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56_II_199

BGE 56 II 199

Bundesgericht (BGE) · 1930-01-01 · Français CH
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Obligationenrecht. N° 32.

L. firent en cours d'instance. Il resulte en effet de leurs

explications, que la cession n'eut lieu que pour permettre

a J. de L., suspendu dans l'exercice de la profession d'avo-

• cat, de continuer, maIgre cette mesure, a plaider contre

dame C. T. D'apres J. de L., le prix de la cession equiva-

lait a la valeur nette de la realisation des droits eooes, ce

qui prouve qu'a la fin du proces il devait done rendre

compte de son activite au cedant. Le caractere fidueiaire

de l'acte du 19 avril 1920 resulte, au surplus, aussi du

fait que M. T., lequel en sa qualite de banquier tient

une comptabilite reguliere, n'a, d'apres les constatations

de fait du juge eantonal, pas inserit la cession dans ses

livres. Il admettait done que, malgre la cession, les biens

cooes etaient restes sa propriete.

Or, il est vrai que, a la difference du contrat simule,le

contrat fiduciaire est valable en principe, mais eette regle

comporte une exeeption lorsqu'il a ete conclu dans le but

d'eluder une prescription legale. Dans ce cas, en effet, il

est nul en vertu de l'art. 20 CO, lequel declare tels les

contrats qui ont pour objet une chose impossible, illicite

ou contraire aux mreurs.

La question de savoir si, dans une espece deteiminee,

un contrat a et6 eonclu dans le but d'eluder la loj. releve

du pouvoir d'appreeiation du juge. Celui-ei, ainsi que le

Tribunal fooerall'a declare dans son arret Savoy c. Muriset

(RO 54 II p. 429), doit rechereher dans ehaque eas parti-

eulier si la disposition legale,' que l'on a voulu eluder,

interdit un certain resultat, ou si elle ne l'autorise que dans

eertaines limites, qui echappent au droit de disposition des

parties, ou encore si, sans interdire le resultat, elle regle

les voies et les moyens de l'atteindre. Ce n'est que dans

eette dermere hypothese que le resultat peut etre valable-

ment atteint par des voies de droit autres que eelles qui

ont eM normalement prevues par le legislateur.

3. -

En l'espece, il n'est pas douteux qu'en conferant

a une autorite judiciaire le droit de suspendre un avocat

dans l'exercice de sa profession le legislateur valaisan a

ObIigationenrecht. N° 33.

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voulu interdire un resultat, c'est-a-dITe empecher que

l'avocat frappe par une peine disciplinaire de ce genre

puisse continuer a representer des tiers en justice. Il s'en-

suit qu'une mesure de cette nature ne saurait etre vala-

blement eludee et que partant la cession du 19 avril1920,

qui de l'aveu des recourants visait ce but, doit etre consi-

deree comme nulle, meme si elle n'a pas eM simulee.

4. -

La question de savoir si l'intimee peut se prevaloir

de cette nulliM ne saurait faire de doutes, l'acte du 19 avril

19.20 etant nul en vertu de I'art. 20 CO. Or, d'apres la

jurisprudence (RO 25 II 478, 27 II 120, 30 II 416 et 33

II 430) toute nulliM decoulant de eette prescription legale

doit etre relevee d'office par le juge, meme si les parties

ne la lui ont pas signalee.

Par ces moti/s, le Tribunal /ederal

rejette le recours et confirme le jugement attaque.

33. Urteil der I. Zivila.bteilung vom 17. Juni I980

i. S. E1ä.usler gegen Dr. Biroher.

Haftbarkeit des Chefs einer kantonalen Krankenanstalt dafür,

dass ein Patient im Fieber aus dem Fenster der Anstalt sprang

und sich hiebei beide Fersenbeine brach!

A. -

Der Kläger, Fridolin Kläusler, wurde am 26. Mai

1927 zwecks Vornahme einer Blinddarmoperation in die

kantonale Krankenanstalt Aarau verbracht. Die Opera-

tion wurde am gleichen Tage vorgenommen und verlief

normal; doch stellten sich am 28. Mai Fieber ein. Der

Kläger wurde unruhig, was den damaligen Tagesarzt,

Dr. Heer, -

der Chefarzt Dr. Bircher, der heutige Beklagte,

war in jenem Zeitpunkt abwesend -

veranlasste, ihn in

ein Einzelzimmer im ersten Stock der chirurgischen Ab-

teilung verbringen und daseihst bewachen zu lassen. Es

wurden ihm mehrfach Beruhigungsmittel verabreicht,

auch wurde er im Bette festgebunden. Trotzdem ver-

200

Obligationenrecht. No 33.

mochte ihn die in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai mit

seiner Bewachung betraute Krankenschwester, Irene Jaba.t,

nicht .zu meistern. Sie holte daher den in der Nähe

schlafenden Wärter Dutli herbei. Während dieser kurzen

Abwesenheit gelang es dem Kläger, sich von seinen

Fesseln völlig zu befreien und aus dem nicht vergitterten

Fenster in den Garten hinunter zu springen, wobei er

beide Fersenbeine brach. Das erforderte eine weitere,

längere Spitalbehandlung, die vom Assistenzarzt Dr. Wyss

unter der Oberleitung und Kontrolle des Beklagten

besorgt wurde, und die bis zum 24. September 1927

dauerte, an welchem Tage der Kläger als geheilt entlassen

wurde.

