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67_I_317

BGE 67 I 317

Bundesgericht (BGE) · 1941-01-01 · Italiano CH
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:n6

Strafrecht.

fin d'ora, nOll pho influire il fatto ehe Arrigo Nessi insistette

affineM il Leoni gli eedesse la guida dell'autoearro, ne

avrebbe rilevanza se risultasse ehe il malore eolpi il Leoni

soltanto durante il viaggio tra Sonogno e Fraseo e ehe

non si poteva quindi agevolmente fermarsi e ehiamare un

altro autista.

All'ammissione deI rieorso non fa ostaeolo l'art. 61

LCAV.

Seeondo il tenore di quest'artieolo, sarebbe punibile,

oItre Arrigo Nessi, soltanto il detentore dell'autoearro, il

quale non era il Leoni, ma Carlo Nessi. L'art. 61 LCAV

presenta una laeuna, poieM pel fatto di aver laseiato

eondurre un autoveieolo da una persona sprovvista della

lieenza di eondurre dovrebbe poter essere punito anche

il eondueente ehe non e detentore. Trattandosi di una

disposizione penale, questa lacuna non puo pero essere

colmata dal giudiee.

Ma il condurre e il laseiar eondurre senza lieenza non

sono regolati dall'art. 61 LCAV in modoesauriente ed

esclusivo, nel senso ehe un non detentore ehe perrnette

di eondurre ad un terzo sprovvisto di lieenza non potrebbe

commettere un'imprudenza a'sensi dell'art. 67 CPF. Una

colpa a stregua dell'art. 67 CPF puo esistere anehe se

non si verifiea il fattispeeie dell'art. 61 LCAV. L'art. 67

CPF non limita, come l'art. 61 LCAV, la responsabilita

penale pel fatto di eireolare senza lieenza a determinate

persone: nel valutare l'imprudenza a' sensi dell'art. 67

CPF non importa tanto se il terzo eui e stato affidato

l'autoveicolo fosse in possesso della lieenza di eondurre,

quanto se fosse esperto nel eondurre.

Cio posto, l'aver eeduto il volante di un autoearro, ehe

eireolava su una stretta strada di montagna eon servizio

postale, a un ragazzo poeo piu ehe sedieenne sprovvisto

della lieenza di eondurre, rappresenta senza dubbio

un'imprudenza a' sensi dell'art. 67 CPF. TI Leonieonoseeva

l'eta di Arrigo N essi e gli era pure noto ehe la strada

ove eireolava l'autoearro era una strada postale. TI Leoni

avrebbe dovuto attendere sino a tant.o ehe il su.o statu

di salute si f.osse migliorat.o .0 ehe un altro autista f.osse

giunto a s.ostituirl.o .0, se il mal.ore 1.0 e.olse in viaggio,

avrebbe dovut.o fermarsi al piu vieino punt.o d'ineroci.o.

Che Arrig.o Nessi, figli.o deI su.o principale, l'abbia insisten-

temente invitato a eedergli il volante, n.on puo seusare

eompletamente il Le.oni.

II Tribunale federale pronuncia :

TI rieorso e ammess.o. Di e.onseguenza e annullato il

deeret.o di abbandono 29 aprile 1941 nei eonfr.onti di

Ugo Leoni, contro il quale il Proeuratore pubblic.o s.opra-

eenerino emanera att.o di accusa.

H. MOTORFAHRZEUG- UND FAHRRADVERKEHR

CIRCULATION DES VEHICULES AUTOMOBILES

ET DES CYCLES

45. Urteil des Kassationshofs vom 7. Juli 1941

i. S. Loehmann gegen Jugendanwaltsehaft Zfirieh.

1. Idealkonkurrenz zwischen MFG- und kantonalem Strafrecht

(Art. 65 Abs. 4 MFG): Bezüglich des kantonalen Delikts

beurteilen sich persönliche Strafausschliessungsgründe, z. B.

die Straffähigkeit, nach kantonalem Recht.

2. In mässigem TeIllpo daherkoInmender Radfahrer darf gegen-

über eineIll die Strasse überquerenden Fussgänger sich zunächst

auf seine Glockensignale verlassen, ohne weiter zu verlang-

samen.

