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75_II_114

BGE 75 II 114

Bundesgericht (BGE) · 1949-01-01 · Deutsch CH
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Erbrecht. N0 19.

reserve de l'arret RO 44 II 246, puisque l'attribution du

domaine entier a. la recourante ne Ja privera pas de son

independance eoonomique et n'entramera pas ainsi une

modification de sa condition actuelle.

Le fait, releve par l'arret attaque, que l'heritier qui

demande en l'espece l'attribution du domaine n'est pas

un fils de Ja defunte est egalement sans pertinence. La

loi ne mentionne les fils a. l'art. 621 al. 3 que pour leur

donner un droit de preference lorsqu'ils sont en competi-

tion avec des smurs ou tout autre descendant (RO 69 n

387, cons. 3). Mais tel n'est pas le cas en l'espece Oll seu1e

la recourante demande l'attribution de l'ensemble du

domaine.

Le Tribunal feiMral prononce :

Le recours est admis et l'arret attaque est reforme en

ce sens que le domaine litigieux est attribue en entier a.

la recourante a. sa valeur de rendement, soit 34 400 francs.

19. Auszug aus dem Urteil der 11. Zlvllabteßung vom 15. März

1949 i. S. Wolfisberg gegen Wolfisberg.

Ausgleich8ansprüche nach Art. 633 ZGB können mit besonderer

FeststellungskIage geltend gemacht werden, ausser wenn die

Erbteilung noch nicht verlangt oder schon durchgeführt ist.

Rapp01't. Les droits decouIa.nt de l'art. 633 ce peuvent etre exerces

par la voie d'une action spooiale en constatation de droit. sauf

si le partage n'a pas encore ete demande ou s'il a dejit. et6

effectue.

Oollazione. I diritti derivanti dall'art. 633 ce possono essere fatti

valere mediante un'azione specia.le di accertamento. salvo se la

divisione ereditaria non e stata ancora chiesta od e giB. stata

eseguita.

Die Kläger, die gegen ihre Miterben seit 1942 einen

Erbteilungsprozess führen, machten 1945 mit besonderer

Klage Ausgleichsanspruche im Sinne von Art. 633 ZGB

(Lidlohnforderungen) geltend. Die Miterben widersetzten

sich dieser Klage mit der Begründung, das ZGB lasse die

Erbrecht. N° 19.

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Feststellung solcher Ansprüche in einem selbständigen

Prozesse nicht zu. Das Bundesgericht verwirft diesen Ein-

wand.

Grunde:

Die Erbteilung wird nach dem ZGB von den Erben

selber durchgeführt, allenfalls unter Mitwirkung einer Be-

hörde (Art. 607 fI.). Können sie sich dabei über einzelne

Punkte nicht einigen, so brauchen sie deswegen nicht die

Regelung und den Vollzug der ganzen Teilung dem Richter

zu überantworten, sondern es genügt, wenn sie ihm jene

Punkte vorlegen und hernach die Teilung unter Beachtung

seines Spruches durchführen. Alle streitigen Punkte auf

einmal zur richterlichen Entscheidung zu bringen, wird in

der Regel zweckmässig sein, ist aber bundesrechtlich nicht

vorgeschrieben. Aus der gesetzlichen Ordnung der Erb-

teilung folgt also keineswegs, dass Lidlohnanspruche nicht

durch besondere Klage geltend gemacht werden können,

wie es hier geschehen ist. Die vorliegende Feststellun~­

klage wäre materiell nur dann nicht zu1ässig, wenn die

Teilung noch nicht verlangt oder aber bereits durchgeführt

wäre (vgl. BGE 45 II 6, 48 II 316 fI.). Weder das eine noch

das andere ist der Fall.