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Strafgesetzbuch. N° 37.
Der Kassationshof zieht in Erwägung:
1. -
Nach Art. 16l·StGB ist auf Antrag strafbar, wer
jemB.ndem die Kundschaft durch unehrliche Mittel, na-
mentlich durch arglistige Kniffe, schwindelhafte Angaben,
böswillige Verdächtigungen, abspenstig macht oder fern-
hält. Als diese Bestimmung in den eidgenössischen Räten
angenommen wurde, war das Bundesgesetz über den
unlauteren Wettbewerb in Vorbereitung. Bereits dessen
erster Entwurf (BBl 1934 II 553 ff. Art. 16) regelte den
Straftatbestand des unlauteren Wettbewerbes eingehender
als Art. 161 StGB. Diese Bestimmung wurde nur deshalb
nicht gestrichen, weil man voraussah, dass das Straf-
gesetz buch vor dem Wettbewerbsgesetz in Kraft treten
werde, und man auf einen vorläufigen bundesrechtlichen
Schutz nicht verzichten wollte. Es war jedoch schon
damals vorgesehen, dass Art. 161 StGB durch das Bundes-
gesetz über den unlauteren Wettbewerb wieder aufgehoben
werde (vgl. AStenBull Sonderausgabe NatR 360 f„ 694 f.,
StR 173, 323). Das wird denn auch der Fall sein, falls
dieses Gesetz in der bevorstehenden Volksabstimmung
, angenommen wird (Art. 21). Dessen Art. 13 regelt den
unlauteren Wettbewerb eingehender als Art. 161 StGB, er-
klärt z.B. in lit. b strafbar, wer vorsätzlich i.
Es kann nicht der Wille des Bundesgesetzgebers gewesen
seini die provisorische Regelung des Art. 161 StGB als
abschliessend zu betrachten und den Kantonen nicht zu
gestatten, im Rahmen der ihnen durch Art. 335 Ziff. 1
Abs. 1 StGB vorbehaltenen Befugnis ergänzende Tatbe-
stände handels- oder gewerbepolizeilicher Natur aufzu-
stelleh. Sogar noch das Bundesgesetz über den unlauteren
Wettbewerb behait in Art. 22 die gewerbe- und handels-
polizeilichen Vorsahriften der Kantone ausdrücklich vor,
insbesondere diejenigen gegen unlauteres Geschäftsge-
baren.
Strafgesetzbuch. N° 38.
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2. -
Eine Vorschrift, die neben Art. 161 StGB Platz
hat, ist § 1 des luzernischen Handelspolizeigesetzes. Im
Gegensatz zu Art. 161 StGB bezweckt sie nicht den
Schutz der Mitbewerber, sondern den der Kunden. Sie
regelt nicht einen Tatbestand des unlauteren Wettbe-
werbes, sondern einen solchen des unlauteren Geschäfts-
gebarens. Wohl kann solches indirekt auch den Mit-
bewerber schädigen, da es ihm unter Umständen Kund-
schaft entzieht. § 1 des luzernischen Ilandelspolizeige-
setzes ist jedoch nicht unter diesem Gesichtspunkt erlassen
worden, sondern zum Schutze der Kunden vor Irreführung
durch die Geschäftsleute, ein Gesichtspunkt, den Art; 161
StGB nicht berücksichtigt. So verhält es sich selbst dann,
wenn -
was heute nicht entschieden zu werden braucht -
Art. 161 nicht den Nachweis erfordert, dass einem bestimm-
ten Mitbewerber die Kundschaft abspenstig gemacht oder
ferngehalten worden ist, sondern auch dann gilt, wenn
ganz allgemein anzunehmen ist, die Handlung habe "
irgend einem Mitbewerber Kunden entzogen.
3. -
Die Strafe ist in Anwendung kantonalen Rechts
ausgefällt worden. Soweit der Beschwerdeführer das
Strafmass anficht, ist daher auf die Beschwerde nicht
einzutreten (Art. 269 Abs. 1 BStrP).
Demnach erkennt der Kassationshof:
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit
darauf eingetreten werden kann.
38. Extrait de l'arr6t de la Cour penale fMerale
du 16 juin 1944 dans la cause
Ministere public de Ja ConfMeratiou contre X et coaccuses.
1. Atteinte a l'independance de la Conjederation (art. 266 CP).
Notion de l'independance.
Notion de la mise en >. Celui qui favorise une
propagande etrangere tendant a modifier les :histitutions
politiques de la SuiSse n'est punissable que s'il entreprend
par Ia de renverser ou de compromettre d'une maniere
illicite l'ordre constitutionnel. Cela s~ppose qu'il procede
avec une certaine methode, de sorte que son action de
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Verfahren.
propagande apparaisse comme un travail propre a atteindre
l'un ou l'autre resultat prevu par la loi.
