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68_IV_116

BGE 68 IV 116

Bundesgericht (BGE) · 1942-01-01 · Deutsch CH
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116

Verfahren. No 26.

est actuellement d'attenuer l'exigence d'un jugement au

fond meme pour le re<iours en reforme (cf. art. 48 a. et

49 Av.-proj. OJ rev.), et la decision prejudicielle sur 1e

for en matiere civile est maintenant deja susceptible d'un

recours distinct (cf. art. 87 eh. 3 OJ et RO 50 II 4ll,

57 II 133).

Le pourvoi en nullite est donc recevable contre tout

jugement de detniere instance cantonale sur une question

de droit föderal. 11 doit en etre a cet ega.rd du prononce

du juge penal dans l'action civile comme du prononce

penal lui-meme, non seulement pour une raison de logique,

mais par des considerations d'ordre pratique. C'est precise-

ment l'un des avantages inMrents a l'action jointe de

permettre que la decision sur les conclusions civiles soit

soumise au · contröle du juge supreme et susceptible

d'acquerir force de chose jugee sous la forme que le juge

cantonal a donnee a ces conclusions en vertu des dispo-

sitions de procedure qui regissent l'intervention civile et

sa. disjonction; ces dispositions autorisent partout les

tribunaux a user largement des jugements partiels et a.

tenir ainsi compte pratiquement des besoins du lese

(cf. Expose des motifs du Tribunal fäderal, pour l'av.-proj.

OJ rev., p. 36 in fine).

25. Ausmg aus dem Urteil des Kassationshofes vom 10. Sep-

tember 19-42 i. S. Kisder gegen Staat Baselland.

l . .Art. 268 Abs. 1 BStrP. Der Entscheid darüber, ob eine Strafe

für !'eiche der Ve~ilte den bedingten Strafvollzug genoss:

gestutzt auf Art. 41 Ziii. 3 StGB zu vollziehen sei kann durch

Nichtigkeitsbeschwerde angefochten werden.

'

2. ~t. 41 Zi.ff. 3 StGB.. D~ Richter, welcher über den Vollzug

emer bedmgten Freiheitsstrafe erkennt, braucht ein vom

zustän~gen Gericht gefälltes rechtskräftiges Urteil, das den

Verurteilten wegen eines während der Probezeit vorsätzlich

begangenen Verbrechens oder Vergehens schuldig erklärt,

nicht auf seine materielle Richtigkeit hin zu überpriüen.

3. Art. 41, .1~5, 336 StGB. Eine vor dem 1. Januar 1942 verh~fl

Probezeit !St durch das Inkrafttreten. des StGB nicht verändert

worden.

Verfahren. No 2ö.

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1 . .Art. 268 al. 1 PPF •. Le prononee qui deeide si une peine, your

laquelle le eondamne benefieiait du sursis, doit etre mJSe 8.

exeeution en vertu de l'art. 41 eh. 3 CPS, peut etre 1'objet d'un

pourvoi en nullite.

2. Art. 41 eh. 3 CPS. Le juge qui statu,e sur la mise a exeeution

d'u,ne peine privative de liberte infiigee avec sursis, n'est pas

tenu de revoir au. fond le jugement passe en foroe, rendu. par

un tribu,nal oompetent qui . reoonnait le condamne coupable

d'un crime ou d'u,n delit oommis intentionnellement durant

le delai d'epreuve.

3. Art. 41, 105, 336 CPS. Le delai d'epreuve imparti avant le

1er ja.nvier 1942 n'est pas modifie par l'entree en vigueur

du CPS.

l. .Art. 268 cp. 1 PPF. La ~entenza eh!' decide se ~

pena, ~

la quale il condannato era al benefimo della sospens1one condi-

zionale, dev'essere eseguita in virtu dell'art. 41 cifra 3 CPS,

puo essere impugnata oon ricorso in cassazione.

.

