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64_II_335

BGE 64 II 335

Bundesgericht (BGE) · 1938-09-14 · Deutsch CH
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Dispositiv
  1. Urteil der 11. Zivila.bteilung Tom 27. Oktober 1938 i. So Oederlin gegen Koeradorff und Weiss. Erbeinsetzungs- und Vermächtnisvertrag; I '11' V rf"gung' Anfor- einseitige Aufhebl.mg durch etztWl Ige e u , derungen an den Inhalt dieser Verfügung; Auslegung der- selben. ZGB Art. 513 ; 494 Abs. 3 ; 478. Am 6. Juli 1934 starb in Zürich Frau Lilly Oederlin geb. Moersdorff. Als gesetzliche E~hen hin.terli~s sie ihren Ehemann Edmund Oederlin, nut dem SIe se1t 1933 im Scheidungsprozess stand, und ihre heiden Kinder Sonja und Rosmarie Oederlin. Mit ihrem Ehemann hatte sie am 9. Juli 1925 einen Erbvertrag abgeschlossen, durch
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Familienrecht. No 54.

d'action etait imminente en Suisse, s'est declare regu<

lierement saisi.

Par arret du 14 septembre 1938, le Tribunal cantonal

vaudois, reformant cette decision, a juge que le Tribunal

de premiere instance aurait du admettre l'exception de

litispendance et se dessaisfr de 1 'affaire.

Dame Tensi a forme contre cet arret un recours de

. droit civil en invoquant les dispositions sous chiffres I,

2 et 3 de l'art. 87 OJF.

Le Tribunal federal a rejete le recours.

Extrait des moti/s :

A l'appui de son recours de droit civil, la recourante

invoque la violation de l'art. 87 OJF.

Le. cas prevu au . chiffre premier de cette disposition

n'est 6videmment pas realise en l'espece.

En ce qui concerne le casprevu auchifIre 2, il ne l'est

pas davantage. C'est a tort que la recourante se plaint

que le Tribunal cantonal ait meconnu les dispositions des

art. 7 h et 7 i de la loi federale sur les rapports de droit

civil des citoyens etablis o~ en: sejour. Ces dispositions

sont etrangeres au litige. La Cour cantonale n'avait

aucunement a rechercher si dame Tensi, en sa . quaIite

d'etrangere, etait recevable a ouvrir action en Suisse. Ce

point n'etait pas conteste. Ce qu'on lui a object6, c'est

qu'une action ayant le meme objet etait deja pendante

devant un tribunal italien, egalement competent. Mais

des l'instant on l'on admet que l'action pouvaitetre

port6e aussi bien devant la juridiction jtalienne que

devant le tribunal suisse, -

et· effectivement la compe-

tence des tribunaux italiens ne saurait etre serieusement

contesWe au regard des dispositions de la Convention -

iI est evident que le Iitige ne dependait plus que du merite

de l'exception de Iitispendance, point sur Iequel le· Tri-

bunal federal n'a pas a se prononcer. C'esten vain qu'on

voudrait argumenter acepropos de la decisioil rendue

par le Tribunal federal dans la cause Dupre (RO 64 II

.Fa.rniJienre("hL Ku 55.

335

p. 71). En effet, si le Tribunal federal a alors aborde la

question de litispendance, c'est uniquement parce que la

question de competence, de la solution de laquelle depen-

dait la solution de la premiere, etait elle-meme en dis-

cussion. Or il n'en est pas de meme en l'espece. Comme

on l'a deja releve, I'arret attaque ne s'est pas refuse a

reconnaitre la competence de la juridiction suisse; il

s'est borne a dire que cette juridiction ne pouvait etre

valablement saisie puisque la meme action etait deja

pendante devant UD tribunal italien. Une teIle decision

ne comporte aucune violation de la loi sur les rapports

de droit civil.

Quant au cas vise au chiffre 3 de l'art. 87, il ne saurait

etre invoque non plus. Aucune regle de for du droit federal

n'a etC violee en l'espece.

55. Urteil der II. ZivUabteilung vom 9. November 1935

i. S. leUer

gegen Belirkarat und VOrD1udachaftsbehörde Zürich.

Kantonaler

Instanzenzug

in

Vormund-

schaftssachen :

Die Beschränkung des kantonalen Instanzenzuges auf die in

Art. 361 ZGB zulässig erklärte Zahl von zwei Instanzen der

Aufsichtsbehörde gilt nur für die kraft eidgenös8ischen Rechtes

den vormundoohaftlichen Behörden übertragenen Obliegen-

heiten.

ZGB Art. 361 u. z. B. Art.. 283, 284 im Unterschied zu Art. 285,

287, 288.

