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316 Familienrecht. N° 53. Das Bundesgericht zieht in Erwägung : Die Frage, wie zuverlässig eine von einem Experten angewandte wissenschaftliche M:ethode sei, ist im wesent- lichen eine Tatfrage. Die Vorinstanz konnte ohne Ver- letzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften dem Gut- achten von Dr. Hardmeier folgen, wonach der Ausschluss der Vaterschaft auf Grund der Al-~-Methode und der Rhesus-Methode heute unter der Voraussetzung, dass die Bestimmung der fraglichen Bluteigenschaften mit d~r gebotenen Sorgfalt erfolgt und zu einem eindeutigen Be- funde führt, bei der hier in Frage stehenden Konstellation so sicher ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers beim Ausschluss nur durch die oder andere dieser Metho- den unter 1 : 500 und im Falle der Kombination beider Ausschlüsse unter 1 : 250,000 liegt. Für das Bundesgericht besteht nach der äusserst gründlichen Begutachtung der erwähnten Methoden durch den von der Vorinstanz be- stellten Experten kein Anlass, über die grundsätzliche Frage der . Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse ein weiteres Gutachten einzuholen, wie das seinerzeit hinsichtlich des Vaterschaftsausschlusses auf Grund der Bestimmung der klassischen Blutgruppen geschehen war (BGE 61 II 72 ff.). Dass die Blutuntersuchung im vorliegenden Falle mit aller erforderlichen Sorgfalt vorgenommen wurde, lässt sich nicht bezweifeln. Das Bundesgericht hat deshalb davon auszugehen, dass die Vaterschaft des Beklagten auf Grund der Al-~-Methode und Rhesus-Methode mit dem vom Experten angegebenen Grade von Sicherheit ausgeschlos- sen werden kann. Lässt sich die Vaterschaft des Beklagten nach zwei Methoden ausschliessen, deren Ergebnisse schon dann, wenn nur die eine oder andere den Ausschluss erlaubt, höchstens in einem unter 500 Fällen und beim Ausschluss durch beide höchstens in einem unter 250,000 Fällen unrichtig sind, so sind unbestreitbar erhebliche Zweifel über die Vaterschaft des Beklagten im Sinne von Art. 314 Ahs. 2 ZGB gerechtfertigt. Familienrooht. N° 54. 317 Demnach erkennt das Bundesgericht : Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 25. März 1952 bestätigt. ~4. Extrait de l'arr~t de la 116 Cour elvile du 2 novembre 191)2 dans 1a cause C. contre P. Action en paternite. Quand 1e juge peut-i1 admettre qu'il existe des doutes serieux sur la paternite du defendeur, clans 1e sens de l'art. 314 a1. 2 ee ! Vater8chaftsklage. . Wann sind erhebliche Zweifel an der Vaterschaft des Beklagten im Sinne von Art. 314. ZGB gerechtfertigt ? Azione di paternitd. Quando il giudice puo ammettere che esistano sari dubbi sulla paternita. deI convenuto a norma deU'art. 314 cp. 2 ce ? A la difference des premiers juges, le Tribunal cantonal a considere qu'il resultait de l'ensemble des circonstances de la cause que la demanderesse « recherche l'assouvisse- ment de ses besoins sexuels sans aucune trace de la moindre pudeur et que, des lors, (son) comportement... dans le domaine sexuel constitue bien l'inconduite au sens de l'art. 315 CC». « Par surabondance de droit », l'arret releve en outre que les faits qui sont reproches ala deman- deresse permettent d'elever des doutes serieux sur la paternite du defendeur et que l'action devrait etre egale- IDent rejetee en vertu de l'art. 314 al. 2 CC. Le Tribunal federal ne saurait partager l'opinion du Tribunal cantonal sur ce dernier point. Le Tribunal cantonal part de l'idee qu'il n'est pas necessaire, pour faire naitre des doutes serieux sur la paternite du defendeur, de rapporter la preuve de relations sexuelles avec un tiers determine et qu'il suffit pour cela que le comportement de la mere ait ete tel qu'll « permette de penser qu'elle a cohabiM avec des tiers pendant la 318 Familienrecht. N° 55. periode critique». Ainsi que le Tribunal fMeral a dejä. eu l'occasion de le relever, cette these est erronee. Sous. reserve des cas ou les doutes resulteraient soit du degre de developpement de l'enfant au moment de la naissance~ soit de l'analyse des sangs, une seule chose est de nature a faire naitre des doutes serieux dans le sens de l'art. 314 al. 2, c'est le fait que la mere a eu, durant la periode criti- que, des relations intimes avec un tiers. La preuve de ce fait, qui incombe tout naturellement au defendeur, n'a sans doute pas besoin d'etre directe et peut resulter d'indices; encore faut-il cependant qu'il ressorte clairement du jugement que le juge l'ait consideree comme rapportee. C'est d'ailleurs en ce sens que le Tribunal federal s'est prononce dans l'arret G. contre B. (RO 77 II 292) et precedemment deja dans l'arret B. contre R. (RO 44 II 24). La preuve n'ayant pas eM rapportee en l'espece, ni directement ni par indice, que la recourante ait eu des relations intimes avec un tiers durant la periode critique, l'exception tiree de l'art. 314 al. 2 ne pouvait donc etre opposee a la demande.
