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Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.
G. -
C'est contre cette decision que 1'0ffice federni de
surveillance des caisses de credit a terme differe a forme
en temps utile un recours de droit administratif au Tribunal
federal. Il conclut a l'annulation de l'ordonnance attaquee
et au maintien de l'inscription operee le 27 mai 1935, au
registre du commerce de Fribourg. L'Office fait valoir que
sa deeision du 17 mai 1935, contre la quelle aucun recours
n'a eM forme en temps utile a l'autoriM competente, le
departement federal des finances, est definitive. Le prepose
au registre du commerce ne pouvait refuser une inscription
requise par l'autoriM competente. Agenor Krafft a conelu
au rejet du recours. 11 a requis qu'un debat oral soit
ordonne.
Gonsiderant en droit :
1. -
La requisition tendant a ce qu'un debat oral soit
ordonne doit etre rejetee car aucun motif relevant n'a ete
indique, qui justifiernit cette procedure (art. 183 OJ).
2. -
La socieM intimee a requis au fond du President
du Tribunal de la Sarine, autoriM de surveillance du re-
gistre du commeree, d'annuler la decision par laquelle le
17 mai 1935 1'0ffice federal de surveillance des caisses de
cremt a terme differe a ordonne la liquidation de la Ligue
pour le developpement de la petite proprieM et a designe
un liquidateur. Mais une teIle decision ne peut etre attaquee
par la voie de la plainte aux autoriMs de surveillance du
registre du commerce. C'est au departement federal des
finances que les intimes auraient du recourir et, en cas de
rejet de leur pourvoi par cette autoriM, au Conseil federal,
cela dans le delai de trente jours (art. 22, 50, 27 de la loi
federale sur l'organisation de l'administration federale).
Apres quoi, en cas d'admission de leur recours, ils auraient
pu exiger du prepose au registre du commerce 1a radiation
de l'inscription. Mais ils n'ont pas procede de la sorte et
1a decision de 1'0ffice est ainsi devenue definitive.
3. -
On peut cependant se demander si le prepose au
registre du commerce etait tenu de donner suite a la requi-
r
Regietersachen. N0 35.
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sition da 1'0ffice de surveillance des caisses de credit a
terme differe. Cette question doit etre resolue par l'affir-
mative. Les articles 665 et 666 CO prevoient que la disso-
lution d'une societC anonyme et les noms des Iiquidateurs
doivent etre publies au registre du commeree et le change-
ment de liquidateurs qu'entrainait la decision de l'Office
du 17 mai 1935 devait egalement etre publie. Or 1e prepose
au registre du commerce ne peut rejeter la requisition d'une
teIle inseription qu'autant qu'elle emane d'une personne
n'ayant pas qualiM pour la presenter, soit d'un office
incompetent ou bien outrepassant ses competences. Mais
tel n'a pas eM le cas. Selon l'article 50 de l'ordonnance du
Conseil federal du 5 fevrier 1935, l'Office federal de sur-
veillance peut, lors de la liquidation d'une societe, l'auto-
riser a liquider elle-meme ou designer un liquidateur. Et
il n'appartient pas au prepose au registre du commerce
de se prononeer sur le bien-fonde de la deeision de 1'0ffice
a l'oceasion de l'inscription de ces liquidateurs. Le President
du Tribunal de la Sarine, autoriM de surveillance du regis-
tre du commerce, ne pouvait done annuler une inscription
fondee sur une decision passee en force de 1'0ffice federal
de surveillance. L'ordonnance dont est recours doit donc
etre annulee et l'inseription du 27 mai 1935 maintenue.
Par ces moti/s, le Tribunal /ederal prorwnce;
Le recours est admis et la decision attaquee annulee.
35. UrteU der I. ZivilabteUung vom 9. SeptembBf 1936
i. S. Both gegen G. Grisard. A. G.
und Eidg. Justiz- und Polizeidepl1'tement.
1. Leg i tim a t ion zur Ver wal tun g s ger ich t s b e .
s c h wer d e. Erw. 1.
2. Gegen die W e i ger u n g des eidg. Justiz- und Polizeide-
parlamentes, die
Lös c h u n gei n e r
M a r keim
Markenregister anzuordnen, ist die Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde nicht zulässig. Art. 16 bis Abs. 2 MSchG, Ziff. I des
Anhanges zum VDG. Erw.2 u. 3.
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Verwaltungs- und Disziplinan.-echtspflege.
