opencaselaw.ch

73_I_404

BGE 73 I 404

Bundesgericht (BGE) · 1947-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

404

Verwaltungs.,und Disziplinarrecht.

da participation dans une socieM de capitaux, une opera-

tion relevant simplement da la gestion de, la fortune du

contribuable, mais une operation se rapportant a une

entreprise dont il est un des exploitants. n en resulte

que le benefice provenant d'une teIle operation est, tout

oomme celui que procure la vente d'une entreprise indi-

viduelle, un Mnefice d'entrepreneur, qui, s'agissant d'une

entreprise astreinte a tenir des livres, constitue un eIement

du revenu imposable selon l'art. 21 al. 1 lettre a.

Le Tribunal fediral,prononce :

Le reoours est admis.

63. Auszug aus dem Urteil 170m 21. November 1947 i. S. misch

gegen St. Gallen Steuer-Rekurskommisslon.

Wehr8teuer : Bemessung des Abzugs für den Unterhalt von Liegen.

schaften bei der Steuer auf dem Einkommen.

Imp6t pour la defense naticmale: Caleul de la. deduction pour

l'entretien d'immeubles en ce qui conceme l'impöt BUr le revenu.

ImtpOBta pe'/' la d,if6IJ(J nazicmale: Ca1oo10 della. deduzione per la

manutenzione di stabili in materia. d'imposta. sul reddito.

A. -

Der Beschwerdeführer war in den Jahren 1943

und 1944 Eigentümer von drei Liegenschaften in St.

Gallen und einer Liegenschaft in Ebnat. Er hat in seiner

Steuererklärung für die Staats- und ~meindesteuern 1945

und für die Wehrsteuer 111 als Unterhaltskosten für die

Liegenschaften in St. Gallen 1 % % des Schätzungs-

wertes, für die Liegenschaft in Ebnat die tatsächlichen

Aufwendungen eingesetzt.

Die Veranlagungsbehörde hat bei der Einschätzung des

Einkommens für die 111. Periode der Wehrsteuer als Un-

terhaltskosten 1 % % der Grundsteuerschatzung der 4

Liegenschaften abgezogen und dazu im Einspracheent-

scheid ausgeführt, fÜ!' die Steuerberechnung seien die

Bundesreehtliche Abgaben. N° 63.

effektiven Ausgaben massgebend; da der Steuerpflichtige

für seine Liegenschaften in St. Gallen den Pauschalabzug

von 1 % % gewählt habe, sei nicht anzunehmen, dass

die effektiven Gesamtkosten höher seien, als es diesem

Ansatz entsprechen würde (Entscheid vom 24~ Januar 1947).

B. '- Im Verfahren vor der ka.ntonalen Rekurskom'-

mission ist der Beschwerdeführer aufgefordert worden,

für alle Liegenschaften mit den nötigen Angaben und

Unterlagen zu dienen, die eine Berechnung der wirklichen

Aufwendungen in den Jahren 1943, 1944 und 1945 erlau.;.

ben; die Rekurskommission habe die Auffassung, dass

im Zweifel mit den wirklichen Aufwendungen zu rechnen

sei, wenn Parteien sich nicht über die Pauschaliarung

einigen. -

Der- Beschwerdeführer hat die von ihm' gefor-

derten Angaben verweigert.

Die kantonale Rekurskommission hat die Beschwerde

abgewiesen. Sie führt dazu u. a. aus, die Bemessung

des Abzuges für Unterhaltskosten von Liegenschaften

zum Pauschalansatze . von 1 % % der Grundsteuerschät-

zung sei nur zulässig, wenn man für alle Liegenschaften

so rechne. Da der Beschwerdeführer dies nicht wolle, sei

grundsätzlich für alle Liegenschaften von den wirklichen

Unterhaltskosten auszugehen. Angesichts der Weigerung

des Beschwerdeführers, die erforderlichen Angaben zu

machen, sei schätzungsweise zu rechnen, wobei man

in Abwägung aller Verhältnisse und da kein Antrag der

Veranlagungsbehörde auf Herabsetzung des Abzugs ge-

stellt wurde, für alles zusammen mit dem Betrage rechnen

könne, den die Veranlagungsbehörde abgezogen hat.

