Erwägungen (1 Absätze)
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Strafgesetzbuch. No 52.
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dass die Täterin sich der Unwahrheit der Äusserung be-
wusst gewesen war, und fragte sich bloss, ob sie sie in der
Absicht getan habe, eine Strafverfolgung gegen die Be-
schuldigte herbeizuführen. Nur in dieser Richtung er-
klärte der Kassationshof den Eventualvorsatz (die Even-
tualabsicht) als genügend.
Auch kriminalpolitische Gesichtspunkte lassen sich nicht
zugunsten einer andern Auslegung anführen. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine nicht von
Art. 303 erfasste falsche Anschuldigung bei einer Behörde
als üble Nachrede im Sinne des Art. 173 StGB strafbar sein
(BGE 69 IV 115). Diese Bestimmung wird regelmässig zu-
treffen, wenn der Täter zwar nicht wider besseres Wissen '
aber mit Eventualvorsatz gehandelt hat. Desgleichen
können andere unwahre ehrenrührige Äusserungen, die
bloss mit Eventualvorsatz getan werden und deshalb nicht
unter Art. 174 fallen, nach Art. 173 gesühnt werden.
52. Auszng ans dem Urteil des Kassationshofes vom 3. November
1950 i. S. Ammann gegen Staatsanwaltsehaft des. Kantons
Luzern.
Art. 237 Ziff. 2 StGB. Subjektive Merkmale der fahrlässigen
Störung des öffentlichen Verkehrs.
Art. 237 eh. 2 OP. Elements subjectifs de l'infraction.
Art. 2~7 cifra 2 GP .. Elem~ti soggettivi del perturbamento per
negligenza della circolaz10ne pubblica.
Ammann, der mit einem Personenautomobil einen Rad-
fahrer überholen wollte, schloss an einer Stelle, wo dieser
wegen am Strassenrande stehender Fahrzeuge nicht Platz
machen konnte, ganz nahe auf und drängte durch heftiges
Hupen ungeduldig nach. Nachdem der Engpass durch-
fahren war, fuhr er neben den Radfahrer und drängte ihn
bewusst und gewollt an den rechten Strassenrand und
zwang ihn zum Absteigen indem er das Automobil all-
mählich nach rechts lenkte und schliesslich kurz anhielt.
Er wollte den Radfahrer « erziehen)). Das Amtsgericht
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
51. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 1. Dezember
1950 i. S. Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau gegen Mor-
genthaler.
Art. 303 StGB. Wer die Anschuldigung bloss für möglicherwei.se
fälsch hält, erhebt sie nicht wider be>seres Wissen.
Art. 303 CP. Celui qui admet que sa denonciation est peut-etre
fäusse ne sait pas innocente la personne denoncee.
Art. 303 CP. Chi avverte ehe la sua accusa e forse falsa non sporge
denuncia mendace.
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Strafgesetzbuch. No 51.
Aus den Erwägungen :
Nach Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist strafbar, «wer einen
Nichtschulcligen wider besseres Wissen bei der Behörde
eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in
der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ihn herbeizufüh-
ren ll. Mit den Worten cc wider besseres Wissen», die auch
zur Umschreibung des Tatbestandes der Verleumdung
(Art. 174 StGB) verwendet werden, verlangt das Gesetz,
dass der Täter sich der Unwahrheit der Beschuldigung
bewusst gewesen sei. Damit wird die Bestrafung ausge-
schlossen, wenn er bloss für möglich gehalten hat, dass die
Beschuldigung falsch sei. Gewiss erfordert auch der Vor-
satz nach Art. 18 Abs. 2 StGB Wissen und Willen des
Täters, und dennoch nimmt die mit BGE 69 IV 78 einge-
leitete ständige Rechtsprechung an, vorsätzlich handle
schon, wer mit dem bloss als möglich vorausgesehenen
Erfolge einverstanden ist. Trotz dieser ausdehnenden Aus-
legung des Vorsatzbegriffes rechtfertigt es sich aber nicht,
auch den Worten «wider besseres Wissen >l den weiten
Sinn zu entnehmen, den die Beschwerdeführerin befür-
wortet. Wer bloss weiss, dass eine Behauptung möglicher-
weise falsch ist, stellt sie nicht wider besseres Wissen auf.
Die erwähnten Worte wären in Art. 303 überflüssig, wenn
sie nicht etwas mehr verlangen würden, als was schon
zum Vorsatz gehört, denn dass dieser auf die Beschuldi-
gung eines « Nichtschuldigen >l gerichtet sein muss, ergibt
sich -
im Gegensatz zu Art. 174 -
schon aus der Um-
schreibung des objektiven Tatbestandes in Verbindung mit
Art. 18 Abs. 2. Auch der Tatbestand des Art. 174 hätte
einfacher umschrieben werden können, wenn man das even-
tuelle Wissen um die Unwahrheit der Behauptung hätte
genügen lassen wollen, z.B. mit den Worten: <<Wer
jemanden wahrheitswidrig ... beschuldigt oder verdäch-
tigt.))
Dieser Auslegung widerspricht das von der Beschwerde-
führerin angerufene Urteil des Kassationshofes vom
15. September 1950 i. S. Füchter nicht. Dort stand fest,
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Strafgesetzbuch. No 52.
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dass die Täterin sich der Unwahrheit der Äusserung be-
wusst gewesen war, und fragte sich bloss, ob sie sie in der
Absicht getan habe, eine Strafverfolgung gegen die Be-
schuldigte herbeizuführen. Nur in dieser Richtung er-
klärte der Kassationshof den Eventualvorsatz (die Even-
tualabsicht) als genügend.
Auch kriminalpolitische Gesichtspunkte lassen sich nicht
zugunsten einer andern Auslegung anführen. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine nicht von
Art. 303 erfasste falsche Anschuldigung bei einer Behörde
als üble Nachrede im Sinne des Art. 173 StGB strafbar sein
(BGE 69 IV 115). Diese Bestimmung wird regelmässig zu-
treffen, wenn der Täter zwar nicht wider besseres Wissen '
aber mit Eventualvorsatz gehandelt hat. Desgleichen
können andere unwahre ehrenrührige Äusserungen, die
bloss mit Eventualvorsatz getan werden und deshalb nicht
unter Art. 174 fallen, nach Art. 173 gesühnt werden.
52. Auszng ans dem Urteil des Kassationshofes vom 3. November
1950 i. S. Ammann gegen Staatsanwaltsehaft des. Kantons
Luzern.
Art. 237 Ziff. 2 StGB. Subjektive Merkmale der fahrlässigen
Störung des öffentlichen Verkehrs.
Art. 237 eh. 2 OP. Elements subjectifs de l'infraction.
Art. 2~7 cifra 2 GP .. Elem~ti soggettivi del perturbamento per
negligenza della circolaz10ne pubblica.
Ammann, der mit einem Personenautomobil einen Rad-
fahrer überholen wollte, schloss an einer Stelle, wo dieser
wegen am Strassenrande stehender Fahrzeuge nicht Platz
machen konnte, ganz nahe auf und drängte durch heftiges
Hupen ungeduldig nach. Nachdem der Engpass durch-
fahren war, fuhr er neben den Radfahrer und drängte ihn
bewusst und gewollt an den rechten Strassenrand und
zwang ihn zum Absteigen indem er das Automobil all-
mählich nach rechts lenkte und schliesslich kurz anhielt.
Er wollte den Radfahrer « erziehen)). Das Amtsgericht