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56_I_223

BGE 56 I 223

Bundesgericht (BGE) · 1926-11-09 · Deutsch CH
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Verwa.ltungs- und Disziplinarrechtspflege.

mercial) de ces ouvriers. Or, il ne peut y avoir de doutes

qu'en l'esp6ce les travaux de mise enetatetd'equipement

eIectrique des automobiles, ainsi que ceux des aides des

mooa.niciens qui lesexooutent, tout en aya.nt oortains points

de oontact avoo l'ootivite oommeroiale: . relevent toutefois

essentiellement de l'exploitation toohnique et industrielle

des recourants. Peu importe a cet egard qu'une partie

de ces travaux soit executee dans Ie garage et non dans

l'atelier. Aux termes de I'art. 2 al. 1 de l'ordonnance d'exe-

cution sont en effet reputes ouvriers meme les personnes

que le fabricant occupe «au dehors », pourvu que leurs

travaux soient en correlation avoo l'exploitation indus-

trielle.

4. -

Les recourants alleguent que leur atelier de repa-

rations ne peut etre assujetti a la loi sur le travail dans les

fabriques, les prescriptions de celle-ci etant incompatibles

avec leur genre d'activite. Mais il n'y a aucun motif de se

departir de la pratique constante du Conseil federal,

d'apres laquelle les ateliers mecaniques et en particulier

les ateliers de reparations d'automobiles tombent sous

la loi sur les fabriques. Du reste la prescription de l'art.

178 II a 10 de l'ordonnance d'execution et la possibilite

d'obtenir des permis de travailler le dimanche permettent

aux recourants de concilier les particularites de leur ex-

ploitation avoo les exigences de la loi.

Par ces motifs,

Le Tribunal jederal rejette le recouTS.

OFDAG Offset-, Formular- und Fotodruck AG 3(XX) Sem

STAATSRECHT -

DROIT PUBUC

--

I. GLEICHHEIT VOR DEM GESETZ

(RECHTSVERWEIGERUNG)

EGALITE DEVANT LA LOI

(Dm DE JUSTICE)

39. Orteil vom ao. September 19S0 i. S. Xoch

gegen Eabermacher.

Gerichtlioher VergleIch: inwiefern begründet er die Einrede der

re8 j udicat.a T

Tatbestand :

Der 'Rekurrent hatte sich durch gerichtlichen Vergleich

gegenüber den Rekursbeklagten (seinen ausserehelichen

Kindern) verpflichtet, dieselben entweder zu versorgen

oder aber nach. seiner Wahl mit monatlichen Unterhalts-

beiträgen zu unterstützen. In der Folge verlangten die

letztem vor dem Zivilrichter eine Unverbindlicherklärung

des Vergleiches wesentlich in dem Sinn, dass der Rekur~

rent sein Wahlrecht verliere. und schlechthin zu Unter-

haltsbeiträgen verpflichtet sei. Der Rekurrent bestritt

seine Einlassungspfiicht, wurde aber vom Obergericht

Luzem mit dieser Einrede abgewiesen. Dagegen erhebt der

Rekurrent staa.tsrechtliche Beschwerde wegen Verlet-

zung von Art. 4 BV, weil die neuerliche Einklagung

einer durch gerichtlichen Vergleich erledigten Sache un-

zulässig sei.

AS 56 1-1930

16

224

Staatsrecht.

Aus den Eru:äfJungen:

Dt: .. ' UckulTent behauptet ('ine willkürliohe Verletzung

von § 114 Ziff. 2 und 3 der Iurem. Zivilprozessordnung.

Diese Bestimmung lautet :

.

«Für ein- und allemal kann die Antwort verweigert

werden: ...

2. weil die gleiche Klage bereits rechtskräftig beurteilt

oder

3. weil über den Streit bereits ein im Sinne des § 326

dieses Gesetzes gerichtlich beurkundeter Vergleich abge-

schlossen wurde. »

Dass keine willkürliche Verletzung von ZPO § 114

~iff. 2 vorliegt, ist ohne weiteres klar, denn eine gericht-

hche .« Beurteil~ l) hat nie stattgefunden. Dagegen liegt

-

WIe auch die kantonalen Gerichte anerkennen -

ein

i~ Sinne des. § 326 der ZPO beurkundeter, d. h. gericht-

hcher Vergleich vor.

