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51_II_257

BGE 51 II 257

Bundesgericht (BGE) · 1925-01-01 · Deutsch CH
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F:

m i si "'42..

vorher; denn das Gesetz stellt eiBZigauf die KeBBtms

von der Zabbmgsuniabigkeit ~ die gegeheneDfaDs

schon vor der Eriiffnung des Na~bbssverfahrens bestehen

kann. Im vorliegenden Fall waren zudem weder die

Abtretung der Forderung an den Beklagten noeh deSseD

Verrechnung aus den Akten des Naehlassverfabreos

ersichtlich, da seine Frau ihre Kontokorrentforderung

selbst angemeldet batte; von einer Billigung der Ver-

rechnung durch die Annahme des Nachlassvertrages

könnte bei dieser Sachlage ohnehin nicbt die Rede sein.

. Übrigens müsste die Anwendbarkeit der Vorschrift

des Art. 214 SehKG auf den Nachlassvertrag mit Vennö-

gensabtretung an die Gläubiger auch ganz abgesehen

von den vorstehenden Erörterungen über die besondere

Rechtsnatur dieser VOl'S{:hrift ausgesprochen werden.

und zwar gestützt auf Art. 1 ZGB. Ein dringendes Be-

dürfnis erheischt. dass auch beim Naehlassvertrag mit

Vennögensabtretung an die Gläubiger die Ausplünde-

rung der Aktivmasse. soweit sie in Guthaben besteht,

durch Schiebungen der erwähnten Art verhindert und

die Gleichbebandlung der Gläubiger gesichert wird.

Dieses Ziel lässt sich nur durch die Anwendung des Art~

214 SchKG erreichen (in letzterer Beziehung insofern.

als den Gläubigem des Gemeinschuldners die Gelegenheit

zu vorteilhafter Abstossung ihrer Forderungen an dessen

Schuldner abgeschnitten wird). Es kann denn auch

keinem ernstlichen Zweifel unterliegen, dass, wenn beim

Erlass des SchKG das Institut des Nachlassvertrages

Dlit Vemiögensabtretung an die Gläubiger bereits bekannt

imd praktisch bedeutsam gewesen wäre wie heute, die

Anwendung des Art. 214 auf den Nachlassvertrag mit

Vennögensabtretung an die Gläubiger angeordnet wor-

den wäre.

. Ob nun die tatsächlichen Voraussetzungen der An-

fecbtung der Verrechnung vorliegend zutreffen. insbe-

Sondere ob die subjektiven Momente auf Seite des

Beklagten vorbanden waren,· brauchtrucht untersUcht

zu werden, nachdem sich die Klage, soweit sie noch strei-

Famllienrecht....N° 43.

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tigist, bereits aus den in Erw. 1 angeführten GrÜnde.n

als begründet erweist. Immerhin mag bemerkt werden.

dass hier gleichwie für die Anwendung des Art. 288

SchKG schon der Eventualdolus genügt.

-.3. -ln .quantitativer Beziehullg besteht kein Streit

JIlebr. sodass der Bemfungsantrag ohne weiteres zuzu:-

sprechen ist •...

Demnach erkennt das Bundesgericht :

Die Berufung wird begründet erklärt, Dispositiv 1

Satz 2 des Urteils des Obetgerichts des Kantons Zürich

vom 18. Februar 1925 aufgehoben und der Beklagte

verurteilt, der Klägerin weitere .17,721 Fr. nebs.t

Zins zu 6 % seit 30. Juni 1921 und 1/8 % Kommission

per Quartal zu bezahlen .....

43. htralt·c1t l'anit ae 1& IIe Secticm eh'ne du 18 juin 19a5

dans la cause K. contre lL

Action en patemite. Inadmissibilite de l'exception fondee sur

le fait que les relations sexuelles auraient ete inoompletes.

Cest ä. tort que l'instance cantonale. pour rejeter les

conclusions de la demande. a cru pouvoir faire etat des

e.~plications donnees par Ie defendeur touehant le genre

de precautions qu'il aurait prises lors de ses relations

avec Ia mere du demandeur.

Des dispositions des art. 314 et 315 Ce, iI resulte

tout d'abord qu'en matiere d'action en paternite il

eonvient de distinguer entre ce qui a trait ä. la justi&

eation du fait d' 00 decoule la presomption de paternite

et Ja preuve et l'importance des faits qui. dans tel cas

donn~ peuvent venir detruire cette presomptlon.

