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53_II_282

BGE 53 II 282

Bundesgericht (BGE) · 1914-12-21 · Deutsch CH
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282

Familienrecht. N° 48.

48. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung

vom 15. September 1927 L S. Spalt gegen Altendort.

Z 11 s t ä n d i g für den E n t zug der e I t e r I ich e n

G e wal t ist -

mit dem in Art. 376 Abs. 2 ZGB zug11nsten

der Kantone gemachten Vorbehalt -

die Wo h n s i t z-

b e hör d e. Art. 284, 285 und 376 ZGB.

Das ZGB enthält keine ausdrücklichen Bestimmungen

über die örtliche Zuständigkeit zur Handhabung der

in Art. 284 und 285 ZGB vorgesehenen Massnahmen.

Es können dabei jedoch nur die Behörden des Wohnortes

oder doch jedenfalls des Wohnsitzkantons in Betracht

kommen. Denn wie das Bundesgericht bereits in seinem

Urteil vom 21. Dezember 1914 i. S. Felchlin gegen Arth

ausgeführt hat, erscheint es ausgeschlossen, dass das

Gesetz in Art. 264 ZGB unter der Vormundschaftsbe-

hörde eine andere Vormundschaftsbehörde verstanden

wissen wollte, als diejenige, die nach Art. 376 ZGB zur

Bevormundung befugt ist, also -

mit dem in Art. 376

Abs. 2 ZGB zugunsten der Kantone gemachten Vorbe-

halt -

diejenige des Wohnortes. Das gleiche muss auch

für Art. 285 ZGB gelten. Wenn die Vormundschafts-

behörde, die in den Gesetzesentwürfen auch für den Ent-

zug der elterlichen Gewalt als zuständige Behörde vor-

gesehen gewesen war, in der Gesetzesberatung durch

die Fassung « die zuständige Behörde)) ersetzt worden

ist, so geschah dies nut zu dem Zwecke, den Kantonen

in der Auswahl der s ach I ich zuständigen Behörden

grössere Freiheit zu belassen, also aus einem Grunde,

der mit der Frage der ö r t li c h e n Zuständigkeit

nichts zu tun hat (vergl. Art. 310 des Entwurfes von

1900, Art. 296 des Entwurfes von 1904 und die Beratung

im Ständerat).

Erbrecht. No 50.

49. Auszug a.us dem Urteil der Ir. Zivila.bteilung

vom a9. Seplember 1927 i. S. Spatz gegen Bern.

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ZUständigkeit der schweizerischen Wohnsitzbehörden zum

Entzug der elterlichen Gewalt gegenüber Ausländern. Art. 9

und 32 NAG.

ZU Unrecht glauben die Beschwerdeführer, mit Rück-

sicht auf ihre deutsche Staatsangehörigkeit seien die

Behörden von Bern zum Entzug ihrer Elternrechte nicht

zuständig. Gemäss Art. 9 des NAG bestimmt sich die

elterliche Gewalt nach dem Rechte des Wohnsitzes,

und diese für die zivilrechtlichen Verhältnisse der schwei-

zerischen Niedergelassenen und Aufenthälter in der

Schweiz aufgestellte Bestimmung findet nach Art. 32

des NAG entsprechende Anwendung auch auf die Aus-

länder, die in der Schweiz ihren Wohnsitz haben. Da die

Beschwerdeführer in Bern wohnen, unterstehen sie somit

mit Bezug auf ihre Elternrechte den Behörden von Bern.

II.

ERBRECHT

DROIT DES SUCCESSIONS

50. Santenza 22 settembre 1927 deHa IIa Sezione civile

nella. causa Eredi Pia. A. P. contro G. M.

Diseredazione. -

Natura e presupposti dell'azione di cui al-

l'art. 52-1 cap. 1 CC. -

Indicazione sufficiente nel testamento

dei motiv i della diseredazionc. -

Esame di questi motivi.

-

Il mancal11ento rimproverato al diseredato di aver con-

travvenuto agli obblighi di famiglia dev'essere grave. -

Art. 477, 479 e 524 ce.

A. -

Il 24 settembre 1925 mancava ai vivi Pia A. P.

Con testamento notarile delI'11 luglio 1925 la defunta

aveva diseredato il marito G. A., di modo che la succes-