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Verwaltungs- und Dillzip~.
une grande pmdence s'impose. Chargoo d'appliquer les
lois, l'administration n'a pas, en principe, le pouvoir
d'ßriger, par Ba pratique, des normes venant prendre place
a cöte de celles que le 16gislateur etablit selon une ~rocedure
determinoo. Des derogations ne sauraient etre admises
qu'a titre exceptionnel, pour satisfaire, en presence d'une
lacune de la 10i, a une imperie1ise exigence de l'equite.
Ainsi, les autorites administratives ordonnant le rembour-
sement de la taxe militaire que des hommes, recmtes tar-
divement, avaient acquittee avant d'etre declares aptes
au service militaire, le Tribunal federal a reconnu en 1930
que cette pratique, issue d'une circulaire de 1897, avait
la valeur d'une regle de droit coutumier (RO 56 I 42).
Las motifs de cettesolution ne se retrouvent pas en 1'0c-
currence. Outre que l'usage 'invoque n'a pas dur~ aussi
longtemps, aucun principe d'equite ne commande a la
Confederation d'octroyer une allocation speciale a ceux
de ses agents qui, n'habitant point le lieu de 1eur travail,
ont de ce fait des depenses supplementaires. Pareille allo-
cation ne s'accompagne pas, actuellement, de l'opinio
necesBitatia. D'autre part -
et c'est le point dOOisif -, il
n'y a pas de 1acune a combler quand l'administration,
comme ici (cf. cons. 2), a toute latitude d'adapter le trai-
tement aux circonstances. Enfin, en depit des precedents
signales par Bauer, il ne s'agitvraisemblablement pas
d'un usage uniforme et constant. La defenderesse declare
n'avoir consenti que «dans certains cas» a verser une
indemnite destinoo a couvrir le surcroit de frais du a l'exis-
tence d'un menage separe. Quoi qu'il en soit, il ne saurait
etre question d'une coutume.
c) Ademut de regIes legales ou coutumieres, le droit a.
une indemnite de menage separe peut seulement decouler
d'une decision administrative. TI n'appartient en conse-
quence qu'a l'employe a. qui une teIle decision le comere
et n'existe que dans les limites qu'elle lui assigne.
4. -
Bauer n'a, donc pas d'autres droits, s'agissant de
l'indemnite pour menage separe, que ceux que lui donne
Bohweizerbürgerrecht. N° 53.
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la decision du '29 juillet 1946. Comme elle porte effet des
le 1 er janvier 1946, il demande en vain a etre indemnise
pour 1es annees precedentes, d'autant plusque c'est un
salaire global qui lui a ete alloue et qu'll a accepte en mai
1941. L'indemnite de menage separe n'a du raste jamais
ete accordoo qu'a. la diligence de l'interesse. Saisie d'une
requete qui aurait pu 'lui etre soumise auparavant, la
Confederation avait evidemment le droit de ne pas faire
retroagir sa decision dans une mesure incompatible avec
les 1,'egles concernant l'etablissement du budget et des
comptes.
Par ces motifa, le Tribunal federol
Rejette la demande.
V. SCHWEIZERBÜRGERRECHT
NATIONALITE SmSSE
63. UrteH vom 19. September 1947 i. S. ZollJnger gegen
eldg. Justlz- und Pollzeidepartement.
SckweizerbÜf'g81'1'6Oht : Die Nachkommen e~~ im 17. J~hund~rt
auSgewanderten Bürgers der zürchel'lSchen Gememde Stäfa
sind von Geburt nicht Schweizerbürger, wenn ihre Vorfahren
ihr angestammtes Bürgerrecht nicht durch Erstattung der
nach früherem kantonalem Recht erforderlichen Meldungen
« unterhalten» haben.
Droit de ciU suisse. Las descendants d'un bourgeois de la commune
zurichoise de Stäfa qui a emigre au 17me siecle ne sont J?88
citoyens suisses de naissance, si leurs ancetres n'ont p88 er ~m
tenu » leur droit de cittS d'origine en procedant aux declaratlons
exig6es psr l'ancien droit cantonal.
