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67_II_139

BGE 67 II 139

Bundesgericht (BGE) · 1926-02-15 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. N° 32.

defauts est assimilee a un bien-trouve (<< Genehmigung »),

savoir a une reconnaissance expresse que le vendeur a

execute ses obligations contractuelles, ou, du moins, que

l'acheteur consent a etre traite comme si la chose avait

ete livree teIle qu'elle etait due. Si, par la suite, cette

defectuosite entraine d'autres consequences dommageables,

l'acheteur ne saurait plus en rendre responsable le vendeur.

Il ne peut revenir en arriere et exercer une action delictuelle,

pas plus que ne peut deduire une teIle action d'une viola-

tion de la propriete celui qui y a acquiesce apms coup.

L'acceptation de la marchandise avec ses dMauts consta-

tables, sa « Genehmigung» (approbation) est incompa-

tible avec une action visant a la reparation d'un dommage

qui a precisement pour origine ces memes dMauts, repu-

tes inexistants dans les rapports entre le vendeur et

l'acheteur.

L'arret RO 64 II 259 reserve expressement le cas Oll

des motifs particuliers excluraient le cumul des actions.

Il les nie pour le contrat d'entreprise. Cette question

n'a pas besoin d'etre reexaminee en l'espece, car

l'art. 2012 CO montre, comme on vient de l'exposer,

qu'il y a en tout cas lieu d'admettre de tels motifs

pour lavente mobiliere. Cette solution est d'ailleurs

dans l'interet de la securite et de la rapidite des trans-

actions commerciales que le Iegislateur a voulu assurer en

edictant les dispositions de l:art. 201 qui enjoignent a

l'acheteur d'agir avec diligence et ceIerite.

Le Tribunal cantonal a donc eu raison .de rejeter l'action

de l'acheteur Worms.

Par ces motifs, le Tribunal tlAUral:

rejette le recours et confirme le jugement attaque.

Obligationenrecht. N° 33.

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33. Urteil der I. Zivil abteilung vom 10. Juni 1941 i. S.

Dr. Thenisch gegen Wwe. M. Rüesch.

Mietvertrag, Untermiete, Abtretung der Miete; Art. 264 OR.

Das vertragliche Verbot der Untermiete Wld der AbtretWlg der

Miete ist zulässig.

Das Verbot der Untermiete erstreckt sich im Zweifel auch auf

die Abtretung der Miete.

Das Verbot der Untermiete gibt dem Vermieter das Recht, ohne

Angabe von Gründen die Annahme eines Untermieters abzu-

lehnen.

Location, 80U8-location, Ce8BWn du bail; art. 264 CO.

II est licite d'exelure, par eontrat, Ia sous-Ioeation et la eession

du baU.

Dans Ie doute, l'interdietion de la sous-Ioeation s'etend aussi a

la eession du bail.

L'interdietion de Ia sous-Ioeation donne au bailleur le droit de

refuser Wl sous-Ioeataire sans donner de motifs.

Locazione, 8ublocazione, ce8sione del contratto, art. 264 CO.

E leeito eseludere eontrattualmente Ia subloeazione e Ia eessione

deI eontratto.

Nel dubbio, il divieto di subloeare si estende anehe alla eessione

deI eontratto.

Il d v:eto di sublocare eonferisee al loeatore il diritto di rifiutare

Wl subloeatario senza indieare i motiv}.

A'U8 dem Tatbestand :

Der Kläger Dr. Thenisch mietete ab 1. Januar 1939

auf zwei Jahre im Hause der Beklagten Wwe. Rüesch

eine Wohnung. Der Vertrag enthielt das Verbot der

Untermiete. Im April 1939 trat der Kläger mit Wirkung

ab 1. Mai 1939 das Gebrauchsrecht an den gemieteten

Räumen an einen Dr. Wyss ab. Die Beklagte liess jedoch

unter Berufung auf das Verbot der Untermiete Dr. Wyss

nicht einziehen und beharrte auf Erfüllung des l\fiet-

vertrages durch den Kläger. Dieser erhob gegen die

Beklagte Klage auf Feststellung, dass sein Mietvertrag

ab 1. Mai 1939 aufgehoben sei und er von diesem Zeitpunkt

an keine Leistungen mehr zu erbringen habe. Die Klage

wurde vom Amtsgericht Dorneck-Thierstein und vom

Obergericht des Kantons Solothurn abgewiesen. Das

Bundesgericht weist die Berufung des Klägers ab.

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Obligationenrooht. N° 33.

Aus den Erwägungen:

1. -

Die Vorinstanz hat in Übereinstimmung mit der

in der Literatur herrschenden Auffassung angenommen,

dass Art. 264 OR, wonach beim Vorliegen der vom Gesetz

aufgestellten Voraussetzungen die Untermiete und Ab-

tretung der Miete zulässig sind, nicht zwingenden Rechtes

sei, sodass also Untermiete und Abtretung der Miete

vertraglich ausgeschlossen werden können (BEcKER N. 4,

OSER-SCHÖNENBERGER N. 9 zu Art. 264 OR). Dieser

Auffassung ist zuzustimmen. Da die Regelung des Art.

