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MKGE 10 Nr. 57

MKGE 10 Nr. 57 — W. e. DG 9A

Mkg · 1983-09-09 · Deutsch CH
Erwägungen (2 Absätze)

E. 1 Gemãss Art. 154 Abs. l MStP sind Urteilsausfertigungen dem Ver- teidiger für sich und zuhanden des Verurteilten zuzustelien. Das Handbuch für die Angehõrigen de r Militãrjustiz (Regl. 67 .15) wiederholt diese Vor- schrift in Ziff. 130 Abs. l Bst. e. Die entstandenen Schwierigkeiten mit der Zusteliung der Urteilsausfertigung hãtten vermieden werden kõnnen, wenn auch das für Mat Sdt W. bestimmte Exemplar vorschriftsgemãss dem Ver- teidiger zugestelit worden wãre. Die Rekursfrist hãtte in diesem Fali mit de r Zustellung an den Rechtsbeistand zu laufen begonnen und wãre am 19. Mai 1983 offensichtlich lãngst abgelaufen gewesen.

E. 2 und Art. 78 MStP ausnahmsweise zuzulassen ist (vgl. Ziff. 52 Abs. l des Handbuchs), lõste di e s ohne besonderen Vorbehalt bezüglich d er früheren Zustellung nach Treu und Glauben eine neue Rechtsmittelfrist aus (MKGE vom 22.6.1982 i. S. Sch. und Imboden/Rhinow, Schweiz. Verwaltungs- rechtsprechung, 5. Auflage, Band l, S. 529). Der Rekurs erweist sich dem- nach als rechtzeitig, weshalb auf ihn einzutreten ist. (9. September 1983, W. e. DG 9A)

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

189 Notilicazione eH esemplari della sentenza (art. 154 PPM) lnizio del termine di ricorso (art. 197 PPM) Nr. 57 Se un esemplare della sentenza destinato al condannato e intimato, in modo conforme, al suo difensore, il termine di ricorso decorre da questa notifica. Qualora, in via eccezionale, in applicazione analogica degli art. 51 cpv. 2 e 78 PPM, l'intimazione avviene a mezzo polizia, un nuovo termine di . ricorso decorre, in buona fede, da questa nuova notifica, senza tener conto della precedente ( cons. 2). Aus den Erwiigungen: 1.- Gemãss Art. 154 Abs. l MStP sind Urteilsausfertigungen dem Ver- teidiger für sich und zuhanden des Verurteilten zuzustelien. Das Handbuch für die Angehõrigen de r Militãrjustiz (Regl. 67 .15) wiederholt diese Vor- schrift in Ziff. 130 Abs. l Bst. e. Die entstandenen Schwierigkeiten mit der Zusteliung der Urteilsausfertigung hãtten vermieden werden kõnnen, wenn auch das für Mat Sdt W. bestimmte Exemplar vorschriftsgemãss dem Ver- teidiger zugestelit worden wãre. Die Rekursfrist hãtte in diesem Fali mit de r Zustellung an den Rechtsbeistand zu laufen begonnen und wãre am 19. Mai 1983 offensichtlich lãngst abgelaufen gewesen. 2.- Weil das Divisionsgericht 9A die Urteilsausfertigung indessen unmittelbar dem Verurteilten zuzustellen versuchte und schliesslich zustellte, stellt sich die Frage, o b die Frist schon mit dem erfolglosen Zusteli- versuch zu laufen begann, wie der Auditor geltend macht. Grundsãtzlich trifft zu, dass es Mat Sdt W. zu verantworten hat, wenn ihm eine Postsendung, mit der er- wie hier- zu rechnen hatte, nicht zuge- stellt werden konnte, indem er insbesondere der Abholeinladung der Post ke ine Folge leistete. In diesem Fali gilt d er letzte Ta g d er Abholfrist als Zustelltag (BGE 85 IV 115 f; 104 la 466). Nachdem Mat Sdt W. bereits mündlich vom Urteil und von der Rechts- mittelbelehrung Kenntnis erhalten hatte und ausserdem durch einen sach- kundigen Verteidiger verbeistãndet war, hãtte si eh das Divisionsgericht 9 A allerdings auch dann keine Rechtsverweigerung vorwerfen lassen müssen, wenn es auf weitere Schritte zur Zustellung des U rteils verzichtet hãtte. Machte es aber von der Mõglichkeit Gebrauch, das schriftliche Urteil durch die Polizei zuzustellen, was in entsprechender Anwendung von Art. 51 Abs. 2 und Art. 78 MStP ausnahmsweise zuzulassen ist (vgl. Ziff. 52 Abs. l des Handbuchs), lõste di e s ohne besonderen Vorbehalt bezüglich d er früheren Zustellung nach Treu und Glauben eine neue Rechtsmittelfrist aus (MKGE vom 22.6.1982 i. S. Sch. und Imboden/Rhinow, Schweiz. Verwaltungs- rechtsprechung, 5. Auflage, Band l, S. 529). Der Rekurs erweist sich dem- nach als rechtzeitig, weshalb auf ihn einzutreten ist. (9. September 1983, W. e. DG 9A)