Der Beschwerdeführer Albert Zeller stellte bei den

Zürcher Behörden das Gesuch, es sei die ihm entzogene

elterliche Gewalt über seine drei Kinder wieder herzu-

stellen. Auf Antrag der Vormundschaftsbehörde wies der

Bezirksrat dieses Gesuch ab, ebenso mit Verfügung vom

1. Oktober 1938 die Justizdirektion des Kantons Zürich,

an die Zell er rekurrierte. Gegen diese Verfügung hat

Zeller die zivilrechtliche Beschwerde an das Bundes-

gericht erhoben.

336

Familieurecht. N0 55.

Dtts Bu.ndesgericht zieht in Enoägung :

Die zidlr~chtli('he Beschwerde ist nur zulässig gegen

}~ntscheide der letzten kantonalen Instanz (Art. 86 des

Gesetzes über die Organisation der Bundesrechtspßege).

Die Justizdirektion des Kantons Zürich, welche die ange-

fochtene Verfügung erlassen hat, wäre letzte Instanz,

wenn es sich heim vorliegenden Streit um eine Vormulld-

schaftssache handeln 'würde : denn da sie die zweite vor-

mundschaftliche Aufsichtsbehörde ist, wäre nach der Aus-

legung, die Art. 361 ZGB durch die Praxis gefunden hat,

{'in \Veiterzug an eine dritte kantonale Instanz von Bun-

desrechts wegen unzulässig (BGE 47 II 17 E. 2). Diese

Besehränkung des Instanzenzuges gilt indessen nur für

die kraft eidgenössischen Rechtes den vormundschaftliehpll

Behörden ühertragenen Obliegenheiten.

\VällI'('nd dip!,

für die Killdesschutzmassnahmen im Sinne von Art. 2H:.l

und für die Versorgung der Kinder gemäss Art. 284 ZGB

zutrifft, i>:t mit Bezug auf die Entziehung und \\Tiederher-

stellung der elterlichen C'..ewalt den Kantonen die I~zeich­

nung der zuständigen Behörden freigestellt (ZGB Art. 285,

287 und 288). Sie können Verwaltungs- oder Gerichts-

behörden oder in der Instanzenordnung auch beide zu-

sammen damit betrauen, wie Zürich es hinsichtlich des

Entzuges der elterlichen Gewalt getan hat (§ 70 EG zum

ZGB). Sie können diese Aufgabe aber auch den vormund-

schaftlichen Behörden überlassen, wie es in Zürich gemäss

§ 71 des EG zum ZGB für Entscheidungen über die Wie-

derherstellung der elterlichen Gewalt der Fall ist. Sind

dergestalt die vormundschaftlichen Behörden zuständig

erklärt, RO sind ihre Massllahmen dennoch keine vormund-

schaftlichen im Sinne des eidgenössischen Rechtes, und

eine Einschränkung des kantonalen Instanzenzuges auf

die in Art. 3m bezeichneten Organe kann für sie nicht

Platz greifen. Anders sind auch die Ausführungen in

BGE 47 II 17 E.2, die in Verbindung mit der Erwägung 1

das Gegenteil auszusprechen scheinen, nicht zu verstehen;

Erbrecht. N° 56.

jenes Urteil befasste sich zwar ebenfalls mit der Frage der

elterlichen Gewalt, doch war formell der kantonale Ent-

scheid als Vormundschaftssache ausgestaltet. Die vor-

liegend angefochtene Verfügung hingegen betrifft formell

und sachlich nur die Frage der Wiederherstellung der

elterlichen Gewalt; sie hätte gemäss § 13 des zürcherischen

Gesetzes über die Organisation und Geschäftsführung des

Regierungsrates vom 26. Februar 1899 (Sammelband I

S. 178) noch an den Gesamtregierungsrat weiter~ezogen

werden können. Einen letztinstanzlichen EntscheId stellt

sie somit nicht dar.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

Vgl. auch NI'. 65. -

Voir aussi n° 65.

II. ERBRECHT

DROIT DES SUCCESSIONS

56. Urteil der 11. Zivila.bteilung Tom 27. Oktober 1938

i. So Oederlin gegen Koeradorff und Weiss.

Erbeinsetzungs-

und Vermächtnisvertrag;

I

'11'

V rf"gung' Anfor-

einseitige Aufhebl.mg durch etztWl Ige

e u

,

derungen an den Inhalt dieser Verfügung; Auslegung der-

selben.

ZGB Art. 513; 494 Abs. 3; 478.

Am 6. Juli 1934 starb in Zürich Frau Lilly Oederlin

geb. Moersdorff.

Als gesetzliche E~hen hin.terli~s sie

ihren Ehemann Edmund Oederlin, nut dem SIe se1t 1933

im Scheidungsprozess stand, und ihre heiden Kinder

Sonja und Rosmarie Oederlin. Mit ihrem Ehemann hatte

sie am 9. Juli 1925 einen Erbvertrag abgeschlossen, durch