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Strafgesetzbuch. No 23.
führer im besonderen nach den Verkehrsvorschriften des
MFG und der MFV.
Da der Beschwerdeführer von rechts kam und das Vor-
trlttsrecht des auf der Hauptstrasse verkehrenden Motor-
fahrzeuges innerorts nicht gilt (BGE 65 I 52, 68 II 124),
hatte er gegenüber Broger den Vortritt {Art. 27 MFG).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat jedoch
auch der Vortrittsherechtigte so vorsichtig zu fahren, als
es die Umstände erfordern. Namentlich muss er berück-
sichtigen, dass der Verkehr auf der Hauptverkehrsader
dichter ist und flüssiger sein darf als auf der einmündenden
Nebenverkehrsader; der Berechtigte darf den Vortritt
nicht ausüben, wenn der Führer des anderen Fahrzeuges
nicht mehr in der Lage ist, ihn zu gewähren (BGE 61 I 216,
63 I 126, 64 II 157, 66 I US; 68 II 127). Der Beschwerde-
führer hat indes entgegen der Auffassung der Vorinstanz
die Pflicht zur Mässigung der Geschwindigkeit, die für ihn
trotz seiner Vortrittsrechtes bestand, nicht verletzt. Dass
er mit mehr als 15 km /Std. in die Kantonsstrasse einge-
fahren sei, ist nicht festgestellt. Eine Geschwindigkeit
von 15 km /Std. aber war nach den Umständen nicht über-
setzt.
Dagegen trifft den Beschwerdeführer der Vorwurf, ent-
gegen der Vorschrift des Art. 26 Abs; 2 MFG die Biegung
nach links kurz genommen zu haben. Seine Behauptung,
er habe dadurch einem aus der Kautonsstrasse von rechts
in die Bahnhofstrasse einbiegenden Pferdefuhrwerk aus-
weichen wollen, entschuldigt ihn nicht. Wenn ihm der
Weg veysperrt war, musste er anhalten, bis er die Biegung
weit nehmen konnte. Seine Fahrweise hat für Leib und
Lehen von Menschen nicht nur eine abstrakte, sondern,
wie Art. 237 StGB es voraussetzt, eine konkrete Gefahr
geschaffen, d. h. die Verletzung oder Tötung von Personen
nicht nur objektiv möglich, sondern wahrscheinlich ge-
macht (vgl. BGE 58 I 216). Durch das Schneiden der
Biegung hat der Beschwerdeführer die Entfernung, aus
welcher er den Lastenzug Brogers und Broger den Lasten-
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zug des Beschwerdeführers erstmals sehen konnte, ver-
kürzt und den Schnittpunkt der Fahrbahnen der beiden
Motorwagen in der Richtung Lachen verlegt. Dadurch
hat er die Gefahr eines Zusammenstosses, wenn nicht erst
geschaffen, zum mindesten erhöht. Dass Broger, wie schon
die Vorinstanz angenommen hat, einen bedeutend grösse-
ren Fehler begangen hat, schliesst die Bestrafung des
Beschwerdeführers für den eigenen nicht aus.
Demnach erkennt der KasBationskof :
Die Nichtigkeitsheschwerde wird abgewiesen.
24. Extrait de l'arr6t de la Cour de eassation penaie
du 23 mars 1940 dans la cause Birchler et ooaccuses
contre Procureur general du C:anton de Vaud.
Violence ou menace contre les autontes et les fonctionnaires, oppo-
sition auz actes de Z'autorite.
Empecher une autorite ou un fonctionnaire de faire un a.cte ren-
tra.nt da.ns ses fonctions, c'est, au sens des art. 285 et 286 CP,
entre.ver son a.ction, que l'auteur pa.rvienne a ses fins ou que
l'agent de l'autoi;ite reussisse a. briser la resistance qui lui est
opposee.
Gewa'lt und Drohwng gegen Behörden und Beamte, Hinderung einer
Amtahandlung.
Im Sinne der Art. 285 und 286 StGB eine Behörde oder einen
Beamten an einer Handlung hindern, die innerhalb ihrer .Amts-
befugnisse liegt, heisst ihre Tätigkeit behindern, gleichgültig
ob der Täter zu seinem Ziele kommt oder ob es der Amtsperson
gelingt, den Widerstand, der ihr geleistet wird, zu brechen.
V iolenza e minaccia contro autoritd e funzionari, impedimento di
atti dell'autoritd.
Impedisce ad un'autorita o ad un funzionario di procedere a un
a.tto ehe entra. nelle loro attribuzioni, a' sensi degli a.rt. 285 e
286 CP, chi ne ostacola l'operato, sie. ehe l'autore raggiunga.
il suo intento, sia. ehe l'autorita riesca a. vincere la resistenza
ehe le e opposta..
