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77_II_290

BGE 77 II 290

Bundesgericht (BGE) · 1951-10-04 · Deutsch CH
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Familienrooht. N0 54.

disCllSsion devant la juridiction federale, et tel est bien le_

cas en l'espece, puisque la recourante conteste precisement

l'admissibilite de l'action de son mari. Le recours estdonc

recevable.

54. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 4. Oktober

1951 i. S. Müller gegen Schweizerische Bankgesellschaft und

Konsorten.

Güterverbindung. Zum Abschluss eines

Erbverzichtsvertrages

beda.rf die Ehefrau nicht der Zustimmung des Ehemannes.

Art. 204 ZGB ist auf den Erbverzicht nicht analog anwendbar.

Entsprechendes gilt für die Anwendung von Art. 218 ZGB bei

Gütergemeinschaft.

Union des biena. La. femme n'a pas besoin du consentement de

son mari pour conclure un pacte par lequel elle renonce a. ses

droits successoraux. L'art. 204 ce n'est pas applicable par

an.aJ.ogie a. la renonciation a. des droits successoraux. TI en est

de meme de l'art. 218 en cas de communauM de biens.

Unione dei beni. La moglie non ha bisogno deI consenso di suo

marito per concludere un patto di rinuncia ai suoi diritti eredi-

tari. L'art. 204 ce non €I applicabile per analogia aJIa rinuncia

di diritti ereditari. Lo stesso vale per I'art. 218 ce in CMO di

comunione di benL

Aus dem Tatbestand:

Die verheiratete, unter Güterverbindung stehende Klä-

gerin verzichtete laut Erbvertrag vom 28. Dezember 1931

auf ihr gesetzliches Erbrecht gegenüber ihren Adoptiv-

eltern, gegen Zusicherung einer ihr unter bestimmten Be-

dingungen zukommenden Rente. Die Adoptivmutter starb

1943, der Adoptivvaterl948. Die vorliegende, im Jahre

1944 eingereichte Klage geht auf Ungültigerklärung des

Erbverzichtsvertrages, unter anderm mangels Zustimmung

des Ehemannes der Klägerin.

An. die Stelle des beklagten Adoptivvaters traten nach

dessen Tode die beiden Willensvollstrecker in den Rechts-

streit ein.

Die kantonalen Gerichte haben die Klage abgewiesen.

Gegen das Urteil des Obergerichtes des Standes Zürich

Familienreoht. N° 54.

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vom 19. Januar 1951 hat die Klägerin Berufung eingelegt,

mit der sie an der Klage festhält.

A U8 den Erwägungen:

2. -

.....

e) Nach Ansicht der Klägerin hätte ihr Ehemann

dem Erbverzichtsvertrage zustimmen müssen. Zwar schrei-

be Art. 204 ZGB die Zustimmung des Ehemannes nur für

die Erbschaftsausschlagung vor. Doch müsse für den Erb-

verzicht aus Gründen der ·Analogie Entsprechendes gelten.

Dass das Gesetz die beiden Fälle auf gleiche Stufe stelle,

ergebe sich aus Art. 422 Ziff. 5 ZGB, wonach bei bevor-

mundeten Personen die Zustimmung der vormundschaft-

lichen Aufsichtsbehörde für Erbverträge ebenso wie für

die Annahme oder Ausschlagmig einer Erbschaft erforder-

lich ist.

Diese BestimmUIlg des Vormundschaftsrechtes lässt sich

jedoch nicht zur Abgrenzung güterrechtlicher Vorschriften

wie des Art. 204 ZGB heranziehen. Dieser unterstellt der

Zustimmung des Ehemannes bei der Güterverbindung die

Ausschlagung, nicht aber (wie dies in. Art. 232 Abs. 3 des

Vorentwurfs vorgesehen war) die Annahme einer Erb-

schaft durch die Ehefrau. Vollends verlangt Art. 204

(hierin mit Art. 232 des VE übereinstimmend) keine solche

Zustimmung für Erbverzichtsverträge. Die Ehefrau ist

unter jedem Güterstande handlungsfahig. Normen, die

ihre Handlungsfreiheit um der ehemännlichen Rechte wil-

len hinsichtlich des eingebrachten Frauengutes beschrän-

ken, gelten nur für die vom Gesetz genannten Fälle, es

wäre denn ein gesetzlicher Tatbestand als blosser Haupt-

fall eines umfassenderen, durchwegs der betreffenden

Norm unterworfenen Tatbestandes erkennbar. Nichts

rechtfertigt es nun, dem eindeutig nur die Ausschlagung

einer angefallenen Erbschaft .betreffenden Art. 204 ZGB

noch andere Fälle zu unterstellen. Gewiss vermag auch ein

Erbverzicht unter Umständen die Grösse des Frauengutes

zu beeinträchtigen. Immerhin geschieht er in der Regel nur

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Familienrecht. N0 M.

