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63_II_173

BGE 63 II 173

Bundesgericht (BGE) · 1937-01-01 · Deutsch CH
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Obligationen recht. N° 35.

et la note marginale dit qu'il s'agit d'exceptions a la regle

selon laquelle la tentative est obligatoire « Ausnahmen ».

D'ou l'on peut conclure que la conciliation, sans etre

prevue dans ces cas, est cependant possible, en ce sens que

si une partie cite l'autre devant le juge conciliateur et que

celui-ci delivre un acte de non-conciliation, il ne procooe

pas a un acte qui, juridiquement, doit etre tenu pour nul

et non avenu. Quant a l'art. 129 OPO, il dispense cer-

taines causes de la conciliation en raison du domicile

ou de la qualite d'une des parties (demandeur domi-

cilie hors du canton, administration publique partie au

proces).

L'arret du Tribunal federal, 42 11 p. 103, parIe, il est

vrai, du cas ou la procooure cantonale « prescrit » «(vor-

schreibt ») la citation en conciliation, mais ne distingue en

realite pas entre la tentative obligatoire et Ia tentative

simplement facultative. Avec raison. Oette question n'est

pas essentielle. Ce qui importe du point de vue du droit

federal, ce n'est pas le caractere obligatoire ou facultatif

de la tentative de conciliation, c'est la constatation que

le demandeur a requis a un moment donne pour la premiere

fois la protection du juge, sous une forme determinee,

admise par le droit cantonal. Faire abstraction de la ten-

tative conciliatoire lorsque la loi cantonale ne l'ordonne

pas mais ne l'exclut pas non plus, ce serait faire patir le

demandeur de I'essai d'accommoder le conflit sous l'au-

torite du juge conciliateur avant de deposer son « memoire

introductif d'instance». Dans le present cas, la defende-

resse a ete citee en conciliation, elle n'a pas decline la com-

petence du juge de commune pour proceder a cet acte

preJiminaire; et le juge ne s'est pas non plus declare

d'office incompetent, il a, au contraire, delivre un acte

de non-conciliation. Ces faits memes montrent que la ten-

tative de conciliation pouvait valablement avoir lieu. En-

fin, il convient de remarquer que l'action n'etait pas fon-

dee uruquement sur les art. 86 LP et 62 et 6300, mais

que le demandeur invoquait aussi les art. 41 et 509 00.

.Obligationenrecht. N° 36.

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moyens sur lesquels la conciliation devait etre tentee selon

l'art. 127 OPO valaisan.

Il suit de ces considerations que, contrairement a l'avis

des premiers juges, le demandeur a intente l'action dans

le delai d'une annee fixee par l'art. 86 LP, que cette action

est fondee et que, des lors, le jugement attaque doit etre

confirme dans son dispositif.

Par ces motifs. le Tribunal fed&al

rejette le recours et confirme le jugement attaque.

36. Urteil der II. Zivila.bteilung vom 1. Juli 1937

i. S. Pa.pier-Handelsgellellscha.ft Zürich gegen Müller-Kessmer.

D 0 P P e I ver t r e tun g ist wie Kontrahieren mit Bich selbst

grundsätzlich unstatthaft.

Folge: Ungültigkeit des Geschäftsabschlusses; Vorbehalt der

Genehmigung.'

Entsprechende Anwendung dieser Regeln auf 0 r g a n e j ur i s -

t i s c her Per s 0 n e n.

---

Im Konkurs der Lagerhaus Giesshübel A.-G. in Zürich,

vormals Jucker-Wegmann A.-G., hat sich der als Gläubiger

kollozierte H. Müller-Messmer den Rechtsanspruch der

Konkursmasse auf Anfechtung des am 15. November 1932

von der jetzigen Gemeinschuldnerin mit der Papierhandels-

gesellschaft Zürich abgeschlossenen Kaufvertrages und

eventuell auf Admassierung der auf Grund dieses Ver-

trages an die Käuferin übertragenen Vermögenswerte

nach Art. 260 SchKG abtreten lassen. Demzufolge ver-

langt er mit der vorliegenden gegen die Papierhandelsge-

seIlschaft angehobenen Klage die Herausgabe bezw. Über-

tragung der betreffenden (näher bezeichneten) Vermögens-

werte, eventuell die Bezahlung eines Betrages von Fr.

53,062.57 mit Zins zu 5 % seit dem 19. Dezember 1933.

