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UV.2019.00048

HWS-Distorsion nach Auffahrunfall; Adäquanz gestützt auf HWS-Praxis verneint (BGE 8C_750/2020)

Zürich SozVersG · 2020-10-02 · Deutsch ZH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Sachverhalt

1.

Der 1964 geborene X.___ war als arbeitslose Person bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1 7. Februar 2011 erlitt er einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine AC-Gelenksluxation links sowie eine Kontusion der Hals- und der Brustwirbelsäule zu ( Urk. 13/11 ) . Die Suva erbrachte in der Folge Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen und stellte diese vorerst mit Mitteilung vom 7. März 2012 per 1. April 2012 ( Urk. 13/ 99 ) und nach weiteren Abklärungen mit Verfügung vom 2 3. April 2013 ( Urk. 13/154) per 3 0. April 2013 ein unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit seit 1. April 201 3. Die dag egen erhobene Einsprache

( Urk. 13/159) hiess die Suva mit Entscheid vom 2 7. Juni 2013 ( Urk. 13/164) in dem Sinne teilweise gut ,

als sie die Taggeldleist ungen per 3 0. April 2013 terminierte . Die dagegen erhobene Be schwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 9. Oktober 20 14 (Urteil UV.2013.00194, Urk. 13/187 ) ab.

Am 7. Oktober 2017 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Die erst behandelnde Ärztin, Dr. med. Y.___ , Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH , stellte am 11. Oktober 2017 ( Urk. 12/9 ) eine Distorsion der Halswirbelsäule sowie eine Schulterkontusion links fest. Die Suva erbrach te die gesetzlichen Leis tungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung .

Nach eingeholten medizinischen Unterlagen

und bildgebenden Abklärungen

schlo ss die Suva mit Verfügung vom 1 3. Juni 2018 den Fall per 2 0. Juni 2018 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche rungsleis tungen verneinte sie mit der Begründung, die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und nach Prüfung der massge benden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen ( Urk. 12/62 ). Die vom Ver sicher ten gegen den Entscheid erhobenen Einsprachen vom 1 3. Juli 2018 ( Urk. 12/68 ) und 18. September 2018 ( Urk. 12/75 ) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 ab ( Urk. 2). 2.

Dagegen erhob der Versicherte am 2 1. Februar 2019 Beschwerde ( Urk.

1) und beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere seien weiterhin Taggelder auszurichten und die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Eventualiter sei eine Begutach tung anzuordnen (S. 2) . Am 2 5. Februar 2019 ( Urk.

6) reichte er zwei medizi nische Berichte ein ( Urk. 7/1-2). Die Suva beantragte am 2 9. März 2019 ( Urk.

11) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 6. Juni 2019 (Urk. 17) und Duplik vom 1 8. Juli 2019 ( Urk.

20) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest, was ihnen mit Verfügung vom 1 1. Juni 2019 ( Urk.

18) und 2 2. Juli 2019 ( Urk.

21) jeweils zur Kenntnis gebracht wurde. Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder lich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 1.2

Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen , Reizbarkeit, Affektlabilität, De pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesund heit liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b). 1.3

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).

Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1). 1.4

Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal zu sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange zogen werden.

Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder trau ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/ aa und 367 E. 6a). 1.5

Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber ge henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli che n Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi cher ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE

134 V

109, vgl. auch Urteil 8C _ 454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).

Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog nos tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, ins be son dere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem ber 2014 E. 3). 1.6

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 (Urk. 2) im Wesentlichen, dass die vom Beschwerdeführer ge klagten Schulterbeschwerden links vorbestehend und nicht auf das Unfallereig nis vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen, sondern degenerativer Natur seien (S. 8) . Die Nackenb eschwerden würden nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches bei diesem Unfall gesetzt worden wäre, und in Anwen dung der Schleudertrauma-Praxis (S. 10) sei – ausgehend von einem mittelschwe ren Unfall im Grenzbereich zu leichten Unfällen – die Adäquanz zu verneinen; insbesondere sei keines der Adäquanzkriterien erfüllt (S. 14 f.) . Da von einer Fortsetzung der physiotherapeutischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei, sei die Suva befugt gewesen, den adäquaten Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 1 3. Juni 2018 zu prüfen (S. 13). Daran ändere auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach nach unfallmedizinischer Erfahrung eine unfallbedingte Wirbelsäulenverletzung ohne Hervorrufen organisch-struktureller Läsionen an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei, denn die Suva habe ihre Leistungen über acht Monate nach dem Unfallereignis eingestellt, wo mit sie auch diese Frist klar eingehalten habe (S. 15). In der Beschwerdeantwort ( Urk.

11) ergänzte sie, dass hinsichtlich der linken Schulter der Beschwerdeführer beweispflichtig sei für das Bestehen einer Kausalität , da diese gar nie geprüft worden sei, und nicht erstellt sei, dass an der linken Schulter eine schädigende Einwirkung erfolgt sei. Infolgedessen sei der natürliche Kausalzusammenhang insbesondere in Bezug auf die adhäsive Kapsulitis zu verneinen (S. 5 f.).

Die diag nostizierte chronische Schmerzstörung habe sodann bereits vor dem Unfall vor gelegen, die Adäquanzprüfung habe in Anwendung der Psycho-Praxis zu erfol gen und sei ausgehend von einem leichten Unfall bereits von vornherein zu ver neinen (S. 9). Daran hielt sie mit Duplik ( Urk. 20) fest. 2.2

Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt ( Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit dargetan, dass die Schulterbeschwerden links und insbesondere die adhäsive Kapsulitis

bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 in einer derart ausgeprägten Weise vorgelegen hätten , der Status quo sine erreicht sei und kein natürlicher Kausalzusammenhang (mehr) bestehe (S. 10 f.). Es liege mindestens eine Teilkausalität zwischen dem Unfall und den heute noch beste henden Beeinträchtigungen vor, weshalb die Beschwerdegegnerin nach wie vor leistungspflichtig sei (S. 12) . Hinsichtlich der physischen sowie der psychischen Schleudertraumabeschwerden stehe er nach wie vor in Behandlung. Dadurch sei mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen und eine positive Wirkung auf die noch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht berechtigt gewesen ,

den Fall abzuschliessen (S. 13). Insgesamt seien drei Adäquanzkriterien erfüllt, was bei einem schweren Unfall im mittleren Bereich für die Bejahung der Adäquanz genüge (S. 15). Zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sei zudem eventualiter eine Begutachtung anzu ordnen. Eine Begutachtung sei auch dann anzuordnen, wenn die Beschwerden, welche aus einem Schleudertraum a herrühren, länger als ein halbes Jahr an dauern würden (S. 16). Mit Replik ( Urk.

17) führte der Beschwerdeführer aus, es sei durch den Druck des Sicherheitsgurtes zu einer Schulterkontusion und da durch zur Verschlechterung des vorgeschädigten Schultergelenks gekommen , und der Sachverhalt erweise sich bezüglich der adhäsiven Kapsulitis als unzureichend ab geklärt (S. 3 ff.). Angesichts der im Vordergrund stehenden Schleudertraumabe schwerden sei die Psychopraxis nicht anwendbar, ferner sei der Unfall nicht als leicht einzustufen (S. 6). 2.3

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin sichtlich des Unfalls vom 7. Oktober 2017 gestützt auf die vorhandene medizi nische Aktenlage und unter Ablehnung weiterer Dauerleistungen zu Recht per 20. Juni 2018 eingestellt hat oder ob weitere Abklärungen zur Frage der Unfall kausalität der Restbeschwerden notwendig sind. 3. 3.1

Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach einem kranio -zervikale n Be schleunigungstrauma hielt Dr. med

Y.___ am 1 1. Oktober 2017 fest ( Urk. 12/9) , der Beschwerdeführer habe zum Beschwerdeverlauf seit dem Unfall zeitpunkt Nackenschmerzen und Schmerzen in der linken Schulter angegeben (Punkt 4). Als Befunde bei der Halswirbelsäule erhob sie anlässlich ihrer Untersuchung einen Druck- und einen Stauchungsschmerz ohne Ausstrahlung, keine weiteren Schmerzen sowie Kribbelparästhesien im Arm und der linken Hand (Punkt 6). Als Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation gab Dr. Y.___ den Grad II an (Punkt 7). 3.2

Dr. med. Z.___ , Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. November 2017 zuhanden des Hausarztes Dr. med. A.___ ( Urk. 12/13) ein post traumatisches, cervico-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleu ni gungstrauma der Halswirbelsäule am 7. Oktober 2017 (S. 1) . Als relevante Befunde nannte er eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der Halswir bel säule, mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schulter mus kulatur . Bei einem normalen neurologischen Status sei eine Verletzung am Nervensystem nicht anzunehmen. Es bestehe ein Status nach Schulter- und Kopfprellungen links aufgrund des Unfalls vom 1 7. Februar 2011 bei bis anfangs 2012 andauernden Beschwerden. Vor dem Unfall sei der Beschwerdeführer seit 2012 beschwerdefrei gewesen. Er empfahl zudem die unveränderte Fortführung der Physiotherapie, da diese bis anhin etwas geholfen habe (S. 2) . 3.3

Anlässlich des Gesprächs mit einer Aussendienstmitarbeiterin der Beschwerde gegnerin vom 4. Dezember 2017 (Urk. 12/20) schil derte der Beschwerdeführer unter anderem den Unfallhergang vom 7. Oktober 2017 und erklärte dabei, die Nacken- und Schulterschmerzen links seien innerhalb einer Stunde nach dem Unfall aufgetaucht. Er habe zudem Kribbelparästhesien in der linken Hand gespürt und der linke Arm habe von der Schulter bis in den Ellbogen geschmerzt (S. 3). Die Schulterbeschwerden links seien nach dem Unfall im Jahr 2011 abge heilt und nach dem aktuellen Unfall wieder aufgetreten, jedoch stärker als zuvor (S. 4). 3. 4

Das am 1 4. Dezember 2017 am Stadtspital B.___ durchgeführte Schädel-CT (Urk. 12/32) zeigte eine leichtgradig infratentoriell und parietookzipital akzen tuierte Hirnvolumenminderung. Anhaltspunkte für frische traumatische Läsionen ossär oder eine intrakranielle Blutung seien nicht festgestellt worden. Als Indi kation für das CT wurde ein Status nach Sturz auf den Hinterkopf am 9. Dezember 2017, zunehmende okzipitale Schmerzen und Schwindel festgehalten. 3.5

Im unfallanalytischen Gutachten vom 2 2. Dezember 2017 ( Urk. 12/31) wurde fest gehalten, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v-Wert)

des Fahrzeugs des Beschwerdeführers zwischen 4.5 und 7.5 km/h bezie hungs weise etwas tiefer (bis zu 2 km/h) gewesen sei. Es könne also von einem Mittelwert von ca. 6 km/h ausgegangen werden

(S. 1 und 11). Der Beschwer deführer und die übrigen Mitfahrer hätten sich infolge der Kollision in einem Winkel von ca. 0° zur Fahrzeuglängsachse etwas nach hinten bewegt (S. 1 4 ). Bei der Kollision habe eine mittlere Besc hleunigung zwischen 0.9 und 2.1 g gewirkt. Dies sei etwa vergleichbar mit dem 1- bis 2.5-fachen Wert, der bei einer Voll bremsung erzielt werde (S. 16). 3.6

Dr. med .

C.___ , Fachärztin für Rechtsmedizin, Dr. sc. techn. D.___ , Privatdo zent für Trauma-Biomechanik und Biomechanik von Sportverletzungen F.___ , sowie Dr. sc. techn. G.___ , Dipl.-Ing. ETH und Dozent für Trauma-Bio mechanik F.___ , hielten in ihrer biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 2 0. Februar 2018 ( Urk. 12/41) fest, dass im Zuge der Heckkollision das Fahr zeug des Beschwerdeführers eine Geschwindigkeitsänderung unterhalb des Berei ches von 10-15 km/h erfahren habe. Der nicht auf das Ereignis gefasste, aufrecht sitzende Beschwerdeführer habe sich dadurch relativ zu seinem Fahrzeug gerade nach hinten bewegt, wobei er eventuell einen Anprall des Kopfes an der korrekt eingestellten Kopfstütze erlitten habe. Der Bereich für die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v), innerhalb welchem nach Heckkollisionen der kritische Wert für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden anzunehmen sei, liege für das angestossene Fahrzeug im Normalfall zwischen 10 und 15 km/h. Es sei im individuellen Fall abzuklären, ob Abweichungen vom Normalfall vorl ä gen beziehungsweise diese Abweichungen biomechanisch relevant seien. Als mögli cherweise biomechanisch relevante Besonderheit seien die aufgeführten früheren bereits ausgeheilten Beschwerden (Nacken- und Schulterbeschwerde n ) infolge früherer Unfälle (2011 Tramunfall, 2012 Treppensturz) zu diskutieren. Aufgrund der grossen zeitlichen Distanz zum aktuellen Ereignis sei nicht von einer rele vanten Abweichung vom Normalfall auszugehen. Aus biomechanischer Sicht ergebe sich aufgrund der technischen Bewertung und der medizinischen Unter lagen, dass die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festge stellten von der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie im hier vorliegenden Fall, nicht erklärbar seien (S. 4). 3.7

Dr. med. univ. H.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med. I.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Reha bili tation FMH, beide von der Rehaklinik J.___ , hielten in ihrem Bericht vom 2 6. Februar 2018 über das ambulante Assessment ( Urk. 12/44) folgende Diag nosen fest (S. 1): - Unfall vom 7. Oktober 2017: Personenwagen-Heckaufprall - HWS-Distorsion QTF II - Schulterkontusion links - Diabetes mellitus Typ II insulinpflichtig - Arterielle Hypertonie - Adipositas Grad I

Als aktuelle Probleme nannten die Ärzte insbesondere die Bewegungsein schrän kung der Halswirbelsäule und Nackenschmerzen links, nach occipital und bis zum Ellbogen ausstrahlend, sowie Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter und hielten fest, e s sei insgesamt eine mässige Symptom auswei tung beobachtet worden (S. 3). 3.8

Dr. med. K.___ , Facharzt Radiologie FMH, gab in seinem Bericht zur MR-Arthographie links vom 18. April 2018 (Untersuchung datiert vom gleichen Tag; Urk. 12/50) folgende Beurteilung ab: - Verglichen mit der MR Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartikulärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Dis ten sion des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes - Etwas progrediente AC-Gelenksarthrose. Stationäre diskrete Bursitis suba cromialis und stationäre Insertionstendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursaseitig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette

3.9

Dr. med. L.___ , Facharzt für Radiologie FMH, führte in seinem Bericht vom 31. Mai 2018 ( Urk. 12/59) zum durchgeführten MRI der Halswirbelsäule aus, es sei en keine Wirbelkörperhöhenverminderung, kein Knochenmarksödem und keine interspinale Weichteilalteration festgestellt worden. Er stellte degenerative Veränderung en in den Segmenten C2/3 bis C4/5, in C2/3 Facettengelenks arthro sen rechtsbetont mit foraminaler Enge für C3 rechts, in C3/4 eine diskrete mediane Bandscheibenverwölbung , Retrospondylophyten und Facettengelenks arthro sen

mit foraminaler Enge für C4 beidseits, in C4/5 rechtsbetonte Facetten gelenksarthrosen sowie eine beginnende Einengung des Neuroforamens für C5 rechts fest. 3.10

Med. pract. M.___ , beraten der Arzt der Beschwerdegegnerin , hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 1 3. Juni 2018 ( Urk. 12/61) fest (S. 2) , es würden mit über wiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Folgen des Un falls vom 7. Oktober 2017 vorliegen. Sowohl an der Schulter als auch an der Halswirbelsäule bestünden Vorzustände im Sinne degenerativer Veränderungen. Mit einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen könne mit überwiegender Wahr scheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Beim Untersuchungsergebnis habe es sich um eine Distorsion sowohl der Schulter als auch der Halswirbelsäule gehandelt. Solche vorübergehenden, aber nicht richtungsgebenden Veränderungen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt. Im vorliegenden Fall liege somit ab Ende April 2018 ein Status quo sine für beide Regionen vor, dann spiele das Untersuchu ngsergebnis im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Die Arbeitsfähigkeit des Be schwerdeführers werde als gut beurteilt. Der Beschwerdeführer sei bezüglich Unfallfolgen ab sofort vollzeitig und ohne Einschränkungen einsetzbar. 3.11

Dr. med. N.___ , Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs appa rates FMH, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seinem Be rich t vom 1 7. Januar 2019 ( Urk. 12/91) aus, in der Zusammenschau der Bildge bung ergebe sich au s der Bildgebung von 2011, 2012, 2013 und 2018 die nat ür liche Progredienz des Vorschadens, welcher vorübergehend verschlimmert , aber nicht durch dokumentierte traumatische Läsionen richtungsgebend verschlimmert wor den sei. Der Status quo sine bezüglich der postulierten Distorsion des Schulter gelenks links sei überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem 1 8. April 2018 erreicht gewesen , da zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausalen Läsionen doku mentiert seien. Jedoch könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 1 8. April 2018 als Datum für den Status quo sine in Bezug auf das linke Schultergelenk attestiert werden. Bei ebenfalls fehlenden bildgebend darstellbaren Läsionen unfallkausal im Bereich der Halswirbelsäule könne mit MRI-Befund der Hals wirbelsäule vom 3 1. Mai 2018 der Status quo sine in Bezug auf die geklagten Nackenbeschwerden attestiert werden. Zudem gab Dr. N.___ an, im Bereich des linken Schultergelenks habe das Ereignis zu einer vorübergehenden Verschlim merung des Gesundheitszustandes an der linken Schulter geführt, wobei der Status quo sine mit dem 1 8. April 2018 mit überwiegend er Wahrscheinlich keit erreicht worden sei (S. 5). 3.12

Dr. med. univ. O.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (Urk. 7/2) fest, der Beschwerdeführer habe S chulterschmerzen links und spür e eine deutliche Bewegungseinschränkung (S. 1). Nach dem Unfall vom 17. Februar 2011 habe sich in der MRI Abklärung noch keine ACG Arthrose gezeigt. Am 13. März 2012 habe sich eine neu

aufgetretene ACG Arthrose gezeigt, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit posttraumatisch bedingt sei aufgrund der damals erlittenen AC Luxation Tossy I mit Kontusion des AC-Gelenkes. Am 1 8. April 2018 sei en eine progrediente ACG Arthrose und eine adhäsive Kapsulitis erkenn bar gewesen. Es würden somit immer noch Unfallfolgen des damaligen Unfalls vom 1 7. Februar 2011 vorliegen und es könne somit nicht von einer Krankheit ausgegangen werden. Durch den Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich auch eine adhäsive Kapsulitis entwickelt (S. 2 und 4 ).

