Beschwerdelegitimation. Kognition. Prozessvertretung; Interessenkonflikt.
Sachverhalt
Le 31 octobre 2006, le Ministère public de la Confédération (MPC) a or- donné la suspension d'une enquête qui avait été ouverte suite au dépôt d'une plainte pénale pour "abus de confiance, gestion déloyale, escroquerie, faux dans les titres, blanchiment, participation à une organisation criminelle,
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38 partant, la célérité. Encore faudra-t-il, dans le respect du principe d’égalité des armes, permettre également au MPC de participer à un nombre équiva- lent de représentants s’il le souhaite. Pour le reste, il appartiendra à l’autorité de fixer les règles qui permettent d’assurer le déroulement régulier de l’audience: le collaborateur ou l’assistant jouera un rôle de second plan, se bornant à prendre des notes, rechercher des pièces dans le dossier, sou- mettre des questions au défenseur ou au procureur, mais sans intervenir directement. Enfin, il conviendra de tenir compte des contingences prati- ques et, en particulier, restreindre le nombre d’assistants.
3.4 En l’espèce, force est de constater qu’un seul avocat a été constitué par A. pour l’assistance de ses intérêts dans la procédure pénale dirigée contre lui à Genève, à savoir Me B. On n’est donc pas dans le cas de figure de l’art. 35 al. 2 PPF. Me C. s’est présentée dans le cabinet du juge d’instruction le 22 janvier 2007 en vue de fournir une aide technique à la défense à Me B., son employeur. Cette assistance semblait pouvoir se justi- fier en l’occurrence dans la mesure où l’affaire est complexe et le dossier volumineux. Dans ces circonstances, le principe de proportionnalité aurait exigé qu’une mesure moins restrictive soit proposée, comme par exemple l’admission de Me C. subordonnée à la condition que celle-ci demeure passive (ce n’est d’ailleurs pas autre chose que proposait Me B. lorsqu’il a été invité par le JIF à se prononcer sur la requête du MPC). En ordonnant que Me C. quitte la salle sans envisager de mesure alternative, le JIF a violé le principe de proportionnalité. La plainte est donc bien fondée.
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10. Auszug aus dem Entscheid der I. Beschwerdekammer in Sachen A. gegen Bundesanwaltschaft vom 12. April 2007 (BB.2006.131)
Beschwerdelegitimation. Kognition. Prozessvertretung; Interessenkonflikt.
Art. 35, 214 BStP, Art. 27, 29 BV, Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK, Art. 12 lit. c BGFA
Der Beschuldigte ist bei Nichtzulassung des von ihm gewählten Verteidigers zur Beschwerde legitimiert; Berichtigung der Parteibezeichnung (E. 1.3).
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39 Richtet sich die Beschwerde nicht gegen eine Zwangsmassnahme, beschränkt sich die Kognition der Beschwerdekammer auf Rechtsverletzungen und Ermes- sensüberschreitungen oder -missbrauch (E. 2).
Bei einem möglichen Interessenkonflikt kann der Verteidiger von der Vertre- tung ausgeschlossen werden, unabhängig von der Zustimmung des Betroffenen zur Doppelvertretung (E. 3).
Qualité pour recourir. Pouvoir de cognition. Représentation en justice; conflit d’intérêts.
Art. 35, 214 PPF, art. 27, 29 Cst., art. 6 ch. 3 let. c CEDH, art. 12 let. c LLCA
L’inculpé est légitimé à recourir contre le refus d’admettre le défenseur de son choix. Correction de la désignation des parties (consid. 1.3).
Lorsque le recours n’est pas dirigé contre une mesure de contrainte, le pouvoir de cognition de la Cour des plaintes est limité aux violations du droit et à l’excès ou l’abus du pouvoir d’appréciation (consid. 2).
Si un conflit d’intérêts est envisageable, il peut être interdit au défenseur d’exercer sa défense, même si l’intéressé a donné son accord au double mandat (consid. 3).
Legittimazione a ricorrere. Potere cognitivo. Rappresentanza processuale; conflit- to d’interessi.
Art. 35, 214 PP, art. 27, 29 Cost., art. 6 n. 3 lett. c CEDU, art. 12 lett. c LLCA
L’imputato è legittimato a ricorrere se il patrocinatore di fiducia non viene ammesso; rettifica della designazione della parte (consid. 1.3).
