courir qu'ulterieurement.

1. Ripristino con e:ffetto retroattivo d'un pignoramento revocato

a torto dall'ufficio.

·

2. Non influisce sul termine per presentare la domanda di ven-

c;iita (art. ~l!J _LEF) il fatt-0 ehe il pignoramento di altri oggetti

e ancora htig10so e ehe per questi il termine prendera inizio

soltanto piU tardi.

A. -

In der Betreibung der Rekurrentin gegen Frau

Ruf, Gipserei in Klosters, pfändete das Betreibungsamt

Klosters am 4. Oktober 1952 vier Möbelstücke und angeb-

liches Gipsereiinventar. Die Schuldnerin verzichtete auf

allfällige Kompetenzqualität der Möbel, beschwerte sich

aber wegen Unpfändbarkeit der Inventarstücke (insbe-

sondere Leichtmetallformen}. Mit Entscheid vom 6. Juli

1953 hob die kantonale Aufsichtsbehörde << die angefoch-

tene Pfändung J) auf und 1vies das Betreibungsamt zu

näherer Prüfung der Unpfändbarkeitsfrage, wenn nötig

mit Hilfe eines Fachmannes, und zu neuer Pfändung

entsprechend dem Ergebnis der Prüfung an.

B. -

Das Betreibungsamt stellte jedoch der Rekurrentin

kurzerhand einen Verlustschein aus und bemerkte dazu,

die Aufsichtsbehörde habe

<< sämtliches Mobiliar, Werk-

zeuge und Material)) als unpfändbar bezeichnet. Darüber

beschwerte sich nun die Rekurrentin mit den Anträgen,

der Verlustschein sei aufzuheben, und es sei festzustellen,

dass die seinerzeit gepfändeten Möbelstücke nach wie vor

gepfändet und gemäss dem Verwertungsbegehren vom

160

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 36.

7. Januar 1953 umgehend zu verwerten seien; eventuell

seien sie neu zu pfänden. Ferner seien die 24 Formen

aus Leichtmetall unverzüglich zu pfänden. Die kantonale

Aufsichtsbehörde hiess die Beschwerde mit Entscheid vom

15. September 1953 dahin gut, dass der Verlustschein

aufgehoben werde und das Betreibungsamt <<die Pfändung

im Sinne der Erwägungen unverzüglich durchzuführen)),

d. h. die Gegenstände Nr. 1-4 (Möbel) ohne weiteres, die

andern nach näherer Prüfung der Unpfändbarkeitsfrage

und Ausscheidung der Kompetenzstücke, zu pfänden

habe.

0. -

Die Rekurrentin hält mit vorliegendem Rekurs

hinsichtlich der vier Möbelstücke an den Hauptanträgen

ihrer Beschwerde fest.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht

in Erwägung :

1. -

Der Rekurs bezieht sich nur auf die vier Möbel-

stücke, weshalb der angefochtene Entscheid, soweit er

die Berufsgerätschaften betrifft, nicht zu überprüfen ist.

Die Rekurrentin nimmt mit Recht den Standpunkt ein,

es bedürfe keiner nochmaligen Pfändung der Möbel. Zwar

kann nicht einfach festgestellt werden, die Pfändung vom

4. Oktober 1952 habe nie zu bestehen aufgehört. Denn

das Betreibungsamt hat sie mittlerweile, wenn auch nicht

ausdrücklich, so doch eindeutig durch Ausstellung eines

Verlustscheins widerrufen. Darüber hat sich aber die

Rekurrentin mit Recht beschwert, denn die Pfändung der

Möbel war von der Schuldnerin nicht angefochten worden

und daher rechtskräftig geworden. Wenn die kantonale

Aufsichtsbehörde am 6. Juli 1953 <<die angefochtene

Pfändung)J aufhob, so konnte sich dies nur auf die Berufs-

gerätschaften beziehen, deren Pfändung allein angefochten

war. Nun sind aber die Möbel nicht neu zu pfänden, wie

es der angefochtene Entscheid anordnet, sondern es ist

die Pfändung der Möbel rückwirkend auf den 4. Oktober

1952, so wie sie damals vollzogen wurde, wieder herzu-

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 36.

161

stellen. Nur so kommt die Rekurrentin in den unge-

schmälerten Genuss ihrer Pfändungsrechte und läuft nicht

wie bei einer neuen Pfändung Gefahr, dass sich wiederum

andere Gläubiger anschliessen könnten.

2. -

Auf Grund der wiederherzustellenden Pfändung

der Möbel bleibt auch das Verwertungsbegehren vom

7. Januar 1953 hinsichtlich dieser Gegenstände vollzieh-

bar. Dem steht nicht entgegen, dass über die Pfändung

anderer Gegenstände, nämlich der Berufsgerätschaften

(insbesondere der Leichtmetallformen) noch nicht end-

gültig verfügt ist, indem das Betreibungsamt nach dem

(insoweit vor Bundesgericht nicht angefochtenen) Ent-

scheide der Vorinstanz darüber neu zu befinden hat. Der

Beginn der Fristen für das Verwertungsbegehren (nach

Art. 116 Abs. 1, eventuell Abs. 2 SchKG oder, wenn es

zu Pfändungsergänzungen kommt, von der letzten dieser

Pfändungen an, vgl. BGE 22 S. 319, was nun auch Art.