In der Stellungnahme zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 2 1. Februar 2019 ( Urk. 7/1) führte Dr. O.___ aus, die Kapselsteife sei auf den Unfall vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen. Bei einer Kapselsteife komme es zu einer pathologisch verdickten und entzündeten Gelenkskapsel des g lenohu me ralen Gelenkes und zu einer Schrumpfung der Kapsel, sodass der Patient eine entsprechende Bewegungseinschränkung verspüre. Im März 2013 hätten nur geringe Zeichen einer Kapsulitis vorgelegen, erst s eit dem Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich die Situation an der linken Schulter verschlechtert. Es sei daher von einer unfallbedingten Verschlimmerung einer vorbestehende n

Kapsulitis aus zugehen . Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei es durch die schmerzbedingte Immo bilität kombiniert mit dem vorbestehenden Diabetes Mellitus zu dieser Ver schlechterung gekommen (S. 1). Bei einer Kapselsteife sei es schwieriger das Ge lenk zu punktieren. Der Radiologe habe jedoch eindeutige Zeichen eine r Kapsel steife beschrieben (S. 2). Die vorgeschädigte HWS des Beschwerdeführers habe eine vorübergehende Verschlimmerung erfahren und benötige einfach noch Zeit zur Genesung (S. 3). 4.

Strittig und zu prüfen ist zunächst der Zeitpunkt des Fallabschlusses , mithin die Frage, ob am 2 0. Juni 2018 von einer weiteren ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Steigerung der unfallbedingt eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zu erwarten war .

Bereits die erstbehandelnde Ärztin Dr. Y.___ verordnete im Oktober 2017 eine aktive Physiotherapie ( Urk. 12/9 S. 4 ), deren Fortführung Dr. Z.___ im Novem ber 2017 (E. 3.2) empfahl. Im Bericht der Rehaklinik J.___ vom 2 6. Februar 2018 ( Urk. 12/44 ) hielten die zuständigen Fachpersonen fest, dass die Häufigkeit und Dauer der bisherigen Therapie und der Anteil der Bewegungstherapie zu gering gewesen sei (S. 2) . Sie empfahlen eine intensivierte ambulante Therapie, zunächst zwei Mal wöchentlich Einzelphysiotherapie sowie zwei bis drei Mal wöchentlich eine medizinische Trainingstherapie , mit dem Ziel, längerfristig und sukzessive eine Steigerung der Belastbarkeit zur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer und der berufsspezifischen Kraft- und Ausdauerkomponente zu bewir ken . Unter diesen Therapieempfehlungen gingen die Ärzte von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus (S. 3). Med. pract . M.___ ging in seiner kreis ärztlichen Beurteil ung vom 1 3. Juni 2018 (vgl. E. 3.10 hiervor) vom Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit aus und führte aus, dass die unfallbedingten, vorübergehenden Veränderungen an der Halswirbelsäule nach allgemeiner Lehr auf fassung nach sechs Monaten ausgeheilt sein sollten und

ein Status quo sine ab Ende April 2018 erreicht sei. Aus den Akten ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, ob der Beschwerdeführer mit der von den Ärzten der Rehaklinik J.___ vorgeschlagenen Therapie begonnen hat oder erste Erfolge zu verzeichnen waren , und der Beschwerdeführer machte nicht geltend, dass bis anhin eine namhafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden konnte. Erst Dr. O.___ gab in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (vgl. E. 3.12 hiervor) an, die HWS des Beschwerdeführers brauche weiterhin Zeit zur Genesung und er sei weiterhin zwei Mal pro Woche in Physiotherapie.

Zusammenfassend wurde

seit dem Unfallereignis im Oktober 2017 als Therapie massnahme einzig Physiotherapie empfohlen , zuletzt im Februar 2018 , und eine

rasche

Steigerung der Arbeitsfähigkeit mittels intensivierter Physiotherapie wurde

als möglich erachtet . Im Juni 2018 ging der Kreisarzt bezüglich Unfallfolgen von einer voll zeitig en und uneingeschränkten Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers aus . Bei dieser Aktenlage war e ine namhafte B esserung nicht zu erwarten , sodass

die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu Recht per 2 0. Juni 2018 vornahm.

Daran ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach

d ie zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkran kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr beträgt (Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29. Juni

2010 E.

4.3 mit weiteren Hinweisen) , denn die Beschwerdegegnerin ver fügte den Fallabschluss über acht Monate nach dem Unfallereignis, was innerhalb des genannten zeitlichen Rahmens liegt.

Dem Fallabschluss standen sodann auch die geltend gemachten psychischen Beschwerden ( Urk. 1 S. 12) nicht entgegen, denn laut Bericht des behandelnden Psychiaters vom 1 0. Februar 2019 ( Urk. 3/5) stand der Beschwerdeführer diesbe züglich bereits seit dem 2 0. August 2017 und damit schon

vor dem Unfall dort in Behandlung (S. 1) . Weder wird im Bericht bezogen auf den 2017

erlittenen Unfall e ine Verschlechterung der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung und der depressiven Störung genannt

(S. 2 f.) noch wird aufgrund der verfolgten Therapie (S. 3) eine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt . 5.

5.1

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Bereich der linken Schulter mit Ausstrahlung in den linken Arm auf das Unfallereignis vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen sind.

Dr. med. Y.___

hielt fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstunter suchung Schmerzen in der linken Schulter angab (E. 3.1) und die Ärzte der Reha klinik J.___ diagnostizierten eine Schulterkontusion links aufgrund des Un falls (E. 3.7). Damit ist von einer infolge des Unfall s vom 1 7. Oktober 2017 erlittenen Schulterverletzung auszugehen . Im Übrigen anerkannte d ie Beschwer degegnerin

ihre Leistungspflicht für den Unfall mit Schreiben vom 2 5. Oktober 2017 ( Urk. 12/4) . Auch wenn eine nähere Prüfung sowie eine Differenzierung zwischen den Schulter- und Nackenbeschwerden erst im angefochtenen Ein spracheentscheid stattfand, ist damit die Beschwerdegegnerin beweispflichtig für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs.

Auf die erst mit Beschwer deantwort vorgebrachte Auffassung , dass bezüglich der linken Schulter der Un fallbegriff nicht erfüllt sei und ein natürlicher Kausalzusammenhang nie bestan den habe ( Urk. 11 S. 5 Ziff. 5.2) , ist damit nicht weiter einzugehen . 5.2

Aktenkundig ist ein krankhafter Vorzustand der linken Schulter (E. 3.8) . So wurden im MRI der Schulter links vom 1 3. März 2012 ( Urk. 13/103) eine AC-Gelenksarthrose festgestellt sowie eine leichte Bursitis subdeltoidea , eine kleinste bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine feinste SLAP 2-Läsion mit einem kleinen Labrumganglion. Aus der MRI-Untersuchung vom 1 1. März 2013 (Urk. 13/149) gehen sodann eine geringe AC-Arthrose, eine Tendinopathie der Subscapularissehne und der Bizepssehne sowie geringe Zeichen einer Kapsulitis

adhäsiva

hervor .

Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.

U 142 S.

75 E.

4b mit Hinweisen; nicht publi ziertes Urteil des Bundesgerichts U

172/94 vom 26.

April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits scha dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.

U 363 S.

45; BGE

119 V 7 E. 3c/ aa ). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sam menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall versicherer (RKUV 1994 Nr.

U 206 S.

328

f. E.

3b, 1992 Nr.

U 142 S. 76).

Dr. K.___ stellte im Rahmen seines Berich ts vom 1 8. April 2018 (vgl. E. 3.8 hiervor) im Vergleich zur Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartiku lärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Distension des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes fest. Zudem diagnostizierte er eine etwas progrediente AC-Gelenks arthrose, eine stationäre diskrete Bursitis subacromialis und stationäre Insertion stendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursasei tig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette . Med. pract.

M.___

ging bei der Schulterdistorsion davon aus, dass es sich um eine vor über gehende, aber nicht richtungsgebende V eränderung handle, welche nach all ge mei ner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt sei (E. 3.10). Dr. N.___ ging mangels an der Schulter dokumentierter unfallkausaler Läsionen

vom Fehlen einer richtungsgebenden Verschlimmerung aus . Vielmehr ergebe sich aus der Bildgebung 2011, 2012, 2013 und 2018 eine natürliche Progredienz des Vorschadens , der vorübergehend verschlimmert worden sei.

Zudem

seien keine Befunde bildgebend zur Darstellung gekommen, welche nicht bereits in den Jahren 2012 oder 2013 bekannt gewesen seien , dies gelte namentlich für die vor bestehende progrediente Gelenksarthrose (vgl. E. 3.11 hiervor).

Zu prüfen ist, ob hinsichtlich der vorbestehenden Gelenksarthrose und Kapsulitis

adhäsiva (« frozen

shoulder », Schultersteife) der Status quo sine erreicht worden war. O b es sich bei Letzterer um eine primäre, idiopathische Form handelt, welche häufig in Verbindung mit Diabetes oder Schilddrüsenstörungen auftritt, oder um eine sekundäre Form, welche unter anderem Folge einer Sehnenverletzung, Arth r os e oder eines Knochenbr uchs sein kann ( Urk. 14) , kann dabei offenbleiben. Denn fest steht, dass die bildgebend nachgewiesene Gelenksarthrose und die Schultersteife schon in den Jahren 2012 und 2013 bestanden. Rund fünf bezie hungsweise sechs Jahre später lag

der gleiche Befund vor , als neu wurde lediglich ein progredienter Verlauf vermerkt . Unter Berücksichtigung des weiteren Um stands, dass an der Schulter im Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurtei lenden Unfall weder Brüche noch Läsionen dokumentiert w urden , erscheint der kreisärztliche Schluss, dass eine allfällige Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife aufgrund des Unfalls jedenfalls nur vorübergehender Natur gewesen und der Status quo sine jedenfalls per 1 8. April 2018 erreicht worden war, als überzeugend.

Damit erscheint auf diesen Zeitpunkt hin das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung überwiegend wahrscheinlich , womit offen bleiben ka nn, inwieweit der Unfall überhaupt zu einer Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife geführt hat und die Progredienz nicht vielmehr aus schliesslich einem natürlichen Verlauf entspricht .

6.

6.1

Unter den Parteien ist unbestritten, dass es in Bezug auf die Nackenbeschwerden an einem organischen Substrat fehlt. Dies stimmt mit der Aktenlage überein:

So schloss Dr. Z.___ in seiner neurologische n Untersuchung vom 8. November 2017 (E. 3.2 hiervor) e ine Verletzung am Nervensystem bei einem normalen neu ro logischen Status aus .

Auch Dr. L.___ stellte aufgrund der MRI-Unter suchung vom 3 1. Mai 2018 (E.

3.9 hiervor) an der Halswirbelsäule lediglich degenerative Veränderungen fest und konnte insbesondere keine Wirbelkörperhöhenverminderung, k ein Knochen marksödem und k eine interspinale Weichteilalteration feststellen.

Med. pract. M.___ und Dr. N.___ hielten in ihren kreisärztlichen Beurtei lungen vom 1 3. Juni 2018 (E. 3.10

h iervor) und 1 7. Janu ar 2019 (E. 3.11 hiervor) dies bezüglich fest, dass keine unfallbedingten organisch-strukturelle n Läsionen vor liegen und an der Halswirbelsäule ein Vorzustand im Sinne degenerativer Verän derungen besteh t .

Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesge richts 8C_123/2018 vom 1 8. September 2019 E. 4.1.1 mit Hinweisen). In den auf geführten medizinischen Abklärungen konnt en lediglich degenerative Verände rungen festgestellt werden. Weder die neurologische Untersuchung noch das MRI ergaben traumatisch e Verletzungen. Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich richtig festgestellt hat, handelt es sich bei den noch geklagten Nacken be schwer den höchstens noch um Beschwerden, welche zwar als organisch imponieren, weil sie klinisch fassbar sind, denen aber ein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehlt. Es ist daher vom Fehlen von unfallkausalen, struktu rellen Läsionen und Beschwerden in diesem Zusammenhang auszugehen.

6.2

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7 . Oktober 2017 stehen. Ob dabei der adäquate Kausalzusammenhang nach den in BGE 115 V 133 ge nannten Grundsätzen (sogenannte Psycho-Praxis) oder nach der vom Bundes gericht mit BGE 117 V 359 begründeten und in BGE 134 V 109 präzisierten Recht sprechung (sogenannte Schleudertraum a- oder HWS-Praxis, vgl. dazu E. 1.4 hie r vor) zu prüfen ist, kann offen bleiben, wenn die Adäquanz des Kausal zusam menhangs auch bei Anwendung der für die versicherte Person günstige ren HWS-Praxis zu verneinen ist (vgl. Rumo-Jungo /Holzer, Rechtsprechung des Bundes gerichts zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 60).

Die Adäquanz ist nach der Schleudertrauma-Praxis dabei in jenem Zeitpunkt zu prüfen, in dem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung insgesamt

– so wohl in Bezug auf somatische wie auf psychische Leiden - keine namhafte Bes serung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (134 V 109 E. 4.1 S. 113 f.) , was vorliegend der Fall ist (vgl. E. 4) . 7.

7.1

Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Aufgrund des Verkehrsunfall-Rapports der Kantonspolizei Zürich ( Urk. 12/28 ), dem un fallanalytischen Gutachten (E. 3.5 hiervor) sowie der biomech anischen Beurteilung (E. 3.6 hiervor) ist aktenkundig, dass der Beschwer deführer mit seinem Personenwagen auf der Autobahn auf dem Normalstreifen unterwegs war, als er aufgrund von Verkehrsstockungen abbremsen musste. Der hinter ihm fahrende Lenke r konnte ebenfalls abbremsen, jedoch nicht auch die da hinter folgende Lenkerin. Diese prallte ins Heck des dem Beschwerdeführer folgenden Wagens, wodurch dessen Fahrzeug in das Heck des Wagens des Be schwerdeführers geschoben wurde. Durch die Kollision wurde das Heck des Be schwerdeführers eingedrückt. Sowohl nach dem unfallanalytischen Gutachten als auch nach der biomechanischen Kurzbeurteilung dürfte die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug des Beschwerdeführers zwi schen 4.5 und 7.5 km/h betragen haben. Der Wert liegt damit unter der für Heck kollisionen im Normalfall angenommenen Harmlosigkeitsgrenze von 10-15 km/h . Gemäss dem von Dr. Y.___ ausgefüllten Beschleunigungstrauma-Dokumen tationsbogen (E. 3.1 hiervor) verspürte der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall Nackenschmerzen, wobei später nach eigenen Angaben noch Schlaf störungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, manchmal Schwindel sowie psychische Störungen dazu gekommen seien . Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall jedoch weder bewusstlos noch musste er erbrechen, auch wies er keine äusseren Verletzungen auf. Entsprechend der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März

2009 E.

3.2, 8C_1020/2008 vom 8. April

2009 E.

5.1 und 8C_714/2009 vom 1 4. April 2010 E. 6.2) ist höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzube zie henden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundes ge richts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5). 7.2

7.2.1

Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Be jahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleu dertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beein flussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen , welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein ( BGE 134 V 109 E. 10.2.2).

Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, ist speziell geeignet, die «typischen» Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittel bar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (Urteil des Bundes gerichts 8C_757/2013 vom 4. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1).

Eine Verletzung besonderer Art ist nicht schon deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Autounfälle erlitten hat. Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (Urteil des Bundes gerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.1 mit Hinweis auf Urteil 8C_413/2008 E. 6.3.2).

Das MRI der HWS vom 3 1. Mai 2018 ergab kei ne Hinweise auf ossäre Läsionen.

Der Beschwerdeführer wies auch keine äusseren Verletzungen auf. Auch sonst kann nicht von erheblichen Verletzungen oder einer besonderen Schwere der am Unfalltag geklagten Beschwerden gesprochen werden. Eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und dadurch bewirkte Komplikationen sind nicht auszumachen , im Gegenteil bewegte sich der Beschwerdeführer gerade nach hinten (E. 3.6) . Der im Zeitpunkt de s Unfalls arbeitslose Beschwerdeführer hatte zwar bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 mehrere Unfälle

erlitten , doch ist bei den festgestellten degenerativen Beschwerden an der Wirbelsäule

nicht von einer erhebliche n Vorschädigung

auszugehen und auch der Beschwerde führer selbst gab an, vor dem Unfall am 7. Oktober 2017 beschwerdefrei gewesen zu sein (E. 3.4 hiervor). Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung ist damit zu verneinen.

Selbst wenn eine erhebliche Vor schädigung vorhanden und das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu bejahen wären, so beständen jedenfalls keine Anhalts punkte dafür, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre. 7.2.2

Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss ( BGE 134 V 109 E. 10.2.3) bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Ge sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medikamentöse Behandlungen vermögen das Krite rium nicht zu erfüllen ( Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1 1. September 2013 E. 8.3 ). Dies gilt auch für ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen, medizinische Trainingstherapie sowie für einen stationären Aufenthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die Behandlungen in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Insbesondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie, Kraniosakraltherapie , Neuraltherapie sowie Korti son infiltration oder Lymphdrainage nicht als überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden; praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweis auf Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4 ). Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verab reicht oder Psychopharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Neben wirkungen aufwiesen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Okto ber 2013 E. 7.3.2 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).

Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden seit dem Unfall bei verschiedenen Fachpersonen zu lindern versuchte, resultiert noch keine erhebliche Belastung im Sinne der Rechtsprechung, zumal eine Be handlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3 ). Ein unfa ll be dingter Behandlungsbedarf über den 2 0. Juni 2018 hinaus, welcher zu einer zusätzlichen Belastung führen könnte, ist zudem - wie bereits dargelegt - nicht erstellt. Das Kriterium der fortgesetzten s pezifischen, belastenden ärztli chen Be handlung ist damit nicht erfüllt. 7.2.3

Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fall abschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).

Der Beschwerdeführer leidet unter anderem an Nacken-, Schulter- und Kopf schmerzen und hat Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Er ist demnach in seinem Lebensalltag eingeschränkt. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist damit grundsätzlich zu bejahen. Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche Mass jedoch nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 3 0. August 2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hinweis). 7.2.4

Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt hierfür nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2 7. Mai 2010 E. 5.3). Ebenso wenig genügt der Umstand, dass die versicherte Person unter verschieden artigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizi nischer Unter suchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charak teristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b ). Auch eine Schmerzchroni fizierung oder eine psychische Überlagerung reichen dazu nicht aus, weil sie zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören (Urteil des Bundesge richts U 365/05 vom 11. Juli 2007 E. 5.2).

B esondere Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben, sind vorliegend keine auszumachen. Dass der Beschwer deführer bei mehreren Fachpersonen in Behandlung war, ändert daran nichts. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist das Kriterium des schwie rigen Heilungsverlaufs oder der erheblichen Komplikationen damit zu verneinen. 7.2.5

Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher mass gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn bar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person kö n nen sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persön li cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis auf

BGE 134 V 109 E. 10.2.7; vgl. auch Urteil 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.5 ).

Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren gun gen bis zum Fallabschluss bezieht sich nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten (Urteil des Bundesge richts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.7 mit Hinweis auf BGE 134 V

109 E. 10.2.7).

Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer irgendwelche Anstrengungen unternommen hat oder bis zum Fallabschluss einen Arbeitsver such gestartet hätte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus gewiesener Anstrengungen ist damit nicht erfüllt. 7.2.6

Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls oder der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, erfüllt sein könnten, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 7.3

Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines und dieses in nicht beson ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schwere grad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.

7. 4

Die vom Beschwerdeführer weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen stehen damit in keinem

adäquaten Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 7. Oktober 201 7. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann unter diesen Umständen offen gelassen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.5). Es ist deshalb nicht zu bean stan den, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen hinsichtlich der HWS-Be schwerden per 20. Juni 2018 einstellte. 8.

Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Susanne von Aesch - Suva - Bundesamt für Gesundheit 4 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubBabic

Erwägungen (38 Absätze)

E. 1 Der 1964 geborene X.___ war als arbeitslose Person bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1 7. Februar 2011 erlitt er einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine AC-Gelenksluxation links sowie eine Kontusion der Hals- und der Brustwirbelsäule zu ( Urk. 13/11 ) . Die Suva erbrachte in der Folge Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen und stellte diese vorerst mit Mitteilung vom 7. März 2012 per 1. April 2012 ( Urk. 13/ 99 ) und nach weiteren Abklärungen mit Verfügung vom 2 3. April 2013 ( Urk. 13/154) per 3 0. April 2013 ein unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit seit 1. April 201 3. Die dag egen erhobene Einsprache

( Urk. 13/159) hiess die Suva mit Entscheid vom 2 7. Juni 2013 ( Urk. 13/164) in dem Sinne teilweise gut ,

als sie die Taggeldleist ungen per 3 0. April 2013 terminierte . Die dagegen erhobene Be schwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 9. Oktober 20 14 (Urteil UV.2013.00194, Urk. 13/187 ) ab.

Am 7. Oktober 2017 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Die erst behandelnde Ärztin, Dr. med. Y.___ , Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH , stellte am 11. Oktober 2017 ( Urk. 12/9 ) eine Distorsion der Halswirbelsäule sowie eine Schulterkontusion links fest. Die Suva erbrach te die gesetzlichen Leis tungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung .

Nach eingeholten medizinischen Unterlagen

und bildgebenden Abklärungen

schlo ss die Suva mit Verfügung vom 1 3. Juni 2018 den Fall per 2 0. Juni 2018 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche rungsleis tungen verneinte sie mit der Begründung, die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und nach Prüfung der massge benden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen ( Urk. 12/62 ). Die vom Ver sicher ten gegen den Entscheid erhobenen Einsprachen vom 1 3. Juli 2018 ( Urk. 12/68 ) und 18. September 2018 ( Urk. 12/75 ) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 ab ( Urk. 2).

E. 1.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder lich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

E. 1.2 Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen , Reizbarkeit, Affektlabilität, De pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesund heit liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).

E. 1.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).

Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).

E. 1.4 Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal zu sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange zogen werden.

Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder trau ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/ aa und 367 E. 6a).

E. 1.5 Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber ge henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli che n Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi cher ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE

134 V

109, vgl. auch Urteil 8C _ 454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).

Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog nos tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, ins be son dere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem ber 2014 E. 3).

E. 1.6 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

E. 2 Dagegen erhob der Versicherte am 2 1. Februar 2019 Beschwerde ( Urk.

1) und beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere seien weiterhin Taggelder auszurichten und die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Eventualiter sei eine Begutach tung anzuordnen (S. 2) . Am 2 5. Februar 2019 ( Urk.

6) reichte er zwei medizi nische Berichte ein ( Urk. 7/1-2). Die Suva beantragte am 2 9. März 2019 ( Urk.

11) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 6. Juni 2019 (Urk. 17) und Duplik vom 1 8. Juli 2019 ( Urk.

20) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest, was ihnen mit Verfügung vom 1 1. Juni 2019 ( Urk.

18) und 2 2. Juli 2019 ( Urk.

21) jeweils zur Kenntnis gebracht wurde. Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

E. 2.1 Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 (Urk. 2) im Wesentlichen, dass die vom Beschwerdeführer ge klagten Schulterbeschwerden links vorbestehend und nicht auf das Unfallereig nis vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen, sondern degenerativer Natur seien (S. 8) . Die Nackenb eschwerden würden nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches bei diesem Unfall gesetzt worden wäre, und in Anwen dung der Schleudertrauma-Praxis (S. 10) sei – ausgehend von einem mittelschwe ren Unfall im Grenzbereich zu leichten Unfällen – die Adäquanz zu verneinen; insbesondere sei keines der Adäquanzkriterien erfüllt (S. 14 f.) . Da von einer Fortsetzung der physiotherapeutischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei, sei die Suva befugt gewesen, den adäquaten Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 1 3. Juni 2018 zu prüfen (S. 13). Daran ändere auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach nach unfallmedizinischer Erfahrung eine unfallbedingte Wirbelsäulenverletzung ohne Hervorrufen organisch-struktureller Läsionen an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei, denn die Suva habe ihre Leistungen über acht Monate nach dem Unfallereignis eingestellt, wo mit sie auch diese Frist klar eingehalten habe (S. 15). In der Beschwerdeantwort ( Urk.

11) ergänzte sie, dass hinsichtlich der linken Schulter der Beschwerdeführer beweispflichtig sei für das Bestehen einer Kausalität , da diese gar nie geprüft worden sei, und nicht erstellt sei, dass an der linken Schulter eine schädigende Einwirkung erfolgt sei. Infolgedessen sei der natürliche Kausalzusammenhang insbesondere in Bezug auf die adhäsive Kapsulitis zu verneinen (S. 5 f.).

Die diag nostizierte chronische Schmerzstörung habe sodann bereits vor dem Unfall vor gelegen, die Adäquanzprüfung habe in Anwendung der Psycho-Praxis zu erfol gen und sei ausgehend von einem leichten Unfall bereits von vornherein zu ver neinen (S. 9). Daran hielt sie mit Duplik ( Urk. 20) fest.

E. 2.2 Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt ( Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit dargetan, dass die Schulterbeschwerden links und insbesondere die adhäsive Kapsulitis

bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 in einer derart ausgeprägten Weise vorgelegen hätten , der Status quo sine erreicht sei und kein natürlicher Kausalzusammenhang (mehr) bestehe (S. 10 f.). Es liege mindestens eine Teilkausalität zwischen dem Unfall und den heute noch beste henden Beeinträchtigungen vor, weshalb die Beschwerdegegnerin nach wie vor leistungspflichtig sei (S. 12) . Hinsichtlich der physischen sowie der psychischen Schleudertraumabeschwerden stehe er nach wie vor in Behandlung. Dadurch sei mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen und eine positive Wirkung auf die noch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht berechtigt gewesen ,

den Fall abzuschliessen (S. 13). Insgesamt seien drei Adäquanzkriterien erfüllt, was bei einem schweren Unfall im mittleren Bereich für die Bejahung der Adäquanz genüge (S. 15). Zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sei zudem eventualiter eine Begutachtung anzu ordnen. Eine Begutachtung sei auch dann anzuordnen, wenn die Beschwerden, welche aus einem Schleudertraum a herrühren, länger als ein halbes Jahr an dauern würden (S. 16). Mit Replik ( Urk.

17) führte der Beschwerdeführer aus, es sei durch den Druck des Sicherheitsgurtes zu einer Schulterkontusion und da durch zur Verschlechterung des vorgeschädigten Schultergelenks gekommen , und der Sachverhalt erweise sich bezüglich der adhäsiven Kapsulitis als unzureichend ab geklärt (S. 3 ff.). Angesichts der im Vordergrund stehenden Schleudertraumabe schwerden sei die Psychopraxis nicht anwendbar, ferner sei der Unfall nicht als leicht einzustufen (S. 6).

E. 2.3 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin sichtlich des Unfalls vom 7. Oktober 2017 gestützt auf die vorhandene medizi nische Aktenlage und unter Ablehnung weiterer Dauerleistungen zu Recht per 20. Juni 2018 eingestellt hat oder ob weitere Abklärungen zur Frage der Unfall kausalität der Restbeschwerden notwendig sind.

E. 3.1 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach einem kranio -zervikale n Be schleunigungstrauma hielt Dr. med

Y.___ am 1 1. Oktober 2017 fest ( Urk. 12/9) , der Beschwerdeführer habe zum Beschwerdeverlauf seit dem Unfall zeitpunkt Nackenschmerzen und Schmerzen in der linken Schulter angegeben (Punkt 4). Als Befunde bei der Halswirbelsäule erhob sie anlässlich ihrer Untersuchung einen Druck- und einen Stauchungsschmerz ohne Ausstrahlung, keine weiteren Schmerzen sowie Kribbelparästhesien im Arm und der linken Hand (Punkt 6). Als Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation gab Dr. Y.___ den Grad II an (Punkt 7).

E. 3.2 Dr. med. Z.___ , Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. November 2017 zuhanden des Hausarztes Dr. med. A.___ ( Urk. 12/13) ein post traumatisches, cervico-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleu ni gungstrauma der Halswirbelsäule am 7. Oktober 2017 (S. 1) . Als relevante Befunde nannte er eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der Halswir bel säule, mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schulter mus kulatur . Bei einem normalen neurologischen Status sei eine Verletzung am Nervensystem nicht anzunehmen. Es bestehe ein Status nach Schulter- und Kopfprellungen links aufgrund des Unfalls vom 1 7. Februar 2011 bei bis anfangs 2012 andauernden Beschwerden. Vor dem Unfall sei der Beschwerdeführer seit 2012 beschwerdefrei gewesen. Er empfahl zudem die unveränderte Fortführung der Physiotherapie, da diese bis anhin etwas geholfen habe (S. 2) .

E. 3.3 Anlässlich des Gesprächs mit einer Aussendienstmitarbeiterin der Beschwerde gegnerin vom 4. Dezember 2017 (Urk. 12/20) schil derte der Beschwerdeführer unter anderem den Unfallhergang vom 7. Oktober 2017 und erklärte dabei, die Nacken- und Schulterschmerzen links seien innerhalb einer Stunde nach dem Unfall aufgetaucht. Er habe zudem Kribbelparästhesien in der linken Hand gespürt und der linke Arm habe von der Schulter bis in den Ellbogen geschmerzt (S. 3). Die Schulterbeschwerden links seien nach dem Unfall im Jahr 2011 abge heilt und nach dem aktuellen Unfall wieder aufgetreten, jedoch stärker als zuvor (S. 4).

E. 3.5 Im unfallanalytischen Gutachten vom 2 2. Dezember 2017 ( Urk. 12/31) wurde fest gehalten, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v-Wert)

des Fahrzeugs des Beschwerdeführers zwischen 4.5 und 7.5 km/h bezie hungs weise etwas tiefer (bis zu 2 km/h) gewesen sei. Es könne also von einem Mittelwert von ca. 6 km/h ausgegangen werden

(S. 1 und 11). Der Beschwer deführer und die übrigen Mitfahrer hätten sich infolge der Kollision in einem Winkel von ca. 0° zur Fahrzeuglängsachse etwas nach hinten bewegt (S. 1

E. 3.6 Dr. med .

C.___ , Fachärztin für Rechtsmedizin, Dr. sc. techn. D.___ , Privatdo zent für Trauma-Biomechanik und Biomechanik von Sportverletzungen F.___ , sowie Dr. sc. techn. G.___ , Dipl.-Ing. ETH und Dozent für Trauma-Bio mechanik F.___ , hielten in ihrer biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 2 0. Februar 2018 ( Urk. 12/41) fest, dass im Zuge der Heckkollision das Fahr zeug des Beschwerdeführers eine Geschwindigkeitsänderung unterhalb des Berei ches von 10-15 km/h erfahren habe. Der nicht auf das Ereignis gefasste, aufrecht sitzende Beschwerdeführer habe sich dadurch relativ zu seinem Fahrzeug gerade nach hinten bewegt, wobei er eventuell einen Anprall des Kopfes an der korrekt eingestellten Kopfstütze erlitten habe. Der Bereich für die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v), innerhalb welchem nach Heckkollisionen der kritische Wert für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden anzunehmen sei, liege für das angestossene Fahrzeug im Normalfall zwischen 10 und 15 km/h. Es sei im individuellen Fall abzuklären, ob Abweichungen vom Normalfall vorl ä gen beziehungsweise diese Abweichungen biomechanisch relevant seien. Als mögli cherweise biomechanisch relevante Besonderheit seien die aufgeführten früheren bereits ausgeheilten Beschwerden (Nacken- und Schulterbeschwerde n ) infolge früherer Unfälle (2011 Tramunfall, 2012 Treppensturz) zu diskutieren. Aufgrund der grossen zeitlichen Distanz zum aktuellen Ereignis sei nicht von einer rele vanten Abweichung vom Normalfall auszugehen. Aus biomechanischer Sicht ergebe sich aufgrund der technischen Bewertung und der medizinischen Unter lagen, dass die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festge stellten von der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie im hier vorliegenden Fall, nicht erklärbar seien (S. 4).

E. 3.7 Dr. med. univ. H.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med. I.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Reha bili tation FMH, beide von der Rehaklinik J.___ , hielten in ihrem Bericht vom 2 6. Februar 2018 über das ambulante Assessment ( Urk. 12/44) folgende Diag nosen fest (S. 1): - Unfall vom 7. Oktober 2017: Personenwagen-Heckaufprall - HWS-Distorsion QTF II - Schulterkontusion links - Diabetes mellitus Typ II insulinpflichtig - Arterielle Hypertonie - Adipositas Grad I

Als aktuelle Probleme nannten die Ärzte insbesondere die Bewegungsein schrän kung der Halswirbelsäule und Nackenschmerzen links, nach occipital und bis zum Ellbogen ausstrahlend, sowie Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter und hielten fest, e s sei insgesamt eine mässige Symptom auswei tung beobachtet worden (S. 3).

E. 3.8 Dr. med. K.___ , Facharzt Radiologie FMH, gab in seinem Bericht zur MR-Arthographie links vom 18. April 2018 (Untersuchung datiert vom gleichen Tag; Urk. 12/50) folgende Beurteilung ab: - Verglichen mit der MR Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartikulärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Dis ten sion des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes - Etwas progrediente AC-Gelenksarthrose. Stationäre diskrete Bursitis suba cromialis und stationäre Insertionstendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursaseitig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette

E. 3.9 hiervor) an der Halswirbelsäule lediglich degenerative Veränderungen fest und konnte insbesondere keine Wirbelkörperhöhenverminderung, k ein Knochen marksödem und k eine interspinale Weichteilalteration feststellen.

Med. pract. M.___ und Dr. N.___ hielten in ihren kreisärztlichen Beurtei lungen vom 1 3. Juni 2018 (E. 3.10

h iervor) und 1 7. Janu ar 2019 (E. 3.11 hiervor) dies bezüglich fest, dass keine unfallbedingten organisch-strukturelle n Läsionen vor liegen und an der Halswirbelsäule ein Vorzustand im Sinne degenerativer Verän derungen besteh t .

Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesge richts 8C_123/2018 vom 1 8. September 2019 E. 4.1.1 mit Hinweisen). In den auf geführten medizinischen Abklärungen konnt en lediglich degenerative Verände rungen festgestellt werden. Weder die neurologische Untersuchung noch das MRI ergaben traumatisch e Verletzungen. Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich richtig festgestellt hat, handelt es sich bei den noch geklagten Nacken be schwer den höchstens noch um Beschwerden, welche zwar als organisch imponieren, weil sie klinisch fassbar sind, denen aber ein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehlt. Es ist daher vom Fehlen von unfallkausalen, struktu rellen Läsionen und Beschwerden in diesem Zusammenhang auszugehen.

E. 3.10 Med. pract. M.___ , beraten der Arzt der Beschwerdegegnerin , hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 1 3. Juni 2018 ( Urk. 12/61) fest (S. 2) , es würden mit über wiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Folgen des Un falls vom 7. Oktober 2017 vorliegen. Sowohl an der Schulter als auch an der Halswirbelsäule bestünden Vorzustände im Sinne degenerativer Veränderungen. Mit einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen könne mit überwiegender Wahr scheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Beim Untersuchungsergebnis habe es sich um eine Distorsion sowohl der Schulter als auch der Halswirbelsäule gehandelt. Solche vorübergehenden, aber nicht richtungsgebenden Veränderungen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt. Im vorliegenden Fall liege somit ab Ende April 2018 ein Status quo sine für beide Regionen vor, dann spiele das Untersuchu ngsergebnis im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Die Arbeitsfähigkeit des Be schwerdeführers werde als gut beurteilt. Der Beschwerdeführer sei bezüglich Unfallfolgen ab sofort vollzeitig und ohne Einschränkungen einsetzbar.

E. 3.11 Dr. med. N.___ , Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs appa rates FMH, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seinem Be rich t vom 1 7. Januar 2019 ( Urk. 12/91) aus, in der Zusammenschau der Bildge bung ergebe sich au s der Bildgebung von 2011, 2012, 2013 und 2018 die nat ür liche Progredienz des Vorschadens, welcher vorübergehend verschlimmert , aber nicht durch dokumentierte traumatische Läsionen richtungsgebend verschlimmert wor den sei. Der Status quo sine bezüglich der postulierten Distorsion des Schulter gelenks links sei überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem 1 8. April 2018 erreicht gewesen , da zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausalen Läsionen doku mentiert seien. Jedoch könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 1 8. April 2018 als Datum für den Status quo sine in Bezug auf das linke Schultergelenk attestiert werden. Bei ebenfalls fehlenden bildgebend darstellbaren Läsionen unfallkausal im Bereich der Halswirbelsäule könne mit MRI-Befund der Hals wirbelsäule vom 3 1. Mai 2018 der Status quo sine in Bezug auf die geklagten Nackenbeschwerden attestiert werden. Zudem gab Dr. N.___ an, im Bereich des linken Schultergelenks habe das Ereignis zu einer vorübergehenden Verschlim merung des Gesundheitszustandes an der linken Schulter geführt, wobei der Status quo sine mit dem 1 8. April 2018 mit überwiegend er Wahrscheinlich keit erreicht worden sei (S. 5).

E. 3.12 Dr. med. univ. O.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (Urk. 7/2) fest, der Beschwerdeführer habe S chulterschmerzen links und spür e eine deutliche Bewegungseinschränkung (S. 1). Nach dem Unfall vom 17. Februar 2011 habe sich in der MRI Abklärung noch keine ACG Arthrose gezeigt. Am 13. März 2012 habe sich eine neu

aufgetretene ACG Arthrose gezeigt, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit posttraumatisch bedingt sei aufgrund der damals erlittenen AC Luxation Tossy I mit Kontusion des AC-Gelenkes. Am 1 8. April 2018 sei en eine progrediente ACG Arthrose und eine adhäsive Kapsulitis erkenn bar gewesen. Es würden somit immer noch Unfallfolgen des damaligen Unfalls vom 1 7. Februar 2011 vorliegen und es könne somit nicht von einer Krankheit ausgegangen werden. Durch den Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich auch eine adhäsive Kapsulitis entwickelt (S. 2 und 4 ).

In der Stellungnahme zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 2 1. Februar 2019 ( Urk. 7/1) führte Dr. O.___ aus, die Kapselsteife sei auf den Unfall vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen. Bei einer Kapselsteife komme es zu einer pathologisch verdickten und entzündeten Gelenkskapsel des g lenohu me ralen Gelenkes und zu einer Schrumpfung der Kapsel, sodass der Patient eine entsprechende Bewegungseinschränkung verspüre. Im März 2013 hätten nur geringe Zeichen einer Kapsulitis vorgelegen, erst s eit dem Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich die Situation an der linken Schulter verschlechtert. Es sei daher von einer unfallbedingten Verschlimmerung einer vorbestehende n

Kapsulitis aus zugehen . Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei es durch die schmerzbedingte Immo bilität kombiniert mit dem vorbestehenden Diabetes Mellitus zu dieser Ver schlechterung gekommen (S. 1). Bei einer Kapselsteife sei es schwieriger das Ge lenk zu punktieren. Der Radiologe habe jedoch eindeutige Zeichen eine r Kapsel steife beschrieben (S. 2). Die vorgeschädigte HWS des Beschwerdeführers habe eine vorübergehende Verschlimmerung erfahren und benötige einfach noch Zeit zur Genesung (S. 3).

