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·J74 Versicherungsvertrag. N° 77. V. VERSICHERUNGSVERTRAG CONTRAT D' ASSURANCE
77. Auszug aus dem Urteil der II. Zivi1a.bteilung vom 19. Oktober 1921 i. S. Hotel de l't1nivers gegen Wagner. Art. 73 VVG: Ver p f ä n dun g von Ver s ich e - run g s pol i c e n. R e q u i s i t der A n z e i g e a n den Ver sOi c her er: Die Anzeige ist Konstitutiv- erfordernis. Sie kann auch vom Pfandgläubiger ausgehen. Auch eine nach Verfluss mehrerer Jahre vorgenommene Anzeige ist noch gültig. Art. 73 VVG macht die Gültigkeit der Verpfändung einer Lebensversicherungspolice ausdrücklich davon abhängig, dass dem Versicherer von der Verpfändung schriftliche Mitteilung gemacht werde. Diese Regelung entspricht der.jenigen, die das alte Obligationenrecht für die Forderungsverpfändung getroffen hat. Im neuen Recht des ZGB (Art. 900) dagegen ist die Mitteilung an den Drittschuldner nicht mehr Gültigkeitserfordernis der Forderungsverpfändung, _ sondern wird nur in dem Sinne vorgesehen, dass ihre Vornahme eine Befreiung des Schuldners durch Zahlpng an den Forderungsgläu- biger ausschliesst. Die Frage, was den Gesetzgeber zu dieser Behandlung der Verpfändung VOll Forderungen im neuen Rechte veranlasst hat, kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls wurde Art. 73 VVG, durch das In- krafttreten des ZGB nicht berührt (vgl. Art. 60 SchlT
z. ZGB so\vie RÖLLI, Schw. J.-Z. 12 S. 277). Hievon ausgehend hat die Klägerin in ihrer Klage- schrift zunächst bestritten, dass der Versicherungs- gesellschaft von der Verpfändung der Police zu Gunsten der Beklagten . überhaupt Mitteilung gemacht worden sei. Diese Bestreitung wurde dann fallen gelassen, die . Versieherungsvertrag. N° 77. 475 Mitteilung vom 23. Juni 1919 aber als wirkungslos bezeichnet, weil sie nicht vom Verpfänder Hoffmann, sondern vom Vertreter der Beklagten ausgegangen sei. Allein Art. 73 VVG setzt nicht voraus, dass die Benach- richtigung der Versicherungsgesellschaft durch den Ver- pfänder selbst erfolge. Er verlangt, schon nach seinem allgemein gehaltenen Wortlaut, nur, dass dem Ver- sicherer überhaupt Mitteilung gemacht werde, schliesst also eine Mitteilung durch den Pfandgläubiger keines- wegs aus. Dazu kommt, dass Art. 73 VVG, wie sich aus den Gesetzesberatungen ergibt, (vgl. diesbezüglich RÖLLI, Schw. J.-Z. 12 S. 277), aufgestellt wurde, um zwischen dem damaligen gemeinen Recht für die For- derungsverpfändung und der Verpfändung von Ver- sicherungspolicen Uebereinstimmung zu schaffen. Das gemeine Recht aber stand damals unbestrittenermassen auf dem Standpunkt der Zulässigkeit einer vom Pfand- gläubiger ausgehenden Mitteilung (AS 27 11 197). End- lich ist auf die gesetzespolitische Tendenz zu verweisen, die dem Art. 73 VVG zu Grunde liegt. Sie besteht, ent- gegen der Ansicht der ersten Instanz, offenbar nicht so sehr darin, den Vertragsabschluss zu erschweren und den Verpfänder vor Uebereilung zu schützen, als viel- mehr darin, den Pfandgläubiger für den Liquidations- rall gegen eine Verfügung, die sein Pfandrecht verletzen würde, zu schützen. Dieser Zweck kann auf Grund einer :\fitteilung des Pfandgläubigers so gut erreicht werden, wie auf Grund einer Anzeige des Verpfänders. Uebri- gens ging die Parteimeinung seinerzeit offensichtlich dahin, dass Notar Stettler, der beim Vertragsschluss Rechtsbeistand beider Parteien war, das für die Ent- stehung des Pfandrechtes Erforderliche anordnen solle. Er handelte daher, nicht nur als er die vorgehende Pfandgläubigerin von der Verpfändung benachrichtigte, sondern auch als er die Anzeige an die Versicherungs- gesellschaft vornahm, sowohl hn Namen des Verpfän- ders als im Namen der Beklagten. 476 Versichcrungsvertrag. ~o 7/1. Die Klägerin kann sodann die Gültigkeit der Ver- pfändung zu Gunsten der Beklagten auch nicht des- wegen in Frage zieben, weil die Anzeige an den Ver-
• sicherer erst zirka vier Jahre nach Abschluss des Ver- pfändungsvertrages erfolgte. Das Gesetz verlangt nicht eine unitas actus, auch eine nachträgliche Mitteilung an den Versicherer muss daher genügen, um das Pfand- recht zur Entstehung zu bringen.
