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Staatsrecht.
que la LP leur :,assure par ailleurs (RO 28 I 209, 224;
53 I 390).
Sans doute, le :juge n'est-il pas tenn, du point de vue de
l'arbitraire, d'interpreter les dispositions legales qui
assurent le privilege de I'Etat d'une maniere purement
restrictive. Peut-etre pourrait-il assimiler aux objets dont
le prevenu est trouve porteur, lors de son arrestation, ceux
qui . sont dans un rapport immediat avec sa personne;
ainsi Ja valise consignee an chemin de fer et dont le pre-
venu porte le recepisse. Mais encore faudrait-il que l'inter-
pretation donnee ne fftt pas en contradiction evidente
avec le texte legal 6t les intentions du 16gislateur.
3. -
En circonscrivant d'nne maniere etroite, a I'art. 528
CPP neuch., les cas de confiscation au profit de I'Etat, le
legislateur reservait, pour tous les autres cas, l'application
de la LP et, partant, les droits des creanciers du prevenu.
L'assimilation des « valeurs rentrant au prevenu en cours
d'enquete » aux « objets mobiliers, valeurs ou especes dont
le prevenu est trouve porteur au moment de son arresta-
tion » modifie profondement le sens et la portee de l'art.
528; de plus, elle restreint sensiblement les droits des tiers
creanciers. En l'espece, l'envoi litigieux n'a eM delivre que
bien apres le 21 mars 1937, date de l'incarceration de
Gauthier et l'on ne peut evidemment dire que le pli etait,
lors de l'arrestation, en rapport immediat avec la personne
du prevenu ou, encore moins, que celui-ci en etait porteur.
La decision attaquee est donc en contradiction manifeste
avec le texte clair de la loi.
4. -
Le recours devant, des lors, etre admis, il est
inutile d'examiner les autres moyens produits par le
recourant.
5. -
Vu la nature et la fonction du recours de droit
public, la Cour de ceans n'a pas a se prononcer sur les con-
clusions qui tendent a la remise de la somme sequestree.
Le recourant doit etre renvoye a faire valoir devant les
autorites cantonales competentes ses droits eventueis
contre le Bureau de recettes.
Ausübung der wissenschaftlichen Berufsarten. No 55.
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Par ces nwti/s, le Tribunal fediral
admet le recours dans le sens des motifs, annule la deci-
sion du President de la Cour d'assises du canton de Neu-
chatel du 8 juillet 1937.
Vgl. auch Nr. 57. -
Voir aussi n° 57.
II. AUSOBUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN
BERUFSARTEN
EXERCICE DES PROFESSIONS LmERALES
55. Urteil vom 19. November lSS7
i. S. I. S. gegen Appellationsgerloht Basel-Sia.dl.
Einem Anwalt, der auf die Berufsausübung in demjenigen Kanton
verzichtet, in welchem er den Fähigkeitsausweis erlangt hatte,
darf die Berufsausübung in andem Kantonen im Hinblick
auf diesen Verzicht nur verweigert werden, wenn infolge des
Verzichts der Fähigkeitsausweis ungültig geworden ist.
A. -
Der Rekurrent hat im Jahre 1923 das thurgauische
Anwaltspatent und im gleichen Jahre die Bewilligung zur
Ausübung des Berufes eines Rechtsanwaltes im Kanton
Zürich, 1930 im Kanton Basel-Stadt erworben.
Am 9. März 1933 entzog ihm das Obergericht des Kan-
tons Thurgau die Berechtigung zur Ausübung seines Be-
rufes auf ein Jahr. Den Anlass dazu bot eine Strafunter-
suchung wegen Unterschlagung, bezw. Betrug, die unter
Kostenauflage an S. niedergeschlagen worden war. Die
Publikation der Disziplinarmassnahme konnte der Re-
kurrent dadurch abwenden, dass er erklärte, auf die Aus-
übung der Anwaltstätigkeit im Kanton Thurgau dauernd
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Staatsrecht.
zu verzichten. Das Obergericht nahm von dem Verzicht
KeImtnis und teilte ihn den Bezirksgerichten, der Staats-
kanzlei und de"m thurgauischen Anwaltsverband mit.