Die Beklagte widersetzt sich der Klage und verlangt even-

tuell widerklageweise die Ersetzung der Gegenleistung bis

zu Fr. 62,908.87. Die kantonalen Gerichte haben die

Klage zugesprochen und die Widerklage von der Hand

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Obligationenrecht. N0 36.

gewiesen. Die Beklagte zieht das Urteil des Obergerichtes

im Sinne ihrer Jrüheren Anträge an das Bundesgericht.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

1. -

Der Vertrag vom 15. November 1932 wurde von

A.. Jucker-Wegmann namens beider Vertragsparteien abge-

schlossen. Für die Verkäuferin und Zedentin handelte

er als deren einziger Verwaltungsrat, für die Käuferin und

Zessionarin als deren einziger Vorstand. Das Obergericht

erachtet demzufolge den Vertrag wegen unzulässiger Dop-

pelvertretung als ungültig (nichtig oder anfechtbar, was

offen gelassen wird). Mit Recht. Wie bereits entschieden

wurde, ist das Kontrahieren eines Stellvertreters mit sich

selbst wegen der in der Regel bestehenden Interessenkol-

lision grundsätzlich unzulässig. Eine Ausnahme greift nur

Platz, wo keine Gefahr der Benachteiligung des Vertretenen

durch den Vertreter besteht und daher anzunehmen ist,

jener habe diesem das « Selbstkontrahieren » gestattet

(BGE 39 II 566; 50 II 183; 5711 560). Gleiches gilt, was

in BGE 41 II 392 offen gelassen wurde, gemäss den dort

immerhin schon gemachten Andeutungen auch für die

Doppelvertretung, den Fall also, wo jemand, der zwar

nicht selbst Vertragspartei ist, als Vertreter beider Par-

teien handelt. Auch in diesem Falle liegen in der Regel

Interessengegensätze vor, aus denen die Gefahr erwächst,

dass der gemeinsame Vertreter die eine Partei zum Nach-

teil der andern begünstigen möchte. Das trifft nicht nur

bei rechtsgeschäftlicher, sondern ebenso bei gesetzlicher

Vertretung zu. Daher sind Selbstkontrahieren und Dop-

pelvertretung auch dann grundsätzlich unstatthaft, wenn

der Vertretene nicht selbst handeln oder einen andern

Vertreter bezeichnen kann. Den nämlichen Regeln ist

nun ferner die Handlungsmacht der Organe juristischer

Personen zu unterstellen. Wer OrgansteIlung hat, handelt

allerdings nicht als in einem Stellvertretungsverhältnis

stehender Dritter, sondern bringt unmittelbar den Willen

der Verbandsperson zum Ausdruck (Art. 55 ZGB). Allein

Obligationenrecbt. N° 36.

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'er hat wie ein gewöhnlicher Vertreter persönliche Interes-

sen, die denen der Verbandsperson zuwiderlaufen können,

und wenn er für zwei Parteien zugleich als Organ handelt,

besteht die Gefahr der Bevorzugung der einen Partei eben-

so wie beim Geschäftsabschluss durch einen gemeinsamen

Drittvertreter. Es mag dahingestellt bleiben, ob allgemein

oder unter bestimmten Voraussetzungen die damit gege-

benen Schranken der Handlungsmacht unbeachtlich wer-

den, wenn die zunächst vorhandene Gefahr der Benach -

teiligung der einen Vertragspartei durch die konkreten

Vertragsbestimmungen gebannt ist. Hier verhielt es sich

keineswegs so. Durch den angefochtenen Vertrag wurden

Waren der jetzigen Gemeinschuldnerin verschleudert, die

zudem ein Konkurrenzverbot zu Gunsten der Beklagten

einging. Dieser Vertrag ist nach dem Gesagten nicht

gültig zustandegekommen. Er war freilich nicht schlecht-

hin nichtig, vielmehr hätte der Mangel der Überschreitung

der Handlungsrnacht durch Genehmigung seitens eines

neuen Verwaltungsrates geheilt werden können, allenfalls

auf Fristansetzung durch die Beklagte hin, gleich wie ein

ohne Vollmacht für einen Andern abgeschlossenes Ge-

schäft von diesem genehmigt werden kann (Art. 38 OR;

vgl. REICHEL, Selbstkontrahieren des Vertreters, in SJZ

12 S. 25). An einer solchen Genehmigung fehlt es aber,

und sie hätte sich auch nicht rechtfertigen lassen.

Der Vertrag hält zudem der Anfechtung gemäss Art. 288

SchKG nicht stand, wie das Obergericht zutreffend darlegt.

2. -

Da die Konkursmasse durch Gegenleistungen der

Beklagten nur allenfalls im Sinne einer Verringerung der

Passivrnasse bereichert worden ist, hat das Obergericht

den widerklageweise geltend gemachten Gegenanspruch

mit Recht auf den Weg der nachträglichen Eingabe zur

Kollokation verwiesen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Ober-

gerichtes des Kantons Zürich vom 16. März 1937 bestätigt.