Beschlagnahme von Vermögenswerten im gerichtlichen Verfahren.
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TPF 2008 180
180 allouer au recourant une indemnité équitable au sens de l’art. 64 al. 1 PA, à la charge de l’autorité d’exécution.
Autre est l’hypothèse où le recourant dépose des conclusions au fond après que la violation du droit d’être entendu ait pu être réparée dans la procédure de recours. Dans ce cas, si les griefs au fond s’avèrent fondés, le recours doit être admis, sous suite de frais et dépens. Si, comme c’est le cas en l’espèce, le recours doit être rejeté au fond, l’existence d’une violation des droits d’être entendu du recourant justifie une réduction de l’émolument judiciaire mis à la charge du recourant qui succombe (arrêt du Tribunal fédéral 2A.124/1998 du 29 octobre 1998, consid. 3c; TPF RR.2008.188-189 du 3 novembre 2008, consid. 5). Dans ce dernier cas, le recourant doit sup- porter le risque du litige au fond qu’il soumet à la juridiction de recours. Une indemnité au sens de l’art. 64 al. 1 PA ne peut être dès lors allouée, en cas de rejet du recours au fond, que dans le cas exceptionnel où la violation du droit d’être entendu commise par l’autorité d’exécution est constitutive d’un abus de droit au sens des art. 9 Cst. et 2 al. 2 CC. Une telle hypothèse n’étant pas réalisée en l’espèce, l’octroi au recourant d’une indemnité équi- table à titre de participation aux honoraires d’avocats ne saurait entrer en ligne de compte.
TPF 2008 180
44. Präsidialentscheid der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft ge- gen A. vom 9. Dezember 2008 (SN.2008.49)
Beschlagnahme von Vermögenswerten im gerichtlichen Verfahren.
Art. 45 Ziff. 3, 65 BStP
Zuständigkeit vor der Hauptverhandlung (E. 1). Wird ein Kaufsrecht auf eine Liegenschaft errichtet und der Verkäufer berechtigt, den Kaufpreis mit einer beschlagnahmten Forderung zu verrechnen, so ist zur Sicherung einer späteren Einziehung eine Grundbuchsperre zu verfügen (E. 2–4).
TPF 2008 180
181 Saisie de valeurs patrimoniales dans la procédure judiciaire.
Art. 45 ch. 3, 65 PPF
Compétence avant les débats (consid. 1). Lorsqu'un droit d'emption est créé sur un immeuble et que le vendeur est en droit de compenser le prix d'achat avec une créance saisie, il sied d'ordonner l'inscription d'une restriction du droit d'aliéner au registre foncier afin de garantir une confiscation ultérieure (consid. 2–4).
Sequestro di valori patrimoniali nella procedura giudiziaria.
Art. 45 n. 3, 65 PP
Competenza prima del dibattimento (consid. 1). Se viene costituito un diritto di compera su un immobile e il venditore è autorizzato a compensare il prezzo d’acquisto con un credito sequestrato, a garanzia di una futura confisca occorre ordinare un blocco del registro fondiario (consid. 2–4).
Zusammenfassung des Sachverhalts:
Die Bundesanwaltschaft beschlagnahmte am 16. März 2005 im Rahmen von Ermittlungen gegen A. und Cons. wegen Beteiligung an einer kriminel- len Organisation, evtl. Unterstützung einer solchen (Art. 260ter StGB) sowie Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) eine Darlehensforderung von A. gegen C. Der Aufforderung der Bundesanwaltschaft an C., den beschlagnahmten Betrag auf ihr Postkonto einzuzahlen, leistete jener keine Folge. Nach Dar- stellung von C. sei es zum Darlehen deshalb gekommen, weil ihm A. auf seine Bitte einen namhaften Betrag von freier Liquidität für seine Tätigkeit zur Verfügung gestellt habe, unter anderem für den Kauf eines Vierfamili- enhauses in St. Moritz. Am 22. März 2005 wurde der Bundesanwaltschaft eine "convenzione" zwischen A. und C. eingereicht, welche einen Verkauf der Appartemente Nr. 3 und 4 der Liegenschaft an A. unter Verrechnung je eines Teils des Kaufpreises mit dem Darlehen vorsah. Am 17. August 2007 vereinbarte C. mit B., der Ehefrau von A., vertraglich ein Kaufsrecht an zwei Wohnungen und einem Autoeinstellplatz der Liegenschaft zugunsten von B. Weiter wurde stipuliert, dass der Besitzesantritt sowie der Übergang von Nutzen und Gefahr bereits erfolgt seien. Das Grundbuchamt St. Moritz merkte das Kaufsrecht auf der belasteten Liegenschaft vor.
