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59_II_187

BGE 59 II 187

Bundesgericht (BGE) · 1933-01-01 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. 1\0 30.

responsabilite encourue par des fonctionnaires et em-

ployes publics pour le dommage ou le tort moral qu'ils

causent dans l'exercice de leur charge»;

que, dans une jurisprudence sur laquelle il n'y a· pas

lieu de revenir, le Tribunal federal a interprete cette

disposition en ce sens que si un canton soumet la respon-

sabiliM de ses fonctionnaires ades regles specia:tes, cette

reglementation est seule applicable a l'exclusion du droit

federal et que si meme, pour Ja responsabiliM delictuelle,

le legislateur cantonal se borne a renvoyer dans sa regle-

mentation spCciale aux dispositions des art. 41 et sv. CO,

celles-ci sont reputees faire partie inMgrante du droit

cantonal et constituer par consequent du droit cantonal

suppletif (v. entre de nombreux arrets RO 54 II p. 374;

J. des T. 1929 p. 235 et les arrets ciMs);

que le Cant on du Valais a fait usage de cette faculM

et qu'au chapitre VIlle de son code de procedure civile,

consacre a la plainte pour deni de justice et retard non

justifie, il a institue et regle a l'art. 300 la responsabiliM

des fonctionnaires de l'ordre judiciaire,en statuant qu'ils

repondent du dommage que, par leur dol ou par leur

negligence, ils causent aux parties ou a des tiers;

que c'est en vertu de cette disposition du droit valaisan

que le demandeur a intente action contre les defendeurs

et que c'est egalement en vertu de l'art. 300 Cpc que le

Tribunal cantonal a juge la cause qui, par suite, n'appelait

pas l'application du droit federal;

que le present recours est partant irrecevable.

Prozessrecht . ~;o ~ 1.

V. PROZESSRECHT

PROCEDURE

31. Urteil d.ar I. Zivila.bteilung vom. 93. Mai 1933

IS7

i. S. City Cinema A..-G. gegen Interna Tonr1lm Vertriebs-A..-G.

Ein Urteil, in dem über die Frage der Zuständigkeit eines

S chi e d s ger ich t e s

zn entscheiden war, ist

k ein

Hau p tu r t eil in einer Zivilstreitigkeit und unterliegt

daher nicht der Berufung. OG Art. 56, 58.

A. -

Am 16. Juli 1930 schlossen die Parteien einen

Film-Mietvertrag Initeinander ab, in welchen sie folgende

Schiedsklausel aufnahmen : « Schiedsgericht : Die Parteien

verzichten auf den gesetzlichen Gerichtsstand und aner-

kennen ausdrücklich das umstehend näher umschriebene

Schiedsgericht Init Sitz in Bern. »

In der Folge entstanden Unstimmigkeiten zwischen den

Parteien. Die Klägerin, die Interna Tonfilm Vertriebs-A.-G.,

entschloss sich daraufhin, nachdem eine gütliche Beilegung

des Streites sich als aussichtslos erwies, die Angelegenheit

durch das vertraglich vorgesehene Schiedsgericht entschei-

den zu lassen, wogegen jedoch die Beklagte, die City

Cinema A.-G., die Einrede der mangelnden Kompetenz

des Schiedsgerichtes erhob. Der Obmann verwies daher

die Klägerin auf den Weg des ordentlichen Prozesses zum

Entscheide über die Zuständigkeit.

B. -

Die Interna Tonfilm Vertriebs-A.-G.leitete darauf-

hin beim Zivilgericht des Kantons Basel-Stadt Klage ein

mit dem Rechtsbegehren : « Es sei festzustellen, dass zur

Beurteilung der Streitsache zwischen den Parteien das in

in den Vertragsbedingungen des Film -V erleiher-Verbandes

in der Schweiz vorgesehene Schiedsgericht mit Sitz in Bern

allein zuständig sei. Eventuell sei die Beklagte zu verur-

teilen zur Zahlung von 11,416 Fr. 85 Cts. nebst 6 % Zins

AB 59 II -

1933

13

188

Proz~sreeht. X .. 31.

seit 27. Mai 1931, sowie zu den Kosten der Betreibung und

des bisherigen Schiedsverfahrens. »

G. -

Mit Urteil vom 16. Januar 1933hiess das Zivil-

gericht des Kantons Basel-Stadt das Hauptklagebegehren

gut.