Se il ricorso non è diretto contro una misura coercitiva, il potere cognitivo della Corte dei reclami penali si limita a violazioni del diritto e eccessi o abusi del potere d’apprezzamento (consid. 2).
Se vi è la possibilità che esista un conflitto d’interessi, il patrocinatore può essere escluso dalla rappresentanza indifferentemente dal consenso dato dall’interessato alla duplice rappresentanza (consid. 3).
Zusammenfassung des Sachverhalts:
Mit Verfügung vom 11. Dezember 2006 liess die Bundesanwaltschaft im Ermittlungsverfahren gegen A. und Mitbeteiligte Rechtsanwalt M. nicht mehr als Rechtsvertreter von A. sowie weiteren natürlichen und juristischen
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40 Personen zu. Gleichzeitig bestellte sie A. infolge Inhaftierung einen amtli- chen Verteidiger, nachdem A. trotz Aufforderung keinen anderen Verteidi- ger gewählt hatte. Mit Beschwerde vom 13. Dezember 2006 wurde die Aufhebung der Verfügung betreffend Nichtzulassung des Verteidigers be- antragt. Die Beschwerdekammer bezeichnete M. als beschwerdeführende Partei, worauf M. beantragte, die Parteibezeichnung sei den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen und A. als Beschwerdeführer zu bezeichnen.
Die I. Beschwerdekammer berichtigte die Parteibezeichnung und wies die Beschwerde ab, soweit auf sie einzutreten war.
Aus den Erwägungen:
1.3 Hinsichtlich der Beschwerdelegitimation ist festzuhalten, dass der Be- schuldigte einzig eine Verletzung des Rechts auf freie Wahl des Verteidi- gers, welches (mittelbar) durch Art. 35 BStP sowie direkt durch Art. 29 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK garantiert ist, rügen kann, während der Straf- verteidiger nur berechtigt ist, eine Verletzung der in Art. 27 BV gewährleis- teten Wirtschaftsfreiheit zu rügen, insofern als die angefochtene Verfügung sein Recht einschränkt, seinen Beruf als Anwalt frei auszuüben (vgl. Pra 87 [1998] Nr. 98 E. 1d [Entscheid des Bundesgerichts 1P.587/1997 vom
5. Februar 1998]; TPF BK_B 163/04 vom 7. Februar 2005 E. 2; TPF BK_B 109/04 und 110/04 vom 18. August 2004 E. 2). Mit der Beschwerde wird letzteres in keiner Weise geltend gemacht; vielmehr wird vorgebracht, dass der Beschuldigte Anspruch auf eine wirksame Verteidigung und ein faires Verfahren im Sinne von Verfassung und Konvention (EMRK) habe. Mit Schreiben an seinen Verteidiger vom 14. Dezember 2006 bringt der Beschuldigte zudem zum Ausdruck, dass er mit der Anfechtung der Verfü- gung einverstanden sei und nur von Ersterem vertreten sein wolle. Wird somit (einzig) im Namen des Beschuldigten Beschwerde gegen die ange- fochtene Verfügung geführt, ist die Parteibezeichnung antragsgemäss ent- sprechend zu berichtigen. Die Legitimation ist dabei dem Gesagten zufolge zu bejahen, da der Beschwerdeführer mit der Nichtzulassung des von ihm gewählten Verteidigers beschwert ist.
2. Die Kognition der I. Beschwerdekammer ist im Rahmen der Beschwerde gemäss Art. 105bis Abs. 2 i.V.m. Art. 214 ff. BStP auf Rechtsverletzungen beschränkt, es sei denn, die Beschwerde richte sich gegen eine Zwangs- massnahme. Steht ein Ermessensentscheid zur Diskussion, so prüft die
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41 I. Beschwerdekammer demnach einzig, ob der entscheidenden Behörde ein qualifizierter Ermessensfehler wie Ermessensüberschreitung oder –miss- brauch vorzuwerfen ist (TPF BB.2006.33 vom 4. Oktober 2006, BB.2005.27 vom 5. Juli 2005 und BB.2005.4 vom 27. April 2005, je E. 2). Die vorliegende Beschwerde richtet sich nicht gegen eine Zwangsmass- nahme. Die Kognition der I. Beschwerdekammer ist somit auf Rechts- verletzungen und Ermessensüberschreitungen oder -missbrauch beschränkt.
