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Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.
nistration federale des contributions procede d'une con-
ception trop scMmatique et formaliste du systeme institue
par le Iegislatebr pour l'imposition du revenu dans la
contribution federale de crise.
n. REGISTER
REGISTRES
34. Urteil der I. Zivilabteilnng vom 11. September 1940
i. S. Jos. Manner & Comp. A.-G.
gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.
1. Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Markensachen
: Frister-
streckung gemäss Bundesratsbeschluss vom 29. September
1939. Erw. l.
2. Markenr~gister:. Unsi~tlichkeit einer. Marke, die geeignet ist,
das Pubhkum uber die Beschaffenheit der Ware zu täuschen.
Art. 14 MSchG. Zurückweisung einer internationalen Marke
gemäss der Pariser Übereinkunft, Londoner Fassung von
1934. Erw. 2.
1. Recours de droit adnninistratil dans les litiges relatifs ades
marques de fabrique : Prolongation du delai de recours confor-
mement a l'ACF du 29 septembre 1939. Consid. 1.
2~ Registre des marques: Est contraire aux mreurs la marque
propre a induire le public en erreur sur Ia nature de Ja mar-
chandise. Art. 14 de la Loi sur Ia protection des marques de
fabrique. Refus d'une marque internationale conformement a
la Convention de Paris, revisee a Londres en 1934. Consid. 2.
RicorBo di diritto amministrativo nelle controversie relative a
marche di fabbrica; proroga deI termine di ricorso conforme-
mente al DCF deI 29 settembre 1939. Consid. 1.
Registro delle marehe: E contraria ai buoni costumi la marca
atta ad indurre il pubbIioo in errore sulla natura della merce.
Art. 14 della Legge sulla protezione delle marche di fabbrica.
Rifiuto d'iscrivere uns msrcs internazionale oonformemente
alla Convenzione di Parigi, riveduta a Londra nel 1934.
Consid. 2.
A. -
Die Firma Josef Manner & Comp. in Wien liess
am 6. September 1939 für eine grosse Anzahl von Speisen
und Getränken aller' Art im internationalen Register unter
der Nr. 101925 eine Marke eintragen, welche das Bild
Register. N° 34.
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der Wiener Stefanskirche und darüber die Worte « Choco-
lade Manner, Wien » aufweist. Die gleiche Marke ist seit
1938/39 in der deutschen Warenzeichenrolle eingetragen.
Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das
Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung
der Marke zum Schutze in der Schweiz, soweit sie für
Waren bestimmt ist, die nicht mit Schokolade zubereitet
werden, deren Zubereitung mit Schokolade aber an sich
in Frage käme.
B. -
Gegen diesen Entscheid erhob-die Firma J. Manner
& Comp. A.-G. am 24. August 1940 verwaltungsgerichtliche
Beschwerde beim Bundesgericht mit dem Begehren, die
Marke sei uneingeschränkt zuzulassen.
Das beschwerdebeklagte Amt beantragt Abweisung der
Beschwerde.
Da8 Bunde8gericht zieht in Erwägung :
1. -
Aus den Akten geht nicht hervor, wann der ange-
fochtene Entscheid der Beschwerdeführerin zugestellt
worden ist. Die Beschwerdefrist ist jedoch durch Art. 1
Ziff. 7 des Bundesratsbeschlusses vom 29. September 1939
betr. ausserordentliche Fristerstreckungen auf dem Gebiete
des gewerblichen Rechtsschutzes bis auf weiteres erstreckt,
und diese Erstreckung gilt gemäss Art. 3 des Beschlusses
auch zu Gunsten von Ausländern, die im Ausland nieder-
gelassen sind, sofern ihr Niederlassungs- oder Heimat-
staat den Angehörigen der Schweiz Gegenrecht gewährt.
Da Deutschland nach der Mitteilung des beschwerde-
beklagten Amtes Gegenrecht gewährt, ist die Beschwerde
somit nicht verspätet, auch wenn seit Zustellung des
angefochtenen Entscheides mehr als dreissig Tage . (Art.
13 VDG) verstrichen sein sollten.
2. -
Nach Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG hat das Amt
. die Eintragung einer Marke, die gegen die guten Sitten
verstösst, zu verweigern. Diese Bestimmung gelangt auf
Grund von Art. 6 litt. B Ziff. 3 der Pariser Übereinkunft
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Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.
in der London~r Fassung vom 2. Juni 1934 auch zur
entsprechenden Anwendung gegenüber Marken, die in
ihrem Ursprungsland regelrecht eingetragen sind.
