opencaselaw.ch

40_III_371

BGE 40 III 371

Bundesgericht (BGE) · 1914-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

370

EntscheIdungen der Schuldbetreibungs-

la guerre. Le fait d'avoir ete mobilise a-t-il pour cons6-

quence que Muffat ne peut plus desormais etre considere

eomme domicilie a Geneve?

Cette question doit etre resolue negativement. Le fait

d'elre p9rLi en guerre n'implique pas pour Muffat l'in-

tention d'abandonner son domicile a Geneve. 11 n'a (ait

aucune preuve a cet egard; par contre il est eonstant

qu'il a laissc sa famille a Geneve. Au surplus, Muffat n'a

nullement etabli qu'il se soit erce un nouveau domicile

en France. Dans ces conditions il peut encore etre pour-

suivi a Geneve en vertu de l'art. 46 aI. 1 er LP et de

l'art. 24 CCS.

ad 2. -

Noti{ication du commandement de pager. Muffat

n'ayant pas quitte Geneve sans esprit de retour, et bien

que le service actif qu'il accomplit en France soit na tu-

rellement d'une duree indeterminee, l'instance cantonale

admet avec raison que son absence de Geneve n'est que

momentanee. Par cOllsequent J'arlicle 64 LP est appli-

cable; le commandement de payer pouvait elre notifie

valablement a une -personne adulte du menage du dcbi-

teur, en partieulier a son epouse. Comp. Rec. off., ed.

spec. " n° 21 *, 12 n° 16 **.

ad 3. -

Suspension des poursuites. Les termes de l'art. 57

«(la poursuite dirigee contre un citoyen au service mili-

) taire federal ou eantonal est suspendue pendant la duree

I) de son service) consacrent une disposition exception-

nelle qui ne peut eLre Hendue parvoie d'analogie aux de-

biteurs qui se trouvent au service militaire a l'etranger.

L'ordonnanee du Conseil federal du 28 septembre 1914,

intcntionnellement. n'a pas modifie a cet egard la loi sur

les poursuites; le Conseil fMeral, saisi d'une proposition

tendant a etendre l'art. 57 dans le sens indique ci-dessus,

I'a repoussee. Les etrangers domieilit~s en Suisse qui se

trouvent aetuellement au service mililaire de leur pays

d'origine peuvent naturellement user des droits que ror-

• Ed. g~n. 27 I n° 45.

•• Ed. g6n. 35 I n° 45.

1

und Konkurskammer. N° 68.

371

ilonnanee eonfere d'une maniere generale a tous les de-

biteurs (renvoi de la realisation, renvoi de la deelaration

de faillite, sursis general aux poursuites). Mais leur droit,

en l'etat actuel, ne va pas au dela des droits dont jouis-

sent les debiteurs non militaires d'origine suisse et domi-

eilies en Suisse.

ad 4.- L'argument tire del'equite n'est pas coneluant.

Il pourrait justifier eventuellement une demande de re-

cevabiIite d'opposition tardive au sens de l'art. 77 LP

Mais, en l'espece, il ne s'agit pas de cela; au surplus,

le reeourant est pourvu d'un representant auquel il a pu

donner ses instructions et, en fait, il a forme opposition,

ainsi qu'il resulte du commandement de payer verse au

dossier.

Par ces motifs,

la Chambre des Poursuites et des Faillites

prononce:

Le recours est eearte.

68. Entscheid vom 19. November 1914 i. S. Steiner-Hürzeler.

Art. 92 SchKG: Bei Ausscheidung der Kompetenzstücke sind

auch zukünftige Aenderungen der Verhältnisse, die mit

Sicherheit eintreten werden,zu berücksichtigen.- Unpfänd-

barkeit einer Wanduhr.

A. -

Auf Verlangen des Rekurrenten F. Steiner-

Hürzeler in Basel nahm das Betreibungsamt Basel-Stadt

am 24. September 1914 für eine

Mietzinsforderu~g

gegen den Rekursgegner Hans Geiger-Küng eine Reihe

von Gegenständen in eine Retentionsurkunde auf, näm-

lich einen Diwan, eine Kommode, einen zweitürigen

Kasten, einen Nachttisch, einen Pariserkoffer, eine Kaffee-

mühle und einen (j Regulateurkasten» (ohne das fehlende

Uhrwerk) im Schätzungswert von 1 Fr. Das Betrei-

AS 40 111 -

1914

372

Entscheidungen der Schuldbetreibungs-

bungsamt nahm dabei auf Grund einer Behauptung de~

Rekurrenten an, dass der Rekursgegner seit mehreren

Woc~en getrennt von seiner Ehefrau lebe.

