Volltext (verifizierbarer Originaltext)
136
Schuldbetl't'ibungs- und Konkursrecht (ZiviJabteilungen). Ko 38.
cette nature etait du ressort exc1usif des autorites de
poursuite.
Sur appe1 de la defenderesse, la Cour d'appe1 du Canton·
de Barne a declare la demande recevable mais mal
fondee.
Sur recours de la demanderesse le Tribunal federal a
admis la demande en ce sens qu'il a condamne la defende-
resse a payer a la demanderesse 1a somme de 5.387 fr. 15
avec interets.
Extrait des motifs:
1. -
Eu tant qu'elle se rapporte aux operations de la
poursuite et plus particulierement a l'adjudication a 1a
defenderesse des immeub1es du debiteur, l'action, comme
la Cour cantonale l'a deja dit, est evidemment irrecevable,
car seuls peuvent faire l'objet d'une revocation les actes
de disposition auxquels le debiteur a participe volontaire-
ment. Rien en revanche ne s'oppose a l'examen des conclu-
sions tendant a faire prononcer « la nullite de l'omission
du debiteur Ugo Negro de former opposition aux com-
mandements de payer N°s 17.405 et 21.155 », c'est-a-dire
aux commandements de payer que la defenderesse a fait
notifier a son fils et a la suite desquels elle s'est fait adjuger
les immeubles composant la fortune de celui-ci. Il est
admis en effet par 1a jurisprudence qu'une omission volon-
taire et consciente peut, lorsqu!il en est decoule des effets
juridiques, constituer un « acte juridique» au sens de
I'art. 288 LP (RO 23 I 737/8; 27 II (23). Ce n'est d'ailleurs
qu'en la forme que la demande de revocation est dirigee
contre l'absence d'opposition aux commandements de
payer; ce qu'elle vise en realite, c'est la reconnaissance
tacite de la dette qu'emportait le defaut d'opposition, car
c'est en raison de ce fait que 1a defenderesse a pu se satis-
faire sur le produit de la realisation des immeubles du
debiteur, alors que ces immeubles constituaient le seul
element d'actif realisable. S'il etait prouve, par consequent
que les pretentions de la defenderesse etaient injustifiees
SchuJdhetreibun~s- und Konkursrecht (Zivilabteilungen). x· 39.
137
OU qu'elles l'etaient en tout cas dans 1a mesure on elleR
depassaient 1e montant de la difference entre 1e prix
d'adjudication et la somme due a la demanderesse, il
s'ensuivrait que c'est sans droit qu'elle a eM admise a
compenserce prix avec le montant entier de ses preten-
tions; que la compensation devrait en tout cas etre
revoquee dans cette mesure-la, et qu'en consequence la
demanderesse est fondee a rec1amer la restitution de la
somme dont la compensation l'a frustree.
2. -
Il est incontestable que c'est a celui qui conclut
a la revocation d'un acte a faire 1a preuve des faits de
l'existence desquels depend Iegalement le succes d'une
teIle action. Il incombait donc en principe a la demande-
resse de prouver que la defenderesse n'etait pas creancit';re
de son fils ou du moins ne l'etait pas pour un montant
superieur a la somme indiquee ci-dessus. Mais comme il
s'agit d'un fait negatif, l'administration d'une teIle preuve
ne doit pas s'apprecier avec trop de rigueur. Ainsi que
le Tribunal federal l'a deja releve dans l'arret Stegmann
c. Gerber, du II mars 1938 (non pubIie), il suffit meme,
en pareiI cas, que les faits etabIis par le demandeur per-
mettent d'elever des doutes serieux sur la realiM ou le
montant de la creance et sur le but de la poursuite, pour
qu'il incombe des ce moment-la au defendeur de fournir
de son coM des precisions sur l'origine, la nature et l'eten-
due de ses pretentions.
39. Urteil der 11. Zivüabteüung vom 26. Oktober 1939
i. S. Steinauer gegen Lüönd und Genossen.
Gläubigeranfechtung nach Art. 285 ff. SchKG :
.
Rechtshandlungen einer KoUektivgesellschajt können nur m deren
eigenem Konkurs angefochten werden (durch die 1\fasse selbst
oder, bei deren Verzicht, durch einzelne Gläubiger kraft
Abtretung gemäss Art. 260 SchKG);
.
-
nicht auch in der Zwangsvollstreckung gegen emzelne
Gesellschafter, weder in einem Konkursverfahren noch auf
Grund fruchtloser . Auspfändung;
138
Schuldbetreibnugs- und Konlrursrecht (ZiviIabteilungen). No 39.
-
-
dies ist ~lbst dann unzulässig, wenn ein Konkurs über
die Gesellschaft eröffnet und gemäss Art. 230 SchKG ohne
Durchführung geschlossen worden war.
Action revocatoire,art. 285 et sv.LP.
