Umwandlung einer verwaltungsstrafrechtlichen Busse in eine Ersatzfreiheitsstrafe.
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TPF 2016 172 172 Ora, la possibilità di suddividere l’esecuzione del primo interrogatorio in più momenti è data allorquando l’inchiesta si basa su di un complesso fattuale voluminoso e tale modo di procedere risulta quindi necessario per permettere all’autorità inquirente di contestare all’imputato una prima volta tutti i fatti (v. SCHMUTZ, op. cit., n. 14 ad art. 101 CPP; cfr. sentenza del Tribunale federale 1B_132/2014 del 23 aprile 2014, consid. 3.3; sentenze del Tribunale penale federale BB.2015.11 del 22 ottobre 2015, consid. 3.2; BB.2012.124 del 22 gennaio 2013, consid. 3.2). In concreto, il reclamante, pur asserendo che «durante decine di ore di interrogatori» le domande vertevano sovente «su argomenti già trattati in precedenza e non su comportamenti costitutivi di reato», non sostiene che il MPC abbia esaurito il ventaglio complessivo delle fattispecie su cui verte il primo interrogatorio. Nella misura in cui il suo coinvolgimento nell’inchiesta è iniziato solamente nel novembre 2015, con il sequestro da parte dell’autorità penale di conti bancari e altri valori di sua pertinenza e il suo interrogatorio in qualità di persona informata sui fatti, e tenuto conto che le contestazioni nei suoi confronti sono strettamente legate a fatti e a risultanze istruttorie concernenti il procedimento estero, e dipendono quindi dall’evasione di richieste rogatoriali, non si può affermare che la segmentazione del primo interrogatorio del reclamante sia per il momento contraria all’art. 101 CPP, sproporzionata o comunque lesiva del diritto di essere sentito. Certo il fatto di estendere il primo interrogatorio sull’arco di così tanti mesi può entrare in contrasto con la volontà del legislatore di autorizzare l’accesso agli atti in maniera celere, ma data la complessità dell’inchiesta e i suoi risvolti internazionali, non vi è attualmente ragione per non tutelare l’agire del MPC.
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29. Auszug aus der Verfügung der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft und Eidgenössisches Finanzdepartement gegen A. vom
21. September 2016 (SK.2016.36)
Umwandlung einer verwaltungsstrafrechtlichen Busse in eine Ersatzfreiheits- strafe.
Art. 10 Abs. 1, 90 Abs. 1, 91 Abs. 1 VStrR, Art. 35 Abs. 3 StGB
Bei einer verurteilten Person mit Wohnsitz im Ausland ist nicht ohne Weiteres von der Aussichtslosigkeit einer zwangsweisen Vollstreckung der Geldstrafe bzw. Busse auszugehen (E. 2).
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Conversion d'une amende de droit pénal administratif en une peine privative de liberté de substitution.
Art. 10 al. 1, 90 al. 1, 91 al. 1 DPA, art. 35 al. 3 CP
En cas de condamnation d'une personne domiciliée à l'étranger, on ne peut partir du principe que l'exécution forcée de la peine pécuniaire ou de l'amende n'aboutira forcément pas (consid. 2).
Commutazione di una multa di diritto penale amministrativo in una pena detentiva sostitutiva.
Art. 10 cpv. 1, 90 cpv. 1, 91 cpv. 1 DPA, art. 35 cpv. 3 CP
Nel caso di una persona domiciliata all’estero non si può concludere a priori che l’esecuzione forzata di una pena pecuniaria o di una multa sia priva di possibilità di successo (consid. 2).
Zusammenfassung des Sachverhalts:
A. war mit Strafbescheid des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) wegen unbefugter Entgegennahme von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG unter anderem zu einer Busse von Fr. 360.– verurteilt worden. Nachdem A. trotz der entsprechenden Aufforderung die Busse nicht bezahlt hatte, forderte ihn das EFD unter Ansetzung einer Frist erneut zur Zahlung auf. Für den Fall der Nichteinhaltung der Frist behielt sich das EFD betreibungsrechtliche Massnahmen und die Einreichung eines Gesuches um Umwandlung der Busse in eine Ersatzfreiheitsstrafe vor. Das EFD verzichtete jedoch in der Folge, nachdem die Zahlung ausgeblieben war, auf betreibungsrechtliche Massnahmen und reichte bei der Bundesanwaltschaft zu Handen des Bundesstrafgerichts ein Gesuch um Bussenumwandlung ein.
Der Einzelrichter wies das Gesuch ab.
Aus den Erwägungen:
2. 2.1 Hat der Verurteilte die Geldstrafe nicht bezahlt, so ordnet die Vollzugsbehörde gemäss Art. 90 Abs. 1 und Art. 2 des Bundesgesetzes vom
22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) in
TPF 2016 172 174 Verbindung mit Art. 35 Abs. 3 StGB die Betreibung an, wenn daraus ein Ergebnis zu erwarten ist. Ist letzteres nicht der Fall, wird gemäss Art. 91 Abs. 1 bzw. Art. 10 VStrR die Busse in Haft bzw. in Ersatzfreiheitsstrafe umgewandelt.
