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70_II_191

BGE 70 II 191

Bundesgericht (BGE) · 1944-01-01 · Deutsch CH
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Markenschutz. N0 32.

elements verbaux da deux marques mixtes, aussi bien

que quand il s'agit de marques uniquement verbales,

c'est leur. effet auditif. et visuel, le premier l'emportant

d'ai1:leurs sur le second, car c'est le son du mot qui en

general demeure dans la memoire de l'acheteur (RO 56

II 225 et les arrets cites). Or les deux dernieres syllabes

de la marque de la recourante, « fi-dor», sonnent exacte-

ment comme la marque « Figor »; la difference de la

consonne intermediaire est sans importance. En ce qui

concerne ces deux syllabes, le risque de coDfusion est

donc certain. La syllabe initiale « Ca » ne suffit pas pour

les distinguer. Comme c'est en Suisse romande que les

deux maisons concurrentes sont etablies et y ont sans

doute leur principal debouche, il y a lieu de tenir compte

tout d'abord du fait qu'en franc;ais les mots comme « Fi-

gor» et « Ca:6.dor» ont l'accent sur la derniere syllabe et

non sur la premiere, de sorte que la syllabe « ca» n'a

pas un pouvoir distinctif tras marque. D'autre part,

comme 1a recourante l'admet elle-meme dans son memoire

de recours,cette syUabe n'a pas davantage de signifi-

cation propre et donnerait meme a penser qu'elle a eM

choisie simplement pour eveiller, par combinaison avec

la syllabe suivante, l'idee dU: produit, ce qui n'est pas

non plus de nature A renforcer ce pouvoir. Tout au contraire,

pourrait-on dire, car, quand on passera une commande,

on demandera selon le cas ou « un paquet de cafe Figor »

ou « Un paquet de Cafidor», et l'on ne songera vraisem-

b1ablement pas a dire « un paquet de cafe Cafidor»,

parce que la ~ombinaison de « Ca-fi» determine dejA 1a

naturede 1a marchandise.

C'est avec raison par consequent que les premiers

juges ont admis 1e risque de confusion des deux marques

et qu'ils ont fait droit aux conclusions principales de

la demande. Peu importe que, comine 1e pretend la recou-

rante, la confusion ne se soit pas encore produite. TI

est de jurisprudence constante, en effet, que 1a possibiliM

d'une confusion suffit pour interdire l'usage d'nne marque

(RO 40 II 287/8).

I. EINLEITUNG ZUM ZGB.

TITRE PRELIMINAIRE DU ce.

VgL ~r. 39. ~ Voir N° 39.

H. PERSONENRECHT

DROIT DES PERSONNES

VgI. Nr. 44. -

Voir n° 44.

III.FAMILIENRECHT

DROIT DE LA FAMILLE

33. Urteil der n. Zivilabteilung vom 4 • .Juli 1944

i. S. .Jakolt-Seheidegger

gegen Einwohnergemeinderat Huttwil und Genossen.

191

Be1Wrdliehe E~ng zur Kindeaannahme (Art. 267 ZGB).

AlJiällige Mitwirkung einer vorgesetzten l3ehörde nach kan-

tonalem Recht. Kann au.ch eine Beschwerde von Drittper-

sonen an die vorgesetzte Behörde zugelassen werden? Jeden-

falls ist die Weiterziehung des Entscheides dieser Behörde

an das Bundesgericht (mit Berufung· oder zivilrechtlicher

Beschwerde) au.sgeschlossen. Art. 56 fi., 86 OG.

Adoption. Approbation de l:autoNM (art. 267 CO). TI appartient

aux Cantons de prevoir l'intervention d'u,ne seconde au.torite hie-

rarchiqu.ement su,perieu.re a Ja premiere. Un tiers a-t·il qualite

pour interjeter un recours a l'autorite su.p6rieure ! 11 ne peu.t

en tout cas pas recourir au Tribunal federa!. ni par Ja voie

du recours enreforme, ni par celle du recou.rs de droit civil,

contra la dooision de l'au.toriM sup6rieu.re. (Art. 56 et su.iv.

et 86 QJ.)

13

AB 70 11 -

1944

192

Familienrooht. N° 33.

Adozione. Autorizzazione: deU'aJUitorita (art. 267 CC). Spetta ai

Cantoni di prevedere l'intervento d'una seconda autorita

superiore aHa prima. Un terzo ha. veste per ricorrere all'auto-

ritä. superiore f Non 'puo comunque ricorrere al Tribunale

i'ederale controla decisione dell'autorita superiors, ne mediante

ricorso in appello, ne mediante ricorso di dlritto civile (art.