2. Art. 41 cifra 3 CPS. II giudice ehe si pronuncia sull'esecuz1one

d'u,na pena priva.tiva della liberta personale inflitta eol bene-

ficio della sospensione con~!onale non .e tenuto a ~vedere

nel merito la sentenza defin1t1va pronuncrata da un tr1bu,nale

oompetente ehe dichia.ra il .con~to colpevole di u!l cr~e

o di un delitto eommesso mtenzionalmente durante 11 per10do

di prova.

3. Art. 41, 105, 336 CPS. II periodo di prova. fissato anteriormente

a.l _primo gennaio l912 non e modificato dall'entrata in vigore

del CPS.

A. -

Am 19. Mai 1942 verfügte das Polizeigericht von

.Arlesheim, die vierzehntägige Geiangnisstrafe, zu welcher

es Ernst Kistler am 7. Oktober 1937 wegen fortgesetzter

vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art. 64 KUVG unter

Gewährung des bedingten Strafvollzugs und Auferlegung

einer fünfjährigen Probezeit verurteilt hatte, sei zu voll-

ziehen, weil der Verurteilte am 8. April 1942 durch das

Strafgericht des Kantons Basel-Stadt wegen am 1. Februar

1941 begangener vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art.

38 des BG betreffend den Verkehr mit Lebensmitteln

und Gebrauchsgegenständen mit Fr. 200.- gebüsst wor-

den war.

Auf die Appellation des Ernst Kistler trat die Polizei-

kammer des Obergerichts des Kantons Basel-Landschaft

am 26. Juni 1942 nicht ein. Sie nahm an, gegen Entscheide

auf Widerruf des bedingten Strafvollzugs sei dieses Rechts-

mittel, weil 'im EG zum StGB nicht vorgesehen, nioht

zulässig.

118

Verfahren. No 25.

B. -Mit den vorliegenden rechtzeitig sowohl gegen den

Entscheid des Polizeigerichts als auch gegen das Urteil

der folizeikammer des Obergerichts eingereichten Nichtig-

keitsbeschwerden beantragt Ernst Kistler, der erstge-

nannte Entscheid sei aufzuheben und es sei anzuordnen,

dass die am 7. Oktober 1937 ausgesprochene Strafe nicht

zu vollziehen sei, eventuell sei der Entscheid vom 19. Mai

1942 aufzuheben und das Verfahren zu kassieren und die

Akten seien an das Polizeigericht zur neuen Behandlung

des Falles zurückzuweisen, mit der Anweisung, ein Urteil

zu eröffnen. Er erblickt eine Verletzung von Art. 254

BStrP darin, dass das Polizeigericht seinen Entscheid

als << Beschluss » statt als 11 Urteil » oder << Einstellungs-

beschluss)) gefällt habe. Er ist der Auffassung, es hätte

sich durch das Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel-

Stadt vom 8. April 1942 nicht gebunden erachten, sondern

selbständig prüfen sollen, ob er die Widerhandlung gegen

Art. 38 des Lebensmittelpolizeigesetzes vorsätzlich began-

gen habe. Zu diesem Zwecke hätte es eine Hauptverhand-

lung durchführen sollen, in welcher auch der Staatsanwalt

hätte zu Worte kommen müssen.

0. -

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft

hat durch den Gerichtspräsidenten von Arlesheim er~­

ren lassen, das Polizeigericht habe die Verhandlung vom

19. Mai 1942 ordnungsgemäss nach dem kantonalen Pro~

zess durchgeführt.

Der Kaasationslwf zieht in Erwägung :

1. -

Damit die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kas-

sationshof zulässig. sei, muss gemäss Art. 268 BStrP ein

Urteil vorliegen. Dies ist hier der Fall. Wenn der Richter

darüber erkennt, ob eine Strafe, für .welche der Verurteilte

den bedingten Strafvollzug genoss, gestützt auf Art. 41

Ziff. 3 StGB zu vollziehen sei, . übt er nicht vollziehende,

sondern richterliche Gewalt aus, da er darüber befindet,

ob die Voraussetzungen erfüllt seien, eine dem Verurteilten

gewährte Rechtswohltat zu widerrufen. Der Entscheid

Verfahren. No 25.