Die Verwendung der Bezeichnung « Chocolade Manner J)
für eine Ware, die ihrer Natur nach mit Schokolade
hergestellt werden kann, ist ohne Zweifel geeignet, beim
Publikum den Eindruck zu erwecken, dass sie tatsächlich
mit Schokolade hergestellt sei. In Fällen, wo letzteres
nicht zutrifft, besteht daher offensichtlich die Gefahr
der Täuschung. Warenzeichen, welche geeignet sind, das
kaufende Publikum über die Beschaffenheit der Ware zu
täuschen, sind aber nach ständiger Praxis im Sinne von
Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG unsittlich (vgL BGE 56 I
49 und 472; 63 I 93). Damit übereinstimmend erklärt
die angeführte Vorschrift der Pariser Übereinkunft aus-
drücklich, dass als gegen die guten Sitten oder gegen die
öffentliche Ordnung verstossend namentlich solche Marken
zurückgewiesen werden können, welche geeignet sind, das
Publikum zu täuschen.
Das beschwerdebeklagte Amt hat demnach mit Recht
die Marke mit den Wortzeichen « Chocolade Manner»
insoweit nicht zugelassen, als sie für Waren bestimmt
ist, d:e ihrer Natur nach mit Schokolade hergestellt
werden können, in Wirklichkeit aber nicht damit her-
gestellt sind. Ob im Lande Österreich die streitige Bezeich-
nung für alle Erzeugnisse der Beschwerdeführerin geläufig
ist, spielt keine Rolle; massgebend ist die Täuschungs-
gefahr für das schweizerische Publikum.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Die Beschwerde wird abgewiesen.
35. Urteil der I. Zivilabteilung vom 18. September 1MB
i. S. Haannann & Reimer
gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.
Markerutchutz; Zulassung internationaler .J.}larken.
l. Zurückweisung einer Marke, die ein mit dem 8chweizerkreuz
verwechseihares Zeichen enthält. Art. 14 "M:schG; BGesetz v.
5 .• Juni 1931 zum Schutz öffentlich~r Wappen U.S.w.; Pariser
Übereinkunft, Londoner Fassung von 1934. Erw. 2 u. 3.
2. Abweichungen der internationalen Marke von dem im Ur·
sp~gsland eingetragenen Zeichen. Art. 6 lit. B Abs. 2
der Ubereinkunft. Erw. 4.
-
Protection des marques de fabrique; admission de marques inter-
nationales.
1. Refus d'une marque qui cont.enait un signe susceptible d'iltre
confondu avec une croix federale. Art. 14 da la Loi Sill' Ja
protection des marques de fabrique; Loi federale du 5 j um
1931 sur la protection des armoiries publiques, etc.; Conven·
tion de Paris revisee a Londres en 1934. Consid. 2 et 3.
2. Cas Oll la marque internationale et le signe enregistre dans
le pays d'origine ne sont pas idemtiques. Art. 6 lit. B ru. 2 de
la Convention. Consid. 4.
ProteziQne delle marche di fabbrica; ammissione di marche inter-
nazionali.
1. Rifiuto d'iscrizione di una marca ehe contiell!~ un segno suseet-
tibile di essere confuso con una croce federale. Art. 14 della
Legge sulla prot.ezione delle marche di fabbrica; Legge federale
5 giugno 1931 sulla protezione degli stemmi pubblici ecc.;
Convenzione di Parigi riveduta a Londra nel 193f,. Consid. 2
e 3.
2. Divergenze tra la marca internazionale e i1 segno registrato
nel paese d.i origine. Art. 6 lett. B cp. 2 delJa Convenzione.
Consid. 4.
.
.A. -
Die Beschwerdeführerin, Firma Haarmann &
Reimer,
Chemische
Fabrik,
G.m.b.H.,
Holzminden
(Deutschland), liess am 23. August 1940 im internationalen
Register unter Nr. 101,789 eine Marke eintragen, die auf
schwarzem Grunde u. a. die Buchstaben H und R (die
Anfangsbuchstaben der beiden Firmenteilhabernamen)
und dazwischen ein Kreuz aufweist.
Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das
Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung
dieser Marke zum Schutze in der Schweiz, mit der Begrün-
dung, dass die Marke ein Zeichen aufweise, das mit dem
AS 661- 1940
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