Volltext (verifizierbarer Originaltext)
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Prozessrecht. N° 75.
3. -
Si la tendanee de la doctrine et des legislations
modernes est aujourd'hui de ne pas restreindre le pour-
voi en revision aux cas OU le requerant a trouve des
moyens de preuve qu'll n'avait pu presenter en cours de
procedure, mais de l'etendre a la decouverte de faits
nouveaux (voir JAEGER, Revision des Bundesgesetzes über
die Organisation der Bundesrechtspflege, Motive, p. 90 et
suiv.), il n'est pas moins eertain que la loi de procedure
civile federale de 1850, eomme du reste les Iegislations
allemande et fram;aise, ne prevoient la possibilite de la
revision que dans la premiere de ees alternatives; on ne
saurait done, par analogie, admettre l'application d'un
moyen exeeptionnel a un cas non prevu expressement
par la loi et que ceUe-ci n'avait eertainement pas voulu
introduire; la demande de revision doit, en consequence,
etre rejetee.
Par ces motüs,
Le Tribunal federal
prononce:
La demande de revision est rejetee.
VII. SCHULDBETREIBUNGS- UND
KONKURSRECHT
POURSUITES ET FAILLITES
Siehe 111. Teil N° 50--54. -
Voir Ille partie n
HS 50-54.
1. PERSONENRECHT
DROIT DES PERSONNES
76. t1rteil der 11. Zivilabteilung vom 24. September 1914 i. S.
Begierungsra.t des Xa.ntons Scha.ffha.usen gegen Ca.rpine.
Art. 29 und 43 ZGB. Klage auf Anerkennung des Rechts
auf Führung der Adelspartikel « von.». Abweisung der Klage,
weil sich ergibt, dass dem Kläger das beanspruchte Recht
als solches nicht streitig gemacht, sondern nur die Ein-
tragu n g der Partikel in das Zi viI s t an ds regi st er ver-
weigert wird, in letzterer Beziehung aber nicht das Bundes-
gericht, sondern der Bundesrat kompetent ist.
(UebeT den Tatbestand vergl. BGE 35 I N° 68.)
A. -
Durch Urteil vom 10. Juli 1914 hat das Ober-
gericht des Kantons Schaffhausen auf die von Carpine
als Kläger gegen den Regierungsrat des Kantons Schaff-
hausen als Beklagten gestellte Rechtsfrage: Kommt nicht
dem Kläger der Name « Graf Antou von Carpine I), even-
luell « Anton von. Carpine» zu ? folgendes, vom Beklag-
ten angefochtene, vom Kläger dagegen anerkannte
Urteil des Bezirksgerichts Reyat vom 7. März 1914
bestätigt: Der Kläger ist berechtigt, den Namen « Anton
von Carpine)} zu führen und es ist dieser Name im
Zivilstandsregister einzutragen, dagegen wird er mit
seinem Begehren um Zuerkennung des Namens: « Graf
von Carpine» abgewiesen.
B. -
Gegen das obergerichtliehe Urteil hat der Regie-
rungsrat des Kantons Schaflhausen rechtzeitig die Be-
rufung an das Bundesgericht ergriffen, mit dem Antrag
auf Abweisung der Klage.
C. -
Der Kläger hat Abweisung der Berufung und
Bestätigung des angefochtenen Urteils beantragt.
AS 40 Ir -
19f5
30
432
Personenreeht. N° 76.
Das Bundesgericht zieht
in Erwägung:
1. -
Da der Kläger das Recht beansprucht, sich
« _\nton von Carpine)} zu nennen, und er behauptet,
dieses Hecht,,'erde ihm vom Regierungsrat des Kan-
tons SchafThausen im Sinne des Art. 29 ZGB bestritten,
so ist der Zivilrichter, und als Berufungsinstanz speziell
auch das Bundesgericht, zur Behandlung der Streitsache
kompetent, und zwar, nach Art. 61 sO\vie in analoger
Anwendung des Art. 62 OG, ohne Rücksicht auf den
Streitwert. Dagegen muss die Klage ab g e wie sen
werden, wenn sich ergibt, dass eine Namenrechtsbestrei-
tung im Sinne der augeführlen Gesetzesbestimmung in
Wirklichkeit gar nicht -vorliegt, und es braucht in die-
sem Falle die andere Frage, ob dem Kläger das
Recht auf Führung des von ihm beanspruchten Na-
mens zustehe, nicht entschieden zu werden.