A. -
Die FiJ;ma G. Grisard, Aktiengesellschaft in Basel,
hinterlegte am 22. April 1936 beim eidgenössischen Amt
für geistiges Eigentum die Marke «Swiss-Mint» für «ein
reines Pfefferm.inzöl enthaltendes Präparat, Arzneimittel
und Bonbons ».
Die Marke wurde unter Nr. 88213 im
Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 18. Mai 1936
veröffentlicht.
B. -
Durch Schreiben vom 20. Mai 1936 stellte der
Beschwerdeführer, G. Roth, Confiseriefabrik, Basel, beim
eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum das Begehren,
die Marke sei zu löschen, weil das Wort « Swiss» für
Schweizerbonbons selbstverständlich frei und in der Bran-
che schon hundertfach im Gebrauch sei und weil das Wort
« Mint» eine allgemein gebräuchliche Sachbezeichnung für
Pfefferminzbonbons darstelle.
Das Amt antwortete am 23. Mai, der Bezeichnung
« Mint» komme in der Schweiz Phantasiecharakter zu,
was die Zulassung der Marke erlaubt habe; wolle der
Beschwerdeführer aber trotzdem einen Antrag auf Lö-
schung der Marke von Amtes wegen stellen, so müsse er
sich an das dafür gemäss Art. 16 bis MSchG zuständige
eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement wenden.
Durch Eingabe vom 26. Mai an das eidg. Justiz- und
Polizeidepartement wiederholte der Beschwerdeführer die
bereits erwähnten Einwendungen gegen die Marke und
ersuchte das Departement um « Stellungnahme ».
Das Departement behandelte die Eingabe als Gesuch um
Löschung der Marke von Amtes wegen und wies dasselbe
durch Entscheid vom 12. Juni ab. Zur Begründung des
Entscheides ist ausgeführt, dass die Marke nur dann von
Amtes wegen gelöscht werden dürfte, wenn ihr Freizeichen-
charakter ausser jedem Zweifel stände. Das treffe aber
nicht zu; es stehe für das Departement nicht mit Sicher-
heit fest, dass das schweizerische Publikum unter « Mint »
tatsächlich nur Pfefferminzbonbons verstehe. Es müsse
daher dem Beschwerdeführer überlassen bleiben, den Be-
weis des Gegenteils durch Klage auf Löschung der Marke
vor den ordentlichen Gerichten zu erbringen.
Hegisto""aehen. N° :lä.
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Am Schlusse des Entscheides wurde bemerkt, dass gegen
denselben binnen 30 Tagen die Verwaltungsgerichts-
beschwerde an das Bundesgericht ergriffen werden könne.
O. -
Am 22. Juni hat Roth die Verwaltungsgerichts-
beschwerde eingereicht mit dem Antrag, das eidg. Amt
für geistiges Eigentum sei zur Löschung der Marke anzu-
halten.
Das eidg. J ustiz- und Polizeidepartement hat in seiner
Vernehmlassung vom 7 . Juli beantragt, die Beschwerde sei
abzuweisen, in erster Linie deswegen, weil dem Beschwerde-
führer die Legitimation zur Sache fehle, und in zweiter
Linie, weil kein Grund zur Löschung der Marke vorhanden
sei.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
1. -
Wie das eidg. Justiz- und Polizeidepartement in
seiner Vernehmlassung unter Berufung auf BGE 60 I 32 f.
zutreffend ausführt, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde
keine Popularbeschwerde, zu deren Erhebung im öffent-
lichen Interesse jeder Bürger befugt wäre. Die Sorge für
das öffentliche Wohl und die Verwirklichung des öffentli-
chen Rechtes ist nicht Sache des Einzelnen, sondern aus-
schliesslich der dafür eingesetzten Behörden. Der Be-
schwerdeführer ist demgemäss zur Verwaltungsgerichts-
beschwerde sachlich nicht legitimiert, insofern er damit
geltend machen will, die Eintragung bezw. Nichtlöschung
der streitigen Marke verstosse gegen öffentliche Interessen.
Die sachliche Legitimation zur Beschwerde setzt vielmehr
voraus, dass die angefochtene Verfügung in die subjektive
Rechtssphäre des Beschwerdeführers eingreift.