Se rend coupable de violence ou de menace contre des
autorites ou des fonctionnaires au sens de l'art. 285 CP
« celui qui, en usant de violence ou menace, aura empeche
une autorite ou un fonctionnaire de faire un acte rentrant
dans ses fonctions, les aura contraints a. faire un tel acte
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Strafgesetzbuch. N° 25.
ou se sera livre a des. voies de fa.it sur eux pendant qu'ils
y proc6daient ». Les. reoourants invoquent le fait qu,e,
maJgre la resistance opposee, les agents de police sont
finaJement parvenus a les a.rreter et a les incarcerer. I1s
en deduisent qu'ils ne peuvent etre punis que pour tenta-
tive du delit reprime par l'art. 285 CP, parce que, pour
etre consomm.ee, cette infraction supposera.it que l'autorit6
ou le fonctionnaire n'a pas du tout pu accomplir sa mis-
sion. Cette these est erronee. Le mot « empeche » employe
par la loi ne vise pas uniquement un empechement absolu.
Empecher, c'est entraver quelqu'un, non necessafrement
le mettre dans l'impossibilite d'agir. Aussi bien le texte
allemand de l'art. 285 CP parle-t-il de« hindern», non de
« verhindern ». Dans la note qui 6.gure en marge de l'a.rt. 286
visant la resistance a l'autoiite sa.ns menace ni violence·
le texte fran9ais rend le mot «Hinderung» par « opposi-
tion ». Empecher une autorite ou un fonctionnaire de faire
un acte rentrant dans ses fonctions, c'est donc, au sens
de ces dispositions Iegales, entraver son action, y mettre
obstacle, que l'auteur pa.rvienne a ses fins ou que l'agent
de l'autorit6 reussisse a briser la. resistance qui lui est
opposee. Lorsque, pour resister, l'auteur use de violence
ou de menace, le delit de l'art. 285 est consomme.
25. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes
vom 27. April 1945 i. S. Ltidemann gegen Staatsanwaltsehalt
des Kantons Sehwyz.
Art. 335 Zifl. 1 Abs. 1 StGB.
Das Strafgesetzbuch (Art. 258 :ff.) regelt die Verletzung des öffent-
lichen Friedens nicht abschliessend; § 31 Abs. 2 des sohwyze-
rischen EG zum StGB verstösst nicht gegen Bundesrecht.
Diese Bestimmung darf aber nicht angewendet werden, um
Angriffe auf die Ehre von Behörden oder Beamten bloss wegen
ihres beleidigenden Inhalts als kantonale "Obertretung zu
bestrafen.
Art. 335 oh. 1 ai. 1 OP.
Le Code penal suisse (art. 2?8 ss) ne r~t pas 4'une faQOn oom-
plete le domaine des a.ttemtes 8. la. pa1x publique; le § 31. al.
2 de la. loi sohwyzoise d'introduotion du Code penal ne viole
Strafgesetzbuch. No 25.
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pas le droit f0deral. Mais oette disposition ne doit pas etre
appliquee a. l'e:ffet de reprimer a. titre de eontravention de
droit eantona.l, uniquement a eause de leur ea.ractere outra-
geant, des a.tteintes A l'honneur contre des a.utorites ou des
fonctionnaires.
Art. 335 eifra 1 cp. 1 OP.
Il Codice pena.Ie svizzero (a.rt. 258 ss.) non diseiplina. in modo
esa.uriente i rea.ti contro la. tranquillita pubbliea.; il § 31 cp.
2 della. legge svittese di a.pplica.zione del CP non e inconoi-
liabile con il diritto federale. Tale disposizione non pul> pero
essere appliea.ta. a.i fini di reprimere a. titolo di eontra.vven-
zione di diritto cantona.le degli a.:ffronti all'onore di autorita.
o di funzionari solo a ca.usa del loro carattere o:ffensivo.
Adolf Lüdemann liess der Bevölkerung von Gersau ein
vervielfältigtes Rundschreiben Nr. VII vom 24. April
1943 verteilen, worin er sie über seine Bemühungen um
das Zustandekommen einer Initiative für die Einführung
des Urnensystems bei Wahlen und Abstimmungen in
Gersau unterrichtete und worin die Sätze stehen : « Glaubt
ihr wirklich, liebe Mitbürger, dass dieser ständige Kampf
gegen die Willkür mir Vergnügen macht 1 ••• Aber ·wo ist
der oder die Bürger, die sich getrauen, offen gegen die
hiesigen, an die Vogtzeiten gemahnenden Verhältnisse
aufzutreten 1 »
In einem Rundschreiben Nr. VIII vom 29. April 1943,
das Lüdemann im gleichen Kreise verteilen lie.ss, erörterte
er, wie es in Gersau mit dem· Recht und der Freiheit des
Bürgers bestellt sei. Er führte unter anderem aus : « Da
fasste die Gemeinde am 7. Mai 1939 in zweimaliger Ab-
stimmung mit grosser Mehrheit den Beschluss, dass die
Bezirksratsverhandlungen veröffentlicht werden sollten.
Es geschieht aber nicht, der Volkswille wird einfach
missachtet. Vermutlich ist es der Landschreiber, der
kraft seiner vielen Ämter überall -
man kann schon
sagen unheilvollen -
Einfluss ausübt, der sich der Aus-
führung dieses Beschlusses widersetzt ... Man hat mich
schon mit allen möglichen Mitteln und Schikanen bekämpft,
das wundert mich nun durchaus nicht, habe ich doch
noch nie gehört oder gelesen, dass Bürger, die sich einer
Willkürherrschaft widersetzen, von den Vögten belohnt
worden sind. »