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182 Der Präsident der Strafkammer belegte die drei vom Kaufsrecht erfassten Grundstücke mit einer Grundbuchsperre zur Sicherung einer späteren Ein- ziehung.
Aus den Erwägungen:
1. Mit Einreichung der Anklageschrift am 29. September 2008 wurde der Prozess in der Sache gegen A. und Mitangeklagte beim Bundesstrafgericht hängig gemacht, weshalb die Prozessherrschaft auf dieses überging (HAU- SER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 407, N 17).
Nach Art. 45 Ziff. 3 BStP ist der Präsident der Strafkammer für die Anord- nung von Haft während eines gerichtlichen Verfahrens zuständig ist. Diese Bestimmung ist analog auf andere Zwangsmassnahmen anzuwenden.
2. Bei den obgenannten Grundstücken in St. Moritz handelt es sich um solche im Eigentum von C., welche jedoch im Besitz von B. und ihrer Fa- milie stehen und welche B. bis zum 1. Juli 2012 jederzeit und zu feststehen- den Bedingungen kaufen kann. Die Finanzierung der Grundstücke erfolgte gemäss Aussage des Eigentümers mit Geld, das von A. stammte, welcher gemäss eigener Aussage und schriftlicher Vereinbarung mit C. vom 23. Ju- li 2004 einen Kauf beabsichtigt. Das Vorgehen der Beteiligten in Bezug auf diverse andere Liegenschaften, welche bereits beschlagnahmt sind, begrün- det den Verdacht, dass das … auf den Grundstücken in St. Moritz vorge- merkte Kaufsrecht zugunsten der Ehefrau von A. keinen anderen Zweck hatte als jenen, die Eigentumswirkung an den Grundstücken in St. Moritz zwar A. und seiner Familie zukommen zu lassen, das Eigentum aber bis zum Abschluss des hier hängigen Strafprozesses bei C. zu belassen. Auf diese Weise sollte eine Grundbuchsperre, wie sie bereits bezüglich der frü- her übertragenen Grundstücke verhängt worden war, im Fall St. Moritz abgewendet werden. Zudem steht fest, dass die Kaufpreisfinanzierung aus finanziellen Mitteln von A., insbesondere durch Verrechnung mit dessen an C. gewährten Darlehen, beabsichtigt ist.
3. Gegenstände und Vermögenswerte, welche der Einziehung unterliegen, können gemäss Art. 65 Abs. 1 BStP beschlagnahmt werden. Bei Grundstü- cken kann unter den gleichen Voraussetzungen eine Grundbuchsperre ange- ordnet werden; diese wird im Grundbuch angemerkt (Art. 65 Abs. 2 BStP).
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183 Die Untersuchungsbehörde kann im Hinblick auf die Durchsetzung einer Ersatzforderung Vermögenswerte des Betroffenen mit Beschlag belegen (Art. 71 Abs. 3 StGB). Die Möglichkeit, eine solche Beschlagnahme anzu- ordnen, besteht aber auch im Gerichtsverfahren (SCHMID, Kommentar Ein- ziehung, organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, 2. Aufl., Zürich 2007, Bd. I, Fussnote 856 zu § 2 / StGB 70-72).
4. Aufgrund des Gesagten hängt es von der einseitigen Willenserklärung der Ehefrau des Angeklagten A. ab, die beschlagnahmte Darlehensforderung desselben gegen C. teilweise durch Verrechnung zu saldieren, also deren Einziehung durch das Gericht zu verunmöglichen. Indem die Ausübung des Kaufsrechts durch eine Grundbuchsperre blockiert wird, wird ein Umge- hungsgeschäft im genannten Sinne verhindert.
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45. Auszug aus dem Entscheid der I. Beschwerdekammer in Sachen Kanton Basel-Stadt gegen Kanton Genf und Kanton Basel-Landschaft vom
11. Dezember 2008 (BG.2008.24)
Örtliche Zuständigkeit; Schwergewicht der deliktischen Tätigkeit in einer Sprach- region.
Art. 344 StGB, Art. 263 Abs. 3 BStP
Wurde die überwiegende Mehrheit der Delikte innerhalb der gleichen Sprach- region der Schweiz verübt, kann vom gesetzlichen Gerichtsstand abgewichen werden (E. 3.4).
Compétence ratione loci; elément prépondérant de l'activité délictuelle dans une région linguistique.
Art. 344 CP, art. 263 al. 3 PPF
Lorsqu'une grande majorité des délits ont été commis dans la même région linguistique de la Suisse, il peut être dérogé au for prévu par la loi (consid. 3.4).