Anl 1. Dezember 1933 erklärte das Zürcher Obergericht
die Bewilligung zur Ausübung des Anwaltsberufes im
Kanton Zürich als dahingefallen, wobei es davon ausging,
dass mit dem Erlöschen der Berechtigung zur Berufsaus-
übung in dem Kanton, der den Fähigkeitsausweis ausge-
stellt hat, auch die Voraussetzung der Bewilligung der
Berufsausübung im Kanton Zürich dahinfalle. S. hat sich
gegen diese Auffassung verwahrt, den Beschluss des Ober-
gerichtes aber nicht angefochten.
B. -
Am l7. Juli 1937 eröffnete das Appellationsgericht
des Kantons Basel-Stadt dem Rekurrenten, dass mit dem
Erlöschen der Berechtigung zur Ausübung des Anwalts-
berufes im Kanton Thurgau die Voraussetzungen der
Bewilligung der Berufsausübung im Kanton Basel-Stadt
auf Grund des Artikels 5 der Übergangsbestimmungen zur
Bundesverfassung dahingefallell seien.
Der Rekurrent erhebt die staatsrechtliche Beschwerde.
Er beantragt Aufhebung de Beschlusses des Appellations-
gerichtes wegen Verletzung von Art. 5 Üb.Best. zur BV,
eventuell auch von Art. 4 BV. l\fit dem Verzicht auf die
Berufsausübung im Kanton Thurgau sei sein Befähigungs-
ausweis nicht erloschen, sein Anwaltspatent nicht auf-
gehoben worden. Die Berufsbewilligung könne ihm daher
in andern Kantonen nicht unter Berufung auf seine Ver-
zichtserklärung im Kanton Thurgau entzogen werden.
Das AppellatiollSgericht beantragt Abweisung der Be-
schwerde. In einem vorbehaltlosen und dauernden Ver-
zicht auf die Berufsausübung sei der Verzicht auf die aus
dem Befähigungsausweis fliessenden Rechte inbegriffen.
Im Verfahren vor Bundesgericht ist versucht worden
durch eine Anfrage beim Obergericht des Kantons Thur-
gau abzuklären, ob nach thurgauischem Recht· mit dem
Entzug des Anwaltspatentes auch der Befähigungsausweis
erlösche. Das Obergericht des Kantons Thurgau hat am
Ausübung der wissenschaftlichen Berufsarren. N0 55.
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'10. November 1937 erklärt, dass nach seiner Meinung in
dem Verzicht des S. auf die Berufsausübung im Kanton
Thurgau ein Verzicht auf den thurgauischen Befähigungs-
ausweis nicht liege.
« Die Frage, um deren Beantwortung
Sie uns speziell ersuchen, d. h. wie es im Kanton Thurgau
gehandhabt werde, wenn ein Anwalt, dem seine Bewilli-
gung zur Ausübung des Anwaltsberufes im Kanton Thur-
gau aus irgend einem Grunde entzogen worden war,
neuerdings um die Erteilung des Patentes nachsucht,
musste hier unseres Wissens noch nie behandelt werden;
wir sind daher nicht in der Lage, auf Grund einer beste-
henden Praxis zu ihr Stellung zu nehmen».
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
1. -
Nach Art. 5 der Überg. Best. zur BV sind die
Personen, welche von einem Kanton oder einer mehrere
Kantone repräsentierenden Konkordatsbehörde einen Fä-
higkeitsausweis erlangt haben, zur Ausübung ihres Be-
rufes in der ganzen Eidgenossenschaft befähigt. Nimmt
man diese Vorschrift wörtlich, dann könnte man dazu
kommen, lediglich auf die Tatsache der E I' I a n gun g
des Ausweises abzustellen und zwar so, dass derjenige,
dem er einmal erteilt ist, einen unentziehbaren Anspruch
auf Zulassung in allen andern Kantonen hat, ohne Rück-
sicht darauf, ob der Ausweis später wieder dahinfallt.
Diese Auslegung, die übrigens vom Rekurrenten nicht
vertreten wird, würde aber offenbar dem Sinn der Vor-
schrift nicht gerecht. Diese ist vielmehr dahin zu ver-
stehen, dass Personen, welche im Besitz eines g ü 1 t i gen
Fähigkeitsausweises sind, ein Recht auf die in Art. 5 der
Überg. Best. zur BV vorgesehene Freizügigkeit haben. Ob
ein Ausweis gültig ist, hängt vom Recht des ausstellenden
Kantons ab. Dieser (oder die allfällige Konkordatsbe-
hörde) bestimmt, ob ein erteilter Ausweis unwiderruflich
ist oder ob -
und wenn ja, unter welchen Umständen -
er seine Gültigkeit verlieren kann. So können die Fähig-
keitszeugnisse z. B. nur für eine bestimmte Zeit ausgestellt
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Staatsrecht.
illld deren Ern~uerilllg von der Ablegilllg einer neuen
Prüfung abhäuWg gemacht werden, oder es kann für
gewisse Fälle atich der Entzug des Ausweises vorgesehen
werden.
