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54 Staatsrecht. weniger würdig als unter den früher als normal betrach- t~ten :' ~rhältnissen die aktive Teilnahme am Kampf um die politIsche Macht. Das einfache Rechtsempfinden misst solcher Flucht ins Ausland ohne jeden Zweifel politischen ~harakter zu, und es rechtfertigt sich, die Praxis im Sinne emer Anpassung an diese neuen Verhältnisse wieder zu erweitern. Gerade in Auslieferungssachen darf sich der Richter nicht zugunsten juristischer Konstruktionen von jen?~ Empfind~n entfernen und muss die geschichtlich- politl.sche EntWIcklung berücksichtigen; wurde doch in der zItierten Botschaft (S. 353) die Zuständigkeit des Bun- d~sgerich~s und sein freies Ermessen damit begründet, sie boten « dIe beste Gewähr dafür, dass der Entscheid stets v?n dem im Volke lebenden Rechtsgefühle getragen und n.Iemals durch ausserhalb des Rechtsgebiets liegende Rück- SIChten getrübt werde ». Die neuere Praxis ist insofern zu eng, als sie den relativ politischen Charakter eines Deliktes von se~er Begehung im Rahmen eines Kampfes um die Ma~ht 1m Staate abhängig macht; er ist auch denjenigen Delikten zuzuerkennen, welche verübt werden, um sich dem ~wan~ ?ines jede Opposition und damit den Kampf um dIe pohtISche Macht von vornherein ausschliessenden Staates zu entziehen. A~ch hiefür gilt indessen das schon von der bisherigen PraXIS aufgestellte Erfordernis, dass zwischen dem Zweck und den für seine Verwirklichung verwendeten Mitt-eln ein gewisses Verhältnis besteht, dergestalt, dass die an den ~weck sic~ k~üpfenden idealen Interessen stark genug smd, um dIe mIt der Tat verbundene Schädigung privater Rechtsgüter, wenn nicht als gerechtfertigt, so doch als entschuldbar und den Täter als des Asylschutzes würdig erscheinen zu lassen (BGE 56 I 462/63 und dort zitierte frühere Entscheidungen, nicht publiziertes Urteil vom
5. Mai 1949 i.S. Hoter, S. 10). Als ideales Interesse in diesem Sinne ist auch dasjenige an der Freiheit vom Zwang eines totalitären Staates zu betrachten. Im vorliegenden Falle ist jenes Verhältnis zweifellos gegeben; denn einerseits Verfahren. N° 6. sind die durch die Nötigung und die kurze Zeit dauernde Freiheitsberaubung gegenüber dem Funker Zivkovic be- gangenen Rechtsverletzungen nicht besonders schwer, anderseits stand für die Einsprecher die politische Freiheit und wohl sogar die künftige Existenz auf dem Spiele und konnten nur durch die Verübung jener Vergehen erlangt bzw. gewahrt werden. Diese sind somit relativ politische Delikte im engeren Sinne, weshalb die Auslieferung dafür nicht bewilligt wer- den kann. Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Einsprachen von Ivan Kavic, Milan Bjelanovic und Dragoljub Arsenijevic gegen ihre Auslieferung an Jugo- slavien werden gutgeheissen. Die Auslieferung hat dem- nach nicht stattzufinden. V. VERFAHREN PROCEDURE
6. Arr@t du 27 feuier 1952 dans la cause Dineley & Dowding Ud. contre Tavaro S.A. et Cour de Justice du Canton dc Geneve. Recours de droit public. Constitue une decision finale (art. 87 OJ) 130 decision de demiere instance cantonale accordant ou refusant 130 mainlevoo provisoire ou definitive de l'opposition au com- mandement de payer. Staatsrechtliche Beschwerde. Der Entscheid, durch den die letzte kantonale Instanz die provisorische ode:- definitive Re.ch~s öffnung bewilligt oder verweigert, stellt emen Endentscheid lID Sinne von Art. 87 OG dar. Ricorso di diritto pubblico. La sentenza dell'ul~im~ giuris~i?ne cantonale ehe accorda 0 rifiuta, a titol0 proVVlsorlO 0 definitivo, il rigetto dell'opposizione al precetto esecutivo, e una decisione finale (art. 87 OG).
66 Staatsrecht. Risume des faits : La societe Dineley & Dowding Ltd a requis la main- levee de l'opposition formee par Tavaro S. A. contre un commandement de payer les interets d'nne somme depuis une certaine date. En seconde instance cantonale, la Cour de Justice de Geneve a accorde la mainlevee provisoire, mais seulement depuis une date posterieure a celle proposee par la crean- ciere. Contre le refus partiel de la mainlevee, la societe crean- ciere a forme nn recours de droit public. L'intimee a conclu a ce que le recours soit d6clare irrecevable, parce que l'arret attaque ne serait pas une d6cision finale. Le Tribunal federal est entre en matiere. Motifs: Une decision est finale lorsqu'elle termine une instance. Le Tribunal federal a juge que c'est le cas de la mainlevee provisoire prononcee par le juge cantonal du dernier degre de juridiction, bien que le debiteur ait la possibilite, en intentant l'action en liberation de dette, de faire discuter a nouveau devant le juge ordinaire les questions deja soumises au juge de mainlevee apropos de la meme creance (arret Corn Exchange National Bank & Trust Company c. Neuchatel, Cour de cassation, 14 mars 1951, consid. 2). Le creancier qui se voit refuser la mainlevee provisoire ou definitive peut obtenir le meine resultat en intentant l'action en reconnaissance de la dette. Mais cette action, pas plus que l'action en liberation de dette, ne se presente comme la continuation de l'instance de mainlevee; elle constitue un proces distinct, qui vise a atteindre par les moyens ordinaires de la procedure un but tout different : la reconnaissance du droit materiel, tandis que la procedure de mainlevee a le caractere d'un incident de la poursuite, Oll il s'agit de decider rapidement, . 1 Bundesrechtliehe Abgaben. N° 7. 57 sur la base des pieces produites et en une forme sommaire, si la poursuite peut etre acheminee vers sa fin. Des lors que le juge cantonal de derniere instance refuse ou accorde la mainlevee, son prononce donne ouverture au recours de droit public. Il est clair que le creancier qui ne peut faire tout de suite proceder a l'ex6cution ou le debiteur qui y est tout de suite soumis sont dans le cas d'etre leses par le jugement sur mainlevee (art. 88 OJ). B. VERWALTUNGS· UND DISZIPLINARRECHT DROIT ADMINISTRATIF ET DISCIPLINAIRE
1. BUNDESRECHTLICHE ABGABEN CONTRIBUTIONS DE DROIT FEDERAL
7. Auszug aus dem Urteil vom 25. Januar 1952 i. S. Gebr. Ryffel gegen Eidg. Amt für Verkehr. Rückerstattung eidgenössischer Abgaben: .. 1 Beschwerden über die Erledigung von B~ge~n auf .. R~cke~ . stattung eidgenössischer Abgaben falle~ In dIe Zustandigkeit des Bundesgerichts als VerwaltungsgerlChtshof.
2. Auf Grund rechtskräftiger Veranlagung bez?gene Abgaben können nur zurückerstattet werden, wenn die Ver~agung nachträglich abgeändert werden muss. Voraussetzung 1St das Vorliegen eines Revisionsgrundes. Restitution de contributions federales : . . d 1 Les recours contre les dooisions relatives a la restItut:on e . contributions fed&ales rentre?t. dans .la competence du Tribunal federal comme tribunal adroIlllstratlf.