opencaselaw.ch

68_IV_145

BGE 68 IV 145

Bundesgericht (BGE) · 1940-08-06 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

144

Milit~rpflichtersstz. No 32.

CPS s'applique egalement, mais a, titre de lex 1nitior en

vertu de l'art. 337 de.la loi, la prescription de six mois

ent'rainant la liberation de l'inculpe cite en justice le

27 fävrier 1942 seulement.

2. -

La prescription court du jour ou le delinquant a

exerce son activite ooupable (art. 71 al. 2 CPS); si les

agissements coupables ont eu une certaine duree, elle part

du jour ou ils ont cesse (al. 4). Le reoourant soutient que

le non-paiement de la taxe militaire constitue une infrao-

tion continue par omission, qui ne oesse d'etre commise

tant que la contribution impayee est civilement exigible,

soit pendant cinq ans (art. 11 LF du 28 juin 1878). De fait,

pendant tout le temps ou il doit encore payer, le delinquant

demeure dans l'etat de defajUance ou il s'est mis en n'ao-

quittant pas la taxe dans le delai imparti. Mais on ne peut

considerer qu'il prolonge de la sorte une « activite » cou-

pable.

En effet, d'apres la jurisprudence oonstante du Tribunal

fäderal (cf. les arrets RO 51I343, 347), la taxe d'exemption

du service militaire n'est ni une taxe fiscale, ni une pres-

tation ordinaire. Si tel etait le ca.s, finterdiction de la oon-

trainte par corps statuee par1a Constitution {art. 59 al. 3)

s'opposerait a toute sanction penale _pour non-paiement.

La taxe militaire represente au contraire l'une des deux

formes prevues par la Iegislation fäderale pour l'acoom-

plissement du servioe militaire. Le paiement de la taxe est

porte dans le livret de servioe comme le servioe personnel

accompli. Le defaut de paiement oonstitue donc une vio-

lation du devoir de servir, passible d'une peine qui est

infilgee sans prejudice de l'obligation d'acquitter la contri-

bution {art. 1 al. 5 LF de 1901). L'infraction ne consiste

pas tant dans le fäit de ne pas payer, par sa faute, la taxe

militaire, que dans le fait de ne pas payer dans le delai

prescrit par l'autorite militaire. L'infraction est oonsominee

8. ce moment-la, c'est-a-dire a l'e:x:piration du delai imparti

par la seconde sommation, ainsi que le Tribunal federal l'a

expressement doolare (RO 51 I 343 in 'fi:ne). Une fois oe

Kommunistische Tätigkeit. No 33.

delai expire, le paiement de la taxe n'a plus pour effet

d'eteindre l'action penale; et, a !'inverse, la passivite du

debiteur de la taxe, qui ne peut encourir qu'une condam-

nation pour la meme oontribution (art. 1 al. 6 LF de 1901),

n'est plus penalement operante.

II s'ensuit que, conformement a l'art. 71 a.l. 2 CPS, le

delai de prescription -

ici de six mois -

court du dernier

jour utile dont le debiteur disposait pour se soumettre a

l'injonction de payer, soit en l'espece du 30 avril 1940.

Ce point est au raste implicitement prejuge par l'arret RO

51 I 345, ou l'on voit la Cour de cassation, au considerant 4,

lre phrase {p. 348)·, prendre pour point de depart de la.

prescription -

alors de trois ans -

la fin du delai imparti

par la seoonde sommation, et non la fin du delai oivil de

prescription, dont il n'est question nulle part dans le juge-

ment.

Par ces motifs, le Tribunal fideral

rejette le recours.

IV. KOMMUNISTISCHE TÄTIGKEIT

ACTIVITE COMMUNISTE

33. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes

vom 20. November 1942 i. S. Slnger und Mitangeklagte

gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau.

Art. l und 2 BRB vom 6~ August 1940 über :Massnahmen gegen die

kommunistische und anarchistische Tätigkeit. Bedeutung des

Verbots, wonach der kommunistischen Partei und ihren Hilfs-,

Neben- und Ersatzorganisationen jede Tätigkeit untersagt ist.

Begriff der kommunistischen Propaganda..

Art. l et 2 ACF du 6 a.oti.t 1940 instituant des mesures contre

z·~

communisee ou a.narchiste. Sens de l'interdiction faite

au pa.rti communiste 8. ses orga.nisations auxiliaires ou connexes

et aux organismes qui leur sont substitues d'exercer n'importe

quelle a.ctivite. Notion de la propagande eommuniate.

AS 88 IV -

1942

10

Kommunis.tische Tätigkeit. N° 38.

Art. l e 2 DCF 6 agosto I 940 ehe istituisce provvedimenti eontro

l'a.ttivita eomunista. od a.narehiea. Signifiea.to del divieto fatto

a.l partito comunista, alle sue organizzazioni ausiliarie o con-

nesse ed agli organismi ehe li ha.nno sostituiti d'esercita.re

qua.lsiasi a.ttivita.. Nozione della propa.ga.nda. eomunista..