B. -. In der Folge erklärte der Kläger die « Direktion

der kantonalen Krankenanstalt in Aarau)} sowie den

Chefarzt Dr. Bircher für den fraglichen Unfall und dessen

Folgen verantwortlich und verlangte von diesen mit

Klage vom 5. April 1929 Bezahlung von 10,000 Fr. nebst

5 % Zins seit 15. Juni 1927, unter Solidarhaft.

O. -

Mit Entscheid vom 17. Mai 1929 hat das Ober-

gericht des Kantons Aargau die Klage geg~n die Anstalts-

d!rektion mangels Partei- und Prozessfähigkeit der Be-

klagten -

da dieser gar keine selbständige Rechtspersön-

lichkeit zukomme -

zurückgewiesen. Die Klage gegen

Dr. Bircher wurde mit Urteil vom 21. März 1930 abge-

wiesen.

D. -

Hiegegen hat der Kläger am 16. April 1930 die

Berufung an das Bundesgericht erklärt, indem er erneut

um Schutz der Klage gegen Dr. Bircher ersuchte.

Der Beklagte beantragt die Abweisung der Berufung

und Bestätigung des angefochtenen Entscheides.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

Der Kläger ist dadurch, dass er sich zur Operation seines

Blinddarmes in die kantonale Krankenanstalt Aarau

begab, weder zur Anstalt selber, noch zu deren Chefarzt

in ein privatrechtliches Vertragsverhältnis getreten; denn

Obligationenrecbt. N° 33.

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wie das Bundesgericht schon wiederholt ausgesprochen

hat, gehört die öffentliche Krankenfürsorge, wie sie in

den staatlichen und kommunalen Krankenanstalten ge-

boten wird, dem öffentlichen Rechte an, so dass das Rechts-

verhältnis der Patienten zu den betreffenden Anstalten

wie auch zu deren Personal verwaltungsrechtlichen Nor-

men untersteht (vgl.BGE 48 IIS. 417 ff.). Es könnte daher

v-orliegend nur eine H&:rtung des Beklagten aus unerlaubter

H3Ildlung in Frage kommen, die sich nach Art. 41 0&

beurteilt, da der Kanton Aargau mit Bezug auf das

Personal der kantonalen Krankenanstalten von dem ihm

durch Art. 61 0& eingeräumten Recht zum Erlass beson-

derer kantonaler Haftungsvorschriften keinen Gebrauch

gemacht hat. Dabei fällt aber, entgegen der Auffassung

des Klägers, eIne Haftung aus Art. 55 OR ausser Betracht,

da der Beklagte nicht Dienstherr des ihm unterstellten

Anstaltspersonals ist, d. h. es ist nur zu untersuchen, ob

sich der Beklagt.e selber eines für den dem Kläger aus

dem Unfall entstandenen Schaden kausalen Vergehens

schuldig gemacht habe.

Der Kläger behauptet, der Beklagte habe in mehrfacher

Weise dem § 13 des revidierten Reglementes für die

kantonale Krankenanstalt Aarau vom 3. Dezember 1900

(vgl. Aargauische Gesetzessammlung Neue Folge Bd. VI

S. 98) zuwidergehandelt, wonach die Oberärzte die Be-

handlung der Kranken nach den Grundsätzen der Wissen-

schaft und Humanität zu leiten und für gehörige Aus-

bildung der Krankenwärter und Krankenpflegerinnen zu

sorgen haben. Die Vorinstanz hat eine Verletzung dieser

Vorschrift durch den Beklagten verneint. Daran ist das

Bundesgericht gebunden, da es sich hiebei um die Anwen-

dung kantonalen Rechtes handelt. Dagegen fragt es sich,

ob in den vom Kläger erhobenen, in der Folge des nähern

ausgeführten Anschuldigungen nicht allenfalls eine Ver-

letzung von Geboten der allgemeinen Rechtsordnung zu

erblicken sei. Dies ist zu verneinen. Es kann vom Chef-

arzt einer kantonalen Krankenanstalt nicht verlangt wer-

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Obligationenreeht. No 33.