264 Abs. 1 OR vom Gesetz nicht ausdrücklich als unab-

änderlich bezeichnet wird, so wäre ihr zwingender Charak-

ter nur beizumessen, wenn eine davon abweichende

Regelung einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung,

gegen die guten Sitten oder das Recht der Persönlichkeit

in sich schlösse. Innerhalb dieser durch Art. 19 Abs. 2

OR aufgestellten Schranken nämlich sind die Parteien

gemäss Art. 19 Abs. I OR in der Ausgestaltung ihrer

vertraglichen Beziehungen frei. Von einem Verstoss' gegen

die öffentliche Ordnung, die guten Sitten oder das Recht

der Persönlichkeit kann jedoch bei dem vertraglichen

Verbot der Untermiete und Abtretung der Miete nicht

die Rede sein. Die Einräumung des Rechts zur Untermiete

und Abtretung der Miete bezweckt in erster Linie den

Schutz der wirtschitftlichen Interessen des Mieters; es

soll ihm ermöglicht werden, sich nötigenfalls ohne erheb-

liche finanzielle Einbusse aus einem Mietverhältnisse

lösen zu können. Die Miete erschöpft sich aber in der

Regel nicht in den wirtschaftlichen, im Austausch der

beiderseitigen Leistungen bestehenden Beziehungen der

Parteien. Sie weist, insbesondere bei der Wohnungsmiete,

daneben noch eine persönliche Seite auf, indem die

Hausgemeinschaft zwischen Mieter und Vermieter per-

sönliche Beziehungen mit sich bringt. Dieser Seite des

Verhältnisses kann unter Umständen eine ebenso grosse

Bedeutung zukommen wie den gleichzeitig in Frage

Obligationenrocht, No

:~3.

]4)

stehenden wirtschaftlichen Interessen. Vor allem für

den Vermieter können die persönlichen Eigenschaften

des Mieters von ausschlaggebender Bedeutung sein. Denn

während der Mieter stets die Möglichkeit hat, die persön-

lichen Beziehungen zu beendigen, indem er auszieht und

lediglich den Mietzins weiterbezahlt, steht dem Vermieter

dieser Ausweg nicht zu Gebote; solange die persönlichen

Beziehungen nicht derart getrübt sind, dass er ihretwegen

einen wichtigen Grund zur Aufhebung des Mietvertrages

hat, kann er vom Mieter gezwungen werden, ihn in der

Wohnung zu belassen. Es ist daher für den Vermieter

von eminenter Bedeutung, frei darüber entscheiden zu

können, ob er einen Mieter annehmen will oder nicht.

Wenn er sich durch den vertraglichen Auschluss der

Untermiete und der Abtretung der Miete gegen die Gefahr

schützt, irifolge der vom Gesetz dem Mieter eingeräumten

Möglichkeit zur einseitigen Verfügung über das Gebrauchs-

recht einen Mieter aufgedrängt zu erhalten, den er sonst

aus persönlichen Gründen als Vertragskontrahenten abge-

lehnt hätte, so handelt er in Wahrung eines durchaus

schutzwürdigen Interesses, das dem vom Gesetzgeber in

Art. 264 Abs. 1 OR allein berücksichtigten wirtschaftlichen

Interesse des Mieters gleichwertig ist, ja ihm sogar über-

legen sein kann.

2. --.: Der vorliegende Vertrag erklärt nur die Unter-

miete als verboten, während er die Abtretung der Miete

nicht erwähnt. Hieraus will der Kläger ableiten, dass für

die letztere die gesetzliche Regelung Platz greife, sie also

grundsätzlich zulässig sei. Mit Recht lehnt die Vorinstanz

jedoch diese Auslegung ab. Untermiete und Abtretung

der Miete sind zwar ihrer rechtlichen Konstruktion nach

zwei verschiedene Dinge, verfolgen aber wirtschaftlich

den gleichen Zweck, nämlich die Übertragung des Ge-

brauches der Mietsache auf einen am ursprünglichen

Mietvertrag nicht beteiligten Dritten. Wegen dieser

Gleichartigkeit des Zweckes macht denn auch das Gesetz,

unbekümmert um den rechtlich verschiedenen Charakter

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Obligationenrooht. N0 33.

