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73_III_155

BGE 73 III 155

Bundesgericht (BGE) ·III · 1947-10-29 · Deutsch CH
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Sachverhalt

Indem am 15. Mai I93geröffueten, am 27. Februar

194 7 geschlossenen Konkurs der Genossenschaft Elfriede

in Luzern kamen die Bauhandwerker zu Verlust. Sie

belangten die heutige Rekurrentin nach· Art. 841 ZGB

auf Ersatz und erhielten· mit Urteil des Obergerichtes

des Kantons Luzem vom 2. Mai 1945 Fr. '23,702.02 nebst

Zins und Kosten zugesprochen. Die Rekurrentin schreibt

den ihr damit entstandenen Schaden der Geschäftsgeba-

rung von Konstantin Vecchi und Karl Böni zu, die seiner-

zeit als einzige Genossenschafter die Ausführung des Bau-

projektes beschlossen hatten.

B. -

Am 13. Juni 1947 ersuchte die Rekurrentin das

Konkursamt um Einleitung . von Betreibungen für je

Fr. 100,000.- gegen Vecchi und Böni aus solidarischer

156

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 40.

Verantwortlichkeit «und andern HaftungsgrüDden ll, in

vorsorglichem Sinne, um einer Verjährung vorzubeugen.

«e<>llten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, so

müssten wir Sie verantwortlich machen für den Fall

dass unsere Klage gegen Vecchi und Böni abgewiese~

würde ». Das Konkursamt leitete die gewünschten Betrei-

bungen namens der Konkursmasse der Elfriede ein. Der

Zahlungsbefehl konnte dem Vecchi, nicht aber dem

unbekannt wohin verzogenen Böni zugestellt werden.

O. -

Auf Beschwerde des Vecchi wies die untere Auf-

sichtsbehörde das Konkursamt an, die gegen diesen ein-

geleitete Betreibung zurückzuziehen. Sie fand, da die Ver-

antwortlichkeitsansprüche der Konkursmasse der Elfriede

gegen Vecchi (und Böni) bereits im Konkursinventar ver-

zeichnet gewesen waren, handle es sich nicht um ein neu

entdecktes Aktivum. Daher fehle dem Konkursamt die

Verfügungsmacht gemäss Art. 269 SchKG. Die Rekurren-

tin zog diesen Entscheid ohne Erfolg an die obere kantonale

Aufsichtsbehörde. Deren Entscheid vom 24. September

194 7 steht zufolge des vorliegenden Rekurses zur Über-

prüfung.

Die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer zieht in

Erwäg'ltng:

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . .

3. -

Die Einleitung einer Betreibung gegen einen

(wirklichen ode; vermeintlichen) Schuldner des Konkursi-

ten (oder der Konkursmasse als solcher) gehört, ebenso

wie eine gewöhnliche Mahnung oder Kündigung, zu den-

jenigen Amtshandlungen der Konkursverwaltung, die in

den Bereich von deren Autonomie fallen. Solche Mass-

nahmen unterliegen nicht der Beschwerde, sie stellen

keine anfechtbaren « Verfügungen}) im Sinne von Art. 17

SchKG dar ...

4. -

Nach Konkursschluss hört freilich das Bell!ch1ags~

recht der Masse und damit jegliches Verfügungsrecht der

Konkursverwaltung grundsätzlich auf. Nur ausnahms-

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 40.

157

weise darf dieses Beschlagsrecht hernach· vom Konkurs-

amte nach Art. 269 SchKG noch ausgeübt werden:

bezüglich solcher Gegenstände, die bereits während des

Konkurses zum Vermögen des Schuldners gehört hatten,

jedoch erst seit Konkursschluss entdeckt worden sind.