A ua den Erwägungen :

l. -

Der Bundesratsbeschluss vom 6. August 1940

über Massnahmen gegen die kommunistische und anarchi-

stische Tätigkeit v~rbietet der kommunistischen Partei und

ihren Hilfs- und Nebenorganisationen jede Tätigkeit. Das

Verbot bezieht sich auch auf Organisationen, die an Stelle

der mit Verbot betroffenen Partei treten (Art. 1). Durch

Bundesratsbeschluss vom 26. November 1940 betreffend

die Auflösung der kommunistischen Partei der Schweiz

wurden sodann sämtliche in · der Schweiz bestehenden

kommunistischen Organisationen und die an ihre Stelle

tretenden Vereinigungen aufgelöst. Die Organisationen,

welche wegen ihres kommunistischen Charakters unter

diesen Bundesratsbeschluss fallen, werden vom eidge-

·llössischen Justiz- und Polizeidepartement und in wichtigen

Fällen vom Bundesrat bezeichnet (BRB vom 17. Dezember

1940 über den Vollzug des Bundesratsbeschlusses betreffend

die Auflösung der kommunistischen Partei der Schweiz).

Der Grund dieser Massnahmen liegt darin, dass die

kommunistische Partei und ihre Hilfs-, Neben- und

Ersatzorganisationen ihre !deale durch gewaltsamen Um-

sturz der verfassungsmässigen Ordnung zu verwirklichen

trachten. Nicht um ihrer !deale, sondern um ihrer Staats-

gefährlichkeit willen sind diese Partei und ihre Organisa-

tionen aufgelöst und ist ihnen jede Tätigkeit verboten wor-

den. Es ist daher nicht richtig, wie die~ Staatsanwaltschaft

glaubt, dass jede politische Tätigkeit mit Zielen/ welche

mit der Verfassung in Widerspruch stehen, verboten sei;

denn sonst könnte die Verfassung nie revidiert werden.

Hätte die kommunistische Partei ihre Ziele nur auf ver-

fassungsmässigem, demokratischem Wege zu erreichen

versucht, so wären sie und ihre Organisationen nicht ver-

Kommunistische Tätigkeit. No 33.

147

boten worden. Das heisst indessen nicht, dass das Verbot,

so wie es nun gilt, bloss die auf gewaltsamen Umsturz

gerichtete Tätigkeit dieser Partei und ihrer Organisationen

erfasse. Vielmehr ist ihnen jede Tätigkeit unter Strafe ver-

boten.

2. -

Strafbar macht sich sodann, wer in irgendwelcher

Form kommunistische Propaganda betreibt oder einer sol-

chen Propaganda Vorschub leistet (Art. 2 Abs. 2 BRB vom

6. August 1940 über Massnahmen gegen die kommunisti-

sche und anarchistische Tätigkeit).

Dieses Verbot richtet sich an den einzelnen, unbeküm-

mert darum, ob er der verbotenen Partei oder einer ihrer

Organisationen angehöre. Es geht weniger weit als das

Verbot, welches sich gegen die Tätigkeit in der Partei oder

in einer ihrer Organisationen richtet. Verboten ist nur,

·kommunistische Propaganda zu betreiben oder einer sol-

chen Vorschub zu leisten.

Propaganda kann objektiv in irgendwelchen von den Mit-

menschen wahrnehmbaren Handlungen liegen, z. B. im

Halten von Vorträgen, Ausleihen oder Verteilen von

Schriften, Ausstellen von Bildern, Tragen von Abzeichen,

sogar in blossen Gebärden. Handlungen, welche von Mit-

menschen nicht wahrnehmbar sind, fallen dagegen zum

vornherein ausser Betracht, z. B. der verborgene Besitz

kommunistischer Schriften, das Lesen solcher, das Lernen

kommunistischer Lieder. Subjektiv erfordert die Propa-

ganda nicht nur das Bewusstsein, dass eine bestimmte

Handlung von Mitmenschen wahrgenommen werde, son-

dern auch die Absicht, durch sie nicht nur Gedanken zu

äussern, sondern zu werben, d. h. so auf die Mitmenschen

einzuwirken, dass sie für die geäusserten Gedanken ge-

wonnen oder, falls sie ihnen bereits zugetan sind, in ihrer

Überzeugung gefestigt werden. Handlungen, welche nicht

in der Absicht des Werbens vorgenommen werden, sind

nicht Propaganda, so das passive Verhalten dessen, der

sich beeinflussen lässt, z.B. das Anhören einer Rede oder

das Lesen einer Schrift, ferner die bloss belehrende Tätig-

Jagd un~- Vogelsohutz. No 34.

keit z. B. eines Professors, und überhaupt der Gedanken-

austausch, welcher einem anderen Zweck als dem der

werb'enden Beeinß.ussung dient, z. B. die Mitteilung zur

Unterhaltung.