Les actes juridiques d'une societe en nom collectif ne peuvent
~tre attaques que dans la faillite de la societll (par la masse
ou, si elle renonce, par las creanciers cessionnaires selon art.
260 LP);
ces actes ne sont pas attaquables dans l'exooution foroee contra
-des societaires, que ce soit dans une faillite ou aprils saisie
infructueuse;
et cela mfune si la socieM a ete dOOlaree en faillite et que celle-ci
ait etll close en conformitll de l'art. 230 LP.
AzWne revooatoria, art. 285 e seg. LEF.
Gli atti giuridici di una soeietA in norne collettivo possono essere
impugnati nel fallimento della societa. dalla massa 0, se quasta
rinuncia, dai singoli creditori in forza di uns cessione a,'sensi
dell'art. 260 LEF; non sono impugnabili nell'esecuzione
forzata contro singoli soci (ne in uns procedura fallimentare,
ne dopo un pignoramento infruttuoso), ecioanchese la societA
era stata dichiarata in fallimento e questo era stato chiuso
in conformitA delI'art. 230 LEF.
A. -
Der Beklagte hatte der aus drei Teilhabern
zusammengesetzten Kollektivgesellschaft Familie J oseph
Frunz, Käserei und Schweinemästerei in Küssnacht a. R.,
182 Schweine für Fr. 12,335.- verkauft, sie dann aber
am 15. Juli 1936 unter Verrechnung des schuldig gebliebe-
nen Preises zuruckgekauftund lediglich bei der Gesell-
schaft am Futter gelassen, das Stück für 50 Rp. im Tag.
In dem am 14. November 1936 über die Kollektivgesell-
schaft eröffneten Konkurse wurden die noch in den
Ställen vorhandenen 142 Stück im durchschnittlichen
Schätzungswert von je Fr. 100.- als vom Beklagten zu
Eigentum angesprochen bezeichnet. Dieser Konkurs ge-
langte nicht zur Durchführung; er wurde am 23. November
1936 mangels Aktiven eingestellt und hernach mangels
Sicherstellung der Konkurskosten gemäss Art. 230 SchKG
geschlossen.
B. -
Etwa ein Jahr später hoben die vier klagenden
Gesellschaftsgläubiger gegen die drei gewesenen Gesell-
scha.ft6r, die nach Art. 40 SchKG nicht mehr der Kon-
kursbetreibung unterlagen, Betreibungen auf Pfändung
an. Sie erhielten in allen diesen Betreibungen Verlust-
Sohuldbetreibungs- und Konknrsrecht (ZiviIabteilungen). No 39.
139
scheine. Hierauf belangten sie den Beklagten mit der
vorliegenden Anfechtungsklage im Sinne von Art. 285 ff.
SchKG auf Herausgabe der 142 Schweine zur Ver-
wertung, eventuell auf Zahlung des Gesamtbetrages von
Fr. 1l,592.55 ihrer Verlustforderungen, nebst Zins zu 5 %
seit dem 14. Dezember 1937.
O. -
Das Obergericht des Kantons Luzern hat die
Klage am 12. Juli 1939 für insgesamt Fr. 1l,649.35 mit
Zins zu 5% seit dem 26. Oktober 1938 zugesprochen.
Der Beklagte zieht dieses Urteil an das Bundesgericht
und beantragt neuerdings gänzliche, eventuell teilweise
Abweisung der Klage.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
Nach den im kantonalen Urteil dargelegten tatsächli-
chen Verhältnissen hat sich die Kollektivgesellschaft
durch den Zurnckverkauf der unbezahlt gebliebenen
Schweine unter Verrechnung des Kaufpreises sozusagen
ihres einzigen Aktivums entäussert und damit eine nach
Art. 288 SchKG anfechtbare Zuwendung an den Beklagten
vollzogen. In ihrem Konkurse hätte dieses Geschäft durch
die Masse oder allenfalls durch einzelne Gesellschafts-
gläubiger als Zessionare gemäss Art. 260 SchKG mit
Erfolg angefochten werden können. Da jedoch zur Durch-
führung auch nur des summarischen Konkursverfahrens
nicht genug verfügbares Gesellschaftsvermögen vorlag
und kein Gläubiger die bekanntgemachte Frist zur Leistung
der erforderlichen Sicherheit benutzte, musste der Kon-
kurs ohne weiteres geschlossen worden, und so blieb auch
der in Frage stehende Anfechtungsanspruch ungenutzt.
