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62_II_347

BGE 62 II 347

Bundesgericht (BGE) · 1931-10-21 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. No 83.

fait qu'ils ont c~igne, le 21 octobre 1931, au Tribunal de

Bale la somme 4e 16500 fr. representant ce salaire. C'est

avec raison que les premiers juges n'ont pas admis ce point

de vue. En effet, il ne peut en premier lieu etre question

d'une demeure de la part de Wyser au sens des art. 91 et

92 CO. Ce dernier n'a pas refuse la prestation a laquelle

il avait droit, qui ne lui a d'ailleurs pas ete offerte. D'autre

part il ne pouvait y avoir aucune incertitude sur la per-

sonne du creancier au sens de l'art. 96 CO, car en examinant

soigneusement la situation de fait et de droit, les defen-

deurs ne pouvaient raisonnablement avoir de doute a. ce

sujet (cf. RO 59 11 p. 232). En effet, la pretention de

Wyser 6tait fondre sur un contrat independant des enga-

gements liant les defendeurs a. Bloch. Cette derniere ne

pouvait avoir aucune repercussion sur les relations de

droit existant entre les d6fendeurs et Wyser. Ceux-Ia. ont

d'ailleurs expressement reconnu la creance de Wyser et

n'ont jamais conteste que celle de Bloch. On doit des lors

admettre que les d6fendeurs avaient l'obligation de payer

a Wyser sa commission, qui etait 6chue lors du paiement

du prix de vente, intervenu le 15 novembre 1931. Ils doi-

"",ent donc des interets moratoires des cette date.

Par ces 'lrWtijs, le Tribunal jederol prmwnce :

I. -

Le recours interjete par J. Bloch-Lebrecht est admis

partiellement en ce sens que 1) Dame Frieda Adout-Balizer,

2) Dame H61ene Daniel-Balizer, 3) Raymond Balizer, en

leur qualite d'h6ritiers de feu Josue Balizer, sont condam-

nes a. payer solidairement aBloch la somme de 10000 fr.

avec interets a. 5 % des le 2§ janvier 1932.

H. -

L'arret cantonaI este' confirm6 pour le reste.

ObIigationenrecht. N° 84.

84. Auuug &'118 dem Urteil der I. livilabteilq

vom aa. Dnember 1936 i. S. Butter

gegen Politische Gemeinde GoSS&u.

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Verhältnis von Art. 129 KUVG (Haftung des Arbeitgebers für

absichtlich oder grobfahrlässig herbeigeführten Schaden) zu

Art. 55, 101 und 339 OR.

3. -

Der Kläger hat neben Art. 129 KUVG auch die

Art. 55, 101 und 339 OR angerufen. Hiezu hat die Vor-

instanz. erklärt, diese Bestimmungen seien gemäss Art. 128

KUVG als aufgehoben zu betrachten, wenn sie auch nicht

ausdrücklich erwähnt seien; denn andernfalls würde der

vom KUVG angestrebte Zweck der teilweisen Entlastung

des Arbeitgebers von seiner Verantwortlichkeit vereitelt.

Dieser Argumentation der Vorinstanz kann nicht bei-

gepflichtet werden. Art. 128 KUVG hebt die mit den

Bestimmungen dieees Gesetzes in Widerspruch stehenden

Bestimmungen anderer Spezialgesetze aus dem Gebiete

des Haftpflichtrechts auf und setzt in Art. 129 Abs. 1 an

deren Stelle ausdrücklich die Bestimmungen des OR.

Von einem Ausschluss der Art. 55, 101 und 339 OR durch

Art. 128 KUVG kann daher schlechterdings nicht die Rede

sein.

Aber diese allgemeinrechtlichen Bestimmungen

kommen nun eben nicht uneingeschränkt zur Anwendung,

sondern nur mit der in Art. 129 Aba. 2 KUVG genannten

Einschränkung, dass der Arbeitgeber bei Erfüllung der

ihm. obliegenden Prämienverpflichtungen von der Haftung

für leichtes Verschulden hefreit wird, wofür er nach. den

in Art. 129 Abs. 1 als anwendbar erklärten allgemeinen

Rechtsgrundsätzen ebenfalls einzustehen hätte. Art. 128

befreit daher den Arbeitgeber nicht etwa von der in Art.

339 OR dem Dienstherr auferlegten Pflicht, in der Orga-

nisation seines Betriebes die zum Schutz von Leben und

Gesundheit seiner Arbeiter erforderlichen Massnahmen in

dem ihm zumutbaren Umfang zu treffen; gegenteils über-

bindet Art. 65 KUVG ihm diese Pflicht noch ausdrücklich.