56 e seg.; 86 OGF):

A. -

Die Rekurrentin wurde von den Eheleuten

Scheidegger-Bösiger in Huttwil auf erzogen und im Jahre

1912 adoptiert. Nach dem Tode seiner Ehefrau verhei-

ratete sich der Adoptivvater im Alter von 76 Jahren

mit einer Witwe. Im August 1942 adoptierte er deren

Tochter Hanna.

B. -

Als die Rekurrentin im Oktober 1942 davon

erfuhr, focht sie die vom Einwohnergemeinderat Huttwil

hiezu erteilte Ermächtigung auf dem Beschwerdeweg an :

Weder habe Johann Scheidegger der Stieftochter Hanna

Fürsorge und Pflege erwiesen, noch liege ein sonstiger

triftiger Grund zu deren Adoption vor. Diese Massnahme

erkläre sich vielmehr nur als Akt der Rache ihr selbst

gegenüber, mit dem Zweck, sie in ihren· Erbanwartschaf-

ten zu beeinträchtigen.

O. -

Der Regierungsstatthalter schützte die Beschwerde

und hob den Ermächtigmlgsbeschluss des Einwohner-

gemeinderates auf.· Auf dessen Rekurs und nach An-

hörung des Johann Scheidegger und der zweiten Adop-

tivtochter Hanna wies dann aber der Regierungsrat des

Kantons Bern am2!. April 1944 'dieBeschwerde der

ersten Adoptivtochterab.

D. -

Diese hat gegen den Entscheid des Regierungs-

rates Berufung (neben staatsrechtlicher Beschwerde) ein-

gereicht.

Das B'lI/rtdksgeriCkt ziekCinErU;ägung :

1. ~. Die Kifidesannahme . erfolgt auf Grund. ein,er

öffentlichen t1rltlihde mit Ermächtigung der zuständigen

Behörde (M. i67 Abs.·1 ZUB). Diese hat die gesetz-

lichen Voraussetzungen gemäss Art. 264-266 ZGB nach-

Familien.rooht. N° 33.

193

zuprüfen. Ausserdem darf die Ermächtigung nur daD.ner~

teilt werden, wenn der Annehmende dem Kinde Fürsorge

und Pflege erwiesen hat oder. andere wichtige Gründe

vorliegen, und dem Kinde aus der Annahme kein Nachteil

entsteht.

Die· Bezeichnung der zuständigen Behörde steht dem

kantonalen Rechte frei (Art. 54 des Schlusstitels des

ZGB). Es braucht nicht wie nach Art. 292 des Vorent-:

wUrfes die Regierung zu sein. Nichts steht entgegen, die.

Mitwirkung einer vorgesetzten Behörde vorzuschreiben,

so dass allenfalls der Beschluss der ersten Behörde nur

die Bedeutung eines :Antrages hat. Darum handelt es

sich hier jedoch nicht. Vielmehr hat die Rekurrentin,

nachdem sie zufällig (auf Anfrage) von der Ermächtigung

vernommen, ein Recht auf Anfechtung oder -

wenn

man den Ermächtigungsbeschluss als rechtskräftig an,,:

sieht. -

auf Widerruf oder nachträgliche Aufhebung der

Ermächtigung und damit der Kindesannahme in An.,

spruch genommen.

..

Ob ein solches Vorgehen einer Drittperson sich mit

der Ordnung der Kindesannahme im ZGB vereinbaren

lässt,.kann dahingestellt bleiben; ebenso, ob der Ermäch-

tigungsbehörde oder einer ihr vorgesetzten Behörde

zustellt, nachträglich die Ermächtigung zu widerrufen

oder aufzuheben, sei es auf Antrag einer daraninteres,o

sierten Person oder· von· Amtes wegen.· Wie dem auch

sei, undin welchem Sinne der Entscheid des Regierungs-

rates ergangen sein möge, ist die Berufung an das Bundes-

gericht ausgeschlossen. Es liegt kein Zivilrechtsstreit im

Sinne der Vorschriften über die Bertifung (Art. 56 ff.

OG) vor. Die Aufgabe der in Art. 2{)7 ZGB vorgesehenen

Behörde hat Muptsächllch vormundschaftlichen Charak-

ter (BGE 50 1274). Die Beschwerde gegen ihren Beschluss

stellt sich lUcht als Einleitung eines Zivilrechtsstreites

dar, im Unterschied etwa zu dem wenngleich vor Ver-

waltungsbehörden ausgetragenen Streit zwischen Bluts-

verwandten über Unterstützungsansprüche nach Art.

194

Fruniliellrooht. N0 33.

3.28 11. ZGB (BGE 58 II 443). Noch weniger lässt sich

beim Einschreiten der Behörde von Amtes wegen von

einem Zivilrechtsstreite sprechen.