Die Kläger glauben nun, das Anfechtungsrecht nach-
träglich auf Grund fruchtloser Auspfändung der~inz~lnen
Gesellschafter noch ausüben zu können. Das ISt ihnen
jedoch entgegen der Ansicht der kantonalen Gerichte
verwehrt :
Das Vermögen einer Kollektivgesellschaft unterliegt
dem Zugriff ihrer Gläubiger unter Ausschluss der Privat-
140
Schuldbetreibnngs. und Konkursrecht (Zivilabteilungen). N° 39.
gläubiger der einzelnen Gesellschafter (Art. 566 aOR, 570
Abs. 1 nOH). J?emgemäss ist auch die Anfechtung von-
Entäusserungsakten, die das Gesellschaftsvermögen be-
treffen, eine Angelegenheit der Gesellschaftsgläubiger unter
Ausschluss der Privatgläubiger der Teilhaber. Solche
Anfechtung hat ihren Platz nur im Konkurse der Gesell-
schaft selbst. Legitimiert zur Anfechtung ist deren Kon-
kursmasse oder, bei deren Verzicht, jeder Gesellschafts-
gläubiger als Zessionar der Masse gemäss Art. 260 SchKG.
Die Kläger sind freilich Gesellschaftsgläubiger; sie ver-
mögen sich aber auf keine derartige Abtretung zu berufen,
wozu es ja sowenig wie überhaupt zu einem Verzichts-
beschluss der Masse selbst kommen konnte. Nachdem der
Gesellschaftskonkurs auf solche Art gescheitert ist, sind
die Anfechtungsansprüche gegen den Beklagten unter-
gegangen; es wäre denn, aus besonderem Grunde könnte
nochmals ein Konkurs über die Kollektivgesellschaft
herbeigeführt werden, was indessen im vorliegenden
Prozesse nicht zu prüfen ist. In der Zwangsvollstreckung
gegen die einzelnen Gesellschafter lässt sich das seinerzeit
im Konkurs der Gesellschaft Versäumte nicht mehr
nachholen. Am Konkurs eines Gesellschafters sind auch
dessen Privatgläubiger beteiligt, die nach dem Gesagten
durch anfechtbare Rechtshandlungen der Gesellschaft
nicht berührt werden, und ebenso kann gegebenenfalls
eine Betreibung auf Pfändung wie von einem Gesell-
schaftsgläubiger so auch von einem Privatgläubiger ange-
hoben werden. Schon daraus ergibt sich, dass der Kon-
kurs eines Gesellschafters oder ein im Pfändungsverfahren
gegen ihn ausgestellter Verlustschein nicht als Titel zur
Anfechtung von Rechtshandlungen der Kollektivgesell-
schaft gelten kam1. Das Vermögen der Gesellschaft und
die wegen dessen Beeinträchtigung zu erhebenden An-
fechtungsansprüche sind eben im Gesellschaftskonkurse
zu liquidieren. Kann ein solcher Konkurs nicht mehr in
Gang gebracht werden, so fehlt es an der Grundlage zur
Ausübung des von den Klägern angerufenen Anfech-
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht (Zivilabteilungen). N° 39.
141
'tungsrechtes. Es geht schlechterdings nicht an, einzelnen
Gläubigern der Gesellschaft ein solches Klagerecht zuzu-
gestehen, ohne dass ein von der Masse, also der Gesamtheit
dieser Gläubiger, ausgesprochener Verzicht vorliegt und
alle beteiligten Gläubiger Gelegenheit erhalten haben,
sich die Ansprüche der Masse abtreten zu lassen.
Aus den Rechten, die den Gesellschaftern ihrerseits
am Gesellschaftsvermögen zustehen, folgt nichts für die
vorliegende Klage. Es mag sein, dass irgendwelches
Gesellschaftsvermögen, wenn auch nicht genug, um auch
nur die Kosten eines summarischen Konkursverfahrens
zu decken, vorhanden war und den Gesellschaftern zufiel.
Das Betreffnis jedes Gesellschafters gehörte nun zu seinem
persönlichen Vermögen und unterlag in den gesetzlichen
Schranken der Pfändung zugunsten von Gesellschafts-
wie Privatgläubigern. Die in Frage stehenden Anfech-
tungsansprüche konnten dagegen nicht auf solche Weise
in das Vermögen der Gesellschafter gelangen. Sie machten
gar keinen Teil des Gesellschaftsvermögens aus, standen
nicht der Gesellschaft als solcher zu, sondern konnten
nach Art. 285 SchKG nur ihrer die Gesamtheit der Gläu-
biger vertretenden Konkursmasse erwachsen. Die Kläger
stützen sich jedoch auf angebliche eigene, aus den Ver-
lustscheinen hervorgehende Anfechtungsansprüche; deren
Gegenstand könnte nach dem Gesagten nur die Rück-
gewähr von Vermögen sein, das den betriebenen Schuld-
nern, nicht der Gesellschaft entfremdet worden wäre.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Berufung des Beklagten wird gutgeheissen, das
Urteil des Obergerichtes des Kantons Luzern vom 12.
Juli 1939 aufgehoben und die Anfechtungsklage abge-
wiesen.