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63_I_277

BGE 63 I 277

Bundesgericht (BGE) · 1937-01-01 · Deutsch CH
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Staatsrecht.

que la LP leur :,assure par ailleurs (RO 28 I 209, 224;

53 I 390).

Sans doute, le :juge n'est-il pas tenn, du point de vue de

l'arbitraire, d'interpreter les dispositions legales qui

assurent le privilege de I'Etat d'une maniere purement

restrictive. Peut-etre pourrait-il assimiler aux objets dont

le prevenu est trouve porteur, lors de son arrestation, ceux

qui . sont dans un rapport immediat avec sa personne;

ainsi Ja valise consignee an chemin de fer et dont le pre-

venu porte le recepisse. Mais encore faudrait-il que l'inter-

pretation donnee ne fftt pas en contradiction evidente

avec le texte legal 6t les intentions du 16gislateur.

3. -

En circonscrivant d'nne maniere etroite, a I'art. 528

CPP neuch., les cas de confiscation au profit de I'Etat, le

legislateur reservait, pour tous les autres cas, l'application

de la LP et, partant, les droits des creanciers du prevenu.

L'assimilation des « valeurs rentrant au prevenu en cours

d'enquete » aux « objets mobiliers, valeurs ou especes dont

le prevenu est trouve porteur au moment de son arresta-

tion » modifie profondement le sens et la portee de l'art.

528; de plus, elle restreint sensiblement les droits des tiers

creanciers. En l'espece, l'envoi litigieux n'a eM delivre que

bien apres le 21 mars 1937, date de l'incarceration de

Gauthier et l'on ne peut evidemment dire que le pli etait,

lors de l'arrestation, en rapport immediat avec la personne

du prevenu ou, encore moins, que celui-ci en etait porteur.

La decision attaquee est donc en contradiction manifeste

avec le texte clair de la loi.

4. -

Le recours devant, des lors, etre admis, il est

inutile d'examiner les autres moyens produits par le

recourant.

5. -

Vu la nature et la fonction du recours de droit

public, la Cour de ceans n'a pas a se prononcer sur les con-

clusions qui tendent a la remise de la somme sequestree.

Le recourant doit etre renvoye a faire valoir devant les

autorites cantonales competentes ses droits eventueis

contre le Bureau de recettes.

Ausübung der wissenschaftlichen Berufsarten. No 55.

277

Par ces nwti/s, le Tribunal fediral

admet le recours dans le sens des motifs, annule la deci-

sion du President de la Cour d'assises du canton de Neu-

chatel du 8 juillet 1937.

Vgl. auch Nr. 57. -

Voir aussi n° 57.

II. AUSOBUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN

BERUFSARTEN

EXERCICE DES PROFESSIONS LmERALES

55. Urteil vom 19. November lSS7

i. S. I. S. gegen Appellationsgerloht Basel-Sia.dl.

Einem Anwalt, der auf die Berufsausübung in demjenigen Kanton

verzichtet, in welchem er den Fähigkeitsausweis erlangt hatte,

darf die Berufsausübung in andem Kantonen im Hinblick

auf diesen Verzicht nur verweigert werden, wenn infolge des

Verzichts der Fähigkeitsausweis ungültig geworden ist.

A. -

Der Rekurrent hat im Jahre 1923 das thurgauische

Anwaltspatent und im gleichen Jahre die Bewilligung zur

Ausübung des Berufes eines Rechtsanwaltes im Kanton

Zürich, 1930 im Kanton Basel-Stadt erworben.

Am 9. März 1933 entzog ihm das Obergericht des Kan-

tons Thurgau die Berechtigung zur Ausübung seines Be-

rufes auf ein Jahr. Den Anlass dazu bot eine Strafunter-

suchung wegen Unterschlagung, bezw. Betrug, die unter

Kostenauflage an S. niedergeschlagen worden war. Die

Publikation der Disziplinarmassnahme konnte der Re-

kurrent dadurch abwenden, dass er erklärte, auf die Aus-

übung der Anwaltstätigkeit im Kanton Thurgau dauernd

278

Staatsrecht.

zu verzichten. Das Obergericht nahm von dem Verzicht

KeImtnis und teilte ihn den Bezirksgerichten, der Staats-

kanzlei und de"m thurgauischen Anwaltsverband mit.