348

Prozessrecht. ~o 85.

Verletzt er sie, 1,'0 liegt darin eine Verletzung vertraglich

übernommener Pflichten im Sinne von Art. 101 und mög-

licherweise auch eine unerlaubte Handlung im Sinne von

Art. 41 ff. OR. Aber seine Haftbarkeit für diese Pflicht-

verletzungen greift auf Grund der in Art. 129 Abs. 2 KUVG

enthaltenen Einschränkung nur Platz, wenn ihn ein grobes

Verschulden trifft.

Daher kann, wenn auch aus einem andern als dem von

der Vorinstanz angeführten Grunde, der Kläger aus den

von ihm angerufenen obligationenrechtlichen Bestimmun-

gen keine über Art. 129 Abs. 2 KUVG hinausgehende

Haftung der Beklagten ableiten.

III. PROZESSRECHT

PROCEDURE

85. Urteü der I. ZivilabteüuDS vom 16. Dezember 1936 i. S.

Heimat A.-G. gegen Keier.

v 0 übe r

die K red i t k ass e n

mit War t e z e i t,

. Art. 10.

.

D ' Bestimmung dass die Kassen für Ansprüche aus Kreditver-

le

.,

.

d

Kl-

trägen an ihrem Geschäftssitz oder am WOhnSItz

es

agers

belangt werden können, gilt a:uch :

.

.

a) für sog .. Alt ver t r ä. g e, dle ma:tenell der VO DIcht unter-

worfen sind; Bestätigung der PraxIS. (Erw. 1);

. b) für Streitigkeiten über die G ü I t i g k e i t des Vertrages.

(Erw. 1);

.

b

c) gegenüber abweichenden G. e ~ ich t s s t a ~ ds v e re In. a-

run gen in sog. AI t- [Wle m Neu-] verträgen. (Erw. 2),

·d) gegenüber Sc h i eds klaus ein. (Erw. 3).

A. -

Die Bausparkasse Heimat A.-G. in Schaffhausen

schloss am 30. Oktober 1933 mit Hans Meier-Gut, Kauf-

j.

Prozessrecht. N° 85.

349

mann in Glarus, einen Darlehensvertrag ab. In § 22 der

vorgedruckten Vertragsbedingungen ist bestimmt :

(Absatz 8) ({ Erfüllungsort und Gerichtsstand für alle aus

dem Darlehensvertrag sich ergebenden Verpflichtungen

ist Schaffhausen. Ebenso für Streitigkeiten irgend welcher

Art. »

(Absatz 9) « Entsteht zwischen dem Bausparer und der

« Heimat » wegen irgend eines Anspruches Streit, ist unter

Ausschluss der ordentlichen Gerichte ein Schiedsgericht

zu vereinbaren ... »

B. -

Im Jahre 1936 klagte die Heimat A.-G. beim

Zivilgericht Glarus gegen Meier auf Leistung von Schaden-

ersatz wegen Kreditschädigung.

Der Beklagte erhob

Widerklage auf Rückerstattung der von ihm geleisteten

Einzahlungen wegeJ.l Unverbindlichkeit des Vertrages.

Die Klägerin bestritt die Pflicht zur Einlassung auf die

Widerklage, indem sie gestützt auf § 22 der Vertrags-

bedingungen örtliche und sachliche Unzuständigkeit der

glarnerischen Gerichte geltend machte.

Das Zivilgericht wies die Unzuständigkeitseinrede durch

Vorentscheid vom 18. Juni 1936 ab. Dieser Entscheid

wurde vom Obergericht am 30. September 1936 bestätigt,

u.a. mit der Begründung, dass sich die Einlassungspflicht

der Widerbeklagten schon aus Art. 10 der bundesrätlichen

Verordnung vom 5. Februar 1935 über die Kreditkassen

mit Wartezeit ergebe.

C. -

Die Widerbeklagte hat gestützt auf Art. 87 Ziff. 3

OG zivilrechtliche Beschwerde erhoben, mit der sie Auf-

hebung des obergerichtlichen Entscheides verlangt. Sie

verweist auf das Urteil des Bundesgerichtes vom 16. Sep-

tember 1936 i. S. Habal gegen Bliggenstorfer (BGE 62 II

217), wo zwar Art. 10 der bundesrätlichen Verordnung

über die Kreditkassen mit Wartezeit auch auf alte, vor

Inkrafttreten der Verordnung abgeschlossene Kreditver-

träge als anwendbar erklärt, die Frage aber ausdrücklich

offen gelassen worden sei, wie es sich verhalte, wenn eine

Gerichtsstandsvereinbarung vorliege. Das treffe hier zu,