Diritto di cittadinanza 8'lJizzera. I discendenti d'un cittadino deI
oomune zurigano di Stäfa che e emigrato nel. XVII s.oool0
non sono cittadini svizzeri di na.scita se i loro discendentl. ~on
hanno «mantenuto» il loro diritto di cittadinanza d'orIgme
procedendo alle dichiarazioni richieste dal vecchio diritto
cantonale.
348
Verwaltungs. und Disziplinarrecht.
Ä. -
Der Beschwerdeführer Friedrich Georg Zollinger
wurde am 12. Februl:tr 1914 in Berlin geboren als Sohn
des. Diplomingenieurs und Architekten Friedrich Rein-
hard Zollinger. Er leitet seine Herkunft ab von dem am
11. November 1671 in Ülikon-Stäfa als Bürger dieser
Gemeinde geborenen Andreas Zollinger.Dieser wanderte
nach Wiesbaden (Deutschland) aus und erwarb daselbst
in der Zeit zwischen 1712 und 1721 das Bürgerrecht
(Gutachten des Herrn Diethelm Fretz vom 7. April 1947,
S. 44). Seine Nachkommen blieben in Deutschland. Es
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass einer von
ihnen Schritte zum Verzicht auf das angestammte Bürger-
recht oder zu dessen Erhaltung unternommen hätte.
B. -
Der Beschwerdeführer ist in seiner Jugend von
seinem Grossvater auf die Herkunft der Familie aufmerk-
sam gemacht worden. Er versucht seit 1936 die Aner-
kennung als Schweizerbürger zu erreichen. Er' hat im
Dezember 1945 und seither dem schweizerischen Konsulat
in Frankfurt ajM. und der Polizeiabteilung des eidg.
Justiz -und Polizeidepartementes verschiedene kirchliche
und standesamtliche Akten, sowie ein Gutachten des
Zürcher Historikers Diethelm Fretz eingereicht, um nach-
zuweisen, dass das Gemeindebürgerrecht von Stäfa und
das Zürcher Landrecht vor 1848 unverlierbar waren,
dass er diese Bürgerrechte durch Abstammung erworben
habe und damit Schweizerbürger sei.
Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement hat am I.
Mai 1947 entschieden, dass der Beschwerdeführer das
Schweizerbürgerrecht nicht besitzt.
O. -
Hiegegen richtet sich die' Verwaltungsgerichts-
beschwerde mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid
aufzuheben und festzustellen, dass der Beschwerdeführer
Schweizerbürger sei. Zur Begründung wird im wesentlienen
ausgeführt, der angefochtene Entscheid verletze deh in
Art. 43 der BV von 1848 und in Art. 44 der BV von 1874
enthaltenen Grundsatz der Unverlierbarkeit des Schweizer-
bürgerrechts. Er lehne die Anerkennung des Schweizer-
Schweizerbürgerrecht. N° 53.
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bürgerrechts ab, weil die Weggezogenen nach altem
Zürcher Recht das Bürgerrecht verloren hätten, sofern
sie sich nicht innerhalb bestimmten Zeitabständen regel-
mässig bei der Heimatbehörde gemeldet hätten. Der
erste hiefür angerufene Erlass, vom 18. November 1723,
erneuert 1759, beziehe sich aber nur auf Stadtbürger
und habe für die Landschaft nicht gegolten. Eine spätere
Ausdehnung des Geltungsbereichs, die subsidiäre An-
wendung auf die Landschaft, sei nicht nachgewiesen.
Die Verordnung vom 15. Oktober 1812, Art. 5, wonach
eine sechsjährige Versäumnis von Anzeigen von Verehe-
lichungen, Geburten und Todesfällen an die Heimatbe-
hörde den Verlust des Land- und Bürgerrechts bewirke,
sei eine Ausnahmebestimmung für einen speziellen Fall.