Diese Voraussetzung wird nun allerdings im vorliegenden
Falle entgegen der Auffassung des beschwerdebeklagten
Departementes kaum schlechtweg verneint werden kön-
nen. Der Beschwerdeführer, der in seiner Konfiseriefabrik
Pfefferminzbonbons herstellt, hat offensichtlich ein recht-
liches Interesse daran, dass nicht ein Gewerbegenosse für
gleichartige Produkte einen Namen als Marke zur aus-
schliesslichen Verwendung in Anspruch nehme, der in
168
Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege.
Wirklichkeit Gemeingut ist. Das Departement wendet ein,
die Eintragung im Markenregister habe für das Marken-
recht nicht kORstitutive Bedeutung. Das ist an sich rich-
tig, im vorliegenden Zusammenhang aber unerheblich.
Die Eintragung schafft jedenfalls die gesetzliche Vermutung
dafür, dass der Hinterleger zur Führung der eingetragenen
Marke berechtigt sei (Art. 5 MSchG). Zum mindesten
insoweit ist daher der Beschwerdeführer wie jeder Gewerbe-
genosse durch die Eintragung eines Freizeichens als Marke
nicht nur wirtschaftlich, sondern auch rechtlich benach-
teiligt.
2. -
Allein trotz dieses rechtlichen Interesses an der
Löschung der Marke kann dem Beschwerdeführer die
sachliche Legitimation zur Beschwerde nicht zuerkannt
werden. Auf privaten Interessen beruhende Löschungsan-
sprüche sind nicht mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde,
sondern mit der Löschungsklage geltend zu machen. Die
Löschungsklage ist der Rechtsbehelf, der Dritten zur
Verfügung steht, um eine in ihre private Rechtssphäre
eingreifende Marke anzufechten (BGE 30 II 122 Erw. 3;
36 II 254 ff; 58 II 178). Es verhält sich gleich wie in
Handelsregistersachen, wo privatrechtliehe Streitigkeiten
über Eintragungen und Löschungen von Firmen gemäss
Art. 6 der Handelsregisterverordnung vom 6. Mai 1890
ebenfalls auf dem Wege des ordentlichen Prozesses vor dem
Richter auszutragen sind, ohne dass daneben noch Raum
für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde bliebe; siehe BGE
601 34f.
Das führt freilich dazu, dass dann überhaupt niemand
mehr vorhanden ist, der gegen die Weigerung des eidg.
Justiz- und Polizeidepartementes, die Löschung einer
Marke anzuordnen, Beschwerde führen könnte; denn dass
der Markeninhaber es nicht tut, liegt auf der Hand. Dieses
Ergebnis entspricht jedoch der vom Gesetze getroffenen
Ordnung, trotzdem der deutsche Text von Art. 16 bis
Abs. 2 MSchG und von ZifI. I des Anhanges zum VDG
die Verwaltungsgerichtsbeschwerde allgemein vorsieht ge-
Registersachen. XO :l5.
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gen Entscheide des Departementes « über die Löschung
einer Marke von Amtes wegen». Aus der Botschaft des
Bundesrates zum Beschlussesentwurf betreffend Aufzäh-
lung von Kompetenzen des Verwaltungsgerichts vom
27. März 1925 (BBL 1925 II. S. 325) ergibt sich, dass damit
nur die die Löschung a n 0 r d n end e n
Entscheide
gemeint sind, und diese Auffassung ist in der parlamenta-
rischen Beratung unwidersprochen geblieben (Sten. Bul-
letin, Ständerat 1936 S. 31; Nationalrat 1927 S. 229 f).
Damit stimmen denn auch der französische und der ita-
lienische Gesetzestext überein, wo die Beschwerde aus-
drücklich nur gegen « decisions portant radiation » bezw.
« decisioni che ordinano la cancellazione» als zulässig
erklärt ist.
3. -
Die vorliegende Beschwerde ist somit abzuweisen.
Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass der
Beschwerdeführer im Verfahren vor dem eidg. Amt für
geistiges Eigentum und dem eidg. Justiz- und Polizeide-
partement als Partei behandelt worden ist. Er erhielt
damit nur die formelle und nicht auch die materielle Legi-
timation zur Beschwerde (BGE 60 I 33 f). Ebensowenig
ist von Bedeutung, dass im angefochtenen Entscheid ge-
sagt wurde, es könne dagegen binnen 30 Tagen Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde erhoben werden. Diese Bemer-
kung des Departementes beruhte, wie es in der Vernehm-
lassung selber anerkennt, auf einem Irrtum und konnte
dem Adressaten nicht ein Beschwerderecht verleihen, das
ihm von Gesetzes wegen nicht zustand.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Beschwerde wird abgewiesen.