2. -
Zuzugeben ist, dass unter der in Art. 29 ZGB
vorgesehenen Namenrechtsbestreitung unter Umständen
auch die von einer Behörde als solcher ausgehende Be-
streitung des Rechts auf Führung eines Namens ver-
standen,verden kann, also nicht nur die Bestreitung
seitens einer Person, die den betreffenden Namen für
sich selber beansprucht; denn sonst wäre die spezielle
Behandlung dieses letztem ~ Falls in Art. 29 A b s. 2
nicht wohl verständlich. Ob sodann im Kanton Schaff-
hausen der Regierungsrat als solcher (d. h. nicht als
blosser Vertreter des Fiskus) überhaupt vor den Zivil-
gerichten ins Recht gefasst werden könne. ist eine
Frage des k a n ton ale n Rechts, die das Bundes-
gericht nicht zu überprüfen hat. Ebenso verhält es
sich mit der Frage nach der ö r t li ehe n Z u s t ä n-
d i g k e i t für derartige, gegen den Regierungsrat ge-
richtete Zivilklagen, wenn auch freilich die dabei im
vorliegenden Falle von den Schaffhauser Gerichten
aufgeworfene Vor frage nach der rechtlichen Natur
Personenrecht. N° 70.
der Namensklage an sich eine Frage des eidgenössi-
schen Rechts war; denn die Kompetenz zur Entschei-
dung der Hauptfrage schliesst diejenige zur Beurtei-
lung der Vorfrage als solcher in sich. Dagegen ist es
Sache des Bundesgerichts, festzustellen, ob überhaupt
eine Namenrechtsbestreitung im Sinne des Art. 29 ZGB
vorliegt. Diese Voraussetzung trifft nun aber hier nicht
zu. Der beklagte Regierungsrat hat in diesem Prozesse,
wie schon im Jahre 1909 anlässlich des von Carpine
ugriffenen staatsrechtlichen Rekurses, stets erklärt,
dass er dem heutigen Kläger das Recht, sich Anton
von' Carpine zu nennen, nicht bestreite, sondern dass
er nur, entsprechend einer 'Weisung des Bundesrates.
die Ein t rag u n g jenes Namens oder, genauer. die
Eintragung der Partikel « von)} in das Zivilstands-
register verweigern müsse. Streitig ist somit heute,
ebenso wie im Jahre 1909, einzig die Frage, ob die
Adelspartikel « von t) in das Zivilstandsregister einge-
tragen werden müsse oder dürfe. Diese letztere Frage
aber kann das Bundesgericht als Berufungsinstanz
ehensowenig entscheiden, als es sie damals in seiner
Eigenschaft als Staatsgerichtshof entscheiden konnte.
Denn, gleichwie dies schon unter der Herrschaft des
Zivilstandsgesetzes von 1874 der Fall war, so ist auch
seit dem Inkrafttreten des ZGB zur letztinstanzlichen
Entscheidung der Frage, welche Art von Tatsachen in
die Zivilstandsregister eingetragen werden sollen oder
dürfen, bezw. welche Art von Eintragungen als der
«Bestimmung
der
Zivilstandsregister fremd}) er-
scheinen (vgl. Art. 7 des Gesetzes von 1874), aus-
schliesslich der B und e s rat berufen. Diesem steht
noch Art. 43 ZGB, . wie früher nach Art. 12 ZEG ~
die Oberaufsicht über die Führung der Zivilstands-
register zu, und seine Kompetenz ist durch das ZGB
sogar noch
insof~rn erweitert worden, als nunmehr
eine Anzahl von Vorschriften über die Führung der
Register (z. B. gerade diejenige, die in Art. 7 ZEG ent-
434
Personenrecht. Nu 76.