Es scheine ganz unglaubhaft, dass der Gesetzgeber an
eine einfache Nachlässigkeit der Nichtmeldung eine. so
schwerwiegende Folge wie den Totalverlust des Bürger-
rechtes habe knüpfen wollen; wenn er es aber in bestimm-
ten Fällen tatsächlich gewollt habe, sei dies sicher wegen
ganz speziellen Verhältnissen für bestimmte Personen-
kategorien und Auswanderungsgebiete geschehen. Bei
dem fraglichen Erlass handle es sich, modern gesprochen,
um Notgesetzgebung. Er habe sich nur auf bestimmte
Personenkategorien, so auf Gewerbetreibende und nament-
lich auf Arbeiter bezogen, habe demgemäss einen personell
beschränkten Geltungskreis besessen. Auf die Landbewoh-
ner von Stäfa habe sie gar nie angewendet werden können,
auch wenn sie eine Zeitlang für Stadtzürcher Geltung
besessen hätte. Ein Überblick über Literatur und Recht-
sprechung zeige, dass das Prinzip der' Unverlierbarkeit
des Bürgerrechtes allgemein als Regel auch vor 1848 an-
erkannt wurde, dasjenige des Verlustes jnfolge Weg-
zuges nur bei besondern Voraussetzungen in den Städten
hie Und da zur Anwendung gelangt sei. Im vorliegenden
Fall habe in keiner Weise dargetan werden können, dass
böttiminte Verordnungen der Stadt und des Kantons
Zürich für die aus der Heimatgemeinde Stäfa ausgewan-
350
Verwaltungs. und Disziplinarrecht.
derten Vorfahren des Gesuchstellers den Verlust des
Bürgerrechtes zur Folge gehabt hätten. Der Beschwerde-
führer sei des Schweizerbürgerrechtes würdig.
Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen
in Erwägung:
Der Beschwerdeführer kann nur dann als Schweizer-
bürger anerkannt werden, wenn seine Vorfahren das
angestammte Bürgerrecht in der Gemeinde Stäfa und im
Lande Zürich beibehalten haben. Da das Zürcher Land-
recht seit 1833 die Unverlierbarkeit der staatsrechtlichen
Zugehörigkeit anordnete (Gesetz vom 20. Oktober 1833
über die Erwerbung, die Wirkung und den· Verlust des
Bürgerrechts § 30, offizielle Gesetzsammlung Bd.!II (1833)
S. 168) und dieser Grundsatz in der Bundesverfassung von
1848 aufgenommen wurde und seither ununterbrochen
gegolten hat, kommt es auf die Rechtsstellung der Aus-
wanderer in der Zeit vor 1833· an.
Wie es sich im 17. und 18. Jahrhundert verhielt, kann
dahingestellt bleiben. Fest steht jedenfalls, dass zur Zeit
der Mediationsverfassung der Ausgewanderte seine an-
gestammte Zugehörigkeit zu einer zürcherischen Gemeinde
nur dann behielt, wenn er die Verbindung mit der Heimat
pflegte, die in seiner Familie vorkommenden Vereheli-
~hungen, Geburten und Todeslalle regelmässig der Hei-
matgemeinde meldete. Wer es nicht tat, verlor das Land-
und Bürgerrecht. Und zwar waren jährliche Meldungen
vorgeschrieben mit der Milderung, dass der VerluSt
der staatsrechtlichen Zugehörigkeit nur eintreten sollte
bei Bürgern, die ihre Meldepflicht während 6 Jahren
versäumten (Ziff. 5 der Verordnung des Kleinen Rates
des Kantons Zürich vom 15. Oktober 1812 wegen der
Auswanderung hiesiger Kantonsbürger in fremde Staaten,
Officielle Sammlung der vom Grossen Rathe des Cantons
Zürich gegebenen Gesetze etc., (cit. Med. Akt. Slg.) Bd.
V S. 333).
Schweizerbürgerrecht N° 53.
35l
Der Beschwerdef'1ihrer macht geltend, die Verordnung
sei eine Notverordnung gewesen und habe sich nur auf
bestimmte Gruppen von Gewerbetreibenden und Arbei-
tern bezogen, also nur einen beschränkten Geltungs-
bereich gehabt, sie habe vor allem für die Landleute der
Gemeinde Stäfa nie gegolten. Die"'Einwendung ist aber
unbegründet. Allerdings war unmittelbarer Anlass für den
Erlass der Verordnung Krise und Arbeitslosigkeit im
Kanton Zürich. Die Verordnung enthielt inhaltlich aber
nichts ausserordentliches, sondern sie bestätigte lediglich,
soweit sie hier in Betracht lallt, die Pflicht zur «Unter-
haltung des Gemeindebürgerrechts », einen Grundsatz,
der allgemeinen Auffassungen der Zeit entsprach, wie sie
auch in andern Erlassen zum Ausdruck kommen (vgl.