E. 4 Strittig und zu prüfen ist zunächst der Zeitpunkt des Fallabschlusses , mithin die Frage, ob am 2 0. Juni 2018 von einer weiteren ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Steigerung der unfallbedingt eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zu erwarten war .

Bereits die erstbehandelnde Ärztin Dr. Y.___ verordnete im Oktober 2017 eine aktive Physiotherapie ( Urk. 12/9 S. 4 ), deren Fortführung Dr. Z.___ im Novem ber 2017 (E. 3.2) empfahl. Im Bericht der Rehaklinik J.___ vom 2 6. Februar 2018 ( Urk. 12/44 ) hielten die zuständigen Fachpersonen fest, dass die Häufigkeit und Dauer der bisherigen Therapie und der Anteil der Bewegungstherapie zu gering gewesen sei (S. 2) . Sie empfahlen eine intensivierte ambulante Therapie, zunächst zwei Mal wöchentlich Einzelphysiotherapie sowie zwei bis drei Mal wöchentlich eine medizinische Trainingstherapie , mit dem Ziel, längerfristig und sukzessive eine Steigerung der Belastbarkeit zur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer und der berufsspezifischen Kraft- und Ausdauerkomponente zu bewir ken . Unter diesen Therapieempfehlungen gingen die Ärzte von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus (S. 3). Med. pract . M.___ ging in seiner kreis ärztlichen Beurteil ung vom 1 3. Juni 2018 (vgl. E. 3.10 hiervor) vom Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit aus und führte aus, dass die unfallbedingten, vorübergehenden Veränderungen an der Halswirbelsäule nach allgemeiner Lehr auf fassung nach sechs Monaten ausgeheilt sein sollten und

ein Status quo sine ab Ende April 2018 erreicht sei. Aus den Akten ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, ob der Beschwerdeführer mit der von den Ärzten der Rehaklinik J.___ vorgeschlagenen Therapie begonnen hat oder erste Erfolge zu verzeichnen waren , und der Beschwerdeführer machte nicht geltend, dass bis anhin eine namhafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden konnte. Erst Dr. O.___ gab in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (vgl. E. 3.12 hiervor) an, die HWS des Beschwerdeführers brauche weiterhin Zeit zur Genesung und er sei weiterhin zwei Mal pro Woche in Physiotherapie.

Zusammenfassend wurde

seit dem Unfallereignis im Oktober 2017 als Therapie massnahme einzig Physiotherapie empfohlen , zuletzt im Februar 2018 , und eine

rasche

Steigerung der Arbeitsfähigkeit mittels intensivierter Physiotherapie wurde

als möglich erachtet . Im Juni 2018 ging der Kreisarzt bezüglich Unfallfolgen von einer voll zeitig en und uneingeschränkten Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers aus . Bei dieser Aktenlage war e ine namhafte B esserung nicht zu erwarten , sodass

die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu Recht per 2 0. Juni 2018 vornahm.

Daran ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach

d ie zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkran kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr beträgt (Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29. Juni

2010 E.

E. 4.3 mit weiteren Hinweisen) , denn die Beschwerdegegnerin ver fügte den Fallabschluss über acht Monate nach dem Unfallereignis, was innerhalb des genannten zeitlichen Rahmens liegt.

Dem Fallabschluss standen sodann auch die geltend gemachten psychischen Beschwerden ( Urk. 1 S. 12) nicht entgegen, denn laut Bericht des behandelnden Psychiaters vom 1 0. Februar 2019 ( Urk. 3/5) stand der Beschwerdeführer diesbe züglich bereits seit dem 2 0. August 2017 und damit schon

vor dem Unfall dort in Behandlung (S. 1) . Weder wird im Bericht bezogen auf den 2017

erlittenen Unfall e ine Verschlechterung der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung und der depressiven Störung genannt

(S. 2 f.) noch wird aufgrund der verfolgten Therapie (S. 3) eine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt .

E. 5.1 und 8C_714/2009 vom 1 4. April 2010 E. 6.2) ist höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzube zie henden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundes ge richts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5).

E. 5.2 Aktenkundig ist ein krankhafter Vorzustand der linken Schulter (E. 3.8) . So wurden im MRI der Schulter links vom 1 3. März 2012 ( Urk. 13/103) eine AC-Gelenksarthrose festgestellt sowie eine leichte Bursitis subdeltoidea , eine kleinste bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine feinste SLAP 2-Läsion mit einem kleinen Labrumganglion. Aus der MRI-Untersuchung vom 1 1. März 2013 (Urk. 13/149) gehen sodann eine geringe AC-Arthrose, eine Tendinopathie der Subscapularissehne und der Bizepssehne sowie geringe Zeichen einer Kapsulitis

adhäsiva

hervor .

Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.

U 142 S.

75 E.

4b mit Hinweisen; nicht publi ziertes Urteil des Bundesgerichts U

172/94 vom 26.

April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits scha dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.

U 363 S.

45; BGE

119 V 7 E. 3c/ aa ). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sam menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall versicherer (RKUV 1994 Nr.

U 206 S.

328

f. E.

3b, 1992 Nr.

U 142 S. 76).

Dr. K.___ stellte im Rahmen seines Berich ts vom 1 8. April 2018 (vgl. E. 3.8 hiervor) im Vergleich zur Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartiku lärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Distension des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes fest. Zudem diagnostizierte er eine etwas progrediente AC-Gelenks arthrose, eine stationäre diskrete Bursitis subacromialis und stationäre Insertion stendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursasei tig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette . Med. pract.

M.___

ging bei der Schulterdistorsion davon aus, dass es sich um eine vor über gehende, aber nicht richtungsgebende V eränderung handle, welche nach all ge mei ner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt sei (E. 3.10). Dr. N.___ ging mangels an der Schulter dokumentierter unfallkausaler Läsionen

vom Fehlen einer richtungsgebenden Verschlimmerung aus . Vielmehr ergebe sich aus der Bildgebung 2011, 2012, 2013 und 2018 eine natürliche Progredienz des Vorschadens , der vorübergehend verschlimmert worden sei.

Zudem

seien keine Befunde bildgebend zur Darstellung gekommen, welche nicht bereits in den Jahren 2012 oder 2013 bekannt gewesen seien , dies gelte namentlich für die vor bestehende progrediente Gelenksarthrose (vgl. E. 3.11 hiervor).

Zu prüfen ist, ob hinsichtlich der vorbestehenden Gelenksarthrose und Kapsulitis

adhäsiva (« frozen

shoulder », Schultersteife) der Status quo sine erreicht worden war. O b es sich bei Letzterer um eine primäre, idiopathische Form handelt, welche häufig in Verbindung mit Diabetes oder Schilddrüsenstörungen auftritt, oder um eine sekundäre Form, welche unter anderem Folge einer Sehnenverletzung, Arth r os e oder eines Knochenbr uchs sein kann ( Urk. 14) , kann dabei offenbleiben. Denn fest steht, dass die bildgebend nachgewiesene Gelenksarthrose und die Schultersteife schon in den Jahren 2012 und 2013 bestanden. Rund fünf bezie hungsweise sechs Jahre später lag

der gleiche Befund vor , als neu wurde lediglich ein progredienter Verlauf vermerkt . Unter Berücksichtigung des weiteren Um stands, dass an der Schulter im Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurtei lenden Unfall weder Brüche noch Läsionen dokumentiert w urden , erscheint der kreisärztliche Schluss, dass eine allfällige Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife aufgrund des Unfalls jedenfalls nur vorübergehender Natur gewesen und der Status quo sine jedenfalls per 1 8. April 2018 erreicht worden war, als überzeugend.

Damit erscheint auf diesen Zeitpunkt hin das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung überwiegend wahrscheinlich , womit offen bleiben ka nn, inwieweit der Unfall überhaupt zu einer Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife geführt hat und die Progredienz nicht vielmehr aus schliesslich einem natürlichen Verlauf entspricht .

E. 6.1 Unter den Parteien ist unbestritten, dass es in Bezug auf die Nackenbeschwerden an einem organischen Substrat fehlt. Dies stimmt mit der Aktenlage überein:

So schloss Dr. Z.___ in seiner neurologische n Untersuchung vom 8. November 2017 (E. 3.2 hiervor) e ine Verletzung am Nervensystem bei einem normalen neu ro logischen Status aus .

Auch Dr. L.___ stellte aufgrund der MRI-Unter suchung vom 3 1. Mai 2018 (E.

E. 6.2 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom

E. 7 4

Die vom Beschwerdeführer weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen stehen damit in keinem

adäquaten Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 7. Oktober 201 7. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann unter diesen Umständen offen gelassen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.5). Es ist deshalb nicht zu bean stan den, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen hinsichtlich der HWS-Be schwerden per 20. Juni 2018 einstellte.

E. 7.1 Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Aufgrund des Verkehrsunfall-Rapports der Kantonspolizei Zürich ( Urk. 12/28 ), dem un fallanalytischen Gutachten (E. 3.5 hiervor) sowie der biomech anischen Beurteilung (E. 3.6 hiervor) ist aktenkundig, dass der Beschwer deführer mit seinem Personenwagen auf der Autobahn auf dem Normalstreifen unterwegs war, als er aufgrund von Verkehrsstockungen abbremsen musste. Der hinter ihm fahrende Lenke r konnte ebenfalls abbremsen, jedoch nicht auch die da hinter folgende Lenkerin. Diese prallte ins Heck des dem Beschwerdeführer folgenden Wagens, wodurch dessen Fahrzeug in das Heck des Wagens des Be schwerdeführers geschoben wurde. Durch die Kollision wurde das Heck des Be schwerdeführers eingedrückt. Sowohl nach dem unfallanalytischen Gutachten als auch nach der biomechanischen Kurzbeurteilung dürfte die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug des Beschwerdeführers zwi schen 4.5 und 7.5 km/h betragen haben. Der Wert liegt damit unter der für Heck kollisionen im Normalfall angenommenen Harmlosigkeitsgrenze von 10-15 km/h . Gemäss dem von Dr. Y.___ ausgefüllten Beschleunigungstrauma-Dokumen tationsbogen (E. 3.1 hiervor) verspürte der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall Nackenschmerzen, wobei später nach eigenen Angaben noch Schlaf störungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, manchmal Schwindel sowie psychische Störungen dazu gekommen seien . Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall jedoch weder bewusstlos noch musste er erbrechen, auch wies er keine äusseren Verletzungen auf. Entsprechend der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März

2009 E.

3.2, 8C_1020/2008 vom 8. April

2009 E.

E. 7.2.1 Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Be jahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleu dertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beein flussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen , welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein ( BGE 134 V 109 E. 10.2.2).

Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, ist speziell geeignet, die «typischen» Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittel bar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (Urteil des Bundes gerichts 8C_757/2013 vom 4. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1).

Eine Verletzung besonderer Art ist nicht schon deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Autounfälle erlitten hat. Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (Urteil des Bundes gerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.1 mit Hinweis auf Urteil 8C_413/2008 E. 6.3.2).

Das MRI der HWS vom 3 1. Mai 2018 ergab kei ne Hinweise auf ossäre Läsionen.

Der Beschwerdeführer wies auch keine äusseren Verletzungen auf. Auch sonst kann nicht von erheblichen Verletzungen oder einer besonderen Schwere der am Unfalltag geklagten Beschwerden gesprochen werden. Eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und dadurch bewirkte Komplikationen sind nicht auszumachen , im Gegenteil bewegte sich der Beschwerdeführer gerade nach hinten (E. 3.6) . Der im Zeitpunkt de s Unfalls arbeitslose Beschwerdeführer hatte zwar bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 mehrere Unfälle

erlitten , doch ist bei den festgestellten degenerativen Beschwerden an der Wirbelsäule

nicht von einer erhebliche n Vorschädigung

auszugehen und auch der Beschwerde führer selbst gab an, vor dem Unfall am 7. Oktober 2017 beschwerdefrei gewesen zu sein (E. 3.4 hiervor). Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung ist damit zu verneinen.

Selbst wenn eine erhebliche Vor schädigung vorhanden und das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu bejahen wären, so beständen jedenfalls keine Anhalts punkte dafür, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre.

E. 7.2.2 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss ( BGE 134 V 109 E. 10.2.3) bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Ge sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medikamentöse Behandlungen vermögen das Krite rium nicht zu erfüllen ( Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1 1. September 2013 E. 8.3 ). Dies gilt auch für ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen, medizinische Trainingstherapie sowie für einen stationären Aufenthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die Behandlungen in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Insbesondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie, Kraniosakraltherapie , Neuraltherapie sowie Korti son infiltration oder Lymphdrainage nicht als überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden; praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweis auf Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4 ). Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verab reicht oder Psychopharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Neben wirkungen aufwiesen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Okto ber 2013 E. 7.3.2 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).

Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden seit dem Unfall bei verschiedenen Fachpersonen zu lindern versuchte, resultiert noch keine erhebliche Belastung im Sinne der Rechtsprechung, zumal eine Be handlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3 ). Ein unfa ll be dingter Behandlungsbedarf über den 2 0. Juni 2018 hinaus, welcher zu einer zusätzlichen Belastung führen könnte, ist zudem - wie bereits dargelegt - nicht erstellt. Das Kriterium der fortgesetzten s pezifischen, belastenden ärztli chen Be handlung ist damit nicht erfüllt.

E. 7.2.3 Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fall abschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).

Der Beschwerdeführer leidet unter anderem an Nacken-, Schulter- und Kopf schmerzen und hat Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Er ist demnach in seinem Lebensalltag eingeschränkt. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist damit grundsätzlich zu bejahen. Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche Mass jedoch nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 3 0. August 2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hinweis).

E. 7.2.4 Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt hierfür nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2 7. Mai 2010 E. 5.3). Ebenso wenig genügt der Umstand, dass die versicherte Person unter verschieden artigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizi nischer Unter suchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charak teristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b ). Auch eine Schmerzchroni fizierung oder eine psychische Überlagerung reichen dazu nicht aus, weil sie zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören (Urteil des Bundesge richts U 365/05 vom 11. Juli 2007 E. 5.2).

B esondere Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben, sind vorliegend keine auszumachen. Dass der Beschwer deführer bei mehreren Fachpersonen in Behandlung war, ändert daran nichts. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist das Kriterium des schwie rigen Heilungsverlaufs oder der erheblichen Komplikationen damit zu verneinen.

E. 7.2.5 Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher mass gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn bar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person kö n nen sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persön li cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis auf

BGE 134 V 109 E. 10.2.7; vgl. auch Urteil 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.5 ).

Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren gun gen bis zum Fallabschluss bezieht sich nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten (Urteil des Bundesge richts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.7 mit Hinweis auf BGE 134 V

109 E. 10.2.7).

Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer irgendwelche Anstrengungen unternommen hat oder bis zum Fallabschluss einen Arbeitsver such gestartet hätte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus gewiesener Anstrengungen ist damit nicht erfüllt.

E. 7.2.6 Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls oder der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, erfüllt sein könnten, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.

E. 7.3 Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines und dieses in nicht beson ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schwere grad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.

E. 8 Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Susanne von Aesch - Suva - Bundesamt für Gesundheit 4 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubBabic

Dispositiv
  1. Der 1964 geborene X.___ war als arbeitslose Person bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1
  2. Februar 2011 erlitt er einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine AC-Gelenksluxation links sowie eine Kontusion der Hals- und der Brustwirbelsäule zu ( Urk.  13/11 ) . Die Suva erbrachte in der Folge Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen und stellte diese vorerst mit Mitteilung vom
  3. März 2012 per
  4. April 2012 ( Urk.  13/ 99 ) und nach weiteren Abklärungen mit Verfügung vom 2
  5. April 2013 ( Urk.  13/154) per 3
  6. April 2013 ein unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit seit
  7. April 201
  8. Die dag egen erhobene Einsprache ( Urk.  13/159) hiess die Suva mit Entscheid vom 2
  9. Juni 2013 ( Urk.  13/164) in dem Sinne teilweise gut , als sie die Taggeldleist ungen per 3
  10. April 2013 terminierte . Die dagegen erhobene Be schwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
  11. Oktober 20 14 (Urteil UV.2013.00194, Urk.  13/187 ) ab.      Am
  12. Oktober 2017 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Die erst behandelnde Ärztin, Dr.  med. Y.___ , Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH , stellte am 11.  Oktober 2017 ( Urk.  12/9 ) eine Distorsion der Halswirbelsäule sowie eine Schulterkontusion links fest. Die Suva erbrach te die gesetzlichen Leis tungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung .      Nach eingeholten medizinischen Unterlagen und bildgebenden Abklärungen schlo ss die Suva mit Verfügung vom 1
  13. Juni 2018 den Fall per 2
  14. Juni 2018 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche rungsleis tungen verneinte sie mit der Begründung, die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und nach Prüfung der massge benden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen ( Urk.  12/62 ). Die vom Ver sicher ten gegen den Entscheid erhobenen Einsprachen vom 1
  15. Juli 2018 ( Urk.  12/68 ) und 18. September 2018 ( Urk.  12/75 ) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 21.  Januar 2019 ab ( Urk.  2).
  16. Dagegen erhob der Versicherte am 2
  17. Februar 2019 Beschwerde ( Urk.  1) und beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere seien weiterhin Taggelder auszurichten und die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Eventualiter sei eine Begutach tung anzuordnen (S. 2) . Am 2
  18. Februar 2019 ( Urk.  6) reichte er zwei medizi nische Berichte ein ( Urk.  7/1-2). Die Suva beantragte am 2
  19. März 2019 ( Urk.  11) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom
  20. Juni 2019 (Urk. 17) und Duplik vom 1
  21. Juli 2019 ( Urk.  20) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest, was ihnen mit Verfügung vom 1
  22. Juni 2019 ( Urk.  18) und 2
  23. Juli 2019 ( Urk.  21) jeweils zur Kenntnis gebracht wurde. Das Gericht zieht in Erwägung:
  24. 1.1      Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder lich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).      Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 1.2      Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen , Reizbarkeit, Affektlabilität, De pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesund heit liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b). 1.3      Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).      Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1). 1.4      Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal zu sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange zogen werden.           Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.      Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder trau ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/ aa und 367 E. 6a). 1.5      Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber ge henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli che n Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi cher ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE   134 V   109, vgl. auch Urteil 8C _ 454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).      Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog nos tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, ins be son dere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem ber 2014 E. 3). 1.6      Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
  25. 2.1      Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 (Urk. 2) im Wesentlichen, dass die vom Beschwerdeführer ge klagten Schulterbeschwerden links vorbestehend und nicht auf das Unfallereig nis vom
  26. Oktober 2017 zurückzuführen, sondern degenerativer Natur seien (S. 8) . Die Nackenb eschwerden würden nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches bei diesem Unfall gesetzt worden wäre, und in Anwen dung der Schleudertrauma-Praxis (S. 10) sei – ausgehend von einem mittelschwe ren Unfall im Grenzbereich zu leichten Unfällen – die Adäquanz zu verneinen; insbesondere sei keines der Adäquanzkriterien erfüllt (S. 14 f.) . Da von einer Fortsetzung der physiotherapeutischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei, sei die Suva befugt gewesen, den adäquaten Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 1
  27. Juni 2018 zu prüfen (S. 13). Daran ändere auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach nach unfallmedizinischer Erfahrung eine unfallbedingte Wirbelsäulenverletzung ohne Hervorrufen organisch-struktureller Läsionen an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei, denn die Suva habe ihre Leistungen über acht Monate nach dem Unfallereignis eingestellt, wo mit sie auch diese Frist klar eingehalten habe (S. 15). In der Beschwerdeantwort ( Urk.  11) ergänzte sie, dass hinsichtlich der linken Schulter der Beschwerdeführer beweispflichtig sei für das Bestehen einer Kausalität , da diese gar nie geprüft worden sei, und nicht erstellt sei, dass an der linken Schulter eine schädigende Einwirkung erfolgt sei. Infolgedessen sei der natürliche Kausalzusammenhang insbesondere in Bezug auf die adhäsive Kapsulitis zu verneinen (S. 5 f.). Die diag nostizierte chronische Schmerzstörung habe sodann bereits vor dem Unfall vor gelegen, die Adäquanzprüfung habe in Anwendung der Psycho-Praxis zu erfol gen und sei ausgehend von einem leichten Unfall bereits von vornherein zu ver neinen (S. 9). Daran hielt sie mit Duplik ( Urk.  20) fest. 2.2      Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt ( Urk.  1), die Beschwerdegegnerin habe nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit dargetan, dass die Schulterbeschwerden links und insbesondere die adhäsive Kapsulitis bereits vor dem Unfall vom
  28. Oktober 2017 in einer derart ausgeprägten Weise vorgelegen hätten , der Status quo sine erreicht sei und kein natürlicher Kausalzusammenhang (mehr) bestehe (S. 10 f.). Es liege mindestens eine Teilkausalität zwischen dem Unfall und den heute noch beste henden Beeinträchtigungen vor, weshalb die Beschwerdegegnerin nach wie vor leistungspflichtig sei (S. 12) . Hinsichtlich der physischen sowie der psychischen Schleudertraumabeschwerden stehe er nach wie vor in Behandlung. Dadurch sei mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen und eine positive Wirkung auf die noch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht berechtigt gewesen , den Fall abzuschliessen (S. 13). Insgesamt seien drei Adäquanzkriterien erfüllt, was bei einem schweren Unfall im mittleren Bereich für die Bejahung der Adäquanz genüge (S. 15). Zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sei zudem eventualiter eine Begutachtung anzu ordnen. Eine Begutachtung sei auch dann anzuordnen, wenn die Beschwerden, welche aus einem Schleudertraum a herrühren, länger als ein halbes Jahr an dauern würden (S. 16). Mit Replik ( Urk.  17) führte der Beschwerdeführer aus, es sei durch den Druck des Sicherheitsgurtes zu einer Schulterkontusion und da durch zur Verschlechterung des vorgeschädigten Schultergelenks gekommen , und der Sachverhalt erweise sich bezüglich der adhäsiven Kapsulitis als unzureichend ab geklärt (S. 3 ff.). Angesichts der im Vordergrund stehenden Schleudertraumabe schwerden sei die Psychopraxis nicht anwendbar, ferner sei der Unfall nicht als leicht einzustufen (S. 6). 2.3      Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin sichtlich des Unfalls vom 7. Oktober 2017 gestützt auf die vorhandene medizi nische Aktenlage und unter Ablehnung weiterer Dauerleistungen zu Recht per 20. Juni 2018 eingestellt hat oder ob weitere Abklärungen zur Frage der Unfall kausalität der Restbeschwerden notwendig sind.
  29. 3.1      Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach einem kranio -zervikale n Be schleunigungstrauma hielt Dr.  med Y.___ am 1
  30. Oktober 2017 fest ( Urk.  12/9) , der Beschwerdeführer habe zum Beschwerdeverlauf seit dem Unfall zeitpunkt Nackenschmerzen und Schmerzen in der linken Schulter angegeben (Punkt 4). Als Befunde bei der Halswirbelsäule erhob sie anlässlich ihrer Untersuchung einen Druck- und einen Stauchungsschmerz ohne Ausstrahlung, keine weiteren Schmerzen sowie Kribbelparästhesien im Arm und der linken Hand (Punkt 6). Als Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation gab Dr.  Y.___ den Grad II an (Punkt 7). 3.2      Dr.  med. Z.___ , Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. November 2017 zuhanden des Hausarztes Dr.  med. A.___ ( Urk.  12/13) ein post traumatisches, cervico-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleu ni gungstrauma der Halswirbelsäule am
  31. Oktober 2017 (S. 1) . Als relevante Befunde nannte er eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der Halswir bel säule, mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schulter mus kulatur . Bei einem normalen neurologischen Status sei eine Verletzung am Nervensystem nicht anzunehmen. Es bestehe ein Status nach Schulter- und Kopfprellungen links aufgrund des Unfalls vom 1
  32. Februar 2011 bei bis anfangs 2012 andauernden Beschwerden. Vor dem Unfall sei der Beschwerdeführer seit 2012 beschwerdefrei gewesen. Er empfahl zudem die unveränderte Fortführung der Physiotherapie, da diese bis anhin etwas geholfen habe (S. 2) . 3.3      Anlässlich des Gesprächs mit einer Aussendienstmitarbeiterin der Beschwerde gegnerin vom 4. Dezember 2017 (Urk. 12/20) schil derte der Beschwerdeführer unter anderem den Unfallhergang vom 7. Oktober 2017 und erklärte dabei, die Nacken- und Schulterschmerzen links seien innerhalb einer Stunde nach dem Unfall aufgetaucht. Er habe zudem Kribbelparästhesien in der linken Hand gespürt und der linke Arm habe von der Schulter bis in den Ellbogen geschmerzt (S. 3). Die Schulterbeschwerden links seien nach dem Unfall im Jahr 2011 abge heilt und nach dem aktuellen Unfall wieder aufgetreten, jedoch stärker als zuvor (S. 4).
  33. 4      Das am 1
  34. Dezember 2017 am Stadtspital B.___ durchgeführte Schädel-CT (Urk. 12/32) zeigte eine leichtgradig infratentoriell und parietookzipital akzen tuierte Hirnvolumenminderung. Anhaltspunkte für frische traumatische Läsionen ossär oder eine intrakranielle Blutung seien nicht festgestellt worden. Als Indi kation für das CT wurde ein Status nach Sturz auf den Hinterkopf am 9.  Dezember 2017, zunehmende okzipitale Schmerzen und Schwindel festgehalten. 3.5      Im unfallanalytischen Gutachten vom 2
  35. Dezember 2017 ( Urk.  12/31) wurde fest gehalten, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v-Wert) des Fahrzeugs des Beschwerdeführers zwischen 4.5 und 7.5 km/h bezie hungs weise etwas tiefer (bis zu 2 km/h) gewesen sei. Es könne also von einem Mittelwert von ca. 6 km/h ausgegangen werden (S. 1 und 11). Der Beschwer deführer und die übrigen Mitfahrer hätten sich infolge der Kollision in einem Winkel von ca. 0° zur Fahrzeuglängsachse etwas nach hinten bewegt (S. 1 4 ). Bei der Kollision habe eine mittlere Besc hleunigung zwischen 0.9 und 2.1 g gewirkt. Dies sei etwa vergleichbar mit dem 1- bis 2.5-fachen Wert, der bei einer Voll bremsung erzielt werde (S. 16). 3.6      Dr.  med . C.___ , Fachärztin für Rechtsmedizin, Dr.  sc. techn. D.___ , Privatdo zent für Trauma-Biomechanik und Biomechanik von Sportverletzungen F.___ , sowie Dr.  sc. techn. G.___ , Dipl.-Ing. ETH und Dozent für Trauma-Bio mechanik F.___ , hielten in ihrer biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 2
  36. Februar 2018 ( Urk.  12/41) fest, dass im Zuge der Heckkollision das Fahr zeug des Beschwerdeführers eine Geschwindigkeitsänderung unterhalb des Berei ches von 10-15 km/h erfahren habe. Der nicht auf das Ereignis gefasste, aufrecht sitzende Beschwerdeführer habe sich dadurch relativ zu seinem Fahrzeug gerade nach hinten bewegt, wobei er eventuell einen Anprall des Kopfes an der korrekt eingestellten Kopfstütze erlitten habe. Der Bereich für die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v), innerhalb welchem nach Heckkollisionen der kritische Wert für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden anzunehmen sei, liege für das angestossene Fahrzeug im Normalfall zwischen 10 und 15 km/h. Es sei im individuellen Fall abzuklären, ob Abweichungen vom Normalfall vorl ä gen beziehungsweise diese Abweichungen biomechanisch relevant seien. Als mögli cherweise biomechanisch relevante Besonderheit seien die aufgeführten früheren bereits ausgeheilten Beschwerden (Nacken- und Schulterbeschwerde n ) infolge früherer Unfälle (2011 Tramunfall, 2012 Treppensturz) zu diskutieren. Aufgrund der grossen zeitlichen Distanz zum aktuellen Ereignis sei nicht von einer rele vanten Abweichung vom Normalfall auszugehen. Aus biomechanischer Sicht ergebe sich aufgrund der technischen Bewertung und der medizinischen Unter lagen, dass die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festge stellten von der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie im hier vorliegenden Fall, nicht erklärbar seien (S. 4). 3.7      Dr.  med. univ. H.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr.  med. I.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Reha bili tation FMH, beide von der Rehaklinik J.___ , hielten in ihrem Bericht vom 2
  37. Februar 2018 über das ambulante Assessment ( Urk.  12/44) folgende Diag nosen fest (S. 1): - Unfall vom
  38. Oktober 2017: Personenwagen-Heckaufprall - HWS-Distorsion QTF II - Schulterkontusion links - Diabetes mellitus Typ II insulinpflichtig - Arterielle Hypertonie - Adipositas Grad I      Als aktuelle Probleme nannten die Ärzte insbesondere die Bewegungsein schrän kung der Halswirbelsäule und Nackenschmerzen links, nach occipital und bis zum Ellbogen ausstrahlend, sowie Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter und hielten fest, e s sei insgesamt eine mässige Symptom auswei tung beobachtet worden (S. 3). 3.8      Dr.  med. K.___ , Facharzt Radiologie FMH, gab in seinem Bericht zur MR-Arthographie links vom 18. April 2018 (Untersuchung datiert vom gleichen Tag; Urk.  12/50) folgende Beurteilung ab: - Verglichen mit der MR Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartikulärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Dis ten sion des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes - Etwas progrediente AC-Gelenksarthrose. Stationäre diskrete Bursitis suba cromialis und stationäre Insertionstendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursaseitig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette 3.9      Dr.  med. L.___ , Facharzt für Radiologie FMH, führte in seinem Bericht vom 31. Mai 2018 ( Urk.  12/59) zum durchgeführten MRI der Halswirbelsäule aus, es sei en keine Wirbelkörperhöhenverminderung, kein Knochenmarksödem und keine interspinale Weichteilalteration festgestellt worden. Er stellte degenerative Veränderung en in den Segmenten C2/3 bis C4/5, in C2/3 Facettengelenks arthro sen rechtsbetont mit foraminaler Enge für C3 rechts, in C3/4 eine diskrete mediane Bandscheibenverwölbung , Retrospondylophyten und Facettengelenks arthro sen mit foraminaler Enge für C4 beidseits, in C4/5 rechtsbetonte Facetten gelenksarthrosen sowie eine beginnende Einengung des Neuroforamens für C5 rechts fest. 3.10      Med. pract. M.___ , beraten der Arzt der Beschwerdegegnerin , hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 1
  39. Juni 2018 ( Urk.  12/61) fest (S. 2) , es würden mit über wiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Folgen des Un falls vom
  40. Oktober 2017 vorliegen. Sowohl an der Schulter als auch an der Halswirbelsäule bestünden Vorzustände im Sinne degenerativer Veränderungen. Mit einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen könne mit überwiegender Wahr scheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Beim Untersuchungsergebnis habe es sich um eine Distorsion sowohl der Schulter als auch der Halswirbelsäule gehandelt. Solche vorübergehenden, aber nicht richtungsgebenden Veränderungen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt. Im vorliegenden Fall liege somit ab Ende April 2018 ein Status quo sine für beide Regionen vor, dann spiele das Untersuchu ngsergebnis im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Die Arbeitsfähigkeit des Be schwerdeführers werde als gut beurteilt. Der Beschwerdeführer sei bezüglich Unfallfolgen ab sofort vollzeitig und ohne Einschränkungen einsetzbar. 3.11      Dr.  med. N.___ , Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs appa rates FMH, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seinem Be rich t vom 1
  41. Januar 2019 ( Urk.  12/91) aus, in der Zusammenschau der Bildge bung ergebe sich au s der Bildgebung von 2011, 2012, 2013 und 2018 die nat ür liche Progredienz des Vorschadens, welcher vorübergehend verschlimmert , aber nicht durch dokumentierte traumatische Läsionen richtungsgebend verschlimmert wor den sei. Der Status quo sine bezüglich der postulierten Distorsion des Schulter gelenks links sei überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem 1
  42. April 2018 erreicht gewesen , da zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausalen Läsionen doku mentiert seien. Jedoch könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 1
  43. April 2018 als Datum für den Status quo sine in Bezug auf das linke Schultergelenk attestiert werden. Bei ebenfalls fehlenden bildgebend darstellbaren Läsionen unfallkausal im Bereich der Halswirbelsäule könne mit MRI-Befund der Hals wirbelsäule vom 3
  44. Mai 2018 der Status quo sine in Bezug auf die geklagten Nackenbeschwerden attestiert werden. Zudem gab Dr.  N.___ an, im Bereich des linken Schultergelenks habe das Ereignis zu einer vorübergehenden Verschlim merung des Gesundheitszustandes an der linken Schulter geführt, wobei der Status quo sine mit dem 1
  45. April 2018 mit überwiegend er Wahrscheinlich keit erreicht worden sei (S. 5). 3.12      Dr.  med. univ. O.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt in seinem Bericht vom 2
  46. Februar 2019 (Urk. 7/2) fest, der Beschwerdeführer habe S chulterschmerzen links und spür e eine deutliche Bewegungseinschränkung (S. 1). Nach dem Unfall vom 17. Februar 2011 habe sich in der MRI Abklärung noch keine ACG Arthrose gezeigt. Am 13. März 2012 habe sich eine neu aufgetretene ACG Arthrose gezeigt, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit posttraumatisch bedingt sei aufgrund der damals erlittenen AC Luxation Tossy I mit Kontusion des AC-Gelenkes. Am 1
  47. April 2018 sei en eine progrediente ACG Arthrose und eine adhäsive Kapsulitis erkenn bar gewesen. Es würden somit immer noch Unfallfolgen des damaligen Unfalls vom 1
  48. Februar 2011 vorliegen und es könne somit nicht von einer Krankheit ausgegangen werden. Durch den Unfall vom
  49. Oktober 2017 habe sich auch eine adhäsive Kapsulitis entwickelt (S. 2 und 4 ).      In der Stellungnahme zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 2
  50. Februar 2019 ( Urk.  7/1) führte Dr.  O.___ aus, die Kapselsteife sei auf den Unfall vom
  51. Oktober 2017 zurückzuführen. Bei einer Kapselsteife komme es zu einer pathologisch verdickten und entzündeten Gelenkskapsel des g lenohu me ralen Gelenkes und zu einer Schrumpfung der Kapsel, sodass der Patient eine entsprechende Bewegungseinschränkung verspüre. Im März 2013 hätten nur geringe Zeichen einer Kapsulitis vorgelegen, erst s eit dem Unfall vom
  52. Oktober 2017 habe sich die Situation an der linken Schulter verschlechtert. Es sei daher von einer unfallbedingten Verschlimmerung einer vorbestehende n Kapsulitis aus zugehen . Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei es durch die schmerzbedingte Immo bilität kombiniert mit dem vorbestehenden Diabetes Mellitus zu dieser Ver schlechterung gekommen (S. 1). Bei einer Kapselsteife sei es schwieriger das Ge lenk zu punktieren. Der Radiologe habe jedoch eindeutige Zeichen eine r Kapsel steife beschrieben (S. 2). Die vorgeschädigte HWS des Beschwerdeführers habe eine vorübergehende Verschlimmerung erfahren und benötige einfach noch Zeit zur Genesung (S. 3).
  53. Strittig und zu prüfen ist zunächst der Zeitpunkt des Fallabschlusses , mithin die Frage, ob am 2
  54. Juni 2018 von einer weiteren ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Steigerung der unfallbedingt eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zu erwarten war .      Bereits die erstbehandelnde Ärztin Dr.  Y.___ verordnete im Oktober 2017 eine aktive Physiotherapie ( Urk.  12/9 S. 4 ), deren Fortführung Dr.  Z.___ im Novem ber 2017 (E. 3.2) empfahl. Im Bericht der Rehaklinik J.___ vom 2
  55. Februar 2018 ( Urk.  12/44 ) hielten die zuständigen Fachpersonen fest, dass die Häufigkeit und Dauer der bisherigen Therapie und der Anteil der Bewegungstherapie zu gering gewesen sei (S. 2) . Sie empfahlen eine intensivierte ambulante Therapie, zunächst zwei Mal wöchentlich Einzelphysiotherapie sowie zwei bis drei Mal wöchentlich eine medizinische Trainingstherapie , mit dem Ziel, längerfristig und sukzessive eine Steigerung der Belastbarkeit zur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer und der berufsspezifischen Kraft- und Ausdauerkomponente zu bewir ken . Unter diesen Therapieempfehlungen gingen die Ärzte von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus (S. 3). Med. pract . M.___ ging in seiner kreis ärztlichen Beurteil ung vom 1
  56. Juni 2018 (vgl. E. 3.10 hiervor) vom Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit aus und führte aus, dass die unfallbedingten, vorübergehenden Veränderungen an der Halswirbelsäule nach allgemeiner Lehr auf fassung nach sechs Monaten ausgeheilt sein sollten und ein Status quo sine ab Ende April 2018 erreicht sei. Aus den Akten ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, ob der Beschwerdeführer mit der von den Ärzten der Rehaklinik J.___ vorgeschlagenen Therapie begonnen hat oder erste Erfolge zu verzeichnen waren , und der Beschwerdeführer machte nicht geltend, dass bis anhin eine namhafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden konnte. Erst Dr.  O.___ gab in seinem Bericht vom 2
  57. Februar 2019 (vgl. E. 3.12 hiervor) an, die HWS des Beschwerdeführers brauche weiterhin Zeit zur Genesung und er sei weiterhin zwei Mal pro Woche in Physiotherapie.      Zusammenfassend wurde seit dem Unfallereignis im Oktober 2017 als Therapie massnahme einzig Physiotherapie empfohlen , zuletzt im Februar 2018 , und eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit mittels intensivierter Physiotherapie wurde als möglich erachtet . Im Juni 2018 ging der Kreisarzt bezüglich Unfallfolgen von einer voll zeitig en und uneingeschränkten Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers aus . Bei dieser Aktenlage war e ine namhafte B esserung nicht zu erwarten , sodass die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu Recht per 2
  58. Juni 2018 vornahm.      Daran ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach d ie zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkran kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr beträgt (Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29. Juni   2010 E.   4.3 mit weiteren Hinweisen) , denn die Beschwerdegegnerin ver fügte den Fallabschluss über acht Monate nach dem Unfallereignis, was innerhalb des genannten zeitlichen Rahmens liegt.      Dem Fallabschluss standen sodann auch die geltend gemachten psychischen Beschwerden ( Urk.  1 S. 12) nicht entgegen, denn laut Bericht des behandelnden Psychiaters vom 1
  59. Februar 2019 ( Urk.  3/5) stand der Beschwerdeführer diesbe züglich bereits seit dem 2
  60. August 2017 und damit schon vor dem Unfall dort in Behandlung (S. 1) . Weder wird im Bericht bezogen auf den 2017 erlittenen Unfall e ine Verschlechterung der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung und der depressiven Störung genannt (S. 2 f.) noch wird aufgrund der verfolgten Therapie (S. 3) eine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt .
  61. 5.1      Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Bereich der linken Schulter mit Ausstrahlung in den linken Arm auf das Unfallereignis vom
  62. Oktober 2017 zurückzuführen sind.      Dr.  med. Y.___ hielt fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstunter suchung Schmerzen in der linken Schulter angab (E. 3.1) und die Ärzte der Reha klinik J.___ diagnostizierten eine Schulterkontusion links aufgrund des Un falls (E. 3.7). Damit ist von einer infolge des Unfall s vom 1
  63. Oktober 2017 erlittenen Schulterverletzung auszugehen . Im Übrigen anerkannte d ie Beschwer degegnerin ihre Leistungspflicht für den Unfall mit Schreiben vom 2
  64. Oktober 2017 ( Urk.  12/4) . Auch wenn eine nähere Prüfung sowie eine Differenzierung zwischen den Schulter- und Nackenbeschwerden erst im angefochtenen Ein spracheentscheid stattfand, ist damit die Beschwerdegegnerin beweispflichtig für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs. Auf die erst mit Beschwer deantwort vorgebrachte Auffassung , dass bezüglich der linken Schulter der Un fallbegriff nicht erfüllt sei und ein natürlicher Kausalzusammenhang nie bestan den habe ( Urk.  11 S. 5 Ziff.  5.2) , ist damit nicht weiter einzugehen . 5.2      Aktenkundig ist ein krankhafter Vorzustand der linken Schulter (E. 3.8) . So wurden im MRI der Schulter links vom 1
  65. März 2012 ( Urk.  13/103) eine AC-Gelenksarthrose festgestellt sowie eine leichte Bursitis subdeltoidea , eine kleinste bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine feinste SLAP 2-Läsion mit einem kleinen Labrumganglion. Aus der MRI-Untersuchung vom 1
  66. März 2013 (Urk. 13/149) gehen sodann eine geringe AC-Arthrose, eine Tendinopathie der Subscapularissehne und der Bizepssehne sowie geringe Zeichen einer Kapsulitis adhäsiva hervor .      Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.   U 142 S.   75 E.   4b mit Hinweisen; nicht publi ziertes Urteil des Bundesgerichts U   172/94 vom 26.   April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits scha dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.   U 363 S.   45; BGE   119 V 7 E. 3c/ aa ). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sam menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall versicherer (RKUV 1994 Nr.   U 206 S.   328   f. E.   3b, 1992 Nr.   U 142 S. 76).      Dr.  K.___ stellte im Rahmen seines Berich ts vom 1
  67. April 2018 (vgl. E. 3.8 hiervor) im Vergleich zur Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartiku lärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Distension des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes fest. Zudem diagnostizierte er eine etwas progrediente AC-Gelenks arthrose, eine stationäre diskrete Bursitis subacromialis und stationäre Insertion stendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursasei tig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette . Med. pract. M.___ ging bei der Schulterdistorsion davon aus, dass es sich um eine vor über gehende, aber nicht richtungsgebende V eränderung handle, welche nach all ge mei ner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt sei (E. 3.10). Dr.  N.___ ging mangels an der Schulter dokumentierter unfallkausaler Läsionen vom Fehlen einer richtungsgebenden Verschlimmerung aus . Vielmehr ergebe sich aus der Bildgebung 2011, 2012, 2013 und 2018 eine natürliche Progredienz des Vorschadens , der vorübergehend verschlimmert worden sei. Zudem seien keine Befunde bildgebend zur Darstellung gekommen, welche nicht bereits in den Jahren 2012 oder 2013 bekannt gewesen seien , dies gelte namentlich für die vor bestehende progrediente Gelenksarthrose (vgl. E. 3.11 hiervor).      Zu prüfen ist, ob hinsichtlich der vorbestehenden Gelenksarthrose und Kapsulitis adhäsiva (« frozen shoulder », Schultersteife) der Status quo sine erreicht worden war. O b es sich bei Letzterer um eine primäre, idiopathische Form handelt, welche häufig in Verbindung mit Diabetes oder Schilddrüsenstörungen auftritt, oder um eine sekundäre Form, welche unter anderem Folge einer Sehnenverletzung, Arth r os e oder eines Knochenbr uchs sein kann ( Urk.  14) , kann dabei offenbleiben. Denn fest steht, dass die bildgebend nachgewiesene Gelenksarthrose und die Schultersteife schon in den Jahren 2012 und 2013 bestanden. Rund fünf bezie hungsweise sechs Jahre später lag der gleiche Befund vor , als neu wurde lediglich ein progredienter Verlauf vermerkt . Unter Berücksichtigung des weiteren Um stands, dass an der Schulter im Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurtei lenden Unfall weder Brüche noch Läsionen dokumentiert w urden , erscheint der kreisärztliche Schluss, dass eine allfällige Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife aufgrund des Unfalls jedenfalls nur vorübergehender Natur gewesen und der Status quo sine jedenfalls per 1
  68. April 2018 erreicht worden war, als überzeugend. Damit erscheint auf diesen Zeitpunkt hin das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung überwiegend wahrscheinlich , womit offen bleiben ka nn, inwieweit der Unfall überhaupt zu einer Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife geführt hat und die Progredienz nicht vielmehr aus schliesslich einem natürlichen Verlauf entspricht .
  69. 6.1      Unter den Parteien ist unbestritten, dass es in Bezug auf die Nackenbeschwerden an einem organischen Substrat fehlt. Dies stimmt mit der Aktenlage überein:      So schloss Dr.  Z.___ in seiner neurologische n Untersuchung vom
  70. November 2017 (E. 3.2 hiervor) e ine Verletzung am Nervensystem bei einem normalen neu ro logischen Status aus .      Auch Dr.  L.___ stellte aufgrund der MRI-Unter suchung vom 3
  71. Mai 2018 (E.   3.9 hiervor) an der Halswirbelsäule lediglich degenerative Veränderungen fest und konnte insbesondere keine Wirbelkörperhöhenverminderung, k ein Knochen marksödem und k eine interspinale Weichteilalteration feststellen.      Med. pract. M.___ und Dr.  N.___ hielten in ihren kreisärztlichen Beurtei lungen vom 1
  72. Juni 2018 (E. 3.10 h iervor) und 1
  73. Janu ar 2019 (E. 3.11 hiervor) dies bezüglich fest, dass keine unfallbedingten organisch-strukturelle n Läsionen vor liegen und an der Halswirbelsäule ein Vorzustand im Sinne degenerativer Verän derungen besteh t .      Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesge richts 8C_123/2018 vom 1
  74. September 2019 E. 4.1.1 mit Hinweisen). In den auf geführten medizinischen Abklärungen konnt en lediglich degenerative Verände rungen festgestellt werden. Weder die neurologische Untersuchung noch das MRI ergaben traumatisch e Verletzungen. Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich richtig festgestellt hat, handelt es sich bei den noch geklagten Nacken be schwer den höchstens noch um Beschwerden, welche zwar als organisch imponieren, weil sie klinisch fassbar sind, denen aber ein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehlt. Es ist daher vom Fehlen von unfallkausalen, struktu rellen Läsionen und Beschwerden in diesem Zusammenhang auszugehen.      6.2      Nachfolgend ist zu prüfen, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7 .  Oktober 2017 stehen. Ob dabei der adäquate Kausalzusammenhang nach den in BGE 115 V 133 ge nannten Grundsätzen (sogenannte Psycho-Praxis) oder nach der vom Bundes gericht mit BGE 117 V 359 begründeten und in BGE 134 V 109 präzisierten Recht sprechung (sogenannte Schleudertraum a- oder HWS-Praxis, vgl. dazu E. 1.4 hie r vor) zu prüfen ist, kann offen bleiben, wenn die Adäquanz des Kausal zusam menhangs auch bei Anwendung der für die versicherte Person günstige ren HWS-Praxis zu verneinen ist (vgl. Rumo-Jungo /Holzer, Rechtsprechung des Bundes gerichts zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S.  60). Die Adäquanz ist nach der Schleudertrauma-Praxis dabei in jenem Zeitpunkt zu prüfen, in dem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung insgesamt – so wohl in Bezug auf somatische wie auf psychische Leiden - keine namhafte Bes serung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (134 V 109 E. 4.1 S. 113 f.) , was vorliegend der Fall ist (vgl. E. 4) .
  75. 7.1      Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Aufgrund des Verkehrsunfall-Rapports der Kantonspolizei Zürich ( Urk.  12/28 ), dem un fallanalytischen Gutachten (E. 3.5 hiervor) sowie der biomech anischen Beurteilung (E. 3.6 hiervor) ist aktenkundig, dass der Beschwer deführer mit seinem Personenwagen auf der Autobahn auf dem Normalstreifen unterwegs war, als er aufgrund von Verkehrsstockungen abbremsen musste. Der hinter ihm fahrende Lenke r konnte ebenfalls abbremsen, jedoch nicht auch die da hinter folgende Lenkerin. Diese prallte ins Heck des dem Beschwerdeführer folgenden Wagens, wodurch dessen Fahrzeug in das Heck des Wagens des Be schwerdeführers geschoben wurde. Durch die Kollision wurde das Heck des Be schwerdeführers eingedrückt. Sowohl nach dem unfallanalytischen Gutachten als auch nach der biomechanischen Kurzbeurteilung dürfte die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug des Beschwerdeführers zwi schen 4.5 und 7.5 km/h betragen haben. Der Wert liegt damit unter der für Heck kollisionen im Normalfall angenommenen Harmlosigkeitsgrenze von 10-15 km/h . Gemäss dem von Dr.  Y.___ ausgefüllten Beschleunigungstrauma-Dokumen tationsbogen (E. 3.1 hiervor) verspürte der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall Nackenschmerzen, wobei später nach eigenen Angaben noch Schlaf störungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, manchmal Schwindel sowie psychische Störungen dazu gekommen seien . Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall jedoch weder bewusstlos noch musste er erbrechen, auch wies er keine äusseren Verletzungen auf. Entsprechend der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
  76. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März   2009 E.   3.2, 8C_1020/2008 vom
  77. April   2009 E.   5.1 und 8C_714/2009 vom 1
  78. April 2010 E. 6.2) ist höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzube zie henden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundes ge richts 8C_487/2009 vom
  79. Dezember 2009 E. 5). 7.2      7.2.1      Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Be jahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleu dertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beein flussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen , welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein ( BGE 134 V 109 E. 10.2.2).      Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, ist speziell geeignet, die «typischen» Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittel bar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (Urteil des Bundes gerichts 8C_757/2013 vom
  80. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1).      Eine Verletzung besonderer Art ist nicht schon deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Autounfälle erlitten hat. Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (Urteil des Bundes gerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.1 mit Hinweis auf Urteil 8C_413/2008 E. 6.3.2).      Das MRI der HWS vom 3
  81. Mai 2018 ergab kei ne Hinweise auf ossäre Läsionen. Der Beschwerdeführer wies auch keine äusseren Verletzungen auf. Auch sonst kann nicht von erheblichen Verletzungen oder einer besonderen Schwere der am Unfalltag geklagten Beschwerden gesprochen werden. Eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und dadurch bewirkte Komplikationen sind nicht auszumachen , im Gegenteil bewegte sich der Beschwerdeführer gerade nach hinten (E. 3.6) . Der im Zeitpunkt de s Unfalls arbeitslose Beschwerdeführer hatte zwar bereits vor dem Unfall vom
  82. Oktober 2017 mehrere Unfälle erlitten , doch ist bei den festgestellten degenerativen Beschwerden an der Wirbelsäule nicht von einer erhebliche n Vorschädigung auszugehen und auch der Beschwerde führer selbst gab an, vor dem Unfall am
  83. Oktober 2017 beschwerdefrei gewesen zu sein (E. 3.4 hiervor). Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung ist damit zu verneinen. Selbst wenn eine erhebliche Vor schädigung vorhanden und das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu bejahen wären, so beständen jedenfalls keine Anhalts punkte dafür, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre. 7.2.2      Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss ( BGE 134 V 109 E. 10.2.3) bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Ge sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medikamentöse Behandlungen vermögen das Krite rium nicht zu erfüllen ( Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1
  84. September 2013 E. 8.3 ). Dies gilt auch für ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen, medizinische Trainingstherapie sowie für einen stationären Aufenthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die Behandlungen in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Insbesondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie, Kraniosakraltherapie , Neuraltherapie sowie Korti son infiltration oder Lymphdrainage nicht als überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden; praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E.  4.4.3 mit Hinweis auf Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4 ). Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verab reicht oder Psychopharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Neben wirkungen aufwiesen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Okto ber 2013 E.  7.3.2 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).      Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden seit dem Unfall bei verschiedenen Fachpersonen zu lindern versuchte, resultiert noch keine erhebliche Belastung im Sinne der Rechtsprechung, zumal eine Be handlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3 ). Ein unfa ll be dingter Behandlungsbedarf über den 2
  85. Juni 2018 hinaus, welcher zu einer zusätzlichen Belastung führen könnte, ist zudem - wie bereits dargelegt - nicht erstellt. Das Kriterium der fortgesetzten s pezifischen, belastenden ärztli chen Be handlung ist damit nicht erfüllt. 7.2.3      Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fall abschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
  86. Februar 2014 E.  11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).      Der Beschwerdeführer leidet unter anderem an Nacken-, Schulter- und Kopf schmerzen und hat Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Er ist demnach in seinem Lebensalltag eingeschränkt. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist damit grundsätzlich zu bejahen. Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche Mass jedoch nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 3
  87. August 2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hinweis). 7.2.4      Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt hierfür nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
  88. Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
  89. Mai 2010 E. 5.3). Ebenso wenig genügt der Umstand, dass die versicherte Person unter verschieden artigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizi nischer Unter suchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charak teristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b ). Auch eine Schmerzchroni fizierung oder eine psychische Überlagerung reichen dazu nicht aus, weil sie zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören (Urteil des Bundesge richts U 365/05 vom 11. Juli 2007 E. 5.2).      B esondere Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben, sind vorliegend keine auszumachen. Dass der Beschwer deführer bei mehreren Fachpersonen in Behandlung war, ändert daran nichts. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist das Kriterium des schwie rigen Heilungsverlaufs oder der erheblichen Komplikationen damit zu verneinen. 7.2.5      Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher mass gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn bar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person kö n nen sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persön li cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art.  19 Abs.  1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
  90. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.7; vgl. auch Urteil 8C_635/2013 vom
  91. April 2014 E. 4.4.5 ).      Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren gun gen bis zum Fallabschluss bezieht sich nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten (Urteil des Bundesge richts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.7 mit Hinweis auf BGE 134 V   109 E. 10.2.7).      Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer irgendwelche Anstrengungen unternommen hat oder bis zum Fallabschluss einen Arbeitsver such gestartet hätte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus gewiesener Anstrengungen ist damit nicht erfüllt. 7.2.6      Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls oder der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, erfüllt sein könnten, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 7.3      Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines und dieses in nicht beson ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schwere grad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
  92. 4      Die vom Beschwerdeführer weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen stehen damit in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 7. Oktober 201
  93. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann unter diesen Umständen offen gelassen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.5). Es ist deshalb nicht zu bean stan den, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen hinsichtlich der HWS-Be schwerden per 20. Juni 2018 einstellte.
  94. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. Das Gericht erkennt:
  95. Die Beschwerde wird abgewiesen.
  96. Das Verfahren ist kostenlos. 3 .      Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Susanne von Aesch - Suva - Bundesamt für Gesundheit 4 .      Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art.  82 ff. in Verbindung mit Art.  90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
  97. Juli bis und mit 1
  98. August sowie vom 1
  99. Dezember bis und mit dem
  100. Januar ( Art.  46 BGG).      Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.      Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art.  42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubBabic
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich UV.2019.00048