Anl 1. Dezember 1933 erklärte das Zürcher Obergericht

die Bewilligung zur Ausübung des Anwaltsberufes im

Kanton Zürich als dahingefallen, wobei es davon ausging,

dass mit dem Erlöschen der Berechtigung zur Berufsaus-

übung in dem Kanton, der den Fähigkeitsausweis ausge-

stellt hat, auch die Voraussetzung der Bewilligung der

Berufsausübung im Kanton Zürich dahinfalle. S. hat sich

gegen diese Auffassung verwahrt, den Beschluss des Ober-

gerichtes aber nicht angefochten.

B. -

Am l7. Juli 1937 eröffnete das Appellationsgericht

des Kantons Basel-Stadt dem Rekurrenten, dass mit dem

Erlöschen der Berechtigung zur Ausübung des Anwalts-

berufes im Kanton Thurgau die Voraussetzungen der

Bewilligung der Berufsausübung im Kanton Basel-Stadt

auf Grund des Artikels 5 der Übergangsbestimmungen zur

Bundesverfassung dahingefallell seien.

Der Rekurrent erhebt die staatsrechtliche Beschwerde.

Er beantragt Aufhebung de Beschlusses des Appellations-

gerichtes wegen Verletzung von Art. 5 Üb.Best. zur BV,

eventuell auch von Art. 4 BV. l\fit dem Verzicht auf die

Berufsausübung im Kanton Thurgau sei sein Befähigungs-

ausweis nicht erloschen, sein Anwaltspatent nicht auf-

gehoben worden. Die Berufsbewilligung könne ihm daher

in andern Kantonen nicht unter Berufung auf seine Ver-

zichtserklärung im Kanton Thurgau entzogen werden.

Das AppellatiollSgericht beantragt Abweisung der Be-

schwerde. In einem vorbehaltlosen und dauernden Ver-

zicht auf die Berufsausübung sei der Verzicht auf die aus

dem Befähigungsausweis fliessenden Rechte inbegriffen.

Im Verfahren vor Bundesgericht ist versucht worden

durch eine Anfrage beim Obergericht des Kantons Thur-

gau abzuklären, ob nach thurgauischem Recht· mit dem

Entzug des Anwaltspatentes auch der Befähigungsausweis

erlösche. Das Obergericht des Kantons Thurgau hat am

Ausübung der wissenschaftlichen Berufsarren. N0 55.

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'10. November 1937 erklärt, dass nach seiner Meinung in

dem Verzicht des S. auf die Berufsausübung im Kanton

Thurgau ein Verzicht auf den thurgauischen Befähigungs-

ausweis nicht liege.

« Die Frage, um deren Beantwortung

Sie uns speziell ersuchen, d. h. wie es im Kanton Thurgau

gehandhabt werde, wenn ein Anwalt, dem seine Bewilli-

gung zur Ausübung des Anwaltsberufes im Kanton Thur-

gau aus irgend einem Grunde entzogen worden war,

neuerdings um die Erteilung des Patentes nachsucht,

musste hier unseres Wissens noch nie behandelt werden;

wir sind daher nicht in der Lage, auf Grund einer beste-

henden Praxis zu ihr Stellung zu nehmen».

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

1. -

Nach Art. 5 der Überg. Best. zur BV sind die

Personen, welche von einem Kanton oder einer mehrere

Kantone repräsentierenden Konkordatsbehörde einen Fä-

higkeitsausweis erlangt haben, zur Ausübung ihres Be-

rufes in der ganzen Eidgenossenschaft befähigt. Nimmt

man diese Vorschrift wörtlich, dann könnte man dazu

kommen, lediglich auf die Tatsache der E I' I a n gun g

des Ausweises abzustellen und zwar so, dass derjenige,

dem er einmal erteilt ist, einen unentziehbaren Anspruch

auf Zulassung in allen andern Kantonen hat, ohne Rück-

sicht darauf, ob der Ausweis später wieder dahinfallt.