2. -
Es kommt also darauf an, ob der dem Rekunenten
im Kanton Thurgau ausgestellte Befähigilllgsausweis noch
Geltung hat. Das Obergericht des Kantons Thurgau hat
die Anfrage des Bundesgerichtes, ob der thurgauische
Befähigilllgsausweis unabhängig sei von der Bewilligung
zur Berufsausübung im Kanton, nicht grundsätzlich beant-
wortet, da eine Praxis hierüber fehle. Dagegen hält es
dafür, dass sich die Verzichterklärung des Rekurrenten auf
die Berufsausübung im Kanton Thurgau beschränkt habe
und einen Verzicht auf den Befähiglllgsausweis nicht in
sich schliesse. Es muss daher davon ausgegangen werden,
dass der Befähigungsa~weis noch gilt. Dann beruht der
Beschluss des Appellationsgerichtes Basel-Stadt, der einzig
mit dem Erlöschen des Rechtes zur Berufsausübung . im
Kanton Thurgau begründet worden ist, auf der irrtüm-
lichen Voraussetzung, dass damit auch der thurgauische
Befähigilllgsausweis erloschen sei. Der Beschluss ist des-
halb aufzuheben. Offen bleibt, ob dem Rekunenten die
Bewilligung zur Berufsausübung im Kanton Basel-Stadt
aus andern Gründen verweigert werden dürfte (BGE 58 I
S. 28 f.). Das Appellationsgericht hat diese Frage weder
in der Begründung seines Beschlusses, noch in der Ver-
nehmlassilllg auf die vorliegende Beschwerde berührt ....
Demnack erkennt das Bundesgericht :
Die Beschwerde wird gutgeheissen illld der Beschluss
des Appellationsgerichtspräsidenten von Basel-Stadt vom
17. Juli 1937 aufgehoben.
Vereinsfreiheit. N° 56.
III. VEREINSFREIHEIT
LffiERTE D'ASSOCIATION
56. E:ltrait cl. l'mlt clu 3 clecembre 1931
dans Ja cause Barraud et consorta
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contre Loi 1l8uohätelois. interdisant le particomm1lD1stt.
L'art. 56 CF pennet aux cantons d'interdire les associations sub-
versives (consid. 3).
.
Le pani communiste peut etre range actuellement au nombre des
associations subversives (consid. 4).
Le ItJgislateura pouvoir de prohiber non seulement les associations
subversives en general, mais encore teIle association particu-
lim, lorsque, sans arbitraire, il peut estimer cette mesure
necessaire pour atteindre le but qu'il se propose : empecher
les mouvements subversifs (consid. 5).
Ä. -
La loi neuchateloise du 23 fevrier 1937 portant
interdiction des organisations communistes ou subversives
d6crete que le parti communiste est dangereux pour l'Etat
et illegal et lui interdit toute activit6 politique ou autre
sur territoire neuchatelois; le Conseil d'Etat est charge
de dissoudre les organisations illicites (art. I). Elle interdit
egalement l'offre, la remise, l'envoi ou la distribution de
tous journaux, 6crits, feuilles volantes, manifestes et autre
materiel de propagande ayant illl caractere communiste
ou subversif (art. 2). L'exercice d'illl mandat public et
d'une fonction administrative ou poo.agogique est declare
incompatible avec le fait d'l\tre membre du parti commu-
niste, d'une organisation qui s'y rattache ou qui s'en ins-
pire (art. 3 al. 1). En consequence, l'entree en vigueur de
la 10i emporte de plein droit l'annulation des mandats
publics attribues ades communistes et la resiliation des
rapports de service des fonctionnaires, employes et ouvriers
da l'Etat ou des communes, appartenant soit au parti
communiste, soit aux organisations qui s'y rattachent ou
qui s'en inspirent (art. 3 al. 2). Les personnes qui, sans se