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78_II_457

BGE 78 II 457

Bundesgericht (BGE) · 1952-01-01 · Italiano CH
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Obligationenrecht. N° 78.

Prescription.

En cas d'emission d'une lettre de change, la prescription cam-

biaire absorbe-t-e!Je la prescription ordinaire de la dette primi-

tive!

4. -

E controverso nella dottrina e nella prassi se la

prescrizione ordinaria deI rapporto causale sia assorbita,

in caso di emissione d'un effetto cambiario, dalla pre-

scrizione cambiaria. LEscoT (Des effets de commerce I,

ed. 1935, n° 89, pag. 198 e seg.) risponde negativamente

a tale quesito : « ••• si I'on se rallie a la theorie de la dualiM

des droits du titulaire de l'effet, ... le creancier, lorsqu'il

reclame le paiement de ce qui lui est du en vertu de son

titre originaire de creance, ne profite pas des avantages

resultant des regles du change et, dans ces conditions,

il n'y a aucune raison de supposer qu'il a entendu faire

b6neficier son debiteur d'une prescription abregee »

(pag. 199/200). In sensocontrario si erano gia pronun-

ciati THALLER-PERCEROU, Droit commerciaI, 8a ed. 1931,

vol. 11, n° 1562, pag. 934 e seg., vedi anche n° 1301),

come pure ARMINJON e CARRY, La lettre de change et le

billet a ordre, n° 43, pag. 62 e seg.). THALLER-PERCEROU

trovano che la tesi sostenuta da LEscoT poggia su un

ragionamento semplicistico: « Sans doute, la creance

n'est point novee ... Mais il est impossible de meconnaitre

la repercussion qu'exerce la souscription ou la negociation

de la lettre de change sur le droit primitif solliciM par la

traite». Il creditore cambiario disporrebbe di due azioni,

l'una a dipendenza dei rapporto causale, l'altra derivante

dalla pretesa cambiaria. « Les deux actions ... se confon-

dent et, quand la lettre de change sera prescrite ou frappee

de decheance, la dette primitive succombera avec elle»

(THALLER-PERCEROU, l. c.). Questa tesi non convince; in

Francia la Corte di cassazione l'ha respinta in due sen-

tenze (ARMINJON e CARRY, 1. c. pag. 63). Si obietta che

il creditore, essendo temporaneamente titolare deII'effettc

cambiario, deve osservare, prima di far valere la S.la

pretesa derivante dal rapporto causale, i termini e le for-

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Obligationenrecht. N° 79.

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malita imposti al titolare dell'effetto cambiario; se gode

i vantaggi offerti dal diritto cambiario, deve sopportarne

anche gli inconvenienti, adunque la breve prescrizione.

Cosi argomentando, non si tiene pero presente che chi

accetta un effetto cambiario per un'obbligazione esistente

ha diritto di regola al pagamento dei debito scaduto, ossia

il debitore cambiario ottiene per 10 piu, quale compenso

per l'emissione dell'effetto cambi~rio, una dilazione. La

dottrina, secondo cui iI termine di prescrizione piu lungo

deI rapporto causale dev'essere sostituito col termine piu

breve previsto dal diritto cambiario, conduce insomma ad

un pregiudizio deI creditore: la prescrizione e infatti di

diritto materiale e, abbreviandola, si diminuisce il diritto

deI creditore. Non si vede con quale giustificazione si

possa escludere l'azione basata sul rapporto causale dopo

la scadenza deI termine di prescrizione cambiaria, quando

l'effetto cambiario fu dato semplicemente in vista deI

pagamento e non in 8olutum. Se esistono I'uno accanto

all'altro i due rapporti giuridici, iI causale e iI cambiario, e

naturale di ammettere il diverso termine di prescrizione

proprio a ciascuno di essL In concreto si deve pertanto

applicare il termine decennale di prescrizione (art. 127 CO)

al debito causale deI convenuto.

79. Urteil der I. Zivilabteilnng vom 15. Oktober 1952

i. S. Exaeta Watch A.-6. gegen Montres Exactns A.-6.

Firmen- Marken-, Wettbewerbsrecht.

Zur Aufnahme von Sachbezeichnungen in die Firma (Art. 944

Abs. 1 OR und 44 Abs. 1 HRegV).

Die Geschäftsfirma als Handelsmarke; Schutzbedingung (Art. 1·3

MSchG).

.

Unlauterer Wettbewerb durch ma.rke~ige~ Gebrauch. e~es

mit der gültigen, wenn auch markenrechtbch Illcht schutzIa~gen

Geschäftsfirma verwechselbaren Zeichens (Art. 1 Abs. 2 ht. d

UWG).

458

Obligationenrecht. N0 79.

Droit ooncernant ka raisons de commerce, les marques et la concur-

rence.

Insertion dans la raison de commerce de designations de choses

(ar~. 944 al. 1 CO et 44 al. 1 ORC).

