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BV.2018.21

Bundesstrafgericht · 2018-08-07 · Deutsch CH

Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR).

Erwägungen (1 Absätze)

E. 7 November 2017; BV.2017.43 vom 26. Oktober 2017; je m.w.H.);

- dies auch für die Beschwerde i.S.v. Art. 100 Abs. 4 VStrR gilt, umso mehr, als Art. 100 Abs. 4 VStrR eine im Vergleich zu Art. 28 Abs. 3 VStrR viel län- gere Rechtsmittelfrist vorsieht;

- auf die vorliegende Beschwerde daher ohne Durchführung eines Schriften- wechsels nicht einzutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 82 VStrR; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BV.2017.45 vom 7. No- vember 2017; BV.2017.43 vom 26. Oktober 2017);

- sich damit auch die Behandlung des Sistierungsgesuchs erübrigt;

- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; TPF 2011 25 E. 3);

- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

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und erkennt:

Dispositiv
  1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
  2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Beschluss vom 7. August 2018 Beschwerdekammer Besetzung

Bundesstrafrichter Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, Cornelia Cova und Stephan Blättler, Gerichtsschreiber Stephan Ebneter

Parteien

A., vertreten durch Rechtsanwalt Martin Schwaller, Beschwerdeführer

gegen

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION, Beschwerdegegnerin

Gegenstand

Entschädigung bei Einstellung (Art. 100 Abs. 4 VStrR)

B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l

Geschäftsnummer: BV.2018.21

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Die Beschwerdekammer hält fest, dass:

- die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend "ESBK") das Ver- fahren gegen A. wegen Verdachts der Widerhandlungen gegen das Bundes- gesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spiel- bankengesetz, SBG; SR 935.52) am 11. Dezember 2017 einstellte (vgl. act. 1.2 S. 2);

- A. am 18. Dezember 2017 bei der ESBK ein Entschädigungsbegehren ein- reichen liess (vgl. act. 1.2 S. 2 ff.);

- die ESBK am 26. Juni 2018 über das Begehren entschied (act. 1.2);

- A., vertreten durch Rechtsanwalt Martin Schwaller, dagegen mit Beschwerde vom 30. Juli 2018 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ge- langte (act. 1);

- er in prozessualer Hinsicht beantragt, das Verfahren sei bis zum Abschluss des Strafverfahrens – er werde in den nächsten 14 Tagen gegen die ESBK Strafanzeige wegen versuchter Anstiftung zur Verletzung des Berufsgeheim- nisses einreichen – zu sistieren (act. 1 S. 4 f.).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:

- bei der Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen gegen das SBG das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) anwendbar ist (Art. 57 Abs. 1 SBG);

- gegen den Entscheid über das Entschädigungsbegehren innert 30 Tagen seit der Eröffnung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Be- schwerde geführt werden kann; die Verfahrensvorschriften von Art. 28 Abs. 2–5 sinngemäss gelten (Art. 100 Abs. 4 VStrR);

- gemäss Art. 28 Abs. 3 VStrR die Beschwerde schriftlich mit Antrag und kur- zer Begründung einzureichen ist;

- die Beschwerdeschrift vom 30. Juli 2018 zwar Anträge enthält; diese Anträge in der Beschwerdeschrift vom 30. Juli 2018 aber nicht einmal kurz begründet werden;

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- die Beschwerdeschrift vom 30. Juli 2018 daher bereits den Mindestanforde- rungen von Art. 28 Abs. 3 VStrR klar nicht genügt; damit offen gelassen wer- den kann, ob an die Begründung der Beschwerde i.S.v. Art. 100 Abs. 4 VStrR angesichts der im Vergleich zu Art. 28 Abs. 3 VStrR viel längeren Rechtsmit- telfrist höhere Anforderungen zu stellen wären;

- das VStrR für Beschwerden gegen Untersuchungshandlungen (Art. 26 ff. VStrR) keine Möglichkeit der Nachfristansetzung zur Verbesserung der Be- schwerde vorsieht (Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BV.2017.45 vom

7. November 2017; BV.2017.43 vom 26. Oktober 2017; je m.w.H.);

- dies auch für die Beschwerde i.S.v. Art. 100 Abs. 4 VStrR gilt, umso mehr, als Art. 100 Abs. 4 VStrR eine im Vergleich zu Art. 28 Abs. 3 VStrR viel län- gere Rechtsmittelfrist vorsieht;

- auf die vorliegende Beschwerde daher ohne Durchführung eines Schriften- wechsels nicht einzutreten ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 82 VStrR; Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BV.2017.45 vom 7. No- vember 2017; BV.2017.43 vom 26. Oktober 2017);

- sich damit auch die Behandlung des Sistierungsgesuchs erübrigt;

- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerde- führer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; TPF 2011 25 E. 3);

- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);

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und erkennt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

Bellinzona, 7. August 2018

Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zustellung an

- Rechtsanwalt Martin Schwaller - Eidgenössische Spielbankenkommission (unter Beilage eines Doppels des act. 1)

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.