D. -

Diesen Entscheid hat das Appellationsgericht des

Kantons Basel-Stadt mit Urteil vom 7. April 1933 bestä-

tigt.

E. -

Hiegegen hat die Beklagte am 27. April 1933 die

Berufung an das Bundesgericht erklärt mit dem Rechts-

begehren : « Es sei das Urteil des Appellationsgerichtes

aufzuheben und die gesamte Angelegenheit zur materiellen

Beurteilung an das Appellationsgericht, eventuell an das

Zivilgericht zurückzuweisen, eventuell, es sei das Urteil

des Appellationsgerichtes aufzuheben und sei die von der

Klägerin eingereichte Klage, soweit sie den von der

Beklagten zugestandenen Betrag von 5000 Fr. übersteigt,

abzuweisen.)l In einer Nachtragseingabe vom 6. Mai 1933

hat die Beklagte ihren Eventual-Berufungsantrag zurück-

gezogen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Gemäss Art. 58 in Verbindung mit Art. 56 OG ist die

Berufung zulässig gegen letztinstanzIiche kantonale Haupt-

urteile in Zivilstreitigkeiten, welche von den kantonalen

Gerichten unter Anwendung eidgenössischer Gesetze ent-

schieden worden oder nach sölchen Gesetzen zu entscheiden

sind. Ein solches Urteil liegt hier nicht vor. Die Vorin-

stanz hat das materiellrechtliche Verhältnis zwischen den

Parteien aus dem Mietvertrag vom 16. Juli 1930 nicht

geprüft, sondern lediglich die Frage der Zuständigkeit des

Schiedsgerichtes entschieden. Es liegt daher kein Haupt-

urteil im Sinne des Art. 58 OG vor. Zudem hat man es bei

der fraglichen SchiedsklauseI mit einer Bestimmung

prozessualen Charakters zu tun, die sich daher nach

kantonalem Prozessrecht beurteilt (vgl. entgegen der

frühem Praxis BGE 41 II S. 537 ff. Erw. 2; die unge-

Prozeesrecht. x .. 32.

180

druckten Entscheide der staatsrechtlichen Abteilung v-om

10. März 1922 in Sachen Salvisberg gegert Kubanexpedi-

tionsgesellschaft und vom 23. Januar 1925 in Sachen

Emery gegen Cour de Justice civiIe de Geneve). Es kann

daher auf die Berufung nicht eingetreten werden.

Dem-nach erkennt das Bundesger~'.cht :

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

32. Urteil der I. Zivilabteilung vom a4. Kai 1988

i. S. A. gegen I.

Ein B e ruf u n g s a 11 t rag, durch den lediglich Aufhebung

des angefochtenen Urteils verlangt und nicht gesagt wird,

welche Abänderungen begehrt werden, macht die Berufung

ungültig. Desgleichen genügt nicht ein blosser Rückweisungs-

antrag, es wäre denn, dass das Bundesgericht ohne Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanznicht zum Zuspruch der

Begehren des Berufungsklägers gelangen könnte. OG Art. 67

Abs.2.

A. -

Am 25. April 1932 hat der Verband A. gegen B.

folgende Klage erhoben :

« Ist gerichtlich zu erkennen, der Beklagte habe das

in X. geführte Milch- und Milchproduktengeschäft zu

schliessen und aufzugeben, sowie jede Tätigkeit für dasselbe

zu unterlassen; der Beklagte sei feruer verpflichtet, der

Klägerscha:ft einen Betrag von 20,000 Fr. nebst 5 % Zins

seit 20. April 1932 anzuerkennen und zu bezahlen 1 »

B. -

...

G. -

Am 12. Januar 1933 hat das Kantonsgericht

St. Gallen im Appellationsverfahren erkannt:

« l. Der Beklagte hat das in X. geführte Milch- und

Buttergeschäft zu schliessen und aufzugeben sowie jede

Tätigkeit für dasselbe zu unterlassen.

2. Der Beklagte hat der Klägerschaft einen Betrag von

5000 Fr. nebst 5 % Zins ab 20. April 1932 zu bezahlen.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. »