3. Die Bestimmung des Art. 12 BGFA regelt die Berufspflichten der An- wälte abschliessend. Zur Auslegung dieser Bestimmung kann deshalb nur noch beschränkt auf kantonale Regeln abgestellt werden, nämlich aus- schliesslich insoweit, als diese eine landesweit in nahezu allen Kantonen geltende Auffassung zum Ausdruck bringen. Die im eidgenössischen An- waltsgesetz geregelten Berufspflichten beziehen sich nicht nur auf die Be- ziehung des Anwalts zum eigenen Klienten, sondern auf die gesamte Be- rufstätigkeit des Rechtsanwalts (BGE 131 I 223, 228 E. 3.4). Gemäss dem vorliegend interessierenden Art. 12 lit. c BGFA meiden die Anwälte jeden Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen. Ein verbotener Inte- ressenkonflikt liegt vor, wenn der Anwalt die Wahrung der Interessen eines Klienten übernommen hat, und dabei Entscheidungen zu treffen hat, mit denen er sich potentiell in Konflikt zu eigenen oder anderen ihm zur Wah- rung übertragenen Interessen begibt. Untersagt ist nicht nur die Vertretung der Interessen eines Klienten, die denjenigen eines anderen Mandanten direkt entgegenstehen. Der Anwalt darf auch keinen Dritten vertreten, des- sen Interessen diejenigen des Klienten in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnten (FELLMANN, in: FELLMANN/ZINDEL [Hrsg.], Kommentar zum An- waltsgesetz, Zürich 2005, N. 84 zu Art. 12 BGFA). In zeitlicher Hinsicht gilt der Grundsatz, dass der Anwalt nach Beendigung eines Auftragsver- hältnisses gegen einen ehemaligen Klienten ein Mandat nur annehmen kann, wenn dieses mit dem seinerzeitigen Auftrag in keinem Zusammen- hang steht (STUDER, Neue Entwicklungen im Anwaltsrecht, in: SJZ 100 [2004] S. 229, 235). Je enger der Zusammenhang des neuen Mandats mit dem abgeschlossenen Auftrag ist, desto eher muss der Anwalt mit der Mög- lichkeit der Verwertung von Kenntnissen aus dem abgeschlossenen Mandat rechnen (FELLMANN, a.a.O., N. 109 zu Art. 12 BGFA). Im Strafprozess ist es grundsätzlich ausgeschlossen, dass ein Anwalt im gleichen Verfahren zwei oder gar mehrere Angeschuldigte vertritt, da eine Doppelvertretung bei objektiver Betrachtung stets die Möglichkeit eines Interessenkonflikts in sich birgt. Das Bestehen eines Interessenkonflikts ist in abstrakter Weise zu
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42 evaluieren. In dieser Hinsicht genügt die theoretische Möglichkeit, dass sich ein Interessenkonflikt im Verlauf des Verfahrens verwirklicht. Die allfällige Zustimmung des Klienten zur Doppelvertretung ändert daran nichts (TPF BK_B 163/04 vom 7. Februar 2005 E. 5, TPF BK_B 109/04 und 110/04 vom 18. August 2004 E. 3.1 je m.w.H.; Pra 87 [1998] Nr. 98 E. 3.c).
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11. Extrait de l'arrêt de la Ire Cour des plaintes dans la cause A. SA, B., C. SA contre Ministère public de la Confédération du 15 mai 2007 (BB.2007.14)
Partie civile.
Art. 34, 106 al. 1bis, 211 PPF, art. 8 al. 1 let. c LAVI
Pour pouvoir intervenir dans le cadre de la procédure de plainte, le lésé doit se constituer partie civile avant que la suspension ne soit ordonnée.
Zivilpartei.
Art. 34, 106 Abs. 1bis, 211 BStP, Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG
Um im Rahmen des Beschwerdeverfahrens intervenieren zu können, muss sich der Geschädigte als Zivilpartei konstituieren, bevor die Einstellung angeordnet wird.
Parte civile.
Art. 34, 106 cpv. 1bis, 211 PP, art. 8 cpv. 1 lett. c LAV
Per poter intervenire nel quadro della procedura di reclamo, la parte lesa deve costituirsi parte civile prima che sia ordinata la sospensione.
Résumé des faits:
Le 31 octobre 2006, le Ministère public de la Confédération (MPC) a or- donné la suspension d'une enquête qui avait été ouverte suite au dépôt d'une plainte pénale pour "abus de confiance, gestion déloyale, escroquerie, faux dans les titres, blanchiment, participation à une organisation criminelle,