gegen Zusicherung einer Gegenleistung. Jedenfalls betrifft

der Erbverzicht eine blosse Anwartschaft, die sich erst

später, wenn überhaupt einmal, verwirklichen würde. Im

übrigen steht beim Erbverzicht einer unter Güterverbin-

dung lebenden Ehefrau dahin, ob dereinst beim Eintritt

des Erbfalles die Ehe und zudem der ordentliche Güter-

stand noch bestehen werde. All dies steht im Gegensatze

zur Ausschlagung einer angefallenen Erbschaft, die, gleich-

gültig ob das Einbringen schon mit dem Eintritt des Erb-

falles oder allenfalls erst mit der Erbteilung stattfindet

(was hier nicht zu untersuchen ist), nicht mehr eine blosse

Erbanwartschaft, sondern bereits erworbenes Vermögen

darstellt. Wenn das Gesetz für diesen Fall allein eine Vor-

schrift zum Schutze des Ehemannes aufstellt; so darf sie

keineswegs auf jenen ganz verschiedenen Fall eines ver-

traglichen Verzichtes auf künftigen erbrechtlichen Erwerb

ausgedehnt werden. Das Gesetz will nicht, dass sich der

Ehemann in die erbrechtlichen Beziehungen der Ehefrau

zu ihren Verwandten einmische, bevor ein Erbanfall ein-

getreten ist. Entsprechendes muss übrigens für die allge-

meine Gütergemeinschaft gelten, wobei nach Art. 218 ZGR

jeder Ehegatte zur Ausschlagung von Erbschaften der Zu-

stimmung des andern bedarf. Auch dieser Vorschrift sind

Erbverzichtsverträge nicht unterstellt.

55. Sentenza 4 dieembre 1951 della n Corte eivile nella causa

G. contro B.

Art. 314, cp. 2 90 .. ~a .pro~ deI concubito con phI uomini puo

essere anche mdizlarla, rltenuto tuttavia che non basts. rendere

solta~to attendibüe. un siffatto concubito per giustificare seri

d~?bI sulla patemItlt deI convenuto : e necessaria una proba-

bIhta cosl grande da avvicinarsi alla certezza.

Art. 314 4b8. 2. ~GB. Der Beweis des Mehrverkehrs lässt sich

auch mIt IndIzIen erbringen. Um erhebliche Zweifel an der

v: aterschaft des Beklagten zu rechtfertigen, genügt es aber

mcht, Meh:'verkehr .der Mutter bloss < glaubhaft zu machen.

~s be~arf vIelmehr emer an Sicherheit grenzenden Wahrschein-

hchkeit.

Familienrecht. N0 55.

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Art. 314 al. 200. La preuve que la mere a eu des rapports avec

un autre homme que le defendeur durant la periode critique

peut etre faite par indices. TI ne suffit pas cependant de rendre

ce fait simplement vraisemblable; il faut une probabiliM teIle

qu'eIle confine a la certitude.

L'impugnato giudizio 17 settembre 1951 della Oamera

civile deI Tribunale d'appello ritiene che B. ha avuto,

durante il periodo critico, rapporti sessuali con G., ma

che la presunzione di paternita derivatane a suo carico

cade, poiche sono stati pro vati dei fatti che la revocano

seriamento in dubbio. La seconda giurisdizione cantonale

osserva pero anzitutto che, secondo la giurisprudenza deI

Tribunale federale (RU 39 II 507; 40 II 5; 43 II 141),

possono esistere seri dubbi a norma dell'art. 314 cp. 2 00

anche se manca la prova deI concubito con un terzo.

Presa letteralmente, quest'osservazione misconoscerebbe

l'interpretazione che il Tribunale federale ha data all'art.

31400. Il senso inequivocabile della citata giurisprudenza

e che seri dubbi sulla paternita deI convenuto possono

sorgere non soltanto dalla prova di relazioni sessuali tra

l'attrice e phI uomini, ma anehe da altre eircostanze,

come il grado di maturanza dell'infante al momento della

naseita (RU 39 II 507), e ehe la prova deI concubito eon

piu uomini puo essere anche indiziaria, ritenuto tuttavia

ehe non basta rendere soltanto attendibile un concubito

con piu uomini per giustifieare seri dubbi sulla paternita

deI convenuto. Se la sentenza publicata neUa RU 40 II

5 dichiara essere sufficiente, pel rigetto dell'azione in

virtu dell'art. 314 cp. 2 ee, l'accertamento che la madre

dell'infante illegittimo ha ammesso un terzo nel di lei

letto, cio si spiega par l'ovvia eonsiderazione ehe, finü a

prova deI eontrario, si deve dedurre da un siffatto eon-

tegno dell'attrice l'esistenza d'un eoncubito col terzo. Lo

stesso vale per la circostanza (vedi RU 43 II 141) che

la madre dell'infante illegittimo, prima di promuovere

azione, aveva indicato, quale autore della sua gravidanza,

un uomo che non era il eonvenuto : secondo il Tribunale

federale, l'attrice poteva indicare come padre delI'infante