La raIson de cO,mmerce comme marque de fabrique (art. 1 a 3 LMF).

Con!3urrence deloyale consistant dans l'emploi comme marque d'un

s~e pretant a c<;mfusion avec une raison de commerce valable

malS non susceptlble de protection comme marque de fabrique

(art. l er al. 2 lettre d LCD).

Ditte. commerciali, marche e concorrenza. Designazioni di cose nella

di~ta (art. 944 ?p. 1 CO e art. 44 cp. 1 ORC).

La ditta com:nercmle come marca di fabbrica; presupposto della

sua protezlOne (art. 1-3 LMF).

Concorrem:a .sleale che c?nsiste nen'~o, come marca, d'un segno

c<;mfondibile con una ditta commerClale valida ma non suscettiva

~S)~ere protetta quale marca di fabbrica (art. 1, cp. 2, lett. d

Die Montres Exactus A.-G., Uhrenfabrik in Neuenburg,

klagte gegen die am 10. September 1951 gegründete Uhren-

fabrik Exacta Watch A.-G. in Biel mit den Begehren:

1. Es sei die. Löschung der Firma Exacta Watch A.-G. im

HandelsregIster zu verfügen.

2. Es sei der Beklagten zu verbieten, in Zukunft das Wort

Exacta in ~r Firumbezeichnung zu führen oder als Marke

oder sonstWie zu gebrauchen, unter Androhung der Straf-

folgen im Widerhandlungsfall.

3. ~ie Beklagte sei ~u verurteilen, alle Waren, Druckerzeug-

russe, Reklameschilder, Stempel usw., auf welchen das Wort

Ex~ta angebracht ist, zu vernichten, eventuell die Auf-

schrift .Exacta zu entfernen, unter Androhung der Straf-

folgen un Unterlassungsfall.

Das Handelsgericht des Kantons Bern urteilte am

10. Juli 1952. Es wies das Klagebegehren 1 wegen Fehlens

einer gesetzlichen Grundlage ab, hiess aber die Klage-

begehren 2 und 3 im wesentlichen gut, jenes für die Ver-

wendung des Wortes Exacta im Zusammenhang mit

Uhren und dieses in der eventuell beantragten Form.

Auf Berufung der Beklagten hin bestätigt das Bundes-

gericht den angefochtenen Entscheid

aus nachstehenden Erwägungen :

1. -

Die Berufung bringt vor, das Wort « exact» sei,

auf Uhren bezogen, typische Beschaffenheitsangabe, daher

Gemeingut und firmenrechtlich wie markenrechtlich nicht

1

,

1

I

Obligationenracht. N0 79,

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schutzfähig. Sollte der Allgemeingut-Charakter der Be-

zeichnung « exact » verneint werden, so könnte trotzdem

die Klägerin mangels Gebrauchspriorität der Beklagten

die markenmässige Verwendung nicht verwehren, abge-

sehen davon, dass eine solche nicht einmal erwiesen sei.

2. -

Bei ihrer Argumentation scheint die Beklagte zu

übersehen, dass sich die für die Firmenbildung von Aktien-

gesellschaften massgeblichen Grundsätze mit denjenigen

für die Markenbildung nicht decken. So kennt Art. 944

Abs. 1 OR, im Gegensatz zu Art. 3 MSchG, kein Verbot

der Verwendung eines im Gemeingut stehenden Zeichens.

Vielmehr darf gemäss jener Bestimmung die Firma neben

dem vom Gesetz vorgeschriebenen wesentlichen Inhalt

auch Angaben enthalten, die zur näheren Umschreibung

der darin erwähnten Personen dienen oder auf die Natur

des Unternehmens hinweisen oder eine Phantasiebezeich-

nung darstellen, vorausgesetzt, dass der Inhalt der Firma

der Wahrheit entspricht, keine Täuschungen verursachen

kann und keinem öffentlichen Interesse zuwiderläuft. Dem-

nach sind Sachbezeichnungen in der Firma an sich zulässig.

Tatsächlich werden sie häufig einbezogen; man denke an

die vielen Gesellschaften, die sich Maschinenfabrik, Treu-

handvereinigung usw. nennen.

Jedoch erhebt sich die von Amtes wegen zu prüfende

Frage, ob nicht die Firma der Klägerin gegen Art. 44 Abs. 1

HReg V verstosse, der die Aufnahme von Bezeichnungen,

welche nur der Reklame dienen, untersagt. Allein das

Erfordernis der Exaktheit ist für Uhren dermassen selbst-

verständlich, dass die Einführung des Ausdruckes {{ exakt ~

in die Firma einer Uhrenfabrik kaum als reklamehafte

Berühmung von Präzisionsarbeit empfunden wird und

jedenfalls nicht geeignet ist, ernsthaft als solche zu wirken.