, Pour ce qui est du premier point, il suffit de se repol'l"a'

au texte de l'art. 314 Ce pour oonstaterque la loi n'exige

de Ja partie demanderesse aucmne auue preuve que celle

de Ja eohabitation du defendeur avec la mere de l'enfant

258

Familiemedlt. N- 43-

durant ia ~riode critique. Et si 1'on se refere aux motifs

qui ont conduit Je legislateur a lODder 1a pr6somptifm

de paternite sur Ie senI fait de la oohabitation. iI apparait

clairement que ce mot doit ici s'entendre dans Ie sens Je

plus large. autrement dit qu'il suffit qu'U soit .simplement

possible que tel rapprochement sexnel donne et constant

ait ete la cause de la grossesse, pour que la partie deman-

deresse se trouve sans autre beneficierde Ia presomption

legale. Or si l'interruption du coit avant remission du

sperme constitne bien, il est vrai, un des moyens d·eviter

la conception, la medecine ensejgne anssi que l'efficacite

de ce moyen est loin d'~tre absolue mais, an contraire,

depend en lait de conditionstelles qu'i} n'est pas pos-

sible d'affirmer que des rapportsde ce genre ne sont pas

susceptibles de provoquer la feoondation de la femme.

L'aveu du defendenr, m~me pris avec les explications

dont i1 etait accompagne. suffisait donc en respece A

entrainer Ia presomption visee A l'art. 314 Ce.

Autreest le point de savoir si ces m~mes expli-

cations pouvaient ~tre invoquees A reffet de detruire

la presomption .. Une reponse afrIrmative ne pourrait

evidemment se jnstifier qu'antant, d'une part et d;une

maniere generale. qu'on voudrait reconnaitre que les

precauti~ns du genre de eelles que Je defendeur pretend

avoir prises presenteraient un degre de seeurite suffisant

pour permettre d'elev:er des doutes serieux sur la paternite

de celui qui y aurait recouru et, en second lieu, qu'on

pourrait ~tre exactement renseigne sur les circonstances

particulieres du C8S. Or le seul enonce de cette derniere

condition montre qu'on ne saurait autoriser l'invocation

-d'une exception de cette nature, tout au moins lorsqu'elle

n'est pas corroboree par d'autres faits. et qu'il convient

d'adopter A cet egard la solution que Ie Tribunal federal

a dejA eonsacree A maintes reprises touchant l'exception

fondee sur r emploi des autres mo yens anticonception-

nels (cf. RO 45 II p. (91).

Famtlienrecht. N<> 44.

44. tTrteil aer IL ZivUabteihmg vom 13 • .Tuli 1925

i. S. Vllbuchewitach gegen Waisenamt Zürich.

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Anordnung einer Bei s t a n d s c h a f t über das von einem

Gläub!ger einer früheren russischen Bankpktiengesel1schaft

arrestierte Guthaben derselben an einer schweizerischen

~.ank~ insbes~nd~re Inanspruchnahme der Zuständigkeit

fur die schweizerischen Vormundschaftsbehörden (Erw. 1)

und Umschreibung der Fnnktionen des Beistandes (Erw. 2).

ZGB Art. 393, 396 Abs. 2; Bundesgesetz über die zivU-

rechtlichen Verhältnisse der Niedergelassenen nnd Auf-

enthalter von 1891 Art. 32 f., 10 ff.

A. -

Der Beschwerdeführer Moses Wilbuschewitsch

in Alexandrien nahm im Jahre 1918 in Zürich gegen die

Banque de Commerce de Siberie für eine Forderung

von 105.000 Fr. einen Arrest heraus auf ein Guthaben

der genannten Bank an der Eidgenössischen Bank A.-G.

in Zürich im Betrage von rund 50,000 Fr. und hob gleich-

zeitig Betreibung an. Arresturkunde und Zahlungs-

befehl wurden in Petersburg bei der « 2. Abteilung der

Volksbank» abgegeben und von dieser laut vorliegender

Bescheinigung in Empfang genommen, ohne dass sie

jedoc~ Rechtsvorschlag erhoben hätte. Zur betreibungs-

rechtlIchen Verwertung des Guthabens ist es indessen

bis anhin noch nicht gekommen : Zunächst konnte wegen

der Unterbrechung des Postverkehrs mit Russland die

Pfändungsurkunde nicht dorthin zugestellt werden;

sodann wurde die -von der unteren Aufsichtsbehörde

verfügte Ediktalzustellung der Verwertungsallzeige durch

Rekursentscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurs-

kammer des Bundesgerichts vom 29. September 1920

als unzulässig bezeichnet, weil der Sitz der Schuldnerin

bekannt sei, und endlich wurde die nach Wiederaufnahme

des Postverkehrs mit Russland erfolgte Postzustellung

der Abschrift der Pfändungsurkunde und der Verwer-

tungsanzeige vom Obergericht des Kantons Zürich als

kantonaler Aufsichtsbehörde über die Betreibungsämter