Aus diesem Gesichtspunkte haben sich sowohl Aufsichts-

behörden wie auch Gerichte mit der Fortdauer des Be-

schlagsrechtes der Masse befasst und geprüft, ob ein

bestimmtes nachträglich zur Masse gezogenes Vermögens-

stück erst seit Konkursschluss entdeckt oder als zum

Konkursvermögen gehörig erkannt worden sei (Aufsichts-

behörde : BGE 23 I 399 Erw. 3, 27 I 552 = Sep_-Ausg.

4 S. 190, BGE 34 I 873 = Sep.-Ausg. 11 S. 229, je Erw.

3, BGE 48 HI 12; Gerichte: BGE 23 II 1724 Erw. 4,

46 III 27, 50 III 134). Indessen besteht keine Veranlas-

sung, ein Betreibungsbegehren der Anfechtung durch

Beschwerde zu unterstellen, nur um die Nachprüfung der

in Frage stehenden Voraussetzung eines « Nachkonkurses II

durch die Aufsichtsbehörden zu ermöglichen. Vielmehr

mag es füglich bei der Einleitung der (durch Rechtsvor-

schlag gehemmten) Betreibung durch das Konkursamt

sein Bewenden haben. Kommt es, wie gewöhnlich bei

bestrittenen Ansprüchen, nach Art. 269 Abs. 3 SchKG

zur Anbietung der Abtretung an die zu Verlust gekom-

menen Konkursgläubiger, so kann der Drittschuldner sich

über eine hierauf erfolgende Abtretung immer noch

beschweren_ Namentlich aber steht ihm die Bestreitung

der Voraussetzungen der nachträglichen Geltendmachung

dieser Ansprüche im Prozesse selbst zu. Gerade mit

Rücksicht auf diese gerichtliche Zuständigkeit tun die

Aufsichtsbehörden gut, solche Massnahmen des Konkurs-

amtes im Zweifelsfalle bestehen zu lassen. Über den

Bestand der streitigen Ansprüche der Masse haben sie

ohnehin nicht zu befinden (BGE 481 II 14 Erw. 1). Mit

den zivilrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen (wobei hier

neben Art. 916 ff. OR namentlich die Art. 41 ff. OR in

Betracht fallen) hängt aber auch die Frage zusammen, ob

158

Schuldbetreibungs. und Konkursreeht. N0 41.

erhebliche Tatsachen. erst seit Konkursschluss entdeckt

worden seien. Dies näher zu untersuchen und massgebend

zu beurteilen, ist so :wenig Sache der Aufsichtsbehörden

wib des Konkursamtes selbst. Übrigens lag hier beim

Konkursschluss laut der Vernehmlassung des Konkurs-

amtes noch mindestens eine unerledigte Abtretung an

einen Konkursgläubiger vor. Deren Wirkung konnte das

Konkursverfahren überdauern (vgl. Art. 95 der Konkurs-

verordnung), und sofern sie einem von der Rekurrentin

desinteressierten Bauhandwerker erteilt war,

kommt

RechtJsnachfolge kraft Subrogation oder Zession in Frage.

Über all dies kann bei nicht abgeklärter Rechtslage nur der

Richter entscheiden. Die Aufsichtsbehörden mögen sich

hüten, dieser Entscheidung -durch voreilige Verneinung

der Anspruchsvoraussetzungen vorzugreifen.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird gutgeheissen, der angefochtene Ent-

scheid aufgehoben und die Beschwerde des Konstantin

Vecchi abgewiesen.

Erwägungen (2 Absätze)

E. 3 Die Einleitung einer Betreibung gegen einen (wirklichen ode; vermeintlichen) Schuldner des Konkursi- ten (oder der Konkursmasse als solcher) gehört, ebenso wie eine gewöhnliche Mahnung oder Kündigung, zu den- jenigen Amtshandlungen der Konkursverwaltung, die in den Bereich von deren Autonomie fallen. Solche Mass- nahmen unterliegen nicht der Beschwerde, sie stellen keine anfechtbaren « Verfügungen}) im Sinne von Art. 17 SchKG dar ...