III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Babic Urteil vom 1 2. Oktober 2020 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwältin Susanne von Aesch KSPartner Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich gegen Suva Rechtsabteilung Postfach 4358, 6002 Luzern Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1.

Der 1964 geborene X.___ war als arbeitslose Person bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1 7. Februar 2011 erlitt er einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine AC-Gelenksluxation links sowie eine Kontusion der Hals- und der Brustwirbelsäule zu ( Urk. 13/11 ) . Die Suva erbrachte in der Folge Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen und stellte diese vorerst mit Mitteilung vom 7. März 2012 per 1. April 2012 ( Urk. 13/ 99 ) und nach weiteren Abklärungen mit Verfügung vom 2 3. April 2013 ( Urk. 13/154) per 3 0. April 2013 ein unter Hinweis auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit seit 1. April 201 3. Die dag egen erhobene Einsprache

( Urk. 13/159) hiess die Suva mit Entscheid vom 2 7. Juni 2013 ( Urk. 13/164) in dem Sinne teilweise gut ,

als sie die Taggeldleist ungen per 3 0. April 2013 terminierte . Die dagegen erhobene Be schwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 9. Oktober 20 14 (Urteil UV.2013.00194, Urk. 13/187 ) ab.

Am 7. Oktober 2017 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Die erst behandelnde Ärztin, Dr. med. Y.___ , Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH , stellte am 11. Oktober 2017 ( Urk. 12/9 ) eine Distorsion der Halswirbelsäule sowie eine Schulterkontusion links fest. Die Suva erbrach te die gesetzlichen Leis tungen in Form von Taggeld und Heilbehandlung .

Nach eingeholten medizinischen Unterlagen

und bildgebenden Abklärungen

schlo ss die Suva mit Verfügung vom 1 3. Juni 2018 den Fall per 2 0. Juni 2018 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche rungsleis tungen verneinte sie mit der Begründung, die heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und nach Prüfung der massge benden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen ( Urk. 12/62 ). Die vom Ver sicher ten gegen den Entscheid erhobenen Einsprachen vom 1 3. Juli 2018 ( Urk. 12/68 ) und 18. September 2018 ( Urk. 12/75 ) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 ab ( Urk. 2). 2.

Dagegen erhob der Versicherte am 2 1. Februar 2019 Beschwerde ( Urk.