J)ans tous les cas, l'auteur doit avoir avoir agi c >. II en sera ainsi en particulier lorsqu'il
aura cherche a modifier la constitution par d'autres voies
que celles prevues dans la constitution elle-meme et
notamment par la violence. Ce sera le cas encore lorsqu'il
aura agi de concert avec l'etranger ou selon les visees
de l'etranger, puisque l'alinea 2 reprime le fait de favoriser
une propagande etrangere visant a modifier les institutions
politiques de la S.uisse.
L'infraction a l'art. ler de l'arrete n'est punissable que
si eile est intentionnelle (art. 3 al. 1 arrete, art. 334, 18
al. 1 CPS). L'intention doit se refärer soit au renversement,
soit a la mise en danger de l'ordre fonde sur la constitu-
tion. Dans ce dernier cas, il n'est pas necessaire que la
volonte de l'auteur ait porte, meme a titre eventuel, sur
la realisation du danger cree. En revanche, celui qui ne
fait encore qu'entreprendre une action subversive de la
nature definie par la loi doit avoir en vue et accepter
le resultat vise par la loi : le renversement ou la mise
en danger des institutions {cf. ci-dessus consid. 1).
II. DEMOKRATIESPHUTZ
PROTECTION DE LA DEMOCRATIE
Vgl. Nr. 38. -
Voir n° 38.
III. VERFAHREN
PROCEDURE
Vgl. Nr. 31, 32, 35. -
Voir n08 31, 32, 35.
I. STRAFGESETZBUCH
CODE PENAL
39. Urteil des Kassationshofes vom 22. Se-ptember 19«
i. S. Frey gegen Pfändler.
l. Art. 29, 27 Ziff. 3 StGB. Die Frist zur StellQ.ng des Strafantrages
gegen den Redaktor einer Zeitung oder Zeitschrift beginnt nicht
zu laufen, bevor der Antragsberechtigte weiss, dass der Ver-
fasser nicht ermittelt oder in der Schweiz nicht vor Gericht
gestellt werden kann oder dass die Verö:ffentlichtmg ohne deSsen.
Wissen oder gegen dessen Willen stattgefunden hat. Dies gilt
jedenfalls dann, wenn der Antragsberechtigte binnen drei
Monaten seit Kenntnis des Artikels Schritte unternimmt, um
den Verfasser zu ermitteln (Erw. 1).
2. Art. 173 Ziff. 2 Ab8. 1 StGB, Art. 269 Abs. 1, 275 Abs. 1 BStrP.
Mit der Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof kann nicht
geltend ge~ht werden, zu,m Beweis der Wahrheit der ehren-
rührigen .Äusserung hätten andere Beweismittel zugelassen
werden müssen oder dieser Beweis sei unrichtig gewürdigt
worden (Erw. 2).
3. Art. 173 StGB, Art. 65 BV. Die Leichtfertigkeit der Beschuldi-
gung ist selbst dann nicht Tatbestandsmerkmal der üblen
Nachrede, wenn diese durch das Mittel der Druckerpres8e
begangen wird (Erw. 3).
.
1. Art. 29, 27 eh. 3 OP. Le delai pour porter plainte contre le redac-
teur d'un joqrnal ou d'un periodique ne commence pas 8. courir
avant que le lese sache que l'auteur ne peut etre decouvert ou
ne peut etre traduit en Suisse devant un tribunal ou que la
pu,blication a ete faite 8. son insu ou contre sa volonte. TI en est
ainsi en tout cas lorsque, dans les trois mois des qu'il a eu con-
naissance de l'article, l'ayant droit fait des demarches pour
decouvrir l'auteur (consid. 1).
2. Art. 173 eh. 2 al. 1 OP, art. 269 al. 1, 275 al. 1 PPF. On ne peut
soutenir dans un pou.rvoi en nullite a la Cour de cassation que,
s'agissant d'etablir la verite de propos di:ffamatoires, le tribunal
cantonal aurait du accueillir d'autres preu.ves ou, qu'il a mal
apprecie les preu.ves administrees (consid. 2).
3. Art. 173 OP, 55 OF. Meme dans le cas ou la diffamation est
commise par la voie de la presse, elle ne su,ppose pas qu,e les
accusations aient ete portees a Ia• Iegere. (consid. 3).
1. Art. 29, 27 cifra 3 OP. 11 termine per sporgere querela contro
il redattore d'u,n giornale o d'u,n periodico non comincia prima
ehe il leso sappia ehe l'autore non puo es.<1ere scoperto ci non
puo essere tradotto in Isvizzera davanti ad u,n tribunale o ehe
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AS 70 IV -
1944