E. 4 Nach Konkursschluss hört freilich das Bell!ch1ags~

recht der Masse und damit jegliches Verfügungsrecht der

Konkursverwaltung grundsätzlich auf. Nur ausnahms-

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 40.

157

weise darf dieses Beschlagsrecht hernach· vom Konkurs-

amte nach Art. 269 SchKG noch ausgeübt werden:

bezüglich solcher Gegenstände, die bereits während des

Konkurses zum Vermögen des Schuldners gehört hatten,

jedoch erst seit Konkursschluss entdeckt worden sind.

Aus diesem Gesichtspunkte haben sich sowohl Aufsichts-

behörden wie auch Gerichte mit der Fortdauer des Be-

schlagsrechtes der Masse befasst und geprüft, ob ein

bestimmtes nachträglich zur Masse gezogenes Vermögens-

stück erst seit Konkursschluss entdeckt oder als zum

Konkursvermögen gehörig erkannt worden sei (Aufsichts-

behörde : BGE 23 I 399 Erw. 3, 27 I 552 = Sep_-Ausg.

4 S. 190, BGE 34 I 873 = Sep.-Ausg. 11 S. 229, je Erw.

3, BGE 48 HI 12; Gerichte: BGE 23 II 1724 Erw. 4,

46 III 27, 50 III 134). Indessen besteht keine Veranlas-

sung, ein Betreibungsbegehren der Anfechtung durch

Beschwerde zu unterstellen, nur um die Nachprüfung der

in Frage stehenden Voraussetzung eines « Nachkonkurses II

durch die Aufsichtsbehörden zu ermöglichen. Vielmehr

mag es füglich bei der Einleitung der (durch Rechtsvor-

schlag gehemmten) Betreibung durch das Konkursamt

sein Bewenden haben. Kommt es, wie gewöhnlich bei

bestrittenen Ansprüchen, nach Art. 269 Abs. 3 SchKG

zur Anbietung der Abtretung an die zu Verlust gekom-

menen Konkursgläubiger, so kann der Drittschuldner sich

über eine hierauf erfolgende Abtretung immer noch

beschweren_ Namentlich aber steht ihm die Bestreitung

der Voraussetzungen der nachträglichen Geltendmachung

dieser Ansprüche im Prozesse selbst zu. Gerade mit

Rücksicht auf diese gerichtliche Zuständigkeit tun die

Aufsichtsbehörden gut, solche Massnahmen des Konkurs-

amtes im Zweifelsfalle bestehen zu lassen. Über den

Bestand der streitigen Ansprüche der Masse haben sie

ohnehin nicht zu befinden (BGE 481 II 14 Erw. 1). Mit

den zivilrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen (wobei hier

neben Art. 916 ff. OR namentlich die Art. 41 ff. OR in

Betracht fallen) hängt aber auch die Frage zusammen, ob

158

Schuldbetreibungs. und Konkursreeht. N0 41.

erhebliche Tatsachen. erst seit Konkursschluss entdeckt

worden seien. Dies näher zu untersuchen und massgebend

zu beurteilen, ist so :wenig Sache der Aufsichtsbehörden

wib des Konkursamtes selbst. Übrigens lag hier beim

Konkursschluss laut der Vernehmlassung des Konkurs-

amtes noch mindestens eine unerledigte Abtretung an

einen Konkursgläubiger vor. Deren Wirkung konnte das

Konkursverfahren überdauern (vgl. Art. 95 der Konkurs-

verordnung), und sofern sie einem von der Rekurrentin

desinteressierten Bauhandwerker erteilt war,

kommt

RechtJsnachfolge kraft Subrogation oder Zession in Frage.

Über all dies kann bei nicht abgeklärter Rechtslage nur der

Richter entscheiden. Die Aufsichtsbehörden mögen sich

hüten, dieser Entscheidung -durch voreilige Verneinung

der Anspruchsvoraussetzungen vorzugreifen.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird gutgeheissen, der angefochtene Ent-

scheid aufgehoben und die Beschwerde des Konstantin

Vecchi abgewiesen.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

40. Auszug aus dem Entscheid vom 29. Oktober 1947 i.S.

Genossenschaft Pensionskasse der Schweiz. Eleklrizitiits-

lverke.