25 Abs. 2 VZG anerkennt) ist zwar grundsätzlich für die

ganze Pfändungsgruppe einheitlich. Doch kann sich unter

Umständen ein anderer Fristbeginn für einzelne Gegen-

stände ergeben. So, wenn später auf Begehren eines

Gläubigers neue Gegenstände nachgepfändet werden (BGE

53 III 171). Dasselbe muss gelten, wenn ein Gläubiger

sich erfolgreich über die Belassung von Kompetenz-

stücken beschwerte, während die Pfändung, wie sie das

Betreibungsamt im übrigen vornahm, vom Schuldner nicht

angefochten wurde. In diesem Falle laufen die Fristen

des Art. 116 SchKG für die erst auf Anordnung der Auf-

sichtsbehörde zu pfändenden Gegenstände -

aber nur

insoweit -

erst von dieser künftigen Pfändung an. Be-

schwert sich umgekehrt der Schuldner über eine Pfändung,

so berührt dies an und für den Lauf der Fristen des Art.

116 SchKG gar nicht (vgl. BGE 22 S. 659 :ff.; JAEGER,

Nr. 6 zu Art. 116 SchKG; BLUMENSTEIN, Handbuch,

S. 420 Anm. 12). Gewiss kann der Beschwerde nach Art. 36

SchKG aufschiebende Wirkung beigelegt werden. Richtet

sie sich aber, wie hier, nur gegen die Pfändung einzelner

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AS 79 III -

1953

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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht_ N° 37.

Gegenstände, so kann auch diese Wirkung nicht weiter

reichen. Für die Möbel, deren Pfändung nicht angefochten

war, blieb es daher beim Lauf der Fristen des Art. 116

SchKG, gleichgültig welches der Enderfolg der nur die

Berufsgeräte betreffenden Beschwerde sei. Das Verwer-

tungsbegehren vom 7. Januar 1953 besteht somit in bezug

auf die Möbel zu Recht. Der Grundsatz, dass Streitigkei-

ten über einzelne gepfändete Gegenstände nicht über den

Rahmen des Streites hinaus die Betreibung hemmen

sollen, liegt auch dem Art. 107 Abs. 2 SchKG zugrunde,

wonach die Widerspruchsklage die Einstellung der Betrei-

bung nur « in Hinsicht auf den streitigen Gegenstand >>

nach sich zieht.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer.

Der Rekurs wird dahin gutgeheissen, dass der kantonale

Entscheid, soweit angefochten, aufgehoben und das Be-

treibungsamt Klosters angewiesen wird, die Pfändung der

Gegenstände 1-4 wiederherzustellen und deren Verwertung

vorzunehmen.

37. Estratto della sentenza 29 settembre 1953

nella causa Filippini.

Procedura di rivendicazione in caso di pignoramento di crediti.

Criterio per l'assegnazione del termine per agire giudizialmente.

Prova dell'asserta cessione del credito al terzo rivendicante.

Widerspriwhsverfahren bei Pfändung von Forderungen.

Kriterium für die Klagefristansetzung nach Art. 107 oder 109

SchKG.

Nachweis der behaupteten Abtretung der Forderung an den Dritt-

ansprecher.

Saisie de creances. Tierce revendication.

Critere applicable a l'assignation du delai pour introduire action.

Preuve de l'allegation selon laquelle la creance a ete cedee au tiers

revendiquant.

A. -

In tre esecuzioni promosse dal Cantone Ticino e

dalla Confederazione svizzera contro Primo Brosi l'Ufficio

di Lugano pignoro in data 27 giugno 1953 due crediti

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 37.

163

vantati dall'escusso verso Roberto Forni a Cassarate e

Tiziano Molinari a Lugano.

All'atto del pignoramento, la moglie dell'escusso dichiaro

ehe i crediti staggiti erano gia stati ceduti all'avv. Sergio

Filippini. L'ufficiale esecutore ne fece menzione nel ver-

bale e assegno in seguito ai creditori procedenti il termine

per promuovere l'azione giudiziaria a norma dell'art. 109

LEF.

Contro tale provvedimento insorse la Commissione di

tassazione del circondario di Lugano, in nome dei credi-

tori, chiedendo ehe l'ufficio avesse a procedere conforme-

mente all'art. 106 LEF.

Con decisione 25 agosto 1953 l'Autorita cantonale di

vigilanza accolse il reclamo, pel motivo ehe l'asserta ces-

sione dei crediti pignorati non era stata provata.

B. -

Questa decisione e stata deferita dall'escusso e dal

terzo rivendicante alla Camera di esecuzione e dei falli-

menti del Tribunale federale, ehe ha respinto il ricorso

per i seguenti

motivi:

La precedente giurisdizione ha rettamente giudicato

ehe nella procedura di rivendicazione in easo di pigno-

ramento di crediti il termine per agire giudizialmente

dev'essere assegnato tenuto eonto della maggiore verosi-

miglianza della qualita di creditore nella persona del

debitore escusso o in quella del terzo rivendicante (RU 67

III 50 sgg.). Se il terzo rivendicante pretende di essere

cessionario di un credito dell'escusso deve almeno indicare

le cireostanze ehe rendano verosimile l'esistenza di una

cessione giuridicamente valida. A quest'uopo non basta

evidentemente la semplice allegazione del terzo o dell'e-

scusso, o anche solo quella di sua moglie. Si puo pretendere

dal terzo rivendicante ehe presenti l'atto di cessione o ne

produca una copia attendibile, atteso ehe la validita della

eessione e subordinata per legge alla forma scritta ...