78. Sentenza. 23 novembre 1921 clena IIa sezione civUe neHa causa ({ La Ginevrina») c. Erecli fu O. B. Assicurazione sulla vita. Dichiarazioni inveritiere deIl'assi- curato. Cadono in considerazione anche le dichiarazioni scritte non contenute nella proposta d'assicurazione stessa ma in altro questionario, purehe riguardino fattl rilevanti per l'apprezzamento deI rischio a sensi dell'art. 4 della legge sul contraUo di assicurazione. - Nozione della rile- vanza dei faUl soggetti a denunzia. - 11 termine di recesso dal contratto di cu,i all'art. 6 della Jegge decorre dal mo- mento in cui l'assicuratore ha avuto conoscenza deI faUo occultato, non da quello in cui, procedendo coll'ordinaria diligenza, avrebbe potuto averla. Ritenuto in finca di 'atta: A. - Il 3 ottobre 1918 Ia societa di assicurazioni I( La Ginevrina» in Ginevra. conehiudeva coll'ora de- funto C. R., un contratto di assieurazione suUa vita per 50,000 franchi pagabili al deeesso deU'assicurato 0, al phi tardi, il 3 ottobre 1933. La polizza di assieurazione menziolla ehe il contratto e basato su una proposta deI 20 settembre 1918 e ehe le dichiarazioni deI propo- nente « ivi ») contenute sono cOllformi alla verita. Essa e firmata dallo R. e eontiene, oltre le indicazioni sui 8uoi dati personali e sulla llatura dell'assieurazione, l'indirizzo deI medien abituale deI proponente (Prof. Dr C.), il quale viene dispensato dal segreto professio- Versicherungsvertrag. N° 78. 471 nale e autorizzato a dare « alla sociclil assicuratrice » tutte le indicazioui ehe essa riputera necessarie per' la ») formazione deI contratto. ) Il questionario concernente le condiziolli di salute dell'assicurando, sottopostogli dal Dott. M. in Lugano previo esame medieo, e eontelluto in un atto scparato datato dei 29 settembre 1918 e pure firmato dal R. Oltre la mellzione ehe le dichiaraziolli deI propollente sono cOllformi a verita e ehe esso (I llulla ha llaseosto » ehe possa indurre Ia eompagllia in errorc sull'apprez- )) zamellto dell'assicurazione », il questionado conticne le domande e le risposte seguenti : Domande: Risposle : 3 a) Godete abitualmente buolla salute .! Si.
b) Come e attuahnente la vostra salute? . BUOll:l.
c) Avete qualche malattia apparente 0 naseosta ? . . . . . . . . . . . . . . . No.
d) A vete sofferto delle malattie, indisposi- zioni, infortuni phi 0 meno grav!? . . . . . No.
e) Quale medieo vi ha curato '! .... Ne8suno.
f) Siete ogui volta perfettamente guarito? Si. 8 a) A vete avuto malattie degli orgalli genito-urinari? . . . . . . . . . . . . . No. •
b) Ha l'urina delle volte contenuto dei residui di renella, dei ealcoli, deIl'albumina o dello zucchero '? . • • • • • . • • . • No. B. - Poeo tempo dopo Ia stipulazione deI contratto, nel novembre 1918, R. fu eolpito da grippe in forma gl'ave COIl fenomeni di broneo-polmonite e con gravi complieazioni al cuore ed al rene. Fu rieoverato aU'o- spedaIe, dove fu eurato dai Dotti C. e M. Dimesso gua- Iito verso Ia fine di dieembre, ebbe, uel gennaio 1919, una rieaduta ehe 10 porto aHa morte il 23 aprile « per riaeutizzazione deI proeesso nefritieo e gravi fenomeni di miocardite I). C. - Nel frattempo, 1'11 dicembre 1918, era perve- nuta alla direzione della Ginevrina una lettera anonima