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67_I_245

BGE 67 I 245

Bundesgericht (BGE) · 1941-01-01 · Deutsch CH
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Yerwaltungs. und Disziplinarroohtspflege.

nombre d'annees et jusqu'en 1936, a amorti son immeuble

G. au taux de,3 % calcuIe sur la valeur comptable. En

1936-1937 enc6re, le meme taux fut applique. Pendant

le meme exercice, l'immeuble C., pour lequelles conditions

etaient differentes, etait amorti au taux de 5 % calcuIe

sur la valeur comptable. Cependant, ledit exercice avait

laisse un benefice tres satisfaisant, puisque les actionnaires

pervurent un dividende de 6 % et un « superdividende »

de I %. Ni le rapport du conseil d'administration relatif

a cet exercice, ni les rapports subsequents ne laissent

entendre que cet amortissement ait eM insuffisant.

Des lors, l'Administration federale, tenant compte

egalement des coefficients appliques dans d'autres entre-

prises industrielles (RO 63 I 87), etait fondoo a calculer

aux taux prementionnes les amortissements admissibles

pendant les trois exercices pris pour base de la taxation.

Meme si l'on admettait que l'amortissement suppIemen-

taire et unique de 100000 fr., autorise par le fisc cantonal

en 1938, etait justifie par le besoin de compenser une cer-

taine insuffisance des amortissements anterieurs, et que

l'on tienne compte de cette somme dans la fixation de la

valeur comptable des immeubles, il faudrait, pour arriver

a cette valeur comptable par le moyen de l'amortissement

constant, adopter un taux inferieur a 3 %. Or, il a eM

demontre en cours d'instruction que, meme si l'on calcu-

lait l'amortissement constant·de l'immeuble G. a 3 % et

celui de l'immeuble C. a 4 %, la taxation de la recourante

ne serait pas diminuoo. Il n'y a aucune raison d'admettre,

en l'espece, des taux encore plus eleves.

Par ces motis, le Tribunal lliteral

rejette le recours.

Registersachen. N° 35.

245

H. REGISTERSACHEN

REGISTRES

35. Auszug aus dem UrteH der J. ZivUabteHung

vom 17. Juni 1941 i. S. Ast gegen Dr. Coppetti und Justizdirektlon

des Kantons Zürich.

Hat<.delsregw,.. Sind bei Auflösung einer Kollektivgesellschaft u.

Vbernahme des Geschäftes durch einen der Gesellschafter

die Beteiligten uneinig darüber, in welchem Zeitpunkt Aktiv~n

und Passiven übergehen, so ist der Eintragung vorgängig

eine richterliche Entscheidung über die Streitfrage herbei·

zuführen.

Registre du commerce. Dissolution d'une societe en nom collectif

avec reprise de l'affaire par l'un des associes. Lorsque les

interesses ne peuvent s'accorder sur le moment auquel le

transfert de l'actif et du passif a lieu, la question doit etre

soumise au juge avant que l'inscription puisse etre requise.

Registro di commercio:

Sciogl~ento di una so~ietA in .nom~

collettivo e assunzione dell'azlenda da parte dl uno deI som.

Se gli interessati non possono mettersi d'accordo sul m~mento

in cui avviene il trasferimento deIl'attivo edel passIVO, la

questione dev'essere sottoposta al giudice prima che l'iscri-

zione possa essere chiesta.

A. -

Dr. Emil Coppetti und Jakob Ast bildeten zu-

sammen die im Handelsregister eingetragene Kollektiv-

gesellschaft Coppetti & Cie, Börsenagentur fi!r Waren in

Zürich. Durch Urteil vom 25. November 1940 löste das

Bundesgericht die Gesellschaft aus wichtigen Gründen

mit Wirkung auf den 30. April 1940 auf und erklärte

Ast berechtigt, das Geschäft unter Zugrundelegung des

Bilanzwertes zu übernehmen und fortzusetzen. Ast machte

von dem ihm eingeräumten Rechte durch Erklärung vom

29. November 1940 Gebrauch. Eine Einigung über die

Abfindung von Dr. Coppetti ist bis jetzt nicht zustande-

gekommen.

In getrennten Eingaben meldeten beide Parteien beim

Handelsregister die Auflösung der Gesellschaft zur Ein-

tragung an, Dr. Coppetti mit dem Zusatz, dass die Liqui-

246

Verwaltungs. und Diaziplinarrechtspflege.

dation von den wie bis anhin kollektiv zeichnungs-

berechtigten Gesellschaftern durchgeführt werde, Ast mit

dem Zusatz, dass die Firma nach übernahme der

Aktiven und Passiven durch seine neue Einzelfirma

erloschen sei.

Gleichzeitig verlangte Ast die Eintragung seiner neuen

Firma mit der Feststellung, dass diese Aktiven und Passi-

ven der bisherigen Kollektivgesellschaft übernehme.

