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47_II_474

BGE 47 II 474

Bundesgericht (BGE) · 1921-01-01 · Deutsch CH
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·J74

Versicherungsvertrag. N° 77.

V. VERSICHERUNGSVERTRAG

CONTRAT D'ASSURANCE

77. Auszug aus dem Urteil der II. Zivi1a.bteilung

vom 19. Oktober 1921 i. S. Hotel de l't1nivers gegen Wagner.

Art. 73 VVG: Ver p f ä n dun g von Ver s ich e -

run g s pol i c e n. R e q u i s i t der A n z e i g e a n

den Ver sOi c her er: Die Anzeige ist Konstitutiv-

erfordernis. Sie kann auch vom Pfandgläubiger ausgehen.

Auch eine nach Verfluss mehrerer Jahre vorgenommene

Anzeige ist noch gültig.

Art. 73 VVG macht die Gültigkeit der Verpfändung

einer Lebensversicherungspolice ausdrücklich davon

abhängig, dass dem Versicherer von der Verpfändung

schriftliche Mitteilung gemacht werde. Diese Regelung

entspricht der.jenigen, die das alte Obligationenrecht

für die Forderungsverpfändung getroffen hat. Im neuen

Recht des ZGB (Art. 900) dagegen ist die Mitteilung

an den Drittschuldner nicht mehr Gültigkeitserfordernis

der Forderungsverpfändung, _ sondern wird nur in dem

Sinne vorgesehen, dass ihre Vornahme eine Befreiung

des Schuldners durch Zahlpng an den Forderungsgläu-

biger ausschliesst. Die Frage, was den Gesetzgeber zu

dieser Behandlung der Verpfändung VOll Forderungen

im neuen Rechte veranlasst hat, kann dahingestellt

bleiben. Jedenfalls wurde Art. 73 VVG, durch das In-

krafttreten des ZGB nicht berührt (vgl. Art. 60 SchlT

z. ZGB so\vie RÖLLI, Schw. J.-Z. 12 S. 277).

Hievon ausgehend hat die Klägerin in ihrer Klage-

schrift zunächst bestritten, dass der Versicherungs-

gesellschaft von der Verpfändung der Police zu Gunsten

der Beklagten . überhaupt Mitteilung gemacht worden

sei. Diese Bestreitung wurde dann fallen gelassen, die

. Versieherungsvertrag. N° 77.

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Mitteilung vom 23. Juni 1919 aber als wirkungslos

bezeichnet, weil sie nicht vom Verpfänder Hoffmann,

sondern vom Vertreter der Beklagten ausgegangen sei.

Allein Art. 73 VVG setzt nicht voraus, dass die Benach-

richtigung der Versicherungsgesellschaft durch den Ver-

pfänder selbst erfolge. Er verlangt, schon nach seinem

allgemein gehaltenen Wortlaut, nur, dass dem Ver-

sicherer überhaupt Mitteilung gemacht werde, schliesst

also eine Mitteilung durch den Pfandgläubiger keines-

wegs aus. Dazu kommt, dass Art. 73 VVG, wie sich

aus den Gesetzesberatungen ergibt, (vgl. diesbezüglich

RÖLLI, Schw. J.-Z. 12 S. 277), aufgestellt wurde, um

zwischen dem damaligen gemeinen Recht für die For-

derungsverpfändung und der Verpfändung von Ver-

sicherungspolicen Uebereinstimmung zu schaffen. Das

gemeine Recht aber stand damals unbestrittenermassen

auf dem Standpunkt der Zulässigkeit einer vom Pfand-

gläubiger ausgehenden Mitteilung (AS 27 11 197). End-

lich ist auf die gesetzespolitische Tendenz zu verweisen,

die dem Art. 73 VVG zu Grunde liegt. Sie besteht, ent-

gegen der Ansicht der ersten Instanz, offenbar nicht

so sehr darin, den Vertragsabschluss zu erschweren und

den Verpfänder vor Uebereilung zu schützen, als viel-

mehr darin, den Pfandgläubiger für den Liquidations-

rall gegen eine Verfügung, die sein Pfandrecht verletzen

würde, zu schützen. Dieser Zweck kann auf Grund einer

:\fitteilung des Pfandgläubigers so gut erreicht werden,

wie auf Grund einer Anzeige des Verpfänders. Uebri-

gens ging die Parteimeinung seinerzeit offensichtlich

dahin, dass Notar Stettler, der beim Vertragsschluss

Rechtsbeistand beider Parteien war, das für die Ent-

stehung des Pfandrechtes Erforderliche anordnen solle.