119

hierüber wirdin Fortsetzung des Verfahrens getroffen, in

welchem der bedingte Strafvollzug eingeräumt worden

war. Von beiden Fragen, ob der bedingte Strafvollzug zu

gewähren und ob er zu widerrufen sei, hängt die Durch-

setzung des staatlichen Strafrechts in gleicher Weise ab,

und beide Fragen sind für den Verurteilten von gleicher

Tragweite. Es ist daher gerechtfertigt, gegen 'die gemä.ss

Art. 41 Ziff. 3 StGB gefällten Entscheide die Nichtigkeits-

beschwerde ebenso zuzulassen, wie sie gegen die Ent-

scheide auf Gewährung o<:].er Verweigerung des bedingten

Strafvollzuges zulässig ist. Urteile im Sinne des Art. 268

BStrP sind nicht . bloss die Entscheide,· in welchen über

Bestand oder Nichtbestand des staatlichen Strafrechts

erkannt wird, sondern auch andere Erkenntnisse ma'teriell-

rechtlicher Bedeutung, z. B. solche über die Umwandlung

von Bussen (BGE 63 I 189).

2. -

....

3. -

Der Widerruf des bedingten Strafvollzugs durch

g.as Polizeigericht von Arlesheim stützt sich darauf, dass

der Beschwerdeführer während der Probezeit vorsätzlich

ein Vergehen begangen habe. Auf welche Weise dies fest-

gestellt werden muss, ist einzig dem kantonalen Prozess-

recht zu entnehmen. Eine bundesrechtliche Bestimmung,

welche dem Richter im Verfahren über den Widerruf des

bedingten Strafvollzugs gebieten würde, ein vom zustän-

digen Gericht gefälltes rechtskräftiges Urteil auf seine

materielle Richtigkeit hin zu überprüfen, besteht nicht.

Das Polizeigericht von Arlesheim durfte davon ausgehen,

dass durch das Urteil des Strafgerichts von Basel-Stadt

vom 8. April 1942 verbindlich festgestellt sei, dass der

Beschwerdeführer am 1. Februar 1941 sich vorsätzlich

gegen Art. 38 des Lebensmittelpolizeigesetzes vergangen

habe.

4. -

Art. 66 KUVG droht für Widerhandlungen gegen

Art. 64 KUVG Gefängnis bis zu drei Monaten an. Unter

der Herrschaft des Art. 333 Abs. 2 StGB muss an Stelle

dieser Strafe auf Haft bis zu drei Monaten erkannt werden

120

Verfahren. No 26.

und sind auf die Widei-handlungen gegen Art. 64 KUVG

die Bestimmungen über die Übertretungen anwendbar.

Sei~em das StGB in Kraft ist, dürfte daher die Probezeit

nur noch auf ein Jahr bemessen werden (Art. 105 StGB).

Dies heisst nicht, dass eine Probezeit, die vor dem l. Januar

1942 für eine heute als Übertretung geltende strafbare

Handlung verhängt wurde, durch das StGB auf ein Jahr

verkürzt worden sei. Die Festsetzung der Probezeit gehört

zur Bemessung der Strafe. Wie die rechtskräftig ausge-

sprochenen Strafen durch das Inkrafttreten des StGB nicht

berührt werden -

ausgenommen in den Fällen, in denen

es Art. 336 StGB a1lsdrücklich bestimmt -

wird es auch

die vor dem l. Januar 1942 verhängte Probezeit nicht.

Umso weniger kann das Inkrafttreten des StGB ein Hin-

dernis dafür sein, dass der bedingte Strafvollzug widerrufen

werde wegen eines vorsätzlichen Vergehens, welches

-

innerhalb der auf Grund des alten Rechts festgesetzten

Probezeit -

schon vor dem l. Januar 1942 begangen

wurde.