O. -

Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird

beantragt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und

das wehrsteuerpflichtige Einkommen um rundFr~ 2000.-

herabzusetzen. Zur Begründung wird im wesentlichen

ausgeführt, die Auffassung der Veranlagungsbehörde, dass

die' Normalisierung der Unterhaltskosten von Gebäuden

mit 1 % % des Brandversichernngswertes nur bei Anwen-

dung für sämtliche Liegenschaften eines Steuerpflichtigen

406

Verwaltungs- und Disziplinarrecht.

zulässig sei, lasse sich aus dem Wehrsteuerbeschlusse nicht

ableiten. Der Besch~erdeführer habe Anspruch darauf,

dMS bei Ebnat die effektiven Unterhaltskosten abgezogen

werden. Die Belege für diese Unterhaltskosten habe er

nicht vorgelegt, weil es ihm nicht darum zu tun,gewesen

sei, einen bestimmten Unkostenbetrag durchzubringen,

sondern lediglich darum, ein Urteil über die grundsätzliche

Stellungnahme der Veranlagungsbehörde zu erwirken,

wonach er für die Liegenschaft in Ebnat den Abzug der

effektiven Kosten deshalb nicht solle verlangen können,

weil er für die Liegenschaften in St. Gallen den Pauschal-

abzug gewählt hatte. Auf Abzug der effektiven Kosten

habe der Beschwerdeführer einen gesetzlichen Anspruch.

Die Pauschalierung . sehe das Gesetz zwar nicht vor.

Indessen dürfe dem Beschwerdeführer nicht verweigert

werden, von ihr Gebrauch zu machen, nachdem die

Verwaltung sie grundsätzlich anerkenne.

D. -

Die Steuer-Rekurskommi~ion des Kantons St.

Gallen und die eidg. Steuerverwaltung beantragen Ab-

weisung der Beschwerde.

A U8 den Erwägungen :

1. -

Nach Art. 22, Abs. 1, lit. e WStB werden vom

rohen Einkommen die dem Steuerpflichtigen während der

Berechnungsperiode aus de~ Unterhalt von Grundstücken

und Gebäuden erwachsenen Kosten abgezogen. Das bedeu-

tet, dass bei der Berechnung des steuerbaren Einkommens

grundsätzlich auf die tatsächlichen Aufwendungen abzu-

stellen ist. Der Steuerpflichtige, der den Abzug in Anspruch

nehmen will, kann angehalten werden, die Höhe dieser

Aufwendungen nachzuweisen (Art. 89, Aha. 2 WStB).

Der Abzug muss gewährt werden, wenn der erforderliche

Nachweis geleistet wird.

2. -

Eine pauschale Bemessung der Unterhaltskosten

wird im Gesetze nicht vorgesehen. Sie ist eine Massnahme

der Verwaltungspraxis, dazu bestimmt, die Einschätzungs-

verhandlung zu vereinfachen.

Sie beruht, wie andere

Bundesrechtliehe Abgaben. N° 63.

407

ähnliche Schätzungsbehelfe, auf der Annahme, dass man

mit dem vorgesehenen Ansatz (hier 1 % % des Brand-

versicherungswertes) in der Regel zu einer Einschätzung

kommt, die den Verhältnissen ungefähr entspricht, und

dass man damit die Grosszahl der Fälle in abgekürztem

Verfahren ohne die besonderen Erhebungen

erledig~n

kann, die bei genauer Einschätzung weitgehend notwendig

würden. Solche Vereinfachungen der Schätzungsverhand-

lung unterliegen aber stets dem Vorbehalt der Ordnung

im Gesetz. Sie dürfen nur angewandt werden, wo sie im

Erfolge zum richtigen Ergebnis, d. h. zu einer Besteuerung

führen, die der gesetzlichen Ordnung mit genügender

Annäherung entspricht. Die Einschätzungsbehörden haben

darauf Bedacht zu nehmen, dass sich ihre Anwendung

in diesem Rahmen hält; sie haben sie abzulehnen, wo

man mit ihnen nicht zu jenem Ergebnis kommt. Dem

Steuerpflichtigen anderseits bleibt das Recht gewahrt,

gegenüber einer Pauschalbewertung die individuelle Ein-

schätzung zu verlangen (vgl. BGE 68 I S. 182, 70 I 96,

71 I 116 und das nicht publizierte Urteil vom 24. Oktober

1947 i. S. A.-G. Hans Badrutt, Erw. 2, samt Zitaten).

Im übrigen entspricht es dem Charakter einer Pauscha-

lierung der Unkostenbemessung als eines frei zu hand-

habenden Hilfsmittel für die Einschätzung, die Möglich-

keit offen zu halten, einen Steuerpflichtigen, der mehrere

Liegenschaften besitzt, für alle seine Grundstücke nicht

unbedingt nach der nämlichen Bemessungsart zu ver-

anlagen. Es ist an sich sehr wohl denkbar, dass eine Pau-

schalbemessung der Unkosten für einzelne Liegenschaften

eines Steuerpflichtigen passt, für andere nicht. Die Pau-

schalbemessung grundsätzlich nur zuzulassen, wenn sie

das gesamte Grundeigentum eines Steuerpflichtigen um-

fasst, geht daher zu weit. Dagegen darf einem Steuer-

pflichtigen, der für einzelne seiner Liegenschaften den

Abzug der effektiven Aufwendungen in Anspruch nimmt,

sehr wohl zugemutet werden, dass er sich für sein übriges

Grundeigentum der nämlichen Veranlagungsmethode un ...