1) und beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere seien weiterhin Taggelder auszurichten und die Heilbehandlungskosten zu übernehmen. Eventualiter sei eine Begutach tung anzuordnen (S. 2) . Am 2 5. Februar 2019 ( Urk.

6) reichte er zwei medizi nische Berichte ein ( Urk. 7/1-2). Die Suva beantragte am 2 9. März 2019 ( Urk.

11) die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 6. Juni 2019 (Urk. 17) und Duplik vom 1 8. Juli 2019 ( Urk.

20) hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest, was ihnen mit Verfügung vom 1 1. Juni 2019 ( Urk.

18) und 2 2. Juli 2019 ( Urk.

21) jeweils zur Kenntnis gebracht wurde. Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1.1

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzu sammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforder lich, dass ein Unfall die alleinige oder un mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). 1.2

Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen , Reizbarkeit, Affektlabilität, De pression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzu sammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesund heit liche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b). 1.3

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).

Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1). 1.4

Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzu führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal zu sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange zogen werden.

Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder trau ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/ aa und 367 E. 6a). 1.5

Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber ge henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli che n Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi cher ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundes gerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE

134 V

109, vgl. auch Urteil 8C _ 454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).

Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog nos tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, ins be son dere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem ber 2014 E. 3). 1.6

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 2.

2.1

Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Januar 2019 (Urk. 2) im Wesentlichen, dass die vom Beschwerdeführer ge klagten Schulterbeschwerden links vorbestehend und nicht auf das Unfallereig nis vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen, sondern degenerativer Natur seien (S. 8) . Die Nackenb eschwerden würden nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches bei diesem Unfall gesetzt worden wäre, und in Anwen dung der Schleudertrauma-Praxis (S. 10) sei – ausgehend von einem mittelschwe ren Unfall im Grenzbereich zu leichten Unfällen – die Adäquanz zu verneinen; insbesondere sei keines der Adäquanzkriterien erfüllt (S. 14 f.) . Da von einer Fortsetzung der physiotherapeutischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten gewesen sei, sei die Suva befugt gewesen, den adäquaten Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung vom 1 3. Juni 2018 zu prüfen (S. 13). Daran ändere auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach nach unfallmedizinischer Erfahrung eine unfallbedingte Wirbelsäulenverletzung ohne Hervorrufen organisch-struktureller Läsionen an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätes tens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten sei, denn die Suva habe ihre Leistungen über acht Monate nach dem Unfallereignis eingestellt, wo mit sie auch diese Frist klar eingehalten habe (S. 15). In der Beschwerdeantwort ( Urk.

11) ergänzte sie, dass hinsichtlich der linken Schulter der Beschwerdeführer beweispflichtig sei für das Bestehen einer Kausalität , da diese gar nie geprüft worden sei, und nicht erstellt sei, dass an der linken Schulter eine schädigende Einwirkung erfolgt sei. Infolgedessen sei der natürliche Kausalzusammenhang insbesondere in Bezug auf die adhäsive Kapsulitis zu verneinen (S. 5 f.).

Die diag nostizierte chronische Schmerzstörung habe sodann bereits vor dem Unfall vor gelegen, die Adäquanzprüfung habe in Anwendung der Psycho-Praxis zu erfol gen und sei ausgehend von einem leichten Unfall bereits von vornherein zu ver neinen (S. 9). Daran hielt sie mit Duplik ( Urk. 20) fest. 2.2

Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt ( Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit dargetan, dass die Schulterbeschwerden links und insbesondere die adhäsive Kapsulitis

bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 in einer derart ausgeprägten Weise vorgelegen hätten , der Status quo sine erreicht sei und kein natürlicher Kausalzusammenhang (mehr) bestehe (S. 10 f.). Es liege mindestens eine Teilkausalität zwischen dem Unfall und den heute noch beste henden Beeinträchtigungen vor, weshalb die Beschwerdegegnerin nach wie vor leistungspflichtig sei (S. 12) . Hinsichtlich der physischen sowie der psychischen Schleudertraumabeschwerden stehe er nach wie vor in Behandlung. Dadurch sei mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen und eine positive Wirkung auf die noch eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin sei daher nicht berechtigt gewesen ,

den Fall abzuschliessen (S. 13). Insgesamt seien drei Adäquanzkriterien erfüllt, was bei einem schweren Unfall im mittleren Bereich für die Bejahung der Adäquanz genüge (S. 15). Zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sei zudem eventualiter eine Begutachtung anzu ordnen. Eine Begutachtung sei auch dann anzuordnen, wenn die Beschwerden, welche aus einem Schleudertraum a herrühren, länger als ein halbes Jahr an dauern würden (S. 16). Mit Replik ( Urk.

17) führte der Beschwerdeführer aus, es sei durch den Druck des Sicherheitsgurtes zu einer Schulterkontusion und da durch zur Verschlechterung des vorgeschädigten Schultergelenks gekommen , und der Sachverhalt erweise sich bezüglich der adhäsiven Kapsulitis als unzureichend ab geklärt (S. 3 ff.). Angesichts der im Vordergrund stehenden Schleudertraumabe schwerden sei die Psychopraxis nicht anwendbar, ferner sei der Unfall nicht als leicht einzustufen (S. 6). 2.3

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hin sichtlich des Unfalls vom 7. Oktober 2017 gestützt auf die vorhandene medizi nische Aktenlage und unter Ablehnung weiterer Dauerleistungen zu Recht per 20. Juni 2018 eingestellt hat oder ob weitere Abklärungen zur Frage der Unfall kausalität der Restbeschwerden notwendig sind. 3. 3.1

Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach einem kranio -zervikale n Be schleunigungstrauma hielt Dr. med

Y.___ am 1 1. Oktober 2017 fest ( Urk. 12/9) , der Beschwerdeführer habe zum Beschwerdeverlauf seit dem Unfall zeitpunkt Nackenschmerzen und Schmerzen in der linken Schulter angegeben (Punkt 4). Als Befunde bei der Halswirbelsäule erhob sie anlässlich ihrer Untersuchung einen Druck- und einen Stauchungsschmerz ohne Ausstrahlung, keine weiteren Schmerzen sowie Kribbelparästhesien im Arm und der linken Hand (Punkt 6). Als Diagnose in Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation gab Dr. Y.___ den Grad II an (Punkt 7). 3.2

Dr. med. Z.___ , Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. November 2017 zuhanden des Hausarztes Dr. med. A.___ ( Urk. 12/13) ein post traumatisches, cervico-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Beschleu ni gungstrauma der Halswirbelsäule am 7. Oktober 2017 (S. 1) . Als relevante Befunde nannte er eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der Halswir bel säule, mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schulter mus kulatur . Bei einem normalen neurologischen Status sei eine Verletzung am Nervensystem nicht anzunehmen. Es bestehe ein Status nach Schulter- und Kopfprellungen links aufgrund des Unfalls vom 1 7. Februar 2011 bei bis anfangs 2012 andauernden Beschwerden. Vor dem Unfall sei der Beschwerdeführer seit 2012 beschwerdefrei gewesen. Er empfahl zudem die unveränderte Fortführung der Physiotherapie, da diese bis anhin etwas geholfen habe (S. 2) . 3.3

Anlässlich des Gesprächs mit einer Aussendienstmitarbeiterin der Beschwerde gegnerin vom 4. Dezember 2017 (Urk. 12/20) schil derte der Beschwerdeführer unter anderem den Unfallhergang vom 7. Oktober 2017 und erklärte dabei, die Nacken- und Schulterschmerzen links seien innerhalb einer Stunde nach dem Unfall aufgetaucht. Er habe zudem Kribbelparästhesien in der linken Hand gespürt und der linke Arm habe von der Schulter bis in den Ellbogen geschmerzt (S. 3). Die Schulterbeschwerden links seien nach dem Unfall im Jahr 2011 abge heilt und nach dem aktuellen Unfall wieder aufgetreten, jedoch stärker als zuvor (S. 4). 3. 4

Das am 1 4. Dezember 2017 am Stadtspital B.___ durchgeführte Schädel-CT (Urk. 12/32) zeigte eine leichtgradig infratentoriell und parietookzipital akzen tuierte Hirnvolumenminderung. Anhaltspunkte für frische traumatische Läsionen ossär oder eine intrakranielle Blutung seien nicht festgestellt worden. Als Indi kation für das CT wurde ein Status nach Sturz auf den Hinterkopf am 9. Dezember 2017, zunehmende okzipitale Schmerzen und Schwindel festgehalten. 3.5

Im unfallanalytischen Gutachten vom 2 2. Dezember 2017 ( Urk. 12/31) wurde fest gehalten, dass die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v-Wert)

des Fahrzeugs des Beschwerdeführers zwischen 4.5 und 7.5 km/h bezie hungs weise etwas tiefer (bis zu 2 km/h) gewesen sei. Es könne also von einem Mittelwert von ca. 6 km/h ausgegangen werden

(S. 1 und 11). Der Beschwer deführer und die übrigen Mitfahrer hätten sich infolge der Kollision in einem Winkel von ca. 0° zur Fahrzeuglängsachse etwas nach hinten bewegt (S. 1 4 ). Bei der Kollision habe eine mittlere Besc hleunigung zwischen 0.9 und 2.1 g gewirkt. Dies sei etwa vergleichbar mit dem 1- bis 2.5-fachen Wert, der bei einer Voll bremsung erzielt werde (S. 16). 3.6

Dr. med .

C.___ , Fachärztin für Rechtsmedizin, Dr. sc. techn. D.___ , Privatdo zent für Trauma-Biomechanik und Biomechanik von Sportverletzungen F.___ , sowie Dr. sc. techn. G.___ , Dipl.-Ing. ETH und Dozent für Trauma-Bio mechanik F.___ , hielten in ihrer biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 2 0. Februar 2018 ( Urk. 12/41) fest, dass im Zuge der Heckkollision das Fahr zeug des Beschwerdeführers eine Geschwindigkeitsänderung unterhalb des Berei ches von 10-15 km/h erfahren habe. Der nicht auf das Ereignis gefasste, aufrecht sitzende Beschwerdeführer habe sich dadurch relativ zu seinem Fahrzeug gerade nach hinten bewegt, wobei er eventuell einen Anprall des Kopfes an der korrekt eingestellten Kopfstütze erlitten habe. Der Bereich für die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v), innerhalb welchem nach Heckkollisionen der kritische Wert für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden anzunehmen sei, liege für das angestossene Fahrzeug im Normalfall zwischen 10 und 15 km/h. Es sei im individuellen Fall abzuklären, ob Abweichungen vom Normalfall vorl ä gen beziehungsweise diese Abweichungen biomechanisch relevant seien. Als mögli cherweise biomechanisch relevante Besonderheit seien die aufgeführten früheren bereits ausgeheilten Beschwerden (Nacken- und Schulterbeschwerde n ) infolge früherer Unfälle (2011 Tramunfall, 2012 Treppensturz) zu diskutieren. Aufgrund der grossen zeitlichen Distanz zum aktuellen Ereignis sei nicht von einer rele vanten Abweichung vom Normalfall auszugehen. Aus biomechanischer Sicht ergebe sich aufgrund der technischen Bewertung und der medizinischen Unter lagen, dass die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festge stellten von der Halswirbelsäule ausgehenden Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie im hier vorliegenden Fall, nicht erklärbar seien (S. 4). 3.7

Dr. med. univ. H.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med. I.___ , Facharzt für Physikalische Medizin und Reha bili tation FMH, beide von der Rehaklinik J.___ , hielten in ihrem Bericht vom 2 6. Februar 2018 über das ambulante Assessment ( Urk. 12/44) folgende Diag nosen fest (S. 1): - Unfall vom 7. Oktober 2017: Personenwagen-Heckaufprall - HWS-Distorsion QTF II - Schulterkontusion links - Diabetes mellitus Typ II insulinpflichtig - Arterielle Hypertonie - Adipositas Grad I

Als aktuelle Probleme nannten die Ärzte insbesondere die Bewegungsein schrän kung der Halswirbelsäule und Nackenschmerzen links, nach occipital und bis zum Ellbogen ausstrahlend, sowie Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der linken Schulter und hielten fest, e s sei insgesamt eine mässige Symptom auswei tung beobachtet worden (S. 3). 3.8

Dr. med. K.___ , Facharzt Radiologie FMH, gab in seinem Bericht zur MR-Arthographie links vom 18. April 2018 (Untersuchung datiert vom gleichen Tag; Urk. 12/50) folgende Beurteilung ab: - Verglichen mit der MR Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartikulärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Dis ten sion des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes - Etwas progrediente AC-Gelenksarthrose. Stationäre diskrete Bursitis suba cromialis und stationäre Insertionstendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursaseitig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette

3.9

Dr. med. L.___ , Facharzt für Radiologie FMH, führte in seinem Bericht vom 31. Mai 2018 ( Urk. 12/59) zum durchgeführten MRI der Halswirbelsäule aus, es sei en keine Wirbelkörperhöhenverminderung, kein Knochenmarksödem und keine interspinale Weichteilalteration festgestellt worden. Er stellte degenerative Veränderung en in den Segmenten C2/3 bis C4/5, in C2/3 Facettengelenks arthro sen rechtsbetont mit foraminaler Enge für C3 rechts, in C3/4 eine diskrete mediane Bandscheibenverwölbung , Retrospondylophyten und Facettengelenks arthro sen

mit foraminaler Enge für C4 beidseits, in C4/5 rechtsbetonte Facetten gelenksarthrosen sowie eine beginnende Einengung des Neuroforamens für C5 rechts fest. 3.10

Med. pract. M.___ , beraten der Arzt der Beschwerdegegnerin , hielt in seiner Aktenbeurteilung vom 1 3. Juni 2018 ( Urk. 12/61) fest (S. 2) , es würden mit über wiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Folgen des Un falls vom 7. Oktober 2017 vorliegen. Sowohl an der Schulter als auch an der Halswirbelsäule bestünden Vorzustände im Sinne degenerativer Veränderungen. Mit einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen könne mit überwiegender Wahr scheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Beim Untersuchungsergebnis habe es sich um eine Distorsion sowohl der Schulter als auch der Halswirbelsäule gehandelt. Solche vorübergehenden, aber nicht richtungsgebenden Veränderungen seien nach allgemeiner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt. Im vorliegenden Fall liege somit ab Ende April 2018 ein Status quo sine für beide Regionen vor, dann spiele das Untersuchu ngsergebnis im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Die Arbeitsfähigkeit des Be schwerdeführers werde als gut beurteilt. Der Beschwerdeführer sei bezüglich Unfallfolgen ab sofort vollzeitig und ohne Einschränkungen einsetzbar. 3.11

Dr. med. N.___ , Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungs appa rates FMH, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, führte in seinem Be rich t vom 1 7. Januar 2019 ( Urk. 12/91) aus, in der Zusammenschau der Bildge bung ergebe sich au s der Bildgebung von 2011, 2012, 2013 und 2018 die nat ür liche Progredienz des Vorschadens, welcher vorübergehend verschlimmert , aber nicht durch dokumentierte traumatische Läsionen richtungsgebend verschlimmert wor den sei. Der Status quo sine bezüglich der postulierten Distorsion des Schulter gelenks links sei überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem 1 8. April 2018 erreicht gewesen , da zu diesem Zeitpunkt keine unfallkausalen Läsionen doku mentiert seien. Jedoch könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der 1 8. April 2018 als Datum für den Status quo sine in Bezug auf das linke Schultergelenk attestiert werden. Bei ebenfalls fehlenden bildgebend darstellbaren Läsionen unfallkausal im Bereich der Halswirbelsäule könne mit MRI-Befund der Hals wirbelsäule vom 3 1. Mai 2018 der Status quo sine in Bezug auf die geklagten Nackenbeschwerden attestiert werden. Zudem gab Dr. N.___ an, im Bereich des linken Schultergelenks habe das Ereignis zu einer vorübergehenden Verschlim merung des Gesundheitszustandes an der linken Schulter geführt, wobei der Status quo sine mit dem 1 8. April 2018 mit überwiegend er Wahrscheinlich keit erreicht worden sei (S. 5). 3.12

Dr. med. univ. O.___ , Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, hielt in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (Urk. 7/2) fest, der Beschwerdeführer habe S chulterschmerzen links und spür e eine deutliche Bewegungseinschränkung (S. 1). Nach dem Unfall vom 17. Februar 2011 habe sich in der MRI Abklärung noch keine ACG Arthrose gezeigt. Am 13. März 2012 habe sich eine neu

aufgetretene ACG Arthrose gezeigt, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit posttraumatisch bedingt sei aufgrund der damals erlittenen AC Luxation Tossy I mit Kontusion des AC-Gelenkes. Am 1 8. April 2018 sei en eine progrediente ACG Arthrose und eine adhäsive Kapsulitis erkenn bar gewesen. Es würden somit immer noch Unfallfolgen des damaligen Unfalls vom 1 7. Februar 2011 vorliegen und es könne somit nicht von einer Krankheit ausgegangen werden. Durch den Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich auch eine adhäsive Kapsulitis entwickelt (S. 2 und 4 ).

In der Stellungnahme zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 2 1. Februar 2019 ( Urk. 7/1) führte Dr. O.___ aus, die Kapselsteife sei auf den Unfall vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen. Bei einer Kapselsteife komme es zu einer pathologisch verdickten und entzündeten Gelenkskapsel des g lenohu me ralen Gelenkes und zu einer Schrumpfung der Kapsel, sodass der Patient eine entsprechende Bewegungseinschränkung verspüre. Im März 2013 hätten nur geringe Zeichen einer Kapsulitis vorgelegen, erst s eit dem Unfall vom 7. Oktober 2017 habe sich die Situation an der linken Schulter verschlechtert. Es sei daher von einer unfallbedingten Verschlimmerung einer vorbestehende n

Kapsulitis aus zugehen . Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei es durch die schmerzbedingte Immo bilität kombiniert mit dem vorbestehenden Diabetes Mellitus zu dieser Ver schlechterung gekommen (S. 1). Bei einer Kapselsteife sei es schwieriger das Ge lenk zu punktieren. Der Radiologe habe jedoch eindeutige Zeichen eine r Kapsel steife beschrieben (S. 2). Die vorgeschädigte HWS des Beschwerdeführers habe eine vorübergehende Verschlimmerung erfahren und benötige einfach noch Zeit zur Genesung (S. 3). 4.

Strittig und zu prüfen ist zunächst der Zeitpunkt des Fallabschlusses , mithin die Frage, ob am 2 0. Juni 2018 von einer weiteren ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Steigerung der unfallbedingt eingeschränkten Arbeitsfähigkeit zu erwarten war .