den, dass er sich persönlich und beständig jedes einzelnen

Patienten annehme. Dagegen hat er zweifellos dafür zu

sorgen, dass in seiner Abwesenheit die Pflege und Wartung

der Kranken nicht unterbrochen, sondern von don Assi-

stenzärzten, die ihm vom Staate als Vertreter und Gehilfen

beigegeben werden, weiter besorgt werde. Das ist aber

vorliegend geschehen, indem der damalige Tagesarzt,

Dr. Heer, dessen Befähigung zur Vertretung des Beklagten

nicht angezweifelt worden ist, das Nötige zur Unter-

bringung, Beruhigung, Bewachung und Fesselung des

Beklagten angeordnet hat. Und auch die Durchführung

dieser Anordnungen durch das Wartepersonal erfolgte in

einer Weise, dass daraus jedenfalls nicht auf eine mangelnde

Instruktion von Seiten des Beklagten geschlossen werden

könnte. Dass, wenn ein- mit vergitterten Fenstern verse-

henes Zimmer zur Verfügung gestanden hätte und der

Kläger darin untergebracht worden wäre, der Unfall sich

nicht ereignet hätte, ist nicht zu bezweifeln. Allein für

diesen Mangel kann der Beklagte, der ja nicht Inhaber

der Anstalt ist, nicht verantwortlich

e~klärt werden.

Hievon könnte höchstens dann die Rede sein, wenn sich

schon früher trotz der in der fraglichen Anstalt üblicher-

weise angewandten Bewachungsmethoden ein ähnlicher

Vorfall ereignet hätte. Dann allenfalls wäre dem Be-

klagten zuzumuten gewesen, die zuständige Behörde auf

die Notwendigkeit einer derartigen Schutzeinrichtung

aufmerksam zu machen. Nun liegen aber keinerlei An-

haltspunkte dafür vor, und es hat der Kläger auch keinerlei

Beweise dafür angetragen, dass ein solcher Vorfall sich

wirklich je ereignet hat. Die Vorinstanz hat daher mit

Recht davon Umgang genommen zu untersuchen, ob der

Beklagte schon früher bei der zuständigen Behörde in

diesem Sinne vorstellig geworden ist. Der Kläger macht

sodann noch geltend, dass der durch den Sturz verur-

sachte Bruch der beiden Fersenbeine unsachgemäss he-

handelt worden sei, was eine dauernde Invalidität des

Klägers zur Folge gehabt habe. Auch dafür sei der Be-

Obligationenrooht. Ne 34.

klagte mitverantwortlich, da er den ihm unterstellten

Assistenzarzt, Dr. Wyss, der die Behandlung des Klägers

nach dem Sturze besorgt, nicht genügend beaufsichtigt

habe. Die Vorinsta.nz hat es für ausgeschlossen erachtet,

dass heute nach so langer Zeit ein Beweis dafür, dass der

Kläger unsa.chgemäss behandelt worden sei, noch erbracht

werden könne, und sie hat daher von der Einholung eines

Expertengutachtens, wie sie vom Kläger beantragt worden

war, abgesehen. Darin liegt eine antezipierte Beweis-

würdigung, die das Bundesgericht nicht zu überprüfen

vermag. Damit entfällt aber auch dieser Forderungsgrund,

so dass die Klage im vollen Umfange abgewiesen werden

muss.

Demnad~ erkennt da8 Bunde8gericht :

Die Berufung wird abgewiesen und demgemäss das

Urteil des Obergerichtes des Kantons Aargau vom 21. März

1930 bestätigt.

34. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung

vom. 17. Juni 1930 i. S. Biiedi gegen Odermatt.

Ein r e .d e der a b g e u r t eil t e n S ach e: Die Frage der

Identität der Streitsache beurteilt sich bei bundesrechtlichen

Ansprüchen nach eidgenössischem Recht. Darnach kann sie

nicht schon dann geschützt werden, wenn die Rechtsfrage,

von der die Lösung abhängt, dieselbe ist. (Erw. 2.)

Eigentumsiibergang durch brevi manu traditio bei aufschiebend

bedingtem Fahrniskauf : Kein übergang bei Ausfall der

Bedingung trotz Besitzes des Käufers. Nichtallwendbarkeit

von SchKG Art. 212 auf den Eintritt der Bedingung. (Erw.4.)

A. -

Im Dezember 1927 gab J. Odermatt in Dallenwil

dem J. Rüedi, derin Rischberg bei Küssnacht eine Silber-

fuchsfarm betrieb, 16 Silberfüchse zum Unterhalt und zur

Wartung. Von diesen Tieren starben in der Folge elf an

der Lungenwurmseuche und wegen ungenügender Pflege.

Am 7. November 1928 schlossen Odermatt und Rüedi

über die bis dahin streitigen Anspruche Odermatt's

folgende Vereinbarung:

AB 56 TI -

1930

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