.os

Verwrutungs· und Disziplinarrecht •

te~t. Einen Anspruch darauf, dass die Einschätzung

nach der vereinfachten Berechnungsweise durchgeführt

werde, hat der Steuerpflichtige nicht (BGE 71 I S. 116).

64. Arr~t _ du 7 novembre 1947 dans Ia cause Administration

flidlirale des contributions contre Dame Seh.

ImpOt pour la defense nationale. Sacrifiee pour la defense nationale.

Assujetissement a l'impöt de 1a femme mariee dont le mari

n'est pas imposable en Suisse.

Wehr8teuer und Wehropfer : Besteuerung der Ehefrau, deren

Ehegatte in der Schweiz nicht steuerpflichtig ist.

Imposta per la difesa nazionale. Sacrifieio per la difesa nazionale.

Imponibilitil. della moglie, il cui marito non EI soggetto all'im-

posta in Isvizzera.

Resume des faits :

A. -

Dame Sch., Hollandaise par son mariage, vit

separee en fait de son mari depuis de nombreuses annees.

Ators que ce demier conservait son domiclle A l'etranger,

elle est venue s'installer en Suisse au debut de la guerre

et a achere une maison dans le canton de Vaua on lllui

arrive de remder. Elle n'a pas ere assujetie au premier

impöt de sacrifice non plus qu'aux impöts pour la defense

nationale de la premiere et de la seconde periode. En

1945, l'Administration federale des contributions ayant

modifie la pratique suivie jusqu'alors en matiere d'impo-

sition de la femme mariee dont le mari a son domiclle

A l'etranger, Dame Sch. a ere invitee par I'administration

cantonale ~ remettre une d6claration en vue du nouveau

sacrifice et de l'impöt pour la defense nationale (3e periode).

N'ayant pas depose de declaration dans les delais fixes;

elle fut taxee d'office parl'autorire de taxation et soumise

a. unimpöt global de 2680 fr. pour les deux annees 1945

et1946, en vertu des art. 3 chiff. 1 lettre 0 et 18 al. 3

AIN et a une contribution forfaitaire da 3600 fr. au titre

du nouveau sacrifice en vertu des art. 3 al. 1 lettre a et

15 ASN 11. Ces taxations furent faites sur la base d'une

Bundesrechtliehe Abga.ben. N0 M.

409

estimation des depenses annuelles de la contribuable A

2Q.000 fr., c'est-A-dire cinq fois la valeur locative da son

immeuble, valeur nxee A 4000 fr. Pour cet immeuble

Dame Sch. a, d'autre part, ere soumise A une contribution

de 21S39 fr. 80 au titre du nouveau sacrifice, selon l'art. 4

de l'ordonnance du Departement federal des finances et

des douanes, du 6 decembrel944, concemant la contribu-

tion A forfait, et A un impöt de 50 fr. pour la troisieme

periode, selon l'art. 9 de Fordonnance du meme depar-

tement, du 4 janvier 1943, concernant l'impöt global.

pame Sch. a adresse une reclamation contre ces taxa-

tions. Cetter6clamation n'ayantpas ere admise, elle a

porte l'affaire devant la Commission cantonale de recours

qui, par d6cision du 2 mai 1947, a d6clare le recours fonde

et annule les taxations.

B. -

L'Administration federale des contributions a

interjere contre cette d6cision un recours de droit admi-

nistratif aux termes duquel elle conclut A ce qu'll plaise

au Tribunal federal ahnuler -la decision de la Commission

cantonale de recourset fixer les impöts dus par Dame

Sch., selon taxations du 27 decembre 1945, A 6139 fr. 80

pour le nouveau aacrifice et A 2730 fr. pour la 3e periode

de l'impöt pour la defense nationale, avec suite de frais.

Le Tribunal" federal a admis le recours et renvoye

}'affaire A la Commission cantonale pour nouvelle decision.

Motifs:

2. ~ Il est constant que, bien que n'etant pas domiciliee

en Suisse et n'y exer9ant aucune activite lucrative, dame

Sch, y sejoume depuis 1939 et habite une partie de l'annee

dans sa maison de G. Elle remplit ainsi les conditions

prevues par les art. 3 eh. 1 lettre c MN et 3 al. 1 lettre a

ASN II. Mais elle soutient (opinion A laquelle s'est ralliee

180 Commission cantonale de recours) qu'en vertu de

l'art. 13 &1. 1 AIN, applicable egalement a. l'impöt de

sacrifice (art. 3 al. 4 ASN II), elle n'est assujetie ni a.

l'impöt pour la" defense nationale ni au nouveau sacrifice.