2.2 Von der Betreibung darf abgesehen werden, wenn ein Pfändungsverlustschein (Art. 115, 149 SchKG) vorliegt oder die Betreibung offenkundig aussichtslos ist (Verfügung des Bundesstrafgerichts SK.2014.41 vom 16. Dezember 2015, E. 2.1 lit. a). Der Verurteilte kann also nicht wählen, ob er freiwillig zahlen oder die Ersatzstrafe verbüssen will. Zahlt er nicht, ist mit Ausnahme der Fälle von Art. 35 Abs. 2 StGB (bei Bussen i.V.m. Art. 106 Abs. 5 StGB) zunächst die Betreibung der Geldstrafe oder Busse zu versuchen, denn es soll grundsätzlich die Strafe vollstreckt werden, zu welcher der Täter verurteilt wurde (DOLGE, Basler Kommentar, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 36 StGB N. 10; HEIMGARTNER, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 106 StGB N. 44).
2.3 Das EFD macht geltend, A. habe seinen Wohnsitz in Deutschland. Unter Bezugnahme auf HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, S. 27, hält es dafür, dass bei einer verurteilten Person, die ihren Wohnsitz im Ausland habe, die Busse ohne Weiteres als uneinbringlich gelte.
Dieser Auffassung kann in dieser generellen Formulierung nicht gefolgt werden. Gemäss § 48 des deutschen Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRG) kann Rechtshilfe in einer strafrechtlichen Angelegenheit durch Vollstreckung einer im Ausland rechtskräftig verhängten Strafe oder sonstigen Sanktion geleistet werden. Die Vollstreckung ist zulässig, sofern ein rechtskräftiges vollstreckbares Erkenntnis vorliegt (§ 49 Abs. 1 IRG). Die Vollstreckung der Geldsanktion ist unter anderem im Verkehr mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union nicht zulässig, wenn die verhängte Geldsanktion den Betrag von 70 Euro oder dessen Gegenwert bei Umrechnung nach dem im Zeitpunkt der zu vollstreckenden Entscheidung massgeblichen Kurswert nicht erreicht (§ 86 Abs. 1 i.V.m. 87b Abs. 3 Ziff. 2 IRG). Die zwangsweise Durchsetzung der vorliegenden Busse von Fr. 360.– in Deutschland ist somit nicht per se unmöglich, dürfte aber letztlich im Ermessen der deutschen Behörden liegen. Zudem könnte auch eine Ausschreibung der Sanktion zum Vollzug in der Schweiz in Betracht gezogen werden.
Daraus ergibt sich, dass die Schuld einer in Deutschland wohnhaften Person nicht a priori uneinbringlich ist, wenn diese nicht bezahlt.
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2.4 Das EFD hatte bei der Urteilsfällung keine Kenntnis von den tatsächlichen finanziellen Verhältnissen von A. und hat im Strafbescheid eine ermessensweise Einkommensberechnung vorgenommen. Aufgrund dieses Vorgehens sind dem EFD nicht bloss die Einkommens-, sondern auch die Vermögensverhältnisse von A. völlig unbekannt. Als A. die Busse von Fr. 360.– trotz mehrmaliger Aufforderung nicht bezahlte, hat ihm das EFD den Betreibungsweg zwar angedroht, diesen jedoch nie beschritten.
Vorliegend hätte das EFD vor der Gesuchseinreichung bei den zuständigen deutschen Behörden zumindest versuchen sollen, die finanziellen Verhältnisse (Verfügungen betreffend Sozialleistungen, Steuerunterlagen, Betreibungsregisterauszüge etc.) von A. abzuklären. Bei diesem Stand des Verfahrens kann nicht gesagt werden, dass A. nicht in der Lage sei, die Busse zu bezahlen und/oder die Busse uneinbringlich sei.
2.5 Das führt im Ergebnis dazu, dass dem Gesuch um Umwandlung der Busse in eine Ersatzfreiheitsstrafe im jetzigen Zeitpunkt nicht zu entsprechen ist.
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30. Auszug aus der Verfügung der Strafkammer in Sachen A. gegen Bundesanwaltschaft vom 6. Oktober 2016 (SN.2016.23)
Sicherheitshaft.
Art. 233 StPO
Für die Beurteilung eines Haftentlassungsgesuchs bei Hängigkeit einer Beschwerde gegen ein Urteil des Bundesstrafgerichts beim Bundesgericht ist die Verfahrensleitung der Strafkammer zuständig (E. 1.1).
Détention pour des motifs de sûreté.
Art. 233 CPP
La direction de la procédure de la Cour des affaires pénales est compétente pour statuer sur une demande de libération lorsqu'un recours contre un jugement du Tribunal pénal fédéral est pendant au Tribunal fédéral (consid. 1.1).