besonders die Gesetze über die Landrechtserteilungen vom
18. Dezember 1804, § 12, und vom 22. Mai 1812, § 14,
Med. Akt. Slg. Bd. II S. 176, und Bd. V S. 234). Sie ist
als allgemeine Verordnung bezeichnet und in die offizielle
Gesetzsammlung aufgenommen. In einem· Beschluss des
Kleinen Rathes vom 3. Mai 1817 betreffend die Pass-
erteilung für Auswanderer oder Reisende nach Russland
oder Russisch-Polen ist auf sie Bezug genommen mit
der ausdrücklichen Feststellung, dass sie unverändert in
Kraft besteht. (Neue officielle Sammlung der Gesetze
und Verordnungen des Standes Zürich, Bd. II, S. HO).
Es ist auch kein Zweifel darüber möglich, dass sie gel-
tendes Recht war und dass eine Versäumnis der Melde-
pflicht im Kanton Zürich wenigstens vom Jahre 1812
an de!! Verlust der Staatsangehörigkeit nach sich zog.
Sollten daher die Nachkommen des nach Wiesbaden
ausgewanderten Stäfners Andreas Zollinger das ange-
stammte Bürgerrecht in Stäfa nicht schon im Verlaufe
des 17. oder des 18. Jahrhunderts verloren haben, so ist
der Verlust auf jeden Fall nach Massgabe der Verordnung
vom 15. Oktober 1812 eingetreten, da auch damals nichts
zu der Unterhaltung der Zugehörigkeit zu Stäfa getan
worden ist. Im Jahre 1833, als die Gesetzgebung des
3,52
Verwaltungs- und Disziplinarrecht.
Kantons Zürich die· Unverlierbarkeit anordnete, stand
den Vorfahren des Beschwerdeführers das Bürgerrecht im
Kanton Zürich nicht mehr zu, weshalb sich der Beschwer-
deführer, was die Staatsangehörigkeit anbelangt, nicht auf
zürcherische Abstammung berufen kann. Das Departe-
ment hat unter dies'en Umständen die Anerkennung des
Beschwerdeführers als Schweizerbürger mit Recht ab-
gelehnt.
A. STA,ATSRECHT -
DROIT PUBLIC
I. RECHTSGLEICHHEIT
(REOHTSVImWEIGERUNG)
EGALITE DEV ArotYrf LA LOI
(DtNI DE JUSTICE)
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~4. Urteil der 11. Ziv.ilabteilung a1s staatsrechtlicher Kammer
vom 16. Oktober 1947 i. S. SpItz gegen BODgni und Rekurs-
richter Mr Schuldbetreibung und Konkurs des Kantonsgerichts
St. Gallen.
KortJr,ur86f'Öffrvung :
In der Niclitberücksichtigung der Einrede, die Konkursandrohung
sei wegen hängiger AberkennungskIage nichtig, liegt formelle
Reehtsverweigerung. Art. 4 BV, 172 und i'fa SchKG.
Ot.W61'ture de la faülite.
Commet un d6ni da justice formelle juge qui ptbnonce 1& faillite
alois que le d6biteur exeiPß.de l'ouverture de i'action enlib6-
ration de dette pour cOlwlhre a. la. nullite de la. eommination
defe.illite. Art. 4 Ost., 172 et 173 LP.
Dichiarcizione deZ laUimen.w.
Incorre in un diniego di giu$iiizia quanto aJla. forma il giudice
ehe dichiara il fallimento Denche il debitore faccia valere 1&
nullitA della eomminatoria di falliment<> pel fatto ehe e stata
promossB azione d'ineSistenzfi. di debito_ Art. 4 CF, 172 e 173
LEF.
A. -
In der &tteibung Nr. 3827 des Betreibungsamtes
St. Gallen mhob der Schuldner Spitz Rechtsvorschlag
und, da der Gläubiger Bongni provisorische Rechtsö:ffnung
erhielt, rechtzeitig Aberkennungsklage. Trotzdem wurde
dem Schuldner der Konkurs angedroht auf Grund einer
unrichtigen Bescheinigung des Vermittleramtes, wonach
eine Aberkennungs~ge unterblieben wäre. Der Anwalt
23
AB 73 I -
1947