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Nr. 23 36 eines Presseerzeugnisses (Erw. a). - Verhaltnis des BG üher den Schutz militarischer Anlagen zu Art. 86 MStG (Erw. h). Puhlication illicite d'un rapport sur une installation militaire de radar. Notion de l'ouvrage militaire (LF du 23 juin 1950 concernant la protection des ouvrages militaires, art. l, 5, 7). Responsabili te pénale de l'auteur de l'écrit ou de celui qui le diffuse (cons. a). - Rapport de la LF concernant la protection des ouvrages militaires avec l'art. 86 CPM (cons. h). Puhhlicazione illecita di un rapporto concernente un impianto radar militare. Nozione dell'impianto militare (LF del 23 giugno 1950 concernente la protezione di opere militari art. l, 5, 7). Respon- sabilità penale del redattore dello scritto o di colui che lo diffonde (cons. a). - Rapporto tra la legge federale concernente la prote- zione di opere militari e l'art. 86 CPM (cons. h). Nach Art. 5 lit. b des Bundesgesetzes üher den Schutz militarischer Anlagen vom 23. Juni 1950 ist es verhoten, Beschreihungen und Berichte über militarische Anlagen ohne behõrdliche Bewilligung im In- oder Ausland zu veroffentlichen ocler in Verkehr zu hringen. Als militarische Anlagen im Sinne clieses Gesetzes gelten alle hestehenclen ocler im Bau hefindlichen Befestigungsanlagen sowie andere militarische Anlagen, für welche im lnteresse der Landesverteicligung hesondere Sicherheitsmass- nahmen notwendig sind; di e Anlagen, auf welche das Bundesgesetz An- wendung finclet, werden im einzelnen vom Bunclesrat hezeichnet (Art. l Abs. l un d 2). V orsatzliche un d f ahrlassige Wiclerhancllungen gegen das Verbot des Art. 5 werden mit Gefangnis ocler mit Busse, in leichten Fal- len mit Disziplinarstrafe bedroht (Art. 7 Ahs. I); nach Abs. 2 dieser Be- stimmung bleibt die Verfolgung nach Massgabe der Bestimmungen des Militarstrafgesetzes vorbehalten.
a) Die in Frage stehende Raclaranlage ist seitBeginn der Bauarheiten im Verzeichnis, das der Generalstahschef gemass Art. 2 des BRB vom
28. Dezember 1950 im Auftrage des Bundesrates über clie clem Buncles- gesetz unterstellten militarischenAnlagen zu führen hat, eingetragen. Díe Radaranlage ist somit eine militarische Anlage im Sinne des Bundesge- setzes un d de r Bericht, d er über si e ohne Bewilligung verõff entlicht wird, nach Art. 7 strafbar. Dabei kommt entgegen cler Auffassung des Be- schwerdeführers nichts clarauf an, ob die unerlaubte Verõffentlichung durch das Mittel der Druckerpresse oder auf andere Weise erfolgt. Es gibt keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz im Sinne einer bundesrechtlich verbindlichen N orm, de r vorschriebe, di e in de r Bundesgesetzgebung er- lassenen Verbote seien, soweit sie die verfassungsmassig gewahrleistete Pressefreiheit einschrãnken, restriktiv auszulegen. lnhalt und Umfang der Pressefreiheit werden vielmehr durch das jeweils anwendhare Bun-
37 Nr. 23, 24 desgesetz hestimmt und begrenzt, dessen Umschreihung fiir den Richter gemass Art. 113 Abs. 3 BV verbindlich ist. Die strafrechtliche V erant- "\vortlichkeit des Verf assers o d er V erhreiters eines Presseerzeugnisses ist nur dann ahweichend von den allgemein geltenden Grundsatzen zu be- urteilen, wenn und soweit das zur Anwendung kommende Gesetz selber der Presse Sonderrechte einrãumt (vgl. BGE 70 IV 24, 73 IV 15, 77 IV 99, 83 IV 60). Das Bundesgesetz über den Schutz militãrischer Anlagen enthãlt keine Ausnahmebestimmungen zugunsten d er Presse, sondern ver- bietet V erõff entlichungen, für di e keine Bewilligung vorliegt, schlecht- hin, gleichgültig, auf welche Art Beschreibungen und Berichte publiziert 'verden. Der Presse eine grõssere Freiheit in der Beschreibung geschütz- ter militãrischer Anlagen zuzugestehen als andern Biirgern, widersprãche auch dem Zweck des Gesetzes. Es schützt militarische Anlagen, die für die Landesverteidigung wichtig sind; die militarische Sicherheit des Lan- des aber geht dem lnteresse an der freien Meinungsãusserung vor.
b) N ach Art. 86 Ziff.1 Ahs. 2 MStG ma eh t si eh d er Verletzung milita- rischer Geh.eimnisse unter anderem schuldig, wer Tatsachen, Vorkehren, Verfahren oder Gegenstãnde, die mit Rücksicht auf die Landesverteidi- gung geheim gehalten werden, der õffentlichkeit llekannt oder zugãng- licll macl1t. Die Bestimmung verhietet die Verõffentlichung jeder Tat- sache, die im lnteresse der Inilitãrischen Sicherheit geheim bleiben soll. Sie geht insofern iiber den Tathestand des Art. 5 des Bundesgesetzes üher den Schutz militãrischer Anlagen hinaus, als sie sich nicht auf clen Schutz geheim zu haltender militãrischer Bauten un d Einrichtungen beschrãnkt. Anderseits setzt Art. 5 des erwãhnten Bundesgesetzes., obschon au eh dieses die militãrische Geheimsphare schützt, ni eh t die V erletzung d er Geheim- haltungspflicht im Sinne des Art. 86 MStG voraus. Diese Bestimmung ist daher, soweit si eh di e V erletzung militãrischer Geheimnisse auf milita- rische Anlagen hezieht, die umfassendere, welche mit ihrer schweren Straf androhung das Unrecht d er T at nach allen Seiten abgilt, so dass di e Anwendung des Bundesgesetzes über clen Schutz militarischer Anlagen entfãllt., wenn clie Tat zugleicl1 den Tathestand des Art. 86 MStG erfüllt. (20. Juni 1960, St. e. D. G. 8) 24. Art. 2 Ziff. 4 MStG. Zusammenhang einer ausserhalh des Dienstes begangenen Ehrverletzung (Art. 148 Ziff. l Abs. 2 MStG) mit dent :1\lilitardienst. Art. 2, eh. 4 CPM. Rapport avec le serviee ntilitaire d'une atteinte à l'honneur (art. 148, eh. l, al. 2 CPM) coinniise hors serviee.