Diese Auslegung, die übrigens vom Rekurrenten nicht

vertreten wird, würde aber offenbar dem Sinn der Vor-

schrift nicht gerecht. Diese ist vielmehr dahin zu ver-

stehen, dass Personen, welche im Besitz eines g ü 1 t i gen

Fähigkeitsausweises sind, ein Recht auf die in Art. 5 der

Überg. Best. zur BV vorgesehene Freizügigkeit haben. Ob

ein Ausweis gültig ist, hängt vom Recht des ausstellenden

Kantons ab. Dieser (oder die allfällige Konkordatsbe-

hörde) bestimmt, ob ein erteilter Ausweis unwiderruflich

ist oder ob -

und wenn ja, unter welchen Umständen -

er seine Gültigkeit verlieren kann. So können die Fähig-

keitszeugnisse z. B. nur für eine bestimmte Zeit ausgestellt

280

Staatsrecht.

illld deren Ern~uerilllg von der Ablegilllg einer neuen

Prüfung abhäuWg gemacht werden, oder es kann für

gewisse Fälle atich der Entzug des Ausweises vorgesehen

werden.

2. -

Es kommt also darauf an, ob der dem Rekunenten

im Kanton Thurgau ausgestellte Befähigilllgsausweis noch

Geltung hat. Das Obergericht des Kantons Thurgau hat

die Anfrage des Bundesgerichtes, ob der thurgauische

Befähigilllgsausweis unabhängig sei von der Bewilligung

zur Berufsausübung im Kanton, nicht grundsätzlich beant-

wortet, da eine Praxis hierüber fehle. Dagegen hält es

dafür, dass sich die Verzichterklärung des Rekurrenten auf

die Berufsausübung im Kanton Thurgau beschränkt habe

und einen Verzicht auf den Befähiglllgsausweis nicht in

sich schliesse. Es muss daher davon ausgegangen werden,

dass der Befähigungsa~weis noch gilt. Dann beruht der

Beschluss des Appellationsgerichtes Basel-Stadt, der einzig

mit dem Erlöschen des Rechtes zur Berufsausübung . im

Kanton Thurgau begründet worden ist, auf der irrtüm-

lichen Voraussetzung, dass damit auch der thurgauische

Befähigilllgsausweis erloschen sei. Der Beschluss ist des-

halb aufzuheben. Offen bleibt, ob dem Rekunenten die

Bewilligung zur Berufsausübung im Kanton Basel-Stadt

aus andern Gründen verweigert werden dürfte (BGE 58 I

S. 28 f.). Das Appellationsgericht hat diese Frage weder

in der Begründung seines Beschlusses, noch in der Ver-

nehmlassilllg auf die vorliegende Beschwerde berührt ....

Demnack erkennt das Bundesgericht :

Die Beschwerde wird gutgeheissen illld der Beschluss

des Appellationsgerichtspräsidenten von Basel-Stadt vom

17. Juli 1937 aufgehoben.

Vereinsfreiheit. N° 56.

III. VEREINSFREIHEIT

LffiERTE D'ASSOCIATION

56. E:ltrait cl. l'mlt clu 3 clecembre 1931

dans Ja cause Barraud et consorta

281

contre Loi 1l8uohätelois. interdisant le particomm1lD1stt.

L'art. 56 CF pennet aux cantons d'interdire les associations sub-

versives (consid. 3).

.

Le pani communiste peut etre range actuellement au nombre des

associations subversives (consid. 4).

Le ItJgislateura pouvoir de prohiber non seulement les associations

subversives en general, mais encore teIle association particu-

lim, lorsque, sans arbitraire, il peut estimer cette mesure

necessaire pour atteindre le but qu'il se propose : empecher

les mouvements subversifs (consid. 5).

Ä. -

La loi neuchateloise du 23 fevrier 1937 portant

interdiction des organisations communistes ou subversives

d6crete que le parti communiste est dangereux pour l'Etat

et illegal et lui interdit toute activit6 politique ou autre

sur territoire neuchatelois; le Conseil d'Etat est charge

de dissoudre les organisations illicites (art. I). Elle interdit

egalement l'offre, la remise, l'envoi ou la distribution de

tous journaux, 6crits, feuilles volantes, manifestes et autre

materiel de propagande ayant illl caractere communiste

ou subversif (art. 2). L'exercice d'illl mandat public et

d'une fonction administrative ou poo.agogique est declare

incompatible avec le fait d'l\tre membre du parti commu-

niste, d'une organisation qui s'y rattache ou qui s'en ins-

pire (art. 3 al. 1). En consequence, l'entree en vigueur de

la 10i emporte de plein droit l'annulation des mandats

publics attribues ades communistes et la resiliation des

rapports de service des fonctionnaires, employes et ouvriers

da l'Etat ou des communes, appartenant soit au parti

communiste, soit aux organisations qui s'y rattachent ou

qui s'en inspirent (art. 3 al. 2). Les personnes qui, sans se