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66_I_190

BGE 66 I 190

Bundesgericht (BGE) · 1939-09-29 · Deutsch CH
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190

Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.

nistration federale des contributions procede d'une con-

ception trop scMmatique et formaliste du systeme institue

par le Iegislatebr pour l'imposition du revenu dans la

contribution federale de crise.

n. REGISTER

REGISTRES

34. Urteil der I. Zivilabteilnng vom 11. September 1940

i. S. Jos. Manner & Comp. A.-G.

gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.

1. Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Markensachen

: Frister-

streckung gemäss Bundesratsbeschluss vom 29. September

1939. Erw. l.

2. Markenr~gister:. Unsi~tlichkeit einer. Marke, die geeignet ist,

das Pubhkum uber die Beschaffenheit der Ware zu täuschen.

Art. 14 MSchG. Zurückweisung einer internationalen Marke

gemäss der Pariser Übereinkunft, Londoner Fassung von

1934. Erw. 2.

1. Recours de droit adnninistratil dans les litiges relatifs ades

marques de fabrique : Prolongation du delai de recours confor-

mement a l'ACF du 29 septembre 1939. Consid. 1.

2~ Registre des marques: Est contraire aux mreurs la marque

propre a induire le public en erreur sur Ia nature de Ja mar-

chandise. Art. 14 de la Loi sur Ia protection des marques de

fabrique. Refus d'une marque internationale conformement a

la Convention de Paris, revisee a Londres en 1934. Consid. 2.

RicorBo di diritto amministrativo nelle controversie relative a

marche di fabbrica; proroga deI termine di ricorso conforme-

mente al DCF deI 29 settembre 1939. Consid. 1.

Registro delle marehe: E contraria ai buoni costumi la marca

atta ad indurre il pubbIioo in errore sulla natura della merce.

Art. 14 della Legge sulla protezione delle marche di fabbrica.

Rifiuto d'iscrivere uns msrcs internazionale oonformemente

alla Convenzione di Parigi, riveduta a Londra nel 1934.

Consid. 2.

A. -

Die Firma Josef Manner & Comp. in Wien liess

am 6. September 1939 für eine grosse Anzahl von Speisen

und Getränken aller' Art im internationalen Register unter

der Nr. 101925 eine Marke eintragen, welche das Bild

Register. N° 34.

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der Wiener Stefanskirche und darüber die Worte « Choco-

lade Manner, Wien » aufweist. Die gleiche Marke ist seit

1938/39 in der deutschen Warenzeichenrolle eingetragen.

Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das

Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung

der Marke zum Schutze in der Schweiz, soweit sie für

Waren bestimmt ist, die nicht mit Schokolade zubereitet

werden, deren Zubereitung mit Schokolade aber an sich

in Frage käme.

B. -

Gegen diesen Entscheid erhob-die Firma J. Manner

& Comp. A.-G. am 24. August 1940 verwaltungsgerichtliche

Beschwerde beim Bundesgericht mit dem Begehren, die

Marke sei uneingeschränkt zuzulassen.

Das beschwerdebeklagte Amt beantragt Abweisung der

Beschwerde.

Da8 Bunde8gericht zieht in Erwägung :

1. -

Aus den Akten geht nicht hervor, wann der ange-

fochtene Entscheid der Beschwerdeführerin zugestellt

worden ist. Die Beschwerdefrist ist jedoch durch Art. 1

Ziff. 7 des Bundesratsbeschlusses vom 29. September 1939

betr. ausserordentliche Fristerstreckungen auf dem Gebiete

des gewerblichen Rechtsschutzes bis auf weiteres erstreckt,

und diese Erstreckung gilt gemäss Art. 3 des Beschlusses

auch zu Gunsten von Ausländern, die im Ausland nieder-

gelassen sind, sofern ihr Niederlassungs- oder Heimat-

staat den Angehörigen der Schweiz Gegenrecht gewährt.

Da Deutschland nach der Mitteilung des beschwerde-

beklagten Amtes Gegenrecht gewährt, ist die Beschwerde

somit nicht verspätet, auch wenn seit Zustellung des

angefochtenen Entscheides mehr als dreissig Tage . (Art.

13 VDG) verstrichen sein sollten.

2. -

Nach Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG hat das Amt

. die Eintragung einer Marke, die gegen die guten Sitten

verstösst, zu verweigern. Diese Bestimmung gelangt auf

Grund von Art. 6 litt. B Ziff. 3 der Pariser Übereinkunft

192

Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.

in der London~r Fassung vom 2. Juni 1934 auch zur

entsprechenden Anwendung gegenüber Marken, die in

ihrem Ursprungsland regelrecht eingetragen sind.

