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70_I_153

BGE 70 I 153

Bundesgericht (BGE) · 1944-01-01 · Français CH
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Staatsrecht.

Tribunal foo.eral de trancher le conßit (meme arret). Mais

un tel coußit n'existe pas, ear les autoriMs neuchateloises

qui seraient competentes P0ul' prendre une mesure admi-

nistrative analogue ne pretendent pas interveuir elles-

mames pour le placement du reeourant; elles se sont au

contraire abstenues.

S'agissant des lors du recours d'un particulier contre

la mesure ordonnee par un canton, le Tribunal foo.eral

peut seulement examiner -

et eela dans le eadre etroit

de l'art. 4 CF -

si 1e canton en avait la eompetence

d'apres Ba propre Iegislation. Or, il en est manifestement

ainsipour le Canton de Berne, en vertu de l'art. 63 LPP.

4. -

La tutelle du pupille place a Diesse ne supprimait

pas la competence de l'autorit,e administrative bernoise.

Le recourant soutenant que l'applieation de l'art. 62 eh. 1

LPP a des mineurs sous tutelle se· heurte audroit civil

federal, le Tribunal foo.eral doit, en vertu de l'art. 2 des

dispositions trawlitoires de la Constitution foo.erale, exa-

miner librement eette question encore que le recourant ne

se plaigue que d'un deni de justice.

Aux termes de'l'art. 406 ce, letuteur pourvoit, avec le

consentement de l'autoriM tutelaire (art. 421 eh. 13), a

ce que l'interdit majeur soit au besoin place dans un etablis-

sement. Et ce pouvoir doit a fortiori lui etre reconnu

envers un pupille mineur pour l'oo.ucationet l'entretien

duquel i1 exerce selon l'art. 405 les droits des pere et mere.

Mais il ne resulte pas de la que le placement administratif

dans une maison de relevement ou autre ne puisse etre

ordonne en vertu du droit public cantonal par d'autres

autorites pour des motifs differents des soins personneis a

donner au pupille; l'autoriM administrative doit notam-

ment pouvoir agir pour des raisons generales de police ou,

plus specialement, des raisons de la police des pauvres.

Et lorsqu'elle use de sa competence, son intervention ue

depend pas du consentement du tuteur ou de l'autorite

tutelaire. Le Tribunal federal en a juge ainsi pour 1e retrait

de 181 garded'un enfant aux parents qui exercent la puis-

Organisation der Bundesrechtspflege. N0 35.

IS3

sance paterneIle (art. 284 ce; arret du 6 juillet 1942 dans

la cause Commune de Belp et Fritz Riedwyl c. Conseil

executif bernois, Oll les recourants pretendaient aussi

doo.uire de l'art. 284 la competence exclusive de l'autoriM

tuMlaire pour prendre une teIle mesure). La solution ne

saurait etre differente pour le pupille pourvu d'un tuteur.

Car les raisons de la competence parallele des autorites de

police, en particulier de la police des pauvres, sont les

memes dans les deux hypotheses (cf. KAUFMANN, Commen-

taire du CC, art. 406, n. 6). Lorsque le placement se justi-

tie dans l'inMret general par des motifs de police valables,

notamment de la police des pauvres dont la mission est non

seulement de combattre. une indigence mais aussi de la

prevenir, il ne peut appartenir au tuteur et a l'autorite

tutelaire de s'y opposer parce que, du point de vue per-

sonnel,et particulier du pupille, ils n'estiment pas cette

mesure necessaire. Et du moment qu'il compete exclusi-

vement a l'autorite administrative d'apprecier si les

conditions de police d'un placement existent, illui compete

aussi de juger si elles subsistent. Le recourant nepretend

du reste point que les motifs indiques par l'autorite

bernoise a l'appui de son refus soient arbitraires, ni meme

mal fondes; il conteste seulement la competence du

Conseil executif pour prendre la decision attaquee.

Par ces motifs, leTribunal fliMt'al

rejette le recours.

IV. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE

ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE

35. Urteil vom 21. Juni 1944 i. S. Einwohnergemeinde BoWgen

gegen Einwohnergemeinde Zuzwil und Regierungsrat des

Kantons Bern.

LegUimation zur staatsrechtlichen Beschwerde (OG Art. 178 Ziff. 3).

Eine Gemeinde kann mit der staatsrechtlichen Beschwerde

wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte nicht einen

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Staatsrecht.