1. Concours ideal entre la LA et le droit penal cantonal (art. 65

al. 4 LA) : Touchant le delit de droit cantonal, les causes qui

excluent l'application d'une peine sont regies par le droit

cantonal.

2. Lorsqu'un pieton traverse la chaussee, 16 cycliste qui roule

a une allure Illoderee peut se contenter tout d'abord d'avertir

au Illoyen de son timbre sans ralentir.

:us

Strafrecht.

1. Concorso ideale:, tra la LCA V e il diritto penale cantonale

(art. 65 cp. 4 LCAV) : Per qnanto riguarda il delitto previst?

dalla legislazione cantonale, le cause che f:'scludono l'apph-

cazione d'una pena sono disciplinate dal ~iri~t~ cantonal~.

2. Allorche un pedone attraversala strada, Il clChsta, che cll"Cola

ad una velocita moderata, puo limitarsi dapprima a dara un

segnale d'avvt'rtimento col campanello, Renza rallentare mag-

giormente.

Am 3. Juli 1940 morgens 7.45 Uhr fuhr der 13-jährige

Otto Lochmann auf seinem Fahrrad durch die Lettenholz-

strasse in Zürich und bog in die links abzweigende Morä-

nenstrasse ein. Er holte dabei vorschriftsgemäss weit

nach dem rechten Rande der Moränenstrasse aus. Seine

Geschwindigkeit war eine mässige. Wie, er einbog, sah

er einen HD-Soldaten in Uniform -

es war der 1883

geborene W. Reber, a. Käser, wohnhaft in Zürich -

in

schräger Richtung die Moränenstrasse überschreiten. Der

Knabe läutete mehrere Male, aber der Fussgänger achtete

sich des Velofahrers nicht und lief in das Vorderrad hinein.

Beide kamen zu Fall. Der Fussgänger erlitt dabei einen

Schädelbasisbruch, an dem er verschied.

Der Jugendanwalt erhob gegen Otto Lochmann An-

klage wegen fahrlässiger Tötung. Das Jugendstraf-

gericht fand ihn im Sinne der Anklage schuldig und erteilte

ihm einen Verweis. Auf Nichtigkeitsbeschwerde hin

bestätigte das Obergericht des Kantons Zürich dieses

Urteil. Es ging davon aus, dass bei Beurteilung der Straf-

fähigkeit wegen des kantonalen Deliktstatbestandes der

fahrlässigen Tötung kantonales Recht Anwendung finde,

das für den Ausschluss der Strafverfolgung wegen jugend-

lichen Alters den Nachweis erfordert, dass dem Kinde

die zur Unterscheidung der Strafbarkeit seiner Handlung

notwendige geistige Ausbildung fehlt, welcher Nachweis

im vorliegenden Falle nicht erbracht sei. In der Sache

selbst sieht die Vorinstanz die Schuld des Knaben darin,

dass er nicht in einem frühem Zeitpunkte, als diese' Mass-

nahme noch Erfolg versprach, bremste, sondern sich bei '

der Signalabgabe beruhigte.

Die gegen dieses Urteil eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde

Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr. N° 4-fi.

319

macht geltend, dass die Straffähigkeit sich nach Art. 30

BStR richte und zu verneinen sei. In der Sache selbst

wird ausschliessIiches Verschulden des Verunfallten be-

hauptet.

Der Kassationshof zieht in Erwägung :

Die Vorinstanz hat mit Recht die Straffähigkeit für

das kantonale Delikt der fahrlässigen Tötung nach kanto-

nalem Recht beurteilt. Denn der Kassationshof hat

wiederholt ausgesprochen, dass in Fällen, die im Sinne

von Art. 65 al. 4 MFG der Anwendung des kantonalen

Strafrechts rufen, persönliche Strafausschliessungsgrnnde

sich nach dem kantonalen Rechte beurteilen (vgl. BGE

63 I, 255, 65 I 196). Die Frage der Straffähigkeit des

Angeklagten entzieht sich daher der Überprüfung des

Kassationshofes. Diese kann sich nur darauf erstrecken,

ob das Verhalten, in welchem die Vorinstanzen eine

Fahrlässigkeit gesehen haben, gegen die bundesrechtlichen

Verkehrsregeln verstosse, denn nach ständiger Rechtspre-

chung des Kassationshofes geht es nicht an, ein Verhalten

als fahrlässig im Sinne des kantonalen Fahrlässigkeitsde-

likts zu beurteilen, das mit den eidgenössischen Verkehrs-

regeln im Einklange steht (BGE 61 I 214, 66 I 323).