D~ jeder Gesellschafter sich weigerte, die Anmeldung des

andern hinsichtlich der Gesellschaft mitzuunterzeichnen,

forderte das Handelsregisteramt am 15. Januar 1941 auf,

die Auflösung der Gesellschaft mit folgendem Zusatz

anzumelden: « Das Geschäft wird vom Gesellschafter

Jakob Ast unter der Einzelfirma Jakob Ast in Zürich

fortgesetzt. »

Ebenso wies das Amt die Anmeldung über die neue

Einzelfirma Ast zurück mit der Begründung, dass nach

SIEGWART, Kommentar, N. I zu Art. 580 und N. 28

zu Art. 545/47 OR, die Gesellschaft bis zur effektiven

Abfindung des ausscheidenden Teilhabers Trägerin des

Geschäftsvermögens bleibe; demgemäss könne lediglich

eingetragen werden, dass die Firma Ast das Geschäft der

aufgelösten Kollektivgesellschaft Coppetti &. Cle fortsetze.

In diesem Sinne wurde Ast zu einer neuen Anmeldung

aufgefordert.

Sowohl Ast wie Dr. Coppetti lehnten es ab, der Auf-

forderung des Amtes Folge zu leisten.

B. -

Durch Entscheid vom 26. März 1941 schützte

die kantonale Aufsichtsbehörde den Standpunkt des

Handelsregisteramtes u. verpflichtete die beiden Gesell-

schafter, die verlangten Anmeldungen einzureichen.

O. -

Gegen diesen Entscheid erhob Ast verwaltungs-

gerichtliche Beschwerde beim Bundesgericht.

Die Be8chwerde wird abgewiesen, aU8 folgenden Gründen:

(3. -) Dem Beschwerdestreit liegt die materiellrechtliche

Frage zu Grunde, wann bei Auflösung einer Kollektiv-

Regiatersachen. N° 35.

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gesellschaft und übernahme des Geschäftes durch einen

der Gesellschafter Aktiven und Passiven an diesen über-

gehen. Diese Frage sucht der Besohwerdeführer auf dem

Wege über das Handelsregister und die Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde zu seinen Gunsten entscheiden zu

lassen, in dem Sinne, dass Aktiven und Passiven bereits

mit der Auflösung der G:esellschaft an ihn übergegangen

seien. Der Zeitpunkt, auf welchen sich der übergang

vollzieht, ist jedoch in Lehre und Praxis umstritten.

Nach der einen Auffassung bleibt die Gesellschaft bis

zur effektiven Abfindung des ausscheidenden Gesellschaf-

ters Trägerin des Geschäftsvermögens (so WIEL.AND,

Handelsrecht I S. 724/25, und SIEGWART, Kommentar,

Nr. 28 zu Art. 580), während nach der andern Ansicht

der ausscheidende Gesellschafter nur einen obligatorischen

Abfindungsanspruch erhält, Aktiven und Passiven also

ohne weiteres an den verbleibenden Gesellschafter über-

gehen (so einzelne Gerichtsurteile, abgedruckt in der SJZ,

VII S. 214, Nr. 64, und in der Schweiz. Zeitschrift für

Beurkundungs- und Grundbuchrecht, 9 S. 161 und 10

S. 92, ferner FLAoHsMANN, Die Auswirkung von Vor-

gängen bei der Gesellschaft auf die Vermögensverschiebung

und deren grundbuchliche Behandlung, Zürcher Diss.,

S. 51). Bei dieser Unsicherheit über die materielle Rechts-

lage kann keine Rede davon sein, dass im Handelsregister

auf einseitiges Begehren einer Partei und gegen den

Widerspruch der andern eine Eintragung in diesem oder

jenem Sinne vorzunehmen sei. Die Parteien haben viel-

mehr die Streitfrage auf dem Wege des Zivilprozesses

durch den ordentlichen Richter entscheiden zu lassen,

und erst auf dessen Urteilsspruch hin werden dann sowohl

bei der Kollektivgesellschaft wie bei der neuen Einzelfirma

entsprechende Eintragungen möglich sein.

Man hätte sich fragen können, ob nicht bezüglich der

neuen Einzelfirma, der gegenüber der Beschwerdebeklagte

Dr. Coppetti als Dritter erscheint, gemäss Art. 32 Abs.

2 HRegV vorzugehen, dem Einsprechenden also eine

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Verwaltungs. und Disziplinarrecht.spflege.

Frist anzusetzen:, sei, um eine provisorische richterliche

Verfügung zu erwirken. Wie sich aus den vom Beschwerde-

beklagten eingereichten Akten ergibt, hat aber der Be-

schwerdeführer beim Handelsgericht des Kantons Zürich

bereits Klage erhoben mit dem Begehren, sich als Rechts-

nachfolger, eventuell als Übernehmer der Firma Coppetti

& Oie bezeichnen zu dürfen, weil Aktiven und Passiven

der Gesellschaft auf ihn übergegangen seien. Damit ist

die erwähnte Streitfrage beim Richter anhängig gemacht,

sodass sich eine Fristansetzung an den Beschwerde-

beklagten erübrigt.