Verboten ist sodann nicht jede Propaganda, sondern nur

die kommunistische. Kommunistisch in diesem Sinne ist

nur das, um dessetwillen die kommunistische Partei auf-

gelöst und ihr jede Tätigkeit verboten worden ist, nämlich

das Hinarbeiten auf den gewaltsamen Umsturz. Nicht ver-

boten ist dagegen dem einzelnen die Propagierung von

Idealen, die zwar von der kommunistischen Partei erstrebt

wurden, die aber nicht der Grund ihrer Auflösung sind;

denn der Bundesrat wollte nicht die Ideale, sondern ihre

Verwirklichung auf dem Wege <J,es gewaltsamen U mst'Urzea

unterdrücken. Dies ergibt sich schon daraus, dass Ideen

des ökonomischen Kommunismus nicht bloss von der

kommunistischen Partei und ihren Hilfs- und Nebenorga-

nisationen vertreten w'urderi., sondern auch in den Lehren

anderer Bewegungen und Parteien zu finden sind, z. B.

in Platos Philosophie, in der christlichen Religion und im

Programm der Sozialdemokraten. Der einzelne darf daher

z.B. der Verstaatlichung der Produktionsmittel, der Auf-

hebung des Privateigentums überhaupt oder der Abschaf-

fung des Erbrechts das Wort reden, ohne dadurch das Ver-

bot kommunistischer Propaganda z~ übertreten.

V. JAGD UND VOGELSCHUTZ

CHASSE ET PROTECTION DES OISEAUX

34. Urteil des Kassationshofes vom to. September 1942 i. S.

Generalprokurator des Kantons Dem gegen Wahll.

1. Art. 270 Abs. 1 BStrP. Der öffentliche Ankläger ist zur Nich·

tigkeitsbeschwerde ohne Rücksicht auf seine Stellungnahme

vor der kantonalen Instanz legitimiert.

Jagd und Vogelsohutz. No 34.

149

2. Art. 57 Ziff. 4 BG über Jagd und Vogelschutz vom 10. Juni

1925. Jagdpolizeibeamter im Sinne dieser Bestimmung ist, wem

Funktionen der Jagdpoliz.ei öffentlich übertragen sind, gleich-

gültig, ob er besoldet sei oder nicht.

1. Art. 270 al. l PPF. L'aoousateur public a qualite pour' se pour-

voir en nullite quel que fftt son attitude devant la juridiction

cantonale.

2. Art. 57 eh. 4 LF du 10 juin 1925 sur la chasse et la protection

des oiseaux. Est un « agent de la police de la chasse » aux termes

de cet article celui auquel l'autorite a confie des fonctions de

ladite police, qu 'il touche ou non un traitement.

1. Art. 270 cp. l PPF. II pubhlico accusa.tore ha. veste per ricorrere

in ca.ssa.zione, indipendentemente dal suo atteggia.rnento davanti

alle. giurisdizione cantonale.

2. Art. 57 cifra 4 della legge federale 10 giugno 1925 sulla. caccia.

e la protezione degli uccelli. E' un « agente di polizia della

caccia • a' sensi di queste. disposizione colui, al quale l'autorit&

ha. a.ftidato funzioni di queste. polizia., nulla importando s'egli

sia. stipendiato o no.

A. -

Am 16. September 1940 erlegte Rudolf Wahli

vom offenen Jagdgebiet aus eine angeschossene Gemse,

welche in das Banngebiet Wallritzen geflohen war. Wegen

Widerhandlung gegen das Jagdgesetz angeklagt, wurde er

vom erstinstanzlichen Richter schuldig befunden und zu

einer Busse von Fr. 320.- verurteilt. Auf Appellation hin

erklärte durch Entscheid vom 13. Mai 1942 die Straf-

kammer des Obergerichts des Kantons Bern die Verfolgung

als verjährt, denn das Jagen im Bannbezirk sei lediglich

mit B1Isse bedroht, sei also eine Übertretung, die gemäes

Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 und Art. 109 StGB verjähre. Die

Verjährungsbestimmungen des neuen Rechts kämen auf

die vor 1942 begangene Tat gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB

zur Anwendung.

B:-'-Gegen dieses Urteil hat der Generalprokurator des

Kan:toiis Bern rechtzeitig Nichtigkeitsbeschwerde an das

Bundesgefitlht ergriffen. Er macht geltend, dass nicht

Art. 42; s6:titlern Art. 57 Ziff. 4 des Jagdgesetzes anwendbar

l!ei; dar 8.Uf die in Frage stehende Widerhandlung nicht

lödigifoh Busse, sondern neben oder an Stelle derselben

Gefängnis bis zu vier Monaten androhe. Wahli habe näm-

lich als Jagdpolizeibeamter zu gelten, da er freiwilliger

Jagdaufseher sei. Na.oh Art. 22 des bernischen Gesetzes