Erwägungen (2 Absätze)
E. 1 Gemãss Art. 154 Abs. l MStP sind Urteilsausfertigungen dem Ver- teidiger für sich und zuhanden des Verurteilten zuzustelien. Das Handbuch für die Angehõrigen de r Militãrjustiz (Regl. 67 .15) wiederholt diese Vor- schrift in Ziff. 130 Abs. l Bst. e. Die entstandenen Schwierigkeiten mit der Zusteliung der Urteilsausfertigung hãtten vermieden werden kõnnen, wenn auch das für Mat Sdt W. bestimmte Exemplar vorschriftsgemãss dem Ver- teidiger zugestelit worden wãre. Die Rekursfrist hãtte in diesem Fali mit de r Zustellung an den Rechtsbeistand zu laufen begonnen und wãre am 19. Mai 1983 offensichtlich lãngst abgelaufen gewesen.
E. 2 und Art. 78 MStP ausnahmsweise zuzulassen ist (vgl. Ziff. 52 Abs. l des Handbuchs), lõste di e s ohne besonderen Vorbehalt bezüglich d er früheren Zustellung nach Treu und Glauben eine neue Rechtsmittelfrist aus (MKGE vom 22.6.1982 i. S. Sch. und Imboden/Rhinow, Schweiz. Verwaltungs- rechtsprechung, 5. Auflage, Band l, S. 529). Der Rekurs erweist sich dem- nach als rechtzeitig, weshalb auf ihn einzutreten ist. (9. September 1983, W. e. DG 9A)
Volltext (verifizierbarer Originaltext)
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Notilicazione eH esemplari della sentenza (art. 154 PPM)
lnizio del termine di ricorso (art. 197 PPM)
Nr. 57
Se un esemplare della sentenza destinato al condannato e intimato, in
modo conforme, al suo difensore, il termine di ricorso decorre da questa
notifica.
Qualora, in via eccezionale, in applicazione analogica degli art. 51 cpv. 2
e 78 PPM, l'intimazione avviene a mezzo polizia, un nuovo termine di .
ricorso decorre, in buona fede, da questa nuova notifica, senza tener conto
della precedente (cons. 2).
Aus den Erwiigungen:
1.- Gemãss Art. 154 Abs. l MStP sind Urteilsausfertigungen dem Ver-
teidiger für sich und zuhanden des Verurteilten zuzustelien. Das Handbuch
für die Angehõrigen de r Militãrjustiz (Regl. 67 .15) wiederholt diese Vor-
schrift in Ziff. 130 Abs. l Bst. e. Die entstandenen Schwierigkeiten mit der
Zusteliung der Urteilsausfertigung hãtten vermieden werden kõnnen, wenn
auch das für Mat Sdt W. bestimmte Exemplar vorschriftsgemãss dem Ver-
teidiger zugestelit worden wãre. Die Rekursfrist hãtte in diesem Fali mit de r
Zustellung an den Rechtsbeistand zu laufen begonnen und wãre am 19. Mai
1983 offensichtlich lãngst abgelaufen gewesen.
2.- Weil das Divisionsgericht 9A die Urteilsausfertigung indessen
unmittelbar dem Verurteilten zuzustellen versuchte und schliesslich
zustellte, stellt sich die Frage, o b die Frist schon mit dem erfolglosen Zusteli-
versuch zu laufen begann, wie der Auditor geltend macht.
Grundsãtzlich trifft zu, dass es Mat Sdt W. zu verantworten hat, wenn
ihm eine Postsendung, mit der er- wie hier- zu rechnen hatte, nicht zuge-
stellt werden konnte, indem er insbesondere der Abholeinladung der Post
ke ine Folge leistete. In diesem Fali gilt d er letzte Ta g d er Abholfrist als
Zustelltag (BGE 85 IV 115 f; 104 la 466).
Nachdem Mat Sdt W. bereits mündlich vom Urteil und von der Rechts-
mittelbelehrung Kenntnis erhalten hatte und ausserdem durch einen sach-
kundigen Verteidiger verbeistãndet war, hãtte si eh das Divisionsgericht 9 A
allerdings auch dann keine Rechtsverweigerung vorwerfen lassen müssen,
wenn es auf weitere Schritte zur Zustellung des U rteils verzichtet hãtte.
Machte es aber von der Mõglichkeit Gebrauch, das schriftliche Urteil durch
die Polizei zuzustellen, was in entsprechender Anwendung von Art. 51 Abs.
2 und Art. 78 MStP ausnahmsweise zuzulassen ist (vgl. Ziff. 52 Abs. l des
Handbuchs), lõste di e s ohne besonderen Vorbehalt bezüglich d er früheren
Zustellung nach Treu und Glauben eine neue Rechtsmittelfrist aus (MKGE
vom 22.6.1982 i. S. Sch. und Imboden/Rhinow, Schweiz. Verwaltungs-
rechtsprechung, 5. Auflage, Band l, S. 529). Der Rekurs erweist sich dem-
nach als rechtzeitig, weshalb auf ihn einzutreten ist.
(9. September 1983, W. e. DG 9A)