Volltext (verifizierbarer Originaltext)
l!O Sehuldbetreibungs. und Konkntsrecht. No 6.
6. Entscheid vom 24. Februar 1839 i. S. Scheidegger. Unterstützung des Schuldners und seiner Familie aUs Erträgnissen der gepfändeten Liegenschaft (Art. 103 Abs. 2 SchKG, Art. 16 und 22 VZG): ist nicht entsprechend Art. 92 Ziff. 5 SchKG nur während zwei Monaten auszurichten, sondern nach Ma.ss- gabe der jeweiligen Bedürftigkeit während der ganzen Dauer der betreibungsamtlichen Verwaltung. Prelevement, sur le produit de l'immeuble saisi, de prestations aIimentaires destinees au debiteur et a so. familIe (art. 103· LP, art. 16 et 22 ORI) : ces prelevements ont lieu, non pas seulement pendant deux mois (m. 95 eh. 5 LP), mais aussi longtemps que l'office gere l'immeuble. Da! reddito delI 'immobile va prelevato quanto necessario a1 sostentamento deI debitore e delIs sua famiglia (art. 103 cp. 2 LEF. art. 16 e 22 RFF) non soltanto durante due mesi (art. 95 cp. 5 LEF), ma per tutto il tempo delI'amministrazione deI. l'immobile da parte dell'ufficio. Das Betreibungsamt Bern gewährte dem Schuldner ab
1. September 1938 aus den MieterträgniSsen gepfän- deter Liegenschaften monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 150.-. Auf Beschwerde zweier Gläubiger untersagte die kantonale Aufsichtsbehörde dem Betreibungsamt am
26. Januar 1939 die Ausrichtung weiterer Unterhalts- leistungen, während die Bezirks-Aufsichtsbehörde nur deren Betrag auf je Fr. 100.- herabgesetzt hatte. Mit dem vorliegenden Rekurs hält der Schuldner am Unterstützungsanspruch fest. _ Die SckuldbetreilYung8- und Konkur8kammer zieht in Erwägung : Die Früchte gepfandeter Liegenschaften sind bei Bedürftigkeit des Schuldners für seinen und seiner Familie Unterhalt in Anspruch zu nehmen (Art. 103 Abs. 2 SchKG); wie natürliche Früchte so auch Miet- und Pachterträgnisse (Art. 16 und 22 VZG). Solcher Fruchtgenuss kommt dem Schuldner nach den erwähnten Bestimmungen solange zu, als die Verwaltung der Liegenschaft durch das Betrei - bungsamt eben dauert. Eine Beschränkung auf zwei Schuldbetreibungs. und Konkursreoht. No 6. 21 Monate, entsprechend Art. 92 Ziff. 5 SchKG, ist nicht vorgesehen und auch nicht gerechtfertigt. Der von der kantonalen Aufsichtsbehörde erwähnte Entscheid des Bundesrates von 1894 (Archiv 3, Nr. 136) betraf gar keine Pfändung einer Liegenschaft; es waren bloss Früchte gepr-andet. Wenn Art. 92 Ziff. 5 SchKG als unpr-andbar nur die für zwei Monate notwendigen Nahrungs- und Feuerungsmittel erklärt, so sind darunter die beim Pfän- dungsvollzuge vorhandenen Vorräte des Schuldners zu verstehen. Daraus folgt nichts für die Behandlung von Frucht- und Zinserträgnissen, die im Laufe von Monaten und Jahren betreibungsamtlicher Verwaltung gezogen werden. Dadurch, dass solche Erträgnisse dem Schuldner im Rahmen seiner Bedürftigkeit fortlaufend, ohne zeitliche Begrenzung, zur Verfügung gehalten werden, ist Art. 92 Ziff. 5 SchKG nicht verletzt. Soweit nach dieser Bestim- mung pfandbare Vorräte vorhanden waren, bleibt es dabei. Später aus einer gepfandeten Liegenschaft gewon- nene Erträgnisse dagegen unterstehen den erwähnten andern Bestimmungen. Ist der Schuldner bedürftig, wie es Art. 103 Abs. 2 voraussetzt, und bildet also die gepfan- dete Liegenschaft für ihn eine vornehmliehe Einnahme- quelle, so ist seine Lage ähnlich der eines Konkursiten. Um so mehr liegt es nahe, ihm den Anspruch auf Unter- stützung, wie im Konkursfalle gemäss Art. 229 Aha. 2 SchKG, für die ganze Dauer der betreibungsamtlichen Verwaltung zuzubilligen; wie denn das Bundesgericht bei solchen Verhältnissen die Übereinstimmung mit Art. 229 SchKG schon in anderer Hinsicht gewahrt hat (BGE 64 III 105). Den Bestimmungen von Art. 16 Abs. 3 und Art. 22 VZG ist eine zeitliche Begrenzung des Unter- haltsanspruches gleichfalls unbekannt. Sie setzen viel- mehr voraus, dass ein solcher Anspruch für die ganze Dauer der Pfandung bestehen könne. Das ergibt sich namentlich aus der ersten dieser Vorschriften, die den Fruchtgenuss durch den Schuldner zugleich als Entgelt für die allfallig von ihm zu besorgende Bewirtschaftung
Schuldbetreibungs· und Konkursrecht. N° 7. des GrundstückS bezeichnet und daneben eine besondere Vergütung für diese Arbeit ablehnt. Damit ist ·nicht gesagt, dass ein Anspruch auf Unter- haltsbeiträge dem bedürftigen Schuldner bei Beginn der betreibungsamtlichen Verwaltung ein-für allemal in unveränderlichem Betrage zuerkannt werden solle. Diese Beiträge haben sich vielmehr der jeweiligen Lage des Schuldners und seiner Familie anzupassen; sie unterliegen der Erhöhung, Ermässigung und gänzlichen Einstellung je nach der Entwicklung der Verhältnisse. Die Sache ist demnach an die kantonale Aufsichts- behörde zurückzuweisen zur Entscheidung darüber, ob der Schuldner und allenfalls seine Familie bedürftig sei, und eventuell zur· Festsetzung der Beiträge. Demnaik erkennt die Bckuldbetr.- u. Konkurskamtner: Der Rekurs wird :iiJ. dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an die kantonale Aufsichtsbehörde zurückgewiesen wird.