Unter einem gerichtlichen oder

Prozessvergleich versteht man einen Vertrag der Parteien,

durch den ein Prozess beseitigt wird. Ein solcher Ver-

gleich hat somit sowohl eine materiellre~htliche Seite

(~e~ragsabschluss) wie auch eine prozessrechtliehe (Be-

seItIgung des Prozesses) und untersteht infolgedessen zum

Teil dem Zivilrecht und zum Teil dem Prozessrecht (vgl.

z. B. ROSENBERG, Zivilprozessrecht, H. Auf I. S. 424;

BECKER, Kommentar zu OR f\rt. 24 Note 20). Infolge-

dessen kann er nicht nur aus prozessualen Gründen, son-

dern auch aus Gründen des materiellen Rechtes nichtig

oder anfechtbar sein. Die Geltendmachung dieser mate-

riellen Nichtigkeits- oder AnfechtbarkeitsgrÜllde wird _

nach allgemeiner Auffassung -

dadurch nicht ausge-

schlossen, dass der privatrechtliche Vertrag in ein prozes-

suales Gewand gekleidet ist (vgl. FÜRST, Prozessvergleich

S. 93 ff.; Entscheidungen des deutschen Reichsgerichtes

Bd .. 78 S. 287 ff.; Seuffert's Archiv, Bd. 78 S. 174/5).

. Dahingestellt kann bleiben, ob eine Verletzung des Bun-

desrechts vorliegen würde, wenn gleichwohl ein Kanton

Gleichheit vor dem Gesetz (Rechtsverweigerung). No 39.

225

durch seine positive Gesetzgebung die Geltendmachung

materiell-rechtlicher Nichtigkeits- oder Anfechtharkeits-

gründe gegenüber einem Prozessvergleiche verbieten oder

verunmöglichen würde. Jedenfalls hat sich das luzer-

nische Obergericht keiner Willkür schuldig gemacht, wenn

es ein solches Verbot aus § 114 Ziff. 3 nicht gefolgert hat.

Diese Bestimmung lässt sich -

jedenfalls ohne Willkür-

einschränkend dahin auslegen, dass der Beklagte gestützt

auf diese Bestimmung die Antwort nur dann verweigern

darf, wenn der vergleichsweise erledigte Streit neuerdings

rechtshängig gemacht wird, 0 h n e das s vor her zum

mindesten gleichzeitig die Aufhebung

oder Abänderung des Vergleichs wegen

des

Vorliegens

materiellrechtlicher

An f e c h tun g s g r ü n d e ve rl a n g t wir d. Wird

hingegen in diesem letztem Sinne ein Begehren gestellt,

so lässt sich, jedenfalls ohne Willkür, die Auffassung

vertreten, dass dieses Begehren eine a n der eStreitsache

sei und dass -

nach dessen Gutheissung -

der Neu-

regelung der seiner Zeit durch Vergleiche erledigten

Streitsache die Einrede des rechtskräftigen Vergleiches

nicht mehr entgegenstehe. Das Rechtsbegehren der Klä-

ger gelit nun aber nach seiner Begründung auf eine wenig-

stens teilweise Aufhebung und Abänderung der Vergleiche

vom 23. Mai .1925 wegen Vorliegen eines materiellrecht-

lichen Nichtigkeitsgrundes.

Das Resultat wäre auch höchst unbefriedigend, \V6nn

jedes materiellrechtliche Anfechtungsrecht mit der ge-

richtlichenBeurkundung des Vergleiches dahinfallen würde.

Die Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit eines Prozessverglei-

ches ist nicht immer offenbar und nicht selten von Um-

ständen abhängig, die dem beurkundenden Richter nicht

bekannt sind. Auch befördern die Gerichte die Ver-

gleichsabschlüsse im Interesse des Rechtsstaates (Her-

stellung des Rechtsfriedens) und im eigenen Interesse

(Verminderung der Arbeitslast) und nehmen daher nicht

seltendie Beurkundung eines Vergleiches selbst dann vor,

226

Staa~echt.

wenn sie betreffs dessen materiellrechtlicher Gültigkeit

Bedenken haben. Es bietet demnach die gerichtliche

Beurkundung den Parteien keinen genügenden Schutz.