NachTconhur8 (Art. 269 SchKG). Die Frage, ob man es mit neu

entdeckten Ansprüchen zu tun habe, ist unter Umständen

der· gerichtlichen Entscheidung vorzubehalten.

Art. 269 LP : La question de savoir si I'on est en presence de

pretentions ayant echappe a la liquidation doit etre le cas

echeant reservee a Ja juridiction ordinaire.

Art. 269 LEF : La questione se si sia in presenza di pretese che

non sono state incluse neUa liquidazione dev'essere eventual .

mente riservata al giudice ordinario.

Aus dem Tatbestand :

A. -Indem am 15. Mai I93geröffueten, am 27. Februar

194 7 geschlossenen Konkurs der Genossenschaft Elfriede

in Luzern kamen die Bauhandwerker zu Verlust. Sie

belangten die heutige Rekurrentin nach· Art. 841 ZGB

auf Ersatz und erhielten· mit Urteil des Obergerichtes

des Kantons Luzem vom 2. Mai 1945 Fr. '23,702.02 nebst

Zins und Kosten zugesprochen. Die Rekurrentin schreibt

den ihr damit entstandenen Schaden der Geschäftsgeba-

rung von Konstantin Vecchi und Karl Böni zu, die seiner-

zeit als einzige Genossenschafter die Ausführung des Bau-

projektes beschlossen hatten.

B. -

Am 13. Juni 1947 ersuchte die Rekurrentin das

Konkursamt um Einleitung . von Betreibungen für je

Fr. 100,000.- gegen Vecchi und Böni aus solidarischer

156

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 40.

Verantwortlichkeit «und andern HaftungsgrüDden ll, in

vorsorglichem Sinne, um einer Verjährung vorzubeugen.

«e<>llten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, so

müssten wir Sie verantwortlich machen für den Fall

dass unsere Klage gegen Vecchi und Böni abgewiese~

würde ». Das Konkursamt leitete die gewünschten Betrei-

bungen namens der Konkursmasse der Elfriede ein. Der

Zahlungsbefehl konnte dem Vecchi, nicht aber dem

unbekannt wohin verzogenen Böni zugestellt werden.

O. -

Auf Beschwerde des Vecchi wies die untere Auf-

sichtsbehörde das Konkursamt an, die gegen diesen ein-

geleitete Betreibung zurückzuziehen. Sie fand, da die Ver-

antwortlichkeitsansprüche der Konkursmasse der Elfriede

gegen Vecchi (und Böni) bereits im Konkursinventar ver-

zeichnet gewesen waren, handle es sich nicht um ein neu

entdecktes Aktivum. Daher fehle dem Konkursamt die

Verfügungsmacht gemäss Art. 269 SchKG. Die Rekurren-

tin zog diesen Entscheid ohne Erfolg an die obere kantonale

Aufsichtsbehörde. Deren Entscheid vom 24. September

194 7 steht zufolge des vorliegenden Rekurses zur Über-

prüfung.

Die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer zieht in

Erwäg'ltng:

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . .

3. -

Die Einleitung einer Betreibung gegen einen

(wirklichen ode; vermeintlichen) Schuldner des Konkursi-

ten (oder der Konkursmasse als solcher) gehört, ebenso

wie eine gewöhnliche Mahnung oder Kündigung, zu den-

jenigen Amtshandlungen der Konkursverwaltung, die in

den Bereich von deren Autonomie fallen. Solche Mass-

nahmen unterliegen nicht der Beschwerde, sie stellen

keine anfechtbaren « Verfügungen}) im Sinne von Art. 17

SchKG dar ...

4. -

Nach Konkursschluss hört freilich das Bell!ch1ags~

recht der Masse und damit jegliches Verfügungsrecht der

Konkursverwaltung grundsätzlich auf. Nur ausnahms-

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 40.