Demnach erkennt der Kassationshof:

Soweit auf die Nichtigkeitsbeschwerden eingetreten wer-

den kann, werden sie abgewiesen.

26. Anet de la Cour de eassatlon penale du 10 septemhre 1942

dans Ja cause Lätt contre Proeureur general du canton de

Neuehätel.

Lorsqu'un inculpe est recherche pour plusieurs infra.ctions com-

mises en differents ca.ntons, il peut requerir du Tribunal federa.l,

en vertu des a.rt. 351 CPS et 264 PPF, la. designa.tion du canton

competent pour poursuivre et juger.

L 'inculpe ne peut se pourvoir en nullite, pour violation de l'iµ-t. 350

a.l. 1 CPS, contre le jugement qui a. sta.tue ~ent

sur l'une

des infractions en concours.

Wenn der Beschuldigte für mehrere in verschiedenen Kantonen

begangene strafbare Handlungen verfolgt wird, kann er das

Bundesgericht gemäss Art. 351 StGB und Art. 264 BS~rP

ersuchen, den zur Verfolgung und Beurteilung zuständigen

Kanton zu bezeichnen.

·

Verfahren. No .26.

121

Der Beschuldigte kann nicht wegen Verletzung des Art. 35

Abs. l StGB gegen das Urteil, welches über eine der konkur-

rierenden strafbaren Handlungen getrennt befunden hat,

Nichtigkeitsbeschwerde führen.

L'imputato, ehe e perseg;ii_to. per pill .reati commessi in diversi

ca.ntoni puo chiedere m virtu degh art. 351 CPS e 21}4 PP~

ehe il Trlbunale federa.le designi il cantone competente per il

procedimento ed il giudizio.

.

.

,

L 'im utato non puo ricorrere in cassa.zione per v10laz10ne dell art.

söb cp. 1 CPS contro iI giudizio ehe ha. sta.tuito sepa.ra.ta.mente

su uno dei rea.ti concorrenti.

,

Hans Lätt, commer98-nt a St-Aubin, a ete declare eh

faillite Ie 24 decembre 1940. Par jugement du 8 juillet

1942, le Tribunal de,police de Boudry l'a condamne pour

banqueroute simple a deux mois d'emprisonnement sans

sursis en application des art. 411 eh. 1, 4 et 5 et 412 CPN.

Lätt se pourvoit en nullite de ce jugement a la Cour de

cassation penale federale, invoquant le fait qu'il etait d~ja

l'objet, avant la declaration de faillite, d'une poursmte

penale pendante devant le Tribunal du district d'Uznach

(St-Gall) pour participation a une escroquerie. Du mome~t

que le droit federal doit, comme loi la plus douce, s'appli-

quer aux deux infractions, il y a lieu, en vertu d~s art. 349

a. 351 CPS, de joindre les deux causes et d'en sai_~ l'auto-

rite du lieu ou la premiere instructiori a ete ouverte. Le

recourant conclut donc a l'annulation du jugement du

Tribunal de Boudry et au renvoi de l'affaire au:x autori~s

judiciaires d'Uznach qui statueront en m8me temps sur

les deux infractions.

Oonsiilham en droit :

II n'est pas neoosSaire de rechercher si le jugement

attaque est un jttsement de derniere instance au sens de

l'art. 268 al. 2 P1':F j car le pourvoi en nullite federal est

de toute fac;on :irrecevable.

Les deux enqu~tes penales ont ete menees, selon le

recoUl'Mlt, dans des cantons di:fferents, a St-Gall et 8.

NeuöhA.tel. L'inculpe eut dono ete en droit, en vertu des

art. 351 CPS et 264 PPF, de requerir du Tnöunal federal

Ia designation de l'autorite competente, de fä90n que les