Es muss die Möglichkeit bestehen, Prozessvergleiche auch

nachträglich noch anzufechten. Etwas gegenteiliges kann

auch nicht etwa daraus gefolgert werden" dass der Pro-

zessvergleieh wie ein gerichtliches Urteil vollstreckbar ist,

das gerichtliche Urteil aber. nachträglich nur in seltenen

Fällen (Revision) beseitigt werden kann; denn die recht-

liche Natur beider ist völlig verschieden. Das Urteil stellt

einen autoritativen Akt der Staatsbehörde dar, während

der Vergleich an sich die Natur eines Prlvatvertrages hat.

Ob im vorliegenden Falle die beiden Vergleiche, d. h.

das darin mit Zustimmung der Vormundschaftsbehörde

dem Rekurrenten eingeräumte Wahlrecht, zwingenden

Rechtsvorsohriften 'widerspricht und daher ungültig ist,

sowie auch welchen Einfluss dieses eventuell auf die

Alimentationsverpflichtungen des Rekurrenten ausübt,

sind keine Fragen prozessrechtlicher, . sondern Fragen

materiellrechtlicher Natur, die -

wie unter lit. a aus:-

geführt wurde -

dem Bundesgericht als Berufungsinstanz

unterbre~tet werden können.

40. Sentenz. 27 settembre 1930 nella causa 'rognetti

contro 1'1cino.

Diritto di bono. -

Non e arbitrario il ritenere, ehe i eontratti

6$3rati nel C8ontone Tieino e destinati 80 far fede in giudizio

sumo sottomessi 801 diritto di bollo tieinese anche se, essi eon-

tengono una. cla.usola eompromissoria e 180 parti seiegliono

domicilio fuori deI Cantone. -

Ogni esempla.re deI contra.tto

pu<>, senza a.rbitrio, essere a.ssoggettato 801 diritto di bollo.

A. -

Secondo la legislazione ticinese disciplinante il

regime della carta bollata od i1 diritto di bollo, tutti gli

atti destinati a far fede in giudizio sono· soggetti ad un

diritto di 00110 proporzionato al 10ro valore dell'uno per

mille. In oaso di contravvenzione, la mu1ta(sanatoria) ~

Gleichheit vor dem Gesetz (Rechtsverweigerung). N0 40.

227

di dieci volte il diritto di bollo maneante, piu I'importo

della tassa di bollo sottratta (art. 2 e 3 dei decreto legia-

lativo 15 maggio 1918 regolante 180 panalita per le eontrav-

venzioni alle leggi sul 00110).

Tra il rieorrente Serafino Tognetti in Lugano ed

A. Ziegler in Zurigo, fu stipulato un eontratto recante

180 data « Chiasso, 9 novembre 1926 l), mediante il quale

essi eonvenivano di fondare, in forma legale e seeondo le

disposizioni deI eodiee italiano, una soeieta per un tempo

indeterminato e eon sede in Italia, sotto la ragione soeiale

«Sooieta anonima A. Ziegler, Fabbriea italiana di prodotti

disinfettanti ».

B. -

L'esemplare originale di questo eontratto si

troverebbe, 80 quanta in seguito ebbero ad affermare

Ziegler e Tognetti sotto sequestro presso 180 R. Prooura in

Como. Ma e paeifieo ehe esistono due altre eopie (od

esemplari), munite esse pure delle firme originali dei eon-

traenti e portanti la data «Chiasso, 9 novembre 1926»,

Questi atti si trovano all'inearto e vi pervennero per il

tramite deI proouratore pubblieo tieinese, il quale li spediva

801 Dipartimento cantonale delle Finanze ehe, in due deereti

separati deI 12 giugno e 2 luglio 1929, applieava loro una

sanatoria di 1562 fehi. (sanatoria 1420 fehi. piu bollo

8Ottratto 142 fchi. = 1562 fehi.), ritenendo ehe il valore deI

eontratto fosse di 142000 fchi.

O. -

Dietro rieorsi separati di Tognetti e Ziegler -

il quale ultimo, tra altro, ebbe a lagnarsi del ruodo abusivo

in eui era stato eomputato il valore deI eontratto, ritenen-

dolo non superiore a 40000 fehi., -

il Consiglio di Stato,

con risoluzione deI 15 novembre 1929, pronunciava:

1. I rieorsi sono respinti e le sanatorie indicate neUe

premesse eonfermate a carleo solidale dei Sigg. Tognetti

e Ziegler.

2. Una tassa di giustizia di 10 fchi. e le spese sono a

carieo pure solidale dei ricorrenti.

Ziegler si adagiava 80 questa sentenza; non eosi il

Tognetti, il quale ricorse al Tribunale federale diehiarando