Dagegen liegt allerdings eine Zivilsache im weitern

Sinrle vor. Solche Fälle, insbesondere im Gebiete des

Vormundschaftsrechtes, unterliegen aber der Weiter-

ziehung an das Bundesgericht -

auf dem· Wege der

zivilrechtlichen Beschwerde -

nur in den au~drücklich

vorgesehenen Fällen. Art. 86 OG berücksichtigt die

Kindesannahme nicht, entgegen den Entwürfen~ insbe-

sondere demjenigen des Bundesrates mit Botschaft vom

tl. ·Mai 1911 (Bundesblatt 1911 III 6011., 79 H.). Bei der

, Beratung des Gesetzes wurde gefunden, in dieser Materie

(wie auch noch in andern von den Entwürfen einbezoge-

nen) bestehe kein Bedürfnis, .dieWeiterziehung an das

Bundesgericht zuzulassen (Stenographisches Bulletin der

Bundesversammlung, 1911, Nationalrat .27.2-273, Stände-

rat 138).

. Nicht ausgeschlossen ist freilich, dass das Vorliegen

einer gültigen Adoption Gegenstand der Entscheidung in

einem eigentlichen Zivilrechtsstreite wird : etwa' als Vor-

frage; wobei nicht nur an die Aufhebungsklage nach Art .

.269 ZGB zu denken ist, oder auch als Hauptfrage in

einemStatusprozesse, der eben auf Feststellung des

Bestehens oder Nichtbestehens einer gültigen Adoption

geht. Eine solche Klage liegt aber hi€!r nicht vor, weshalb

auch nicht zu prüfen ist, ob die Rekurrentin zu deren

Erhebung legitimiert wäre.

Dem'flßfJk, erkennt da8 BUMesgerickt :

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Familienrecht. N° 34.

34. Urteil der 11. ZivUabteUung vom 12. Oktober 19M

i. S. Keller gegen ZiJHg eh. und S.

19S

Vater8chaft Alimentationsoortrag. Anfechtung wegen Willensmail-

gels nach Entdeckung des von der Mutt.er in der kritischen

Zeit gehabten Mehrverkehrs. Die Grund1s.gen eines solchen

Vertrages bestimmen sich nach den Umständen des Vertrags-

schlusses. ZGB 303, 307 ff., OR 24 Ziff. 4.

Patemitß. OooventWn alimentaire attaquee pour vice du consente-

mentapres decouverte de relations sexu.ellesde lamereavecplu-

sieurs individus pendant la periode critique. Les elements essene

tiels d'une pareille convention se determinent d'apresles eircons-

tanees de sa conelusion. (Art. 303, 307 et sv. ce; 24 eh. 4 CO.)

Patemita, convenzione alimentare impugnata per viziod~~

volontil. dopo. Ja ~p~rta ehe ~ ~e

~. avuro. relazlOn!

sessuali ron pru uomml du,ranteIl penodo entlCO. Gli element)

essenziali d'nna siffatta eonvenzionesi determinano secondo

le circostanze della sua conclusione (an. 303, 307 e seg. CC;

24, cifra 4, CO).

A.· -

Der Kläger, w.elcher der ledigen Sophie Zillig· am

14. Februar 1941 beigewohnt hatte, wurde am 16. Januar

1942 vom Vormundschaftsbeamten Ehrenbold aufgesucht.

Dieser erklärte ihm, Sophie Zillig . bezeichne ihn als den

Vater ihres am .2.2. Oktober 1941 geborenen Knaben Char-

les, und nach ihren Angaben müsse er' der Schwängerer

sein. Er legte ihm dar, was für Einreden er zu beweisen

hätte, um sich einer Vaterschaftsklage zu erwehren, und

fragte ihn, ob er etwa Dritte kenne; die mit der Mutter

auch verkehrt hätten. Der Kläger vemeinte dies und unter-

zeichnete den' ihm von Ehrenbold vorgelegten Vertrag,

wonach er sich als Vater des Charles Zillig bekaIUlte und

sich zur Zahlung von Fr. 300.-":" an die Mutter und monat-

licher Alimente von Fr. 45.- an das Kind bis zu dessen

vollendetem 18. Altersjahr verpflichtete.

B. -

Am 28. Februar 194.2 erklärte der Kläger den Ver:"

. trag; der inzwischen von der Vormundschaftsbehörde na-

mens des Kindes genehmigt worden wal'; als unverbindlich.

Er sei am 16. Januar überrumpelt und zum Vertragsab-

schlusse genötigt worden. Seither habe er sich über die

Rechtslage erkundigt .. Er wolle nun sein Recht ausüben,