55. Urteil der 11. ZivilabteiluDg vom 18. September 1952
i. S. Saeker gegen Kaufmann. Aussereheliches Kindesverhältnis. Voraussetzungen einer Hinfällig- erklärung des urteilsgemässen Unterhaltsbeitrages des ausser- ehelichen Vaters; « hinreichendes selbständiges Einkommen». des Kindes (Art. 320 ZGB). Filiation illegitime. Conditions dans lesquelles la pension impose& par jugement au pere naturei peut etre supprimee ; « ressources personnelles suffisantes de l'enfant» (art. 320 CC). Filiazione naturale. Condizioni in cui la pensione imposta per- sentenza al padre naturale puo essere soppressa; sufficienti «risorse proprie» deI figlio (art. 320 CC). A. - Mit Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 2. September 1947 wurde der Beklagte Sacker auf Grund seiner Klageanerkennung als ausserehelicher Vater des Familienrecht. No 55. 319 Hans Kaufmann (geb. 1947) erklärt und verpflichtet, an diesen monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 60.- bis zu dessen zurückgelegtem 18. Altersjahre zu bezahlen. Seit August 1947 ist der Knabe durch Vermittlung der Amtsvormundschaft bei einem kinderlosen Ehepaar un- entgeltlich in Pflege, das ihn später, wenn die Voraus- setzungen hinsichtlich des Mindestalters für Adoptiveltern gegeben sein werden, an Kindesstatt annehmeq will. Das Ehepaar erklärte dem Vormund des Knaben schrift- lich : « Eine Unterstützung von Seiten des ausserehelichen Vaters kommt für uns nicht in Frage, denn dann wäre Hansli nicht mehr unser Kind. Andernfalls wäre es nur recht und billig, wenn der aussereheliche Vater weiss, wo das Kind ist, für das er zahlt, was für uns erst recht nicht in Frage kommt. Wir .haben das Kind als unser eigen angenommen, somit ist es selbstverständliche Pflicht, voll und ganz für dessen Unterhalt aufzukommen. Wir erklären hier ausdrücklich, dass wir den Unterhalt für Hansli an Stelle der leiblichen Eltern übernehmen.) Der Vormund teilte dem ausserehelichen Vater am 6. August 1948 mit; (( Nachdem es uns möglich war, den Knaben Hans in unentgeltliche Pflege zu einem kinderlosen Ehepaar zu geben, können wir Sie einstweilen von der Leistung weiterer Alimentenzahlung entbinden. Sollte sich das Pflegever- hältnis ändern und wir genötigt werden, wieder Kostgeld- zahlungen für Hans leisten zu müssen, haben auch Sie unverzüglich wieder die gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. September' 1947 festgestellten Unterhalts- beiträge zu entrichten. Diesem unserem Entgegenkommen zur einstweiligen Einstellung der Zahlung der Unterhalts- beiträge kommt keinesfalls die Bedeutung einer Änderung des Vaterschaftsurteils zu.» B. - Ohne dass im Pflegeverhältnis eine Änderung eingetreten wäre, forderte im Dezember 1950 die Amts- vormundschaft auf Grund einer entsprechenden Weisung der Vormundschaftsbehörde den Kindsvater auf, wieder Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Sacker lehnte dies ab und