Entscheid anfechten,; du,roh den festgestellt wird, dass sie

und nicht eine andere Gemeinde einen Bedürftigen ZU unter-

stützen habe.

QuaJite pour farmer un rooours de droit publie (art. 178 eh. 3 O.T).

Une commune n'est pas recevable a. former un recours de droit

public pour violation des droits constitu.tionnels contre une

decision constata.nt qu.e c'est elle et non pas une autre oom"

mune qu.i doit supporter les frais d'assistance d'un indigent.

Veste per interporre un rieorso di diritto pubblieo (art. 178 cüra 3

OGF).

Un eomune non ha veste per interporre un ricorso· di diritto

pubblieo per violazione dei. diritti eostituzionali eontro una

decisione, secondo eui esso e non un altro eomune deve soppor-

tare le spese d'assistenza d'un indigente.

A. -

Der bisher in seiner Heimatgemeinde Zuzwil

(Kanton Bern) niedergelassene Friedrich Rufer trat Ende

Juli 1941 eine Stelle in Rolligen (Kanton Bern) an, hinter-

legte dort seinen Heimatsohein und wurde am 24. August

1941 in das Wohnsitzregister eingetragen. Im September

1941 verliess er Bolligen ohne Abmeldung und meldete

sich zum Arbeitsdienst. Als er in .der Folge straffällig

wurde, ordnete das Obergericht des Kantons Bern duroh

Urteil vom 12. Juni 1942 seine Verwahrung in der Anstalt

Thorberg an. Die Gemeinde Bolligen willhievon wie auch

von den Vorstrafen Rufers erst Kenntnis erhalten haben,

als sie am 30. September 1943 um Bezahlung der Ver-

wahrungskosten ersucht wurde.

Am 23. Oktober verfügte der Armeninspektor des

Kreises 11, dass Rufer in .!las Ve~eichnis der dauernd

Unterstützungsbedürltigen (Armenetat) der Gemeinde

Bolligen einzutragen sei. Darauf stellte die Gemeinde

beim Regierungsstatthalter II von Bern das Begehren,

diese Eintragung sei auf den 1. Januar 1943 zurückzuda-

tieren (was zur Folge hätte, dass die Gemeinde Bolligen

für ihre Unterstützungsleistungen auf die frühere Wohn-

sitzgemeinde Zuzwil Rückgriff nehmen könnte; § 104

des bernischen Gesetzes über das Armen- und Niederlas-

sungswesen vom 28. November 1897).

Der Regierungsstatthalter wies das Begehren der

Gemeinde Bolligen wegen fehlender Pulzessvorausset-

Organisation der Bundesrechtspfl.ege. N° 35.

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zung zurück, der Regierungsrat dagegen, an den die

Gemeinde rekurrierte, wies es nach materieller Prüfung

als unbegründet ab.

B. -

Gegen diesen am 2. Mai 1944 ergangenen Ent-

scheid hat die Gemeinde Rolligen rechtzeitig staatsrechtli-

che Beschwerde erhoben mit dem Begehren, der ange-

fochtene Entscheid sei wegen Verletzung von Art. 4 BV

(Willkür) aufzuheben und das Begehren der Rekurrentin

um Rückdatierung der Etat-Auftragung Rufer und naoh-

herige Rückschreibung nach Zuzwil zu schützen.

Da8 Bundesgericht zieht in Erwägung :

Die Legitimation der Rekurrentin zur Erhebung der

vorliegenden staatsrechtliohen Beschwerde wegen Ver-

letzung von Art. 4 BV (die als rein kassatorisches Rechts-

mittel nur zur Aufhebung des angefochtenen Entsoheides

führen könnte) bestimmt sioh nicht danaoh, ob der Rekur-

rentin im kantonalen Verfahren Parteistellung zukam,

sondern aussohliesslioh naoh den Vorsohriften des OG

(BGE 59 I 80, 65 I 131 E. 1).