157

weise darf dieses Beschlagsrecht hernach· vom Konkurs-

amte nach Art. 269 SchKG noch ausgeübt werden:

bezüglich solcher Gegenstände, die bereits während des

Konkurses zum Vermögen des Schuldners gehört hatten,

jedoch erst seit Konkursschluss entdeckt worden sind.

Aus diesem Gesichtspunkte haben sich sowohl Aufsichts-

behörden wie auch Gerichte mit der Fortdauer des Be-

schlagsrechtes der Masse befasst und geprüft, ob ein

bestimmtes nachträglich zur Masse gezogenes Vermögens-

stück erst seit Konkursschluss entdeckt oder als zum

Konkursvermögen gehörig erkannt worden sei (Aufsichts-

behörde : BGE 23 I 399 Erw. 3, 27 I 552 = Sep_-Ausg.

4 S. 190, BGE 34 I 873 = Sep.-Ausg. 11 S. 229, je Erw.

3, BGE 48 HI 12; Gerichte: BGE 23 II 1724 Erw. 4,

46 III 27, 50 III 134). Indessen besteht keine Veranlas-

sung, ein Betreibungsbegehren der Anfechtung durch

Beschwerde zu unterstellen, nur um die Nachprüfung der

in Frage stehenden Voraussetzung eines « Nachkonkurses II

durch die Aufsichtsbehörden zu ermöglichen. Vielmehr

mag es füglich bei der Einleitung der (durch Rechtsvor-

schlag gehemmten) Betreibung durch das Konkursamt

sein Bewenden haben. Kommt es, wie gewöhnlich bei

bestrittenen Ansprüchen, nach Art. 269 Abs. 3 SchKG

zur Anbietung der Abtretung an die zu Verlust gekom-

menen Konkursgläubiger, so kann der Drittschuldner sich

über eine hierauf erfolgende Abtretung immer noch

beschweren_ Namentlich aber steht ihm die Bestreitung

der Voraussetzungen der nachträglichen Geltendmachung

dieser Ansprüche im Prozesse selbst zu. Gerade mit

Rücksicht auf diese gerichtliche Zuständigkeit tun die

Aufsichtsbehörden gut, solche Massnahmen des Konkurs-

amtes im Zweifelsfalle bestehen zu lassen. Über den

Bestand der streitigen Ansprüche der Masse haben sie

ohnehin nicht zu befinden (BGE 481 II 14 Erw. 1). Mit

den zivilrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen (wobei hier

neben Art. 916 ff. OR namentlich die Art. 41 ff. OR in

Betracht fallen) hängt aber auch die Frage zusammen, ob

158

Schuldbetreibungs. und Konkursreeht. N0 41.

erhebliche Tatsachen. erst seit Konkursschluss entdeckt

worden seien. Dies näher zu untersuchen und massgebend

zu beurteilen, ist so :wenig Sache der Aufsichtsbehörden

wib des Konkursamtes selbst. Übrigens lag hier beim

Konkursschluss laut der Vernehmlassung des Konkurs-

amtes noch mindestens eine unerledigte Abtretung an

einen Konkursgläubiger vor. Deren Wirkung konnte das

Konkursverfahren überdauern (vgl. Art. 95 der Konkurs-

verordnung), und sofern sie einem von der Rekurrentin

desinteressierten Bauhandwerker erteilt war,

kommt

RechtJsnachfolge kraft Subrogation oder Zession in Frage.

Über all dies kann bei nicht abgeklärter Rechtslage nur der

Richter entscheiden. Die Aufsichtsbehörden mögen sich

hüten, dieser Entscheidung -durch voreilige Verneinung

der Anspruchsvoraussetzungen vorzugreifen.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird gutgeheissen, der angefochtene Ent-

scheid aufgehoben und die Beschwerde des Konstantin

Vecchi abgewiesen.