36. Urteil der I. Zivilabteilung vom 14. Juli 1941

i. S. Löwenbräu Zürich A.-G.

gegen Direktion der' Justiz des Kantons Zürich.

Aktiengesellschaft, Statutenänderung . .

StimmrechtBaktien Art. 693 revOR, dIe unter der Herrschaft des

aOR ausgegeb~n worden sind, bleiben gültig, auch wenn sie

den Anforderungen von Art. !l93 (Stimmr!;lchtsaktien) und

Art. 692 Abs. 3 (Sanierungsaktlen) revOR lllcht entsprechen.

Daher keine Pflicht der A.·G., ihre Statuten in diesem Punkt

dem neuen Recht anzupassen. Verhältnis von Art. 1-3 SchlTZGB

zu Art. 2 UeBest. revOR.

Societe anonyme, modi{ication des statuts.

.,

Des acti0n8 a droit de vote priviUgie (art. 693 CO rev.),9Ul 0I.1t ete

emises sous l'empire du CO anc. restant valabl~ me~e sl.elles

ne satisfont pas aux exigences de l'art. 69~ (actlOns a drOIt de

vote privilegie) et de l'art. 692 aI. 3 (ac.tl?llS dont la va!eur

nominale a ew roouite au cours rl'un assamlssemen~ fin~Cler).

La sociew anonyme n'est donc pas tenue, sur ce pomt, d.adap-

ter ses statuts au nouveau droit. Rapport des arte 2 a 3 Tlt. fin.

CC avec l'art. 2 Disp. trans. CO rev.

Societa anonima. Modi{icazion8 degli statuti.

.

Le azioni con diritto di voto privilegiato (art. 693 CO r~v) emesse

allorche era in vigore iI vecchio CO, restano va!-ev?h anc~~ se

non sono conformi alle esigenze delI'art. 693 (aZl?n! c0Il: dmtto

di voto privilegia~o) e delI'art. 69~ cp .. 3 (azlOlll, Il CUl ~al?re

nominale e stato rldotto nel corso dl un rlsanamento finanzl.arlO):

La societa anonima non e quindi obbligata ad adattax:e. I SUOI

statuti, per quanto riguarda questo punto, al. nuovo diritto ..

Relazione tra gli art. 2 e 3 tit. fin. CC e l'art. 2 dISp. trans CO rIV.

A. -

Die Löwenbräu Zürich A.-G. setzte anlässlich

einer Sanierung im Jahre 1919 von 6160 auf den Inhaber

Registersachen. No 36.

249

lautenden Prioritätsaktien zu je Fr. 250.- 5160 Stück

auf je Fr. 125.- herab. Sodann wurden durch Zusammen-

legung von je 3 Aktien und Aufzahlung von Fr. 125.-

1720 Stück Aktien zu je Fr. 500.- geschaffen. Überdies

wurden 980 Stück neue Aktien zu Fr. 500.- ausgegeben.

Diese 2700 Stück Aktien von zusammen Fr. 1,350,000.-

bildeten die Prioritätsaktien Serie A. Die restlichen 1000

Stück der früheren Aktien wurden von Fr. 250.- auf

Fr. 75. -

herabgesetzt und zu Prioritätsaktien Serie B

gemacht. Im Stimmrecht wurden die beiden Serien von

Aktien einander gleichgestellt, indem jede Aktie eine

Stimme erhielt.

B. -

Am 20. Dezember 1940 revidierte die Löwen-

bräu A.-G. ihre Statuten, um sie den Bestimmungen des

rev. OR anzupassen. Auch nach den revidierten Statuten

ist das Aktienkapital in 2700 Prioritätsaktien Serie A zu

Fr. 500.- und 1000 Prioritätsaktien Serie B zu Fr. 75.-

eingeteilt (§ 2), und ebenso ist jeder Aktie wie bisher

eine Stimme eingeräumt (§ 3).

C. -

Das Handelsregisteramt des Kantons Zürich

lehnte mit Verfügung vom 8. Januar 1941 die Eintragung

der revidierten Statuten ab mit der Begründung, die in

den §§ 2 und 3 der Statuten getroffene Ordnung sei nicht

vereinbar mit Art. 692 und 693 rev. OR, und verlangte,

dass entweder den Aktien der Serie A ein grösseres Stimm-

recht eingeräumt werde als den Aktien der Serie B, oder

dass die Aktien der Serie BinNamenaktien umgewandelt

werden.

D. -

Die Justizdirektion des Kantons Zürich wies die

Beschwerde der Löwenbräu A.-G. gegen die Verfügung

des Handelsregisteramtes am 19. März 1941 ab.

E. -

Hiegegen erhob die Löwenbräu A.-G. die vor-

liegende verwaltungsgerichtliche Beschwerde an das Bun-

desgericht mit dem Antrag, es seien die laut öffentlicher

Urkunde in der Generalversammlung vom 20. Dezember

1940 angenommenen Statuten in das Handelsregister ein-

zutragen.