der heiden Institute, deren Statthaftigkeit von den gleichen

Voraussetzungen. abhängig: Es darf durch sie keine für

den Vermieter nachteilige Veränderung eintreten. Bekun-

det der Vermieter durch das Verbot der Untermiete seinen

Willen, die Übertragung des Gebrauchsrechts auf einen

Dritten zu verhindern, so darf nicht vermutet werden,

er sei mit einer solchen Übertragung auf dem Wege der

Abtretung der Miete einverstanden. Denn damit würde

der von ihm angestrebte Zweck, die Verfügung über das

Gebrauchsrecht in der Hand zu behalten, praktisch

vereitelt. In Übereinstimmung mit der bisherigen Recht-

sprechung ist daher anzunehmen, dass das vertragliche

Verbot der Untermiete auch die Abtretung einschliesst,

sofern sich nicht ein klarer gegenteiliger Wille der Kontra-

henten ermitteln lässt (BGE 54 II 397). Für eine solche

Absicht der Parteien vermag der Kläger hier keinerlei

Anhaltspunkte zu geben.

3. -

Bei der Umschreibung der Tragweite des ver-

traglich vereinbarten Ausschlusses der . Untermiete,ist zu

beachten, dass diese nach dem klaren Wortlaut des Ver-

trages verboten sein sollte. Es wurde also nicht etwa

nur die Genehmigung des Vermieters vorbehalten, was

nach der vom Schrifttum gebilligten Rechtsprechung

verschiedener kantonaler Gerichte -

die hier nicht zu

überprüfen ist -

zur Folge gehabt hätte, dass sich der

Vermieter nur bei zureichenden Gründen der. Untermiete

oder Abtretung der Miete widersetzen könnte (BEcKER

N. 4, OSER-SCHÖNENBERGER N. 9 zu Art. 264 OR).

Mit dem absoluten Verbot ist vielmehr zum Ausdruck

gebracht, dass der Vermieter schlechtweg die Anerken-

nung einer Untermiete oder Abtretung der Miete ablehnen

könne, ohne über die Gründe, die ihn dazu veranlassen,

Rechenschaft geben zu müssen, sowenig wie er im allge-

meinen die Pflicht hat, darüber Aufschluss zu geben,

warum er mit einem bestimmten Interessenten keinen

Mietvertrag abschliessen wil1.

Obligationenrecht. N° 34.

143

34. Arret de la Ire Seetion eivlle dn 30 avriI 1941 dans la cause

Wassmer contre Centre Antieancerenx de Geneve.

Art. 339 et 422 CO; 17 LCA. Dans la mesure OU une a8surance

contre les ri8ques prolesBionnel8 contractee par un employeur

au benefice de son employe couvre non seulement le ~ommage

cause par un manque de diligenc<;, .de l'employeur :nals en~re

un risque independant de cette dihgence, il appartient a I em-

ploye si ce dernier risque se realise seul, d'agir personneIle-

ment' contra l'assureur; s'il en laisse le 80in a l'employeur,

les frais du proces lui incombent.

Art. 339, 422 OR; Art. 17 VVG. Deckt eine vom Ar~itgeber

zu Gunsten des Arbeitnehmers abgeschlossene VerBicheru/,!g

gegen BerufBriBiken nicht nur den Schaden, der vom Ar~elt­

geber wegen Verletzung der ihm o~Iiegenden I?ili~enzpfhcht

zu verantworten ist, sondern auch hievon unabhängige Gefah-

ren, so ist es bei Eintritt eines Ereignisses dt;r letzt<:ran Art

Sache des Arbeitnehmers persönlich, gegen dIe VerSICherung

vorzugehen; überlässt er dies dem Arbeitgeber, so hat er

doch die Prozesskosten zu tragen.

Art. 339, 422 CO; art. 17 LCA. Se un'assicurazione co~tro .rischi

professionali conolusa dal padrone a favore delI Imp:egato

copre non soltanto il danno oausato daIIa mancata ~hgenza.

deI padrone, ma anche un risohio independ~ntt; da .essa, II;OO~be

all'impiegato, quando si verifica. 80.10 un nsoh~o dl quest ultIma.

specie, di procedere nei oonfr~ntI del1' assl';luratore; se ne

lascia la oura al padrone, egh deve tuttavla sopportare le

spese di causa.

Resumi du fait:

En vertu d'une clause de la convention du 4 mars 1925

par laquelle le Centre anticancereux da Geneve (CAG)

a engage Wassmer comme directeur technique, le Centre

s'obligeait a contracter a ses frais, en faveur da son employe

ou de ses heritiers, une assurance contre les risques pro-

fessionnels et a. en payer les primes.

En execution de cette clause, le CAG a conclu, le 15

fevrier 1926, avec la Compagnie d'assurance« la Nationale

suisse» a. BaIe une assurance contre les risques profes-

sionnels du Dr Wassmer.

Le 24 juillet 1931, le Dr Wassmer, a qui incompait

le soin de prevenir la Compagnie si un signe d'affection

se revelait, lui a fait parvenir une d6claration de sinistre

indiquant qu'il etait atteint de lesions dues aux radiations

AB 67 II -

1941

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