Dem Knaben wird vorgeworfen, dass er im Vertrauen

darauf, der Fussgänger werde sein Glockensignal hören,

zugefahren sei, bis es zu spät war, noch wirksam zu brem-

sen. Allein es war verständlich, wenn er zunächst bloss

klingelte, denn seine Geschwindigkeit war eine mässige

und der Fussgänger, der gegen seine Fahrbahn daher kam,

war kein unmündiges Kind oder ein sichtlich betrunkener

oder gebrechlicher Mensch, denen gegenüber mit allen

Möglichkeiten gefährdenden Verhaltens auf der Strasse

zu rechnen ist, sondern er war ein Mann im besten Alter,

ein Soldat in Uniform, von dem als selbstverständlich

gelten durfte, dass er sich einigermassen gewandt auf

der Strasse zu benehmen wisse. Allerdings kam er mit

gesenktem Kopfe daher und schien unaufmerksam. Aber

Strafrocht .

um die Aufmerksamkeit zu wecken, hilft normalerweise

das Klingelzeichen. Dass der Knabe es noch einmal wieder-

holte, um erst· jetzt zu bremsen, als das Warnzeichen

wiederum nichts nützte, lässt sich auch verstehen, denn

er rechnete offenbar damit, dass der Mann es nunmehr

unmöglich überhören könne; dann aber brauchte dieser

nur stehen zu bleiben und den Radfahrer an sich vorbei-

zulassen. Solches überhören war in der Tat ungewöhnlich

und nicht voraussehbar, und dem Radfahrer nachträglich

zumuten, er hätte sich darauf einrichten müssen, ist nicht

angängig. Das käme der Statuierung gesetzlicher Haft-

pflicht des Radfahrers gleich, und das gegenüber einem

Fussgänger, der unter Hintansetzung elementarster Vor-

sichtsmassregeln sich auf den Strassen der Grosstadt

bewegt. Ebensowenig . darf der Hintergedanke an die

Radfahrerhaftpflichtversicherung einen Grund bilden, ei-

nen Knaben für sein Leben schuldlos mit dem Vorwurf

zu belasten, dass er fahrlässig einen Menschen getötet

habe.

Demnach erkennt der Kassationshof:

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird gutgeheissen, das ange-

fochtene Urteil aufgehoben und die Sache zur Freispre-

chung des Beschwerdeführers an die Vorinstanz zurück-

gewiesen.

Vgl. auch Nr. 44. -

Voir aussi n° 44.

Lang Druck AG 3000 Bern (Schweiz)

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A. STAATSRECHT -

nROIT PUBLIC

-----~ ... _.-

I. GLEICHHEIT VOR DEM GESETZ

(REOHTSVERWEIGERUNG)

EGALITE DEVANT LA LOI

(miNI DE JUSTIOE)

VgI. NI'. 46. -

Voir n° 46.

H. HANDELS- UND GEWERBEFREIHEIT

LIBERTE DU COMMERCE ET DE L'INDUSTRIE

Vgl. Kr. 4n. -

Yoir n° 46.

IH. AUSüBUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN

BERUFSARTEN

EXERCICE DES PROFESSIONS LIBERALES

46. Arr@t du 15 deeembre 1941 en Ia cause Dr X.

contre Consl'iI d'Etat du Canton de Vaud.

Pouvoir disciplinaire des cantons sur les personnes qui exercent

une profession medicale. Art. 4 et 31 CF.

Con?amnation d'un medecin a l'interdiction temporaire de pm·

tlquer pour faute grave commise dans un diagnostic.

Le Tribunal federal doit s'en tenir aux cOllStatatiollS de fait de

l'autorite cantonale, a moillS qu'elles ne soient arbitraires.

La dooision disciplinaire n'est incompatible avec l'art. 31 CF

que si elle formule a l'egard de l'interesse des exigences que

ne peut justifier la protection des interets pnblics en jeu.

AS 67 I -

1941

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