Die Verwendung der Bezeichnung « Chocolade Manner J)

für eine Ware, die ihrer Natur nach mit Schokolade

hergestellt werden kann, ist ohne Zweifel geeignet, beim

Publikum den Eindruck zu erwecken, dass sie tatsächlich

mit Schokolade hergestellt sei. In Fällen, wo letzteres

nicht zutrifft, besteht daher offensichtlich die Gefahr

der Täuschung. Warenzeichen, welche geeignet sind, das

kaufende Publikum über die Beschaffenheit der Ware zu

täuschen, sind aber nach ständiger Praxis im Sinne von

Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG unsittlich (vgL BGE 56 I

49 und 472; 63 I 93). Damit übereinstimmend erklärt

die angeführte Vorschrift der Pariser Übereinkunft aus-

drücklich, dass als gegen die guten Sitten oder gegen die

öffentliche Ordnung verstossend namentlich solche Marken

zurückgewiesen werden können, welche geeignet sind, das

Publikum zu täuschen.

Das beschwerdebeklagte Amt hat demnach mit Recht

die Marke mit den Wortzeichen « Chocolade Manner»

insoweit nicht zugelassen, als sie für Waren bestimmt

ist, d:e ihrer Natur nach mit Schokolade hergestellt

werden können, in Wirklichkeit aber nicht damit her-

gestellt sind. Ob im Lande Österreich die streitige Bezeich-

nung für alle Erzeugnisse der Beschwerdeführerin geläufig

ist, spielt keine Rolle; massgebend ist die Täuschungs-

gefahr für das schweizerische Publikum.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

35. Urteil der I. Zivilabteilung vom 18. September 1MB

i. S. Haannann & Reimer

gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.

Markerutchutz; Zulassung internationaler .J.}larken.

l. Zurückweisung einer Marke, die ein mit dem 8chweizerkreuz

verwechseihares Zeichen enthält. Art. 14 "M:schG; BGesetz v.

5 .• Juni 1931 zum Schutz öffentlich~r Wappen U.S.w.; Pariser

Übereinkunft, Londoner Fassung von 1934. Erw. 2 u. 3.

2. Abweichungen der internationalen Marke von dem im Ur·

sp~gsland eingetragenen Zeichen. Art. 6 lit. B Abs. 2

der Ubereinkunft. Erw. 4.

-

Protection des marques de fabrique; admission de marques inter-

nationales.

1. Refus d'une marque qui cont.enait un signe susceptible d'iltre

confondu avec une croix federale. Art. 14 da la Loi Sill' Ja

protection des marques de fabrique; Loi federale du 5 j um

1931 sur la protection des armoiries publiques, etc.; Conven·

tion de Paris revisee a Londres en 1934. Consid. 2 et 3.

2. Cas Oll la marque internationale et le signe enregistre dans

le pays d'origine ne sont pas idemtiques. Art. 6 lit. B ru. 2 de

la Convention. Consid. 4.

ProteziQne delle marche di fabbrica; ammissione di marche inter-

nazionali.

1. Rifiuto d'iscrizione di una marca ehe contiell!~ un segno suseet-

tibile di essere confuso con una croce federale. Art. 14 della

Legge sulla prot.ezione delle marche di fabbrica; Legge federale

5 giugno 1931 sulla protezione degli stemmi pubblici ecc.;

Convenzione di Parigi riveduta a Londra nel 193f,. Consid. 2

e 3.

2. Divergenze tra la marca internazionale e i1 segno registrato

nel paese d.i origine. Art. 6 lett. B cp. 2 delJa Convenzione.

Consid. 4.

.

.A. -

Die Beschwerdeführerin, Firma Haarmann &

Reimer,

Chemische

Fabrik,

G.m.b.H.,

Holzminden

(Deutschland), liess am 23. August 1940 im internationalen

Register unter Nr. 101,789 eine Marke eintragen, die auf

schwarzem Grunde u. a. die Buchstaben H und R (die

Anfangsbuchstaben der beiden Firmenteilhabernamen)

und dazwischen ein Kreuz aufweist.

Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das

Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung

dieser Marke zum Schutze in der Schweiz, mit der Begrün-

dung, dass die Marke ein Zeichen aufweise, das mit dem

AS 661- 1940

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