halten war) nicht mehr im Gesetze selber zu finden
sind, sondern (nach Art. 39 Abs. 2 ZGB) in die Ver-
ordnungskompetenz des Bundesrates fallen. Ist aber
zur Bestimmung dessen, was überhaupt in die Zivil-
standsregister eingetragen werden darf, letztinstanzlieh
der Bundesrat kompetent, so ergibt sich daraus zwin-
gend, dass der Weg einer Zivilklage über dieselbe Frage
ausgeschlossen sein muss, und dass die Weigerung der
zuständigen Verwaltungsbehörde, eine Adelspartikel in
das Zivilstandsregister eintragen zu lassen, nicht als
Namenrechtsbestreitung im Sinne des Art. 29 ZGB
gelten kann. Es verhält sich damit ähnlich wie init
andern registerrechtlichen Entscheidungen, z. B. denje-
nigen über den Eintrag einer Firma im Handelsregister
oder einer beim Abschluss eines Liegenschaftskaufs
getroffenen Nebenabr~de im Grundbuch: wenn die Re-
gisterbehörde den betreffenden Eintrag aus regi.ster-
rechtlichen Gründen verweigert hat, so ist eine Über-
prüfung ihres Entscheides durch den Zivilrichter, dessen
gegenteiliger Entscheid übrigens schwerlich vollstreck-
bar wäre, ausgeschlossen. Diese Auffassung von der
Unzulässigkeit der Zivilklage gegenüber Verfügungen
der Registerbehörden steht auch im Einklang mit der
konstanten Praxis der deutschen Gerichte auf Grund
des dem Art. 29 ZGB entsprechenden § 12 BGB; vgl.
darüber z. B. GRÜCROTS Beiträge 49 S. 828, Entsch. d.
Reichsger. in Zivils. 39 S. 302, STAUDINGER, Anm. 5 b
zu § 12 cit.; v. TURR, Bürgerl. Recht I S. 445.
Demnach hat das Bundesgericht
erkannt:
Die Berufung wird gutgeheissen, das Urteil des Ober-
gerichts des Kantons SchafIhausen vom 10. Juli 1914
aufgehoben und die Klage abgewiesen.
Famllienrecht. N° 77.
11. FAMILIENRECHT
DROIT DE FAMILLE
77. A'l'ret da la. IIe seotion oivile du 16 saptambre 1914
dans la cause :Borel,
contre Lydiard et consorts.
435
ce art. 392 al. 2 et 368. -
Loi rapp. dr. civ. art. 4, 9 et 10.
-
Nomination par les autorites suisses d'un curator ad litem
a un mineur residant en Suisse mais dont le pere est domi-
cilie a l'etranger. -
Droit applicable en ce qui concerne la
puissance patern elle et la tutelle.
A. -
Arthur-Gordon Lydiard, colonel allglais en re-
traite,s'etait marie en 1896 a Wiesbaden avec demoi-
selle Marie Chappuis; Hs avaient auparavant passe Ull
contrat de mariage etablissant entre eux le regime de
la separation de biens avec communaute d'acquets et
accordant au conjoint survivant l'usufruit de la moitie
des biens laisses par le defunt aussi longtemps qu'il ne
se remarierait point. Un fiIs, Arthur Lydiard, est ne de
cette union. Dame Lydiard est decedee le 11 avril 1901,
laissant a son mari la jouissance des interets de la moi-
tie de sa fortune, cette jouissance devant prendre fin le
jour Olt celui-ci s'engagerait dans les liens d'un nouveau
mariage.
Le colonel Lydiard a habite Geneve dt: 1903 a 1908.
Presse d'argent, il s'est fait ouvrir en janvier 1907 Ull
credit de 7000 fr. porte ensuite a 13000 fr. par Ia Ban-
que populaire genevoise, contre cession des Ioyers echus
ou a echoir d'un immeuble - sis rue du Mole, a Geneve -
appartenant a son fiIs et dont il avait annonce avoir la
jouissance integrale; les sieurs de Westerweller, Rigot et
Dumont furent charges par les deux parties de la regie
de eet immeuble. Le 20 novembre 1907, le colonel Ly-