Da die verfassungsmässigen Freiheitsrechte mit Ein-

sohluss der Rechtsgleiohheit ihrem Wesen nach dazu

bestimmt sind, die einzelnen Bürger und Korporationen

gegen die öffentliohe Gewalt zu sohützen, kann die Ge-

meinde, . die selbst Trägerin öffentlicher Gewalt ist, nur

insoweit als Inhaberin verfassungsmässiger Rechte und

damit zur staatsrechtliohen Besohwerde legitimiert gelten,

als ein Erlass oder Entsoheid sie in gleicher Weise rechtlich

trifft wie eine Privatperson oder sie in ihrer Autonomie

verletzt (KmOHHOFER, ZSR 55 S. 176). Das ist nicht

der Fall bei einem Entscheid der nach dem kantonalen

Reoht zuständigen Behörde über Steueransprüohe der

Gemeinde (BGE 65 I 131 ff.). Nicht anders verhält es

sioh, wenn die Abgrenzung der öffentlichrechtlichen

Kompetenzen und Lasten einer Gemeinde gegenüber

denjenigen einer andern Gemeinde streitig sind. Das

Bundesgerioht hat daher einer. Gemeinde die Befugnis

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Staatsrecht.

abgesproohen, einen die Steuerhoheit zweier Gemeinden

gegeneinander abgrenzenden Entsoheid duroh staats-

reohtliohe Besohwerde anzufeohten (BGE 68 I 85). Das-

selbe muss auoh gelten gegenüber einer Verfügung, woduroh

die zuständige Behörde darüber entsoheidet, welohe von

zwei Gemeinden einen Bedürftigen zu unterstützen habe

(nioht veröffentliohtes Urteil des Bundesgeriohtes vom

15. April 1943 i. S. Vissoie und Grimentz). Die Armen-

pflege ist nioht in das Belieben der Gemeinden gestellt,

sondern eine öffentliohe Aufgabe, zu deren Erfüllung sie.

naoh kantonalem Reoht verpfliohtet sind und an deren

Kosten der kantonale Staat regelmässig Beiträge leistet

.(vgl. Art. 9lbern. KV und §§ 38 ff. ANG). Duroh den

Entscheid, der die Armenunterstützungspflioht einer Ge-

meinde dem Bestand oder Umfang nach festsetzt, wird

die Gemeinde somit nicht gleich einer Privatperson

betroffen, sondern ·als mit der Erfüllung einer Staatsauf-

gabe betrauter öffentlioher Verband. In dieser Eigensohaft

stehen ihr aber keine verfassungsmässigen Individual-

reohte zu, die durch einen von der zuständigen Behörde

gefällten Entscheid verletzt sein könnten; streitig ist

lediglioh die Anwendung objektiven Rechts, nämlich der

massgebenden verwaltungsreohtliohen Vorschriften.

Demnach erkennt das Bundesgericht :

Auf die Beschwerde wird nioht ein.getreten.

Blmdesroohtliche Abgaben. N° 36.

B. VERWALTUNGS·

UND DISZIPLINARRECHTS PFLEGE

JURIDICTION ADMINISTRATIVE

ET DISCIPLINAIRE

1. BUNDESRECHTLICHE ABGABEN

CONTRIBUTIONS DE DROIT FEDERAL

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36. An«!t du 6 oetobre 1944 dans la cause Neumann oontre

Commission eentrale d'impot du eanton de Vaud.

Reoours de droit administratif en matwre de taxe d'e3Jemption du

service militaire:

1. Obligation de motiver .le recours. Art. 178 oh. 3 OJ.

2. Portee des instruotions relatives a Ia voie de recoW'S, qua

l'autorite oantonale doit notifier en meme temps que sa ·deci·

sion. Art. 2 RLTM.

Verwaltungsgerichtsbe..8Chwerde :

1. Die in Art. 178, ZU. 3 OG vorgeschriebene Begründung ist ein

Förmerfordernis, von dessen Erfüllung irinert der Beschwer·

defrist die Gültigkeit der Verwaltungsgerichtsbesohwerde be·

dingt ist.

.

2. Bei Beschwerden wegen Verweigerung der Befreiung von der'

Militärsteuer gemäss Art. 2, lit. b MStG wird indessen da.'l

Fehlen einer Begründung entschuldigt, wenn die Rechtsmittel-

belehmng im kantonalen Rekursentscheid (Art. 2 MStV) unge-

nügend war.

Ricorso di diritto amministrativo in materia di tas8a d'esenziQne

dal sermzio militare :

1. ObbIigo di sostanziare il ricorso (art. 178 ~ifra 3 OG).

2. Portata delle istruzioni· concernenti Ia possibilita di ricorso

ehe l'autorita eantonale deve menzionare comunicando la

sua decisione. Art. 2 RTM.

A. ~ Le 23 juin 1944, la Commission oentrale d'impöt

du oanton de Vaud a rejete une requete par laquelle

Neumann demandait a etre exonere de la taxe d'exemption