7. Senu,nza 29 Dl8l'ZO 1_ neUa causa. Barbay. Decreto di 86fJU68t1'o in ba.se 3d un attestato di ca.renza. di beni rila.sciato in sede fallimenta.re :. spette. all'AutoritA di sequestro indicare· come sequestrabile il salario entrante in linea.· di oonto come nuovo attivo. L'Ufticio di esecuzione non puo· esoludere da.} sequestro, all'infuori dei beni pteviBtji dagli art. 92e 93 LEF. nulla di eie, ehe il dooreto designs come sequestrabile. (Cambiamento di giurisprudenza.) AfTestbewüUgung auf Grund eines Konkursverlustscheins : Es ist Sache der Arrestbehöl."de, den als neues Vermögen (Art. 265 SchKG) arrestierbaren Lohn zu bezeichnen. Dem Betreibungsamt steht nicht zu, den Vollzug des .Arrestes weitergehend zu beschränken, sofern sich dies nicht aus. der ihm obliegenden Anwendung von Art. 92·93 SchKG ergibt. (Änderung der Rechtsprechung.) Ordonnance de ~e fondee BUr un acte de dMaut de· bien.s apris faillite. L'autorite de sequestre doit designer comme objet a. sequestrer le sala.ire entrant en ligne de compte a. titre da Schuidbetreibungs. und Konkursreoht. No 7. 23 nouvelle fortune (art. 265 LP). L'office des poursuites n'a pas le pouvoir, comme autorited'execution, d'exclure du sequestre des objets qui· figurant dans l'ordonnance, a. moins qu'il ne s'agisse des biens prevus aux .art. 92 et 93 LP. (Changement de jurisprudence.) A. - In data 5 dicembre 1938 Ja ditta Frigerio e CO otteneva on sequestro contro Jules Barbay per on credito di fr. 12.411,15, piu accessori, in base ad on atto di carenza di beni rilaseiato in seguito a fallimento. Nel relativo decreto della Pretura di Locarno gli oggetti da sequestrare aono indicati come segue : « La paga che il debitore per- cepisce dallaCommissione apeciale di raggruppamento terreni in Minusio, neUa misura ehe I'Ufficio credera. possibile, tenuto conto che ildebitore percepisce. in base a recenti aue dichiarazioni, da fr. 100 a fr. 150 quali extra, e quindi dispone di almeno fr. 600 al mese, e la moglie ha azienda propria, eon guadagno auperiore ai fr. 600 al mese. » L'Ufficio di esecuzione di Locarno,. accertato che men- silmente il salario del debitore si eleva a fr. 500 ed il reddito della moglie a fr. 40-50, procedeva al sequestro di fr. 100 mensili. TI debitore insorgeva presso I'Autorita cantonaledi vigilanza, sostenendo che soltanto nuovi beni. e quindi non il reddito ch'egli consuma eompletamente. sa.rebbero sequestrabili. In linea subordinata eontestava che il suo reddito sorpassi il minimo necessario al sostentamento (art. 93 LEF) e ehe il guadagno della moglie possa essere preso in eonsiderazione. TI creditore rispondeva che e di competenza deI giudice e non deU'Ufficio di esecuzione ne deU'Autorita. cantonale di vigilanza stabilire se il debitore, che al precetto esecutivo intimatogli ha fatto opposizione «per il motivo che non possiede nuovi beni 11. sia effettiv&ID.ente 0 no ritornato a migJiore fortuna. Osservava inoltre ehe I'Ufficio ha. calcolato in misura troppo alta il minimo necessarlo al sostentamento del debitore. Con decisione 25 gennaio 1939 l' Autorita. cantonale di