« Exactus» als Teil des Firmanamens einer Aktiengesell-

schaft ist daher so wenig zu beanstanden, wie etwa die

Bezeichnungen « Veritas», «Sekuritas», «Fides», «Hygiena»,

« Express» usw. (vgL HIS, Kommentar zu Art. 944 OR

N. 100).

460

Obligationenrecht. N° 79.

3. -

Den Hauptbestandteil ihrer Firma, nämlich das

Wort « Exactus», hat die Klägerin als Marke hinterlegt.

Dem steht -

was die Vorinstanz nicht beachtete -

Art. 3

MSchG entgegen .. « Exactus» gehört zu den Gemeingut-

bezeichnungen von der Art, wie sie schon in BGE 27 II

616 f. als für die Markenbildung untauglich verworfen

wurde. Deswegen kann die Klägerin aus der erfolgten Ein-

tragung keine markenrechtlichen Ansprüche herleiten.

Dann ist sie auch nicht zur markenrechtlichen Unterlas-

sungsklage befugt, womit sich eine Erörterung ihrer von

der Beklagten bestrittenen Gebrauchspriorität erübrigt.

Zwar werden laut Art. 1 MSchG die Geschäftsfirmen als

Handelsmarken betrachtet. Und Art. 2 MSchG fügt bei,

dass schweizerische Geschäftsfirmen, welche als Marken

gebraucht werden, mit der Eintragung in das Handels-

register den Schutz des Gesetzes geniessen. Das heisst aber

nicht, dass jede markenmässig benützte Firma schlechtweg

geschützt sei. Die Rechtsprechung hat stets verlangt, dass

als Voraussetzung dafür die Anforderungen des MSchG

erfüllt sein müssen (BGE 43 II 96). Gerade das trifft hier

nicht zu.

4. -

Indessen wäre, da die Firma der Klägerin unan-

fechtbar besteht, von Seite der Beklagten ein Gebrauch des

Wortes « Exacta» als Marke aus anderem Grunde unstatt-

haft. Er würde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 lit. d UWG eine

Massnahme darstellen, die bestimmt oder geeignet ist,

Verwechslungen mit den Waren, Werken, Leistungen oder

dem Geschäftsbetrieb eines Dritten herbeizuführen. Frei-

lich behauptet die Beklagte, sie habe ihre Firmabezeich-

nung « Exacta» nicht als Marke benützt. Demgegenüber

hat aber die Vorinstanz festgestellt, die Gefahr, dass das

künftig geschehe, liege auf der Hand. Solch drohende

Störung muss auch im Anwendungsgebiete des UWG zur

Klagelegitimation genügen.

Vgl. auch Nr. 80. -

Voir aussi n° 80.

Motorfahrzeugverkehr. N° 80.

V. MOTORFAHRZEUGVERKEHR

CIRCULATION ROUTIERE

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80. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 7. Oktober

1952 i. S. Baggenstoss gegen Waadtländische Versicherung auf

Gegenseitigkeit.

Haftung zwischen MotrJrfahrzeughaltern: Bestimmung der Ersatz-

pflicht für körperlichen Schaden (Art. 39 und 37 Abs._ 3 ~G).

Abzug für Vorteile der Kapitalabfindung.:. Die .blo~ Moghchkelt

zu nutzbringender Anlage bedeutet keme hmrelChende Recht-

ferligtmg.

Responsabiliti civile entre detenteurs de vehicules automobiles:

Fixation de la responsabilioo en cas de dommage corporel

(art. 39 et 37 aI. 3 LA).

,

Reduction de l'indemnite a raison de l'avantage decoulant t.le l allo-

cation d'un capital: La simple possibilioo de faire des place-

ments fructueux ne suffit pas pour qu'on doive operer une telle

roouction.

Responsabilita civile tra detentori di autoveieoU: Determinazione

della responsabilita in CMO di danno corporale (art. 39 e 37 cp. 3

RJu~to!!' deU'indennita pel fatto ehe e stato accordato u~ ca~le:

La semplice possibilita di effe~tuare ~ei c?lloCamentl fruttiferl

non basta a ginstificare una sdfatta nduzlOne.

A U8 den Erwägungen:

5. -

Für den Körperschaden des Klägers Baggenstoss

richtet sich die Ersatzpflicht gemäss Art. 39 MFG « nach

diesem GesetZ». Die Rechtsprechung bezieht die Verwei-

sung auf Art. 37 MFG (BGE 68 II 118,76 II 230). Danach

ist die Haftung des Halters grundsätzlich gegeben, wenn

der Schaden durch den Betrieb seines Motorfahrzeugs

verursacht wird, aber die gänzliche oder teilweise Befreiung

von der Ersatzpflicht aus dem Gesichtspunkte des Ver-

schuldens vorbehalten. Hier stehen sich zwei Halter von

Personenautomobilen gegenüber. Der Unfall und seine

Schadensfolgen gehen sowohl auf die Verwirklichung der