Er handelte daher, nicht nur als er die vorgehende

Pfandgläubigerin von der Verpfändung benachrichtigte,

sondern auch als er die Anzeige an die Versicherungs-

gesellschaft vornahm, sowohl hn Namen des Verpfän-

ders als im Namen der Beklagten.

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Versichcrungsvertrag. ~o 7/1.

Die Klägerin kann sodann die Gültigkeit der Ver-

pfändung zu Gunsten der Beklagten auch nicht des-

wegen in Frage zieben, weil die Anzeige an den Ver-

• sicherer erst zirka vier Jahre nach Abschluss des Ver-

pfändungsvertrages erfolgte. Das Gesetz verlangt nicht

eine unitas actus, auch eine nachträgliche Mitteilung an

den Versicherer muss daher genügen, um das Pfand-

recht zur Entstehung zu bringen.

78. Sentenza. 23 novembre 1921 clena IIa sezione civUe

neHa causa ({ La Ginevrina») c. Erecli fu O. B.

Assicurazione sulla vita. Dichiarazioni inveritiere deIl'assi-

curato. Cadono in considerazione anche le dichiarazioni

scritte non contenute nella proposta d'assicurazione stessa

ma in altro questionario, purehe riguardino fattl rilevanti

per l'apprezzamento deI rischio a sensi dell'art. 4 della

legge sul contraUo di assicurazione. -

Nozione della rile-

vanza dei faUl soggetti a denunzia. -

11 termine di recesso

dal contratto di cu,i all'art. 6 della Jegge decorre dal mo-

mento in cui l'assicuratore ha avuto conoscenza deI faUo

occultato, non da quello in cui, procedendo coll'ordinaria

diligenza, avrebbe potuto averla.

Ritenuto in finca di 'atta:

A. -

Il 3 ottobre 1918 Ia societa di assicurazioni

I(La Ginevrina» in Ginevra. conehiudeva coll'ora de-

funto C. R., un contratto di assieurazione suUa vita per

50,000 franchi pagabili al deeesso deU'assicurato 0, al phi

tardi, il 3 ottobre 1933. La polizza di assieurazione

menziolla ehe il contratto e basato su una proposta

deI 20 settembre 1918 e ehe le dichiarazioni deI propo-

nente « ivi ») contenute sono cOllformi alla verita. Essa

e firmata dallo R. e eontiene, oltre le indicazioni sui

8uoi dati personali e sulla llatura dell'assieurazione,

l'indirizzo deI medien abituale deI proponente (Prof.

Dr C.), il quale viene dispensato dal segreto professio-

Versicherungsvertrag. N° 78.

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nale e autorizzato a dare

« alla sociclil assicuratrice

» tutte le indicazioui ehe essa riputera necessarie per' la

») formazione deI contratto.)

Il questionario concernente le condiziolli di salute

dell'assicurando, sottopostogli dal Dott. M. in Lugano

previo esame medieo, e eontelluto in un atto scparato

datato dei 29 settembre 1918 e pure firmato dal R.

Oltre la mellzione ehe le dichiaraziolli deI propollente

sono cOllformi a verita e ehe esso

(I llulla ha llaseosto

» ehe possa indurre Ia eompagllia in errorc sull'apprez-

)) zamellto dell'assicurazione », il questionado conticne

le domande e le risposte seguenti :

Domande:

Risposle :

3 a) Godete abitualmente buolla salute .!

Si.

b) Come e attuahnente la vostra salute? . BUOll:l.

c) Avete qualche malattia apparente 0

naseosta ?

. . . . . . . . . . . . . . . No.

d) A vete sofferto delle malattie, indisposi-

zioni, infortuni phi 0 meno grav!? . . . . . No.

e) Quale medieo vi ha curato '! .... Ne8suno.

f) Siete ogui volta perfettamente guarito? Si.

8 a) A vete avuto malattie degli orgalli

genito-urinari? . . . . . . . . . . . . . No.

b) Ha l'urina delle volte contenuto dei

residui di renella, dei ealcoli, deIl'albumina

o dello zucchero '?

. • • • • • . • • . • No.

B. -

Poeo tempo dopo Ia stipulazione deI contratto,

nel novembre 1918, R. fu eolpito da grippe in forma

gl'ave COIl fenomeni di broneo-polmonite e con gravi

complieazioni al cuore ed al rene. Fu rieoverato aU'o-

spedaIe, dove fu eurato dai Dotti C. e M. Dimesso gua-

Iito verso Ia fine di dieembre, ebbe, uel gennaio 1919,

una rieaduta ehe 10 porto aHa morte il 23 aprile « per

riaeutizzazione deI proeesso nefritieo e gravi fenomeni

di miocardite I).

C. -

Nel frattempo, 1'11 dicembre 1918, era perve-

nuta alla direzione della Ginevrina una lettera anonima