'

" '

B. -

Der Rekursgegner erhob gegen die Aufnahme

des Retentionsverzeichnisses am 28. September 1914 Be-

schwerde, indem er die AufhebunR der Retention bean-

tragte. Er machte geltend, dass die retinierten Gegen-

stände unpfändbar seien und führte u. a. aus: Seine

Ehefraix sei seit etwa sechs Wochen zur Erholung bei

ihrem Vater in Affoltern a.jA. gewesen und vor kurzem

sei auch er, der Rekursgegner, zu ihr gegangen. Beide

seien nunmehr wieder in Basel. Die Ehefrau sehe ihrer

Niederkunft entgegen. Der Rekursgegner besitze sodann

keine Taschenuhr. Der Regulatorkasten samt dem Uhr-

werk, das zur Zeit repariert werde, müsse ihm daher

gelassen werden.

Die Aufsichtsbehörde des Kantons Basel-Stadt hob

'durch Entscheid vom 14. Oktober 1914 die Retention

in Beziehung auf alle Gegenstände mit Ausnahme des

Pariserkoffers auf. Sie nahm an, dass für die Eheleute

Geiger, wie das Betreibungsamt ausgeführt hatte, sämt-

liche Gegenstände ausser der Kpmmode und dem Pariser-

koffer unentbehrlich seien und dass ihnen mit Rücksicht

auf die bevorstehende Niederkunft der Ehefrau auch die

Kommode gelassen werden müsse, weil ein einziger

Kasten nebst zwei Koffern- für Eltern und Kind nicht

genüge.

C. -

Diesen Entscheid hat der Rekurrent an das

Bundesgericht weitergezogen mit dem Antrage, die Re-

tention sei in Beziehung auf die Kommode und den

Regulatorkasten aufrecht zu halten.

Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht

in Erwägung:

2. -

Ist somit davon auszugehen, dass die Eheleute

und Konkurskammer. N° 68.

373

Geiger sich nicht dauernd von einander getrennt haben,

SC? muss auch der Umstand berücksichtigt werden, dass

die Ehefrau nächstens ein Kind gebären wird. Der Re-

kurrent hat die Annahme der Vorinstanz: dass die Ehe-

frau schwanger sei, nicht angefochten. Infolgedessen

m'IISs nach dem normalen Lauf der Dinge die künftige

Geburt eines Kindes nicht bloss als möglich, sondern als

sicher betrachtet werden. Bei Ausscheidung der Kompe-

tenzstücke müssen nun nicht bloss die zur Zeit der

Pfändung oder der Retention bestehenden Verhältnisse,

sondern aurh deren zukünftige Änderungen, die mit

Sicherheit eintreten werden, berücksichtigt werden. Die

Annahme der Vorinstanz, dass die Kommode unpfändbar

sei, ist somit nicht anfechtbar.

3. -

Das gleiche ist in Beziehung auf den Regulator-

kasten zu sagen. Der Rekurrent hat nicht bestritten,

dass das dazu gehörige Uhrwerk sich in Reparatur

befinde. Der Regulatorkasten ist somit als Bestandteil

einer Wanduhr anzusehen, und zwar kann es sich mit

Rücksicht auf den geringen Schätzungswert des Kastens

nur um eine einfache Uhr handeln. Eine solche ist auf

alle Fälle dann unpfändbar, wenn der Schuldner keine

Taschenuhr besitzt, wie in der Praxis bereits entschiede~

worden ist (Archiv 2 Nr. 87; JAEGER, Komm. Art. 92 N. 7).

Eine Uhr zur Angabe der Zeit ist jedenfalls für alle

Personen unentbehrlich, die ihren Lebensunterhalt durch

ihre Arbeit verdienen und sich daher an eine bestimmte

Zeiteinteilung halten müssen. Nun hat der Rekurrent

die Behauptung des Rekursgfgners, er besitze keine

Taschenuhr, nicht bestritten; diese Behauptung ist daher

als richtig anzusehen.

Demnach hat die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer

erkannt:

Der Rekurs wird abgewiesen.