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Erbrecht. N0 19.
reserve de l'arret RO 44 II 246, puisque l'attribution du
domaine entier a. la recourante ne Ja privera pas de son
independance eoonomique et n'entramera pas ainsi une
modification de sa condition actuelle.
Le fait, releve par l'arret attaque, que l'heritier qui
demande en l'espece l'attribution du domaine n'est pas
un fils de Ja defunte est egalement sans pertinence. La
loi ne mentionne les fils a. l'art. 621 al. 3 que pour leur
donner un droit de preference lorsqu'ils sont en competi-
tion avec des smurs ou tout autre descendant (RO 69 n
387, cons. 3). Mais tel n'est pas le cas en l'espece Oll seu1e
la recourante demande l'attribution de l'ensemble du
domaine.
Le Tribunal feiMral prononce :
Le recours est admis et l'arret attaque est reforme en
ce sens que le domaine litigieux est attribue en entier a.
la recourante a. sa valeur de rendement, soit 34 400 francs.
19. Auszug aus dem Urteil der 11. Zlvllabteßung vom 15. März
1949 i. S. Wolfisberg gegen Wolfisberg.
Ausgleich8ansprüche nach Art. 633 ZGB können mit besonderer
FeststellungskIage geltend gemacht werden, ausser wenn die
Erbteilung noch nicht verlangt oder schon durchgeführt ist.
Rapp01't. Les droits decouIa.nt de l'art. 633 ce peuvent etre exerces
par la voie d'une action spooiale en constatation de droit. sauf
si le partage n'a pas encore ete demande ou s'il a dejit. et6
effectue.
Oollazione. I diritti derivanti dall'art. 633 ce possono essere fatti
valere mediante un'azione specia.le di accertamento. salvo se la
divisione ereditaria non e stata ancora chiesta od e giB. stata
eseguita.
Die Kläger, die gegen ihre Miterben seit 1942 einen
Erbteilungsprozess führen, machten 1945 mit besonderer
Klage Ausgleichsanspruche im Sinne von Art. 633 ZGB
(Lidlohnforderungen) geltend. Die Miterben widersetzten
sich dieser Klage mit der Begründung, das ZGB lasse die
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Feststellung solcher Ansprüche in einem selbständigen
Prozesse nicht zu. Das Bundesgericht verwirft diesen Ein-
wand.
Grunde:
Die Erbteilung wird nach dem ZGB von den Erben
selber durchgeführt, allenfalls unter Mitwirkung einer Be-
hörde (Art. 607 fI.). Können sie sich dabei über einzelne
Punkte nicht einigen, so brauchen sie deswegen nicht die
Regelung und den Vollzug der ganzen Teilung dem Richter
zu überantworten, sondern es genügt, wenn sie ihm jene
Punkte vorlegen und hernach die Teilung unter Beachtung
seines Spruches durchführen. Alle streitigen Punkte auf
einmal zur richterlichen Entscheidung zu bringen, wird in
der Regel zweckmässig sein, ist aber bundesrechtlich nicht
vorgeschrieben. Aus der gesetzlichen Ordnung der Erb-
teilung folgt also keineswegs, dass Lidlohnanspruche nicht
durch besondere Klage geltend gemacht werden können,
wie es hier geschehen ist. Die vorliegende Feststellun~
klage wäre materiell nur dann nicht zu1ässig, wenn die
Teilung noch nicht verlangt oder aber bereits durchgeführt
wäre (vgl. BGE 45 II 6, 48 II 316 fI.). Weder das eine noch
das andere ist der Fall.