Bereits die erstbehandelnde Ärztin Dr. Y.___ verordnete im Oktober 2017 eine aktive Physiotherapie ( Urk. 12/9 S. 4 ), deren Fortführung Dr. Z.___ im Novem ber 2017 (E. 3.2) empfahl. Im Bericht der Rehaklinik J.___ vom 2 6. Februar 2018 ( Urk. 12/44 ) hielten die zuständigen Fachpersonen fest, dass die Häufigkeit und Dauer der bisherigen Therapie und der Anteil der Bewegungstherapie zu gering gewesen sei (S. 2) . Sie empfahlen eine intensivierte ambulante Therapie, zunächst zwei Mal wöchentlich Einzelphysiotherapie sowie zwei bis drei Mal wöchentlich eine medizinische Trainingstherapie , mit dem Ziel, längerfristig und sukzessive eine Steigerung der Belastbarkeit zur Verbesserung der allgemeinen Ausdauer und der berufsspezifischen Kraft- und Ausdauerkomponente zu bewir ken . Unter diesen Therapieempfehlungen gingen die Ärzte von einer raschen Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus (S. 3). Med. pract . M.___ ging in seiner kreis ärztlichen Beurteil ung vom 1 3. Juni 2018 (vgl. E. 3.10 hiervor) vom Fehlen einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit aus und führte aus, dass die unfallbedingten, vorübergehenden Veränderungen an der Halswirbelsäule nach allgemeiner Lehr auf fassung nach sechs Monaten ausgeheilt sein sollten und

ein Status quo sine ab Ende April 2018 erreicht sei. Aus den Akten ergeben sich ferner keine Hinweise darauf, ob der Beschwerdeführer mit der von den Ärzten der Rehaklinik J.___ vorgeschlagenen Therapie begonnen hat oder erste Erfolge zu verzeichnen waren , und der Beschwerdeführer machte nicht geltend, dass bis anhin eine namhafte Verbesserung der Beschwerden erreicht werden konnte. Erst Dr. O.___ gab in seinem Bericht vom 2 1. Februar 2019 (vgl. E. 3.12 hiervor) an, die HWS des Beschwerdeführers brauche weiterhin Zeit zur Genesung und er sei weiterhin zwei Mal pro Woche in Physiotherapie.

Zusammenfassend wurde

seit dem Unfallereignis im Oktober 2017 als Therapie massnahme einzig Physiotherapie empfohlen , zuletzt im Februar 2018 , und eine

rasche

Steigerung der Arbeitsfähigkeit mittels intensivierter Physiotherapie wurde

als möglich erachtet . Im Juni 2018 ging der Kreisarzt bezüglich Unfallfolgen von einer voll zeitig en und uneingeschränkten Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers aus . Bei dieser Aktenlage war e ine namhafte B esserung nicht zu erwarten , sodass

die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu Recht per 2 0. Juni 2018 vornahm.

Daran ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers nichts, wonach

d ie zeitliche Dauer, während welcher eine vorbestehende Wirbelsäulenerkran kung durch einen Unfall - bei Fehlen unfallbedingter Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ein Jahr beträgt (Urteil des Bundesgerichts 8C_321/2010 vom 29. Juni

2010 E.

4.3 mit weiteren Hinweisen) , denn die Beschwerdegegnerin ver fügte den Fallabschluss über acht Monate nach dem Unfallereignis, was innerhalb des genannten zeitlichen Rahmens liegt.

Dem Fallabschluss standen sodann auch die geltend gemachten psychischen Beschwerden ( Urk. 1 S. 12) nicht entgegen, denn laut Bericht des behandelnden Psychiaters vom 1 0. Februar 2019 ( Urk. 3/5) stand der Beschwerdeführer diesbe züglich bereits seit dem 2 0. August 2017 und damit schon

vor dem Unfall dort in Behandlung (S. 1) . Weder wird im Bericht bezogen auf den 2017

erlittenen Unfall e ine Verschlechterung der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung und der depressiven Störung genannt

(S. 2 f.) noch wird aufgrund der verfolgten Therapie (S. 3) eine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Aussicht gestellt . 5.

5.1

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Bereich der linken Schulter mit Ausstrahlung in den linken Arm auf das Unfallereignis vom 7. Oktober 2017 zurückzuführen sind.

Dr. med. Y.___

hielt fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstunter suchung Schmerzen in der linken Schulter angab (E. 3.1) und die Ärzte der Reha klinik J.___ diagnostizierten eine Schulterkontusion links aufgrund des Un falls (E. 3.7). Damit ist von einer infolge des Unfall s vom 1 7. Oktober 2017 erlittenen Schulterverletzung auszugehen . Im Übrigen anerkannte d ie Beschwer degegnerin

ihre Leistungspflicht für den Unfall mit Schreiben vom 2 5. Oktober 2017 ( Urk. 12/4) . Auch wenn eine nähere Prüfung sowie eine Differenzierung zwischen den Schulter- und Nackenbeschwerden erst im angefochtenen Ein spracheentscheid stattfand, ist damit die Beschwerdegegnerin beweispflichtig für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs.

Auf die erst mit Beschwer deantwort vorgebrachte Auffassung , dass bezüglich der linken Schulter der Un fallbegriff nicht erfüllt sei und ein natürlicher Kausalzusammenhang nie bestan den habe ( Urk. 11 S. 5 Ziff. 5.2) , ist damit nicht weiter einzugehen . 5.2

Aktenkundig ist ein krankhafter Vorzustand der linken Schulter (E. 3.8) . So wurden im MRI der Schulter links vom 1 3. März 2012 ( Urk. 13/103) eine AC-Gelenksarthrose festgestellt sowie eine leichte Bursitis subdeltoidea , eine kleinste bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine feinste SLAP 2-Läsion mit einem kleinen Labrumganglion. Aus der MRI-Untersuchung vom 1 1. März 2013 (Urk. 13/149) gehen sodann eine geringe AC-Arthrose, eine Tendinopathie der Subscapularissehne und der Bizepssehne sowie geringe Zeichen einer Kapsulitis

adhäsiva

hervor .

Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.

U 142 S.

75 E.

4b mit Hinweisen; nicht publi ziertes Urteil des Bundesgerichts U

172/94 vom 26.

April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits scha dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.

U 363 S.

45; BGE

119 V 7 E. 3c/ aa ). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sam menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall versicherer (RKUV 1994 Nr.

U 206 S.

328

f. E.

3b, 1992 Nr.

U 142 S. 76).

Dr. K.___ stellte im Rahmen seines Berich ts vom 1 8. April 2018 (vgl. E. 3.8 hiervor) im Vergleich zur Voruntersuchung der linken Schulter vom 23. März 2012 progrediente Zeichen einer adhäsiven Kapsulitis bei erschwerter intraartiku lärer Kontrastmittelapplikation, verminderter Distension des Recessus axillar, Verdickung der Gelenkskapsel im Recessus und Verdickung des coracohumeralen Ligamentes fest. Zudem diagnostizierte er eine etwas progrediente AC-Gelenks arthrose, eine stationäre diskrete Bursitis subacromialis und stationäre Insertion stendinopathie der Supraspinatussehne mit Oberflächen-Irregularitäten bursasei tig als auch gelenkseitig bei insgesamt intakter Rotatorenmanschette . Med. pract.

M.___

ging bei der Schulterdistorsion davon aus, dass es sich um eine vor über gehende, aber nicht richtungsgebende V eränderung handle, welche nach all ge mei ner Lehrauffassung nach sechs Monaten ausgeheilt sei (E. 3.10). Dr. N.___ ging mangels an der Schulter dokumentierter unfallkausaler Läsionen

vom Fehlen einer richtungsgebenden Verschlimmerung aus . Vielmehr ergebe sich aus der Bildgebung 2011, 2012, 2013 und 2018 eine natürliche Progredienz des Vorschadens , der vorübergehend verschlimmert worden sei.

Zudem

seien keine Befunde bildgebend zur Darstellung gekommen, welche nicht bereits in den Jahren 2012 oder 2013 bekannt gewesen seien , dies gelte namentlich für die vor bestehende progrediente Gelenksarthrose (vgl. E. 3.11 hiervor).

Zu prüfen ist, ob hinsichtlich der vorbestehenden Gelenksarthrose und Kapsulitis

adhäsiva (« frozen

shoulder », Schultersteife) der Status quo sine erreicht worden war. O b es sich bei Letzterer um eine primäre, idiopathische Form handelt, welche häufig in Verbindung mit Diabetes oder Schilddrüsenstörungen auftritt, oder um eine sekundäre Form, welche unter anderem Folge einer Sehnenverletzung, Arth r os e oder eines Knochenbr uchs sein kann ( Urk. 14) , kann dabei offenbleiben. Denn fest steht, dass die bildgebend nachgewiesene Gelenksarthrose und die Schultersteife schon in den Jahren 2012 und 2013 bestanden. Rund fünf bezie hungsweise sechs Jahre später lag

der gleiche Befund vor , als neu wurde lediglich ein progredienter Verlauf vermerkt . Unter Berücksichtigung des weiteren Um stands, dass an der Schulter im Zusammenhang mit dem vorliegend zu beurtei lenden Unfall weder Brüche noch Läsionen dokumentiert w urden , erscheint der kreisärztliche Schluss, dass eine allfällige Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife aufgrund des Unfalls jedenfalls nur vorübergehender Natur gewesen und der Status quo sine jedenfalls per 1 8. April 2018 erreicht worden war, als überzeugend.

Damit erscheint auf diesen Zeitpunkt hin das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung überwiegend wahrscheinlich , womit offen bleiben ka nn, inwieweit der Unfall überhaupt zu einer Verschlechterung der Gelenksarthrose und der Schultersteife geführt hat und die Progredienz nicht vielmehr aus schliesslich einem natürlichen Verlauf entspricht .

6.

6.1

Unter den Parteien ist unbestritten, dass es in Bezug auf die Nackenbeschwerden an einem organischen Substrat fehlt. Dies stimmt mit der Aktenlage überein:

So schloss Dr. Z.___ in seiner neurologische n Untersuchung vom 8. November 2017 (E. 3.2 hiervor) e ine Verletzung am Nervensystem bei einem normalen neu ro logischen Status aus .

Auch Dr. L.___ stellte aufgrund der MRI-Unter suchung vom 3 1. Mai 2018 (E.

3.9 hiervor) an der Halswirbelsäule lediglich degenerative Veränderungen fest und konnte insbesondere keine Wirbelkörperhöhenverminderung, k ein Knochen marksödem und k eine interspinale Weichteilalteration feststellen.

Med. pract. M.___ und Dr. N.___ hielten in ihren kreisärztlichen Beurtei lungen vom 1 3. Juni 2018 (E. 3.10

h iervor) und 1 7. Janu ar 2019 (E. 3.11 hiervor) dies bezüglich fest, dass keine unfallbedingten organisch-strukturelle n Läsionen vor liegen und an der Halswirbelsäule ein Vorzustand im Sinne degenerativer Verän derungen besteh t .

Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesge richts 8C_123/2018 vom 1 8. September 2019 E. 4.1.1 mit Hinweisen). In den auf geführten medizinischen Abklärungen konnt en lediglich degenerative Verände rungen festgestellt werden. Weder die neurologische Untersuchung noch das MRI ergaben traumatisch e Verletzungen. Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich richtig festgestellt hat, handelt es sich bei den noch geklagten Nacken be schwer den höchstens noch um Beschwerden, welche zwar als organisch imponieren, weil sie klinisch fassbar sind, denen aber ein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Läsion fehlt. Es ist daher vom Fehlen von unfallkausalen, struktu rellen Läsionen und Beschwerden in diesem Zusammenhang auszugehen.

6.2

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 7 . Oktober 2017 stehen. Ob dabei der adäquate Kausalzusammenhang nach den in BGE 115 V 133 ge nannten Grundsätzen (sogenannte Psycho-Praxis) oder nach der vom Bundes gericht mit BGE 117 V 359 begründeten und in BGE 134 V 109 präzisierten Recht sprechung (sogenannte Schleudertraum a- oder HWS-Praxis, vgl. dazu E. 1.4 hie r vor) zu prüfen ist, kann offen bleiben, wenn die Adäquanz des Kausal zusam menhangs auch bei Anwendung der für die versicherte Person günstige ren HWS-Praxis zu verneinen ist (vgl. Rumo-Jungo /Holzer, Rechtsprechung des Bundes gerichts zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 60).

Die Adäquanz ist nach der Schleudertrauma-Praxis dabei in jenem Zeitpunkt zu prüfen, in dem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung insgesamt

– so wohl in Bezug auf somatische wie auf psychische Leiden - keine namhafte Bes serung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (134 V 109 E. 4.1 S. 113 f.) , was vorliegend der Fall ist (vgl. E. 4) . 7.

7.1

Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Aufgrund des Verkehrsunfall-Rapports der Kantonspolizei Zürich ( Urk. 12/28 ), dem un fallanalytischen Gutachten (E. 3.5 hiervor) sowie der biomech anischen Beurteilung (E. 3.6 hiervor) ist aktenkundig, dass der Beschwer deführer mit seinem Personenwagen auf der Autobahn auf dem Normalstreifen unterwegs war, als er aufgrund von Verkehrsstockungen abbremsen musste. Der hinter ihm fahrende Lenke r konnte ebenfalls abbremsen, jedoch nicht auch die da hinter folgende Lenkerin. Diese prallte ins Heck des dem Beschwerdeführer folgenden Wagens, wodurch dessen Fahrzeug in das Heck des Wagens des Be schwerdeführers geschoben wurde. Durch die Kollision wurde das Heck des Be schwerdeführers eingedrückt. Sowohl nach dem unfallanalytischen Gutachten als auch nach der biomechanischen Kurzbeurteilung dürfte die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug des Beschwerdeführers zwi schen 4.5 und 7.5 km/h betragen haben. Der Wert liegt damit unter der für Heck kollisionen im Normalfall angenommenen Harmlosigkeitsgrenze von 10-15 km/h . Gemäss dem von Dr. Y.___ ausgefüllten Beschleunigungstrauma-Dokumen tationsbogen (E. 3.1 hiervor) verspürte der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall Nackenschmerzen, wobei später nach eigenen Angaben noch Schlaf störungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, manchmal Schwindel sowie psychische Störungen dazu gekommen seien . Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall jedoch weder bewusstlos noch musste er erbrechen, auch wies er keine äusseren Verletzungen auf. Entsprechend der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März

2009 E.

3.2, 8C_1020/2008 vom 8. April

2009 E.

5.1 und 8C_714/2009 vom 1 4. April 2010 E. 6.2) ist höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzube zie henden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundes ge richts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5). 7.2

7.2.1

Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Be jahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleu dertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beein flussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen , welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein ( BGE 134 V 109 E. 10.2.2).

Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, ist speziell geeignet, die «typischen» Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittel bar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war (Urteil des Bundes gerichts 8C_757/2013 vom 4. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1).

Eine Verletzung besonderer Art ist nicht schon deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Autounfälle erlitten hat. Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (Urteil des Bundes gerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.1 mit Hinweis auf Urteil 8C_413/2008 E. 6.3.2).

Das MRI der HWS vom 3 1. Mai 2018 ergab kei ne Hinweise auf ossäre Läsionen.

Der Beschwerdeführer wies auch keine äusseren Verletzungen auf. Auch sonst kann nicht von erheblichen Verletzungen oder einer besonderen Schwere der am Unfalltag geklagten Beschwerden gesprochen werden. Eine beim Unfall einge nommene spezielle Körperhaltung und dadurch bewirkte Komplikationen sind nicht auszumachen , im Gegenteil bewegte sich der Beschwerdeführer gerade nach hinten (E. 3.6) . Der im Zeitpunkt de s Unfalls arbeitslose Beschwerdeführer hatte zwar bereits vor dem Unfall vom 7. Oktober 2017 mehrere Unfälle

erlitten , doch ist bei den festgestellten degenerativen Beschwerden an der Wirbelsäule

nicht von einer erhebliche n Vorschädigung

auszugehen und auch der Beschwerde führer selbst gab an, vor dem Unfall am 7. Oktober 2017 beschwerdefrei gewesen zu sein (E. 3.4 hiervor). Das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung ist damit zu verneinen.

Selbst wenn eine erhebliche Vor schädigung vorhanden und das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu bejahen wären, so beständen jedenfalls keine Anhalts punkte dafür, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre. 7.2.2

Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss ( BGE 134 V 109 E. 10.2.3) bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Ge sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und medikamentöse Behandlungen vermögen das Krite rium nicht zu erfüllen ( Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1 1. September 2013 E. 8.3 ). Dies gilt auch für ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen, medizinische Trainingstherapie sowie für einen stationären Aufenthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die Behandlungen in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Insbesondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie, Kraniosakraltherapie , Neuraltherapie sowie Korti son infiltration oder Lymphdrainage nicht als überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden; praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweis auf Urteil 8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4 ). Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verab reicht oder Psychopharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Neben wirkungen aufwiesen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Okto ber 2013 E. 7.3.2 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).

Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden seit dem Unfall bei verschiedenen Fachpersonen zu lindern versuchte, resultiert noch keine erhebliche Belastung im Sinne der Rechtsprechung, zumal eine Be handlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3 ). Ein unfa ll be dingter Behandlungsbedarf über den 2 0. Juni 2018 hinaus, welcher zu einer zusätzlichen Belastung führen könnte, ist zudem - wie bereits dargelegt - nicht erstellt. Das Kriterium der fortgesetzten s pezifischen, belastenden ärztli chen Be handlung ist damit nicht erfüllt. 7.2.3

Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fall abschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).

Der Beschwerdeführer leidet unter anderem an Nacken-, Schulter- und Kopf schmerzen und hat Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Er ist demnach in seinem Lebensalltag eingeschränkt. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist damit grundsätzlich zu bejahen. Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche Mass jedoch nicht derart, dass das Kriterium in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 3 0. August 2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hinweis). 7.2.4

Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behand lung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf vielmehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt hierfür nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1 4. Februar 2014 E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2 7. Mai 2010 E. 5.3). Ebenso wenig genügt der Umstand, dass die versicherte Person unter verschieden artigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizi nischer Unter suchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charak teristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b ). Auch eine Schmerzchroni fizierung oder eine psychische Überlagerung reichen dazu nicht aus, weil sie zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehören (Urteil des Bundesge richts U 365/05 vom 11. Juli 2007 E. 5.2).

B esondere Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben, sind vorliegend keine auszumachen. Dass der Beschwer deführer bei mehreren Fachpersonen in Behandlung war, ändert daran nichts. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist das Kriterium des schwie rigen Heilungsverlaufs oder der erheblichen Komplikationen damit zu verneinen. 7.2.5

Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher mass gebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn bar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person kö n nen sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persön li cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1 6. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis auf

BGE 134 V 109 E. 10.2.7; vgl. auch Urteil 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.5 ).

Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren gun gen bis zum Fallabschluss bezieht sich nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten (Urteil des Bundesge richts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.7 mit Hinweis auf BGE 134 V

109 E. 10.2.7).

Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer irgendwelche Anstrengungen unternommen hat oder bis zum Fallabschluss einen Arbeitsver such gestartet hätte. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus gewiesener Anstrengungen ist damit nicht erfüllt. 7.2.6

Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls oder der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, erfüllt sein könnten, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 7.3

Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines und dieses in nicht beson ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schwere grad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.

7. 4

Die vom Beschwerdeführer weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen stehen damit in keinem

adäquaten Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 7. Oktober 201 7. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann unter diesen Umständen offen gelassen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.5). Es ist deshalb nicht zu bean stan den, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen hinsichtlich der HWS-Be schwerden per 20. Juni 2018 einstellte. 8.

Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. Das Gericht erkennt: 1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Das Verfahren ist kostenlos. 3 .

Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Susanne von Aesch - Suva - Bundesamt für Gesundheit 4 .

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu stellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubBabic