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75_I_183

BGE 75 I 183

Bundesgericht (BGE) ·I · 1949-03-24 · Deutsch CH
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Dispositiv
  1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

28. Urteß der n. Zivllabteilung vom 24. März 1949 i. S. Spar- und LellIkasse Kirchberg gegen Regierungsrat des Kantons Dem.

Grundbuch. Vorau.ssetzungen der Eintragung des Pfandgläubigers

an einem Schuldbrief im Gläubigerregister (Art. 66 Abs. 2 GBV).

Verpfändung eines der Ehefra.u zustehenden Na.mensschuldbriefs durch den Ehemann.

.

Regi8ere joncier. Conditions de l'insoription da.ns le re~tre d~

crea.nciers (art. 66 a.l. 2 ORF) du crea.ncier a.u b6nefice d un drol~

de ga.ge sur une cMule hypoth6ca.ire. Engagement par le man

d 'une cMule hypoth6ca.ire nominative appartena.nt a. la. femme.

1M

VerwaJtungs- und Disziplinarrecht.

Registro fondiario. Condizioni dell'iscrizione nel registro dei creditori (art. 66 cp. 2 RRF) deI creditore d'un diritto di pegno

su una ca.rtella ipoteca.ria. Costituzione in pegno d'nna. cartella

ipoteca.ria nominativa appa.rtenente aHa moglie.

Am 5. Mai 1948 schloss die 'Beschwerdeführerin als

Pfandnehmerin mit Paul Bürki als Pfandgeber einen

schriftlichen Pfandvertrag, laut welchem Bürki der Beschwerdeführerin zur Sicherung eines ihm und Alexander

Hug eingeräumten Kredites einen auf seine Ehefrau als

Gläubigerin lautenden, die Liegenschaft des Paul Suter

in Utzenstorf belastenden Namensschuldbrief verplandete.

Frau Bürki unterzeichnete den Vertrag als « die zustimmende Ehefrau» mit. Am 18. Mai 1948 reichte die Beschwerdeführerin den Pfandvertrag dem Grundbuchamte

Fraubrunnen ein mit dem Ersuchen, die Verpfandung im

Gläubigerregister einzutragen. Das Grundbuchamt wies

die Anmeldung am 21. Juni 1948 ab, « weil Paul Bürki

nicht Gläubiger des zu verplandenden SGhuldbriefs ist,

sondern dessen Ehefrau, welche als Pfandgeberin aufzutreten hat. Für den Fall, dass Frau Bürki obigen Schuldbrief zugunsten ihres Ehemannes verplandet, ist gemäss

Art. 177 ZGB die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde

notwendig». Am 17. November 1948 hat der Regierungsrat

des Kantons Bern als kantonale Aufsichtsbehörde in

Grundbuchsachen die Beschwerde der Beschwerdeführerin

gegen diese Verfügung abgewiesen, da das Faustpfandrecht der Beschwerdeführerin u.a. mangels Vorlegung

des Schuldbriefs nicht nachgewiesen sei.

Mit der vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde

an,das Bundesgericht hält die Beschwerd~führerin an

ihrem Eintragungsbegehren fest. Der Regierungsrat und

das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement beantragen

Abweisung der Beschwerde.

Da8 Bundesgericht zieht in Erwagung:

Nach Art. 66 der eidg. Grundbuchverordnung muss

der Pfandgläubiger an einer Grundpfandforderung, der im

Gläubigerregister eingetragen werden will, den Nachweis

Registersachen. N0 28.

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seines Rechts erbringen. Daraus leitet die Vorinstanz mit

Recht ab, dass derjenige, der die Eintragung des Faustpfandrechtes an einem Schuldbrief verlangt, seinem

Gesuch den verplandeten SchuIdbrief beilegen muss. Zur

Verplandung eines SchuIdbriefes ist nämlich in allen Fällen

dessen Uebergabe an den Pfandgläubiger notwendig

(Art. 900/901 ZBG, Art. 967 Abs. 1 OR; BGE 42 III

296 ff.). Der Beweis fÜr diese Uebergabe kann entgegen der

Ansicht der Beschwerdeführerin nur durch Vorlegung des

Titels geleistet werden, nicht auch durch Vorlegung eines

Verplandungsvertrages, selbst wenn der Pfandgläubiger

darin den Empfang des Titels bestätigt. Handelt es sich

um die Eintragung eines Faustpfandrechtes an einem

Namensschuldbrief, der nicht in den Formen des Wertpapierrechtes, sondern durch Uebergabe des Titels und

Ausstellung einer besondern Verplandungsurkunde verplandet worden ist, wie es hier der Fall zu sein scheint,

so ist die Verplandungsurkunde neben dem Titel vorzulegen.

Da die Beschwerdeführerin den verplandeten SchuIdbrief

nicht einreichte, ist ihre Anmeldung zu Recht abgewiesen

worden.

Weitere Gründe, die verlangte Eintragung abzulehnen,

bestanden dagegen nicht. Mit Zustimmung seiner Ehefrau konnte Bürki den fraglichen Schuldbrief verplanden,

wie inImer die güterrechtlichen Verhältnisse geartet sein

mögen. Besteht zwischen den Eheleuten Bürki Güterverbindung, und gehört der SchuIdbrief zum eingebrachten

Gut der Frau, so konnte der Mann die Verplandung gemäss

Art. 202 ZGB mit Einwilligung der Frau vornehmen.

Besteht Gütertrennung oder ist der Titel Sondergut im

Sinne von Art. 190 ff ZGB, so konnte die Frau kraft ihres

Verfügungsrechtes (Art. 242 Abs. 1, Art. 192 Abs. 1 ZGB)

den Mann zur Verpfändung ermächtigen. Beim Vorliegen

von Gemeinschaftsgut ist die Befugnis des Mannes, den

Titel mit Zustimmung . der Frau zu verpfänden, nach

Art. 217 gegeben. Die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde war nicht erforderlich, da durch die Verplandung

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Verwaltungs. und Disziplinarrecht.

des streitigen Schuldbriefs eine Verpflichtung der Ehefrau

im Sinne von Art. 177 Abs. 3 ZGB nicht begründet wurde.

Demnach erkennt das Bundesgericht :

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.