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Ausverkaufsordnung. N° 34.
durchführt, der immer eine Veranstaltung des Detailver-
kaufs ist, ansonst er gar nicht nach Ausverkaufsordnung
bewilligungspßichtig wäre (vgl. Art. 1 Abs. 1 AO), steigt
er für die Dauer des Ausverkaufs auf die Stufe des Klein-
händlers herab. Damit übernimmt er nicht nur den Vorteil,
seine \Varen durch unmittelbaren Verkauf an die Verbrau-
cher absetzen zu können, sondern wird er auch den Pflich-
ten unterworfen, welche die Kleinhändler mit der Durch-
führung eines Totalausverkaufes auf sich nehmen. Es
entstände sonst die stossende Ungleichheit, dass von zwei
Geschäftsleuten, die beide einen Totalausverkauf im Sinne
der Ausverkaufsordnung durchgeführt haben, der eine
sofort ein Kleinhandelsgeschäft. mit Waren gleicher Art
eröffnen dürfte, weil er vor dem Ausverkauf Grosshändler
war, während der andere das erst nach Ablauf einer Sperr-
frist tun dürfte. Dem Grosshändler wäre damit ermög-
licht, zum Schaden der Kleinhändler durch einen Total-
ausverkauf Kunden für ein sofort zu eröffnendes Klein-
handelsgeschäft. zu werben, während die Ausverkaufsord-
nung das dem Kleinhändler verbietet. Was für den Klein-
händler missbräuchlich ist, nämlich durch Totalausverkauf
für ein neu zu eröffnendes Kleinhandelsgeschäft Kunden zu
werben, muss auch für den Grosshändler missbräuchlich
sein. Der Totalausverkauf ist beim Übergang vom Gross-
handel zum Kleinhandel nicht etwa wegen des Wechsels
der Handelsstufe grundsätzlich berechtigt. Der Gross-
händler kann Kleinhändler werden, ohne einen Totalaus-
verkauf durchzuführen. Er kann sein Warenlager entweder
vor der Änderung der Geschäft.sform durch Grossverkäufe
liquidieren oder es in das Kleinhandelsgeschäft. hinüber-
nehmen und es dort durch Detailverkäufe absetzen. Ist
ausnahmsweise wegen besonderer Verhältnisse weder das
eine noch das andere tunlich, so kann ihm die Behörde
einen Totalausverkauf gestatten und gemäss Art. 17 AO
von der Auferlegung einer Sperrfrist für die Eröffnung des
Kleinhandelsgeschäftes absehen.
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Verfahren. No 35.
V. VERFAHREN
PROCEDURE
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35. Urteil des Kassationshofes vom 9. Oktober 1953 i. S. Wolfi
gegen Strafvollzugskommission des Kantons Basel-Stadt.
Art. 268 Bf!.tP_. Gegen Verfügungen, welche die Vollstreckung einer
rechtskraftig erkannten Strafe oder l\fassnahme betreffen ist
die Nichtigkeitsbeschwerde nicht zulässig.
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Art. 268 PPF. Le pourvoi en nullite est irrecevable contre des
decisions qui concernent l'execution d'une peine ou mesure
entree en force.
Art. 268 PPF. Il ricorso per cassazione non e ammissibile contro
d~cisioni ehe concernono l'esecuzione della pena o un provve-
dimento quale la revoca della liberazione condizionale.
Durch den mit der Nichtigkeitsbeschwerde angefoch-
tenen Entscheid hat die Strafvollzugskommission des
Kantons Basel-Stadt die dem Beschwerdeführer am 10. Ok-
tober 1951 bewilligte bedingte Entlassung aus der gegen
ihn am 12. Mai 1949 ausgesprochenen Verwahrung wider-
rufen, weil er während der ihm bei der Entlassung bestimm-
ten Probezeit Verbrechen (Diebstahl und Hehlerei) began-
gen hatte (Art. 42 Ziff. 6 Abs. 1 StGB).
Nach Art. 268 BStP unterliegen jedoch nur Urteile der
Gerichte, Straferkenntnisse der Verwaltungsbehörden und
Einstellungsbeschlüsse der Nichtigkeitbeschwerde an den
Kassationshof des Bundesgerichtes. Sie ist demnach aus-
geschlossen gegen Verfügungen, die lediglich die Voll-
streckung einer rechtskräftig erkannten Strafe oder Mass-
nahme betreffen, wie die bedingte Entlassung nach Art. 38
Ziff. I oder 42 Ziff. 5, die Unterbrechung des Strafvollzuges
nach Art. 40 oder die Rückversetzung in das Zuchthaus,
Gefängnis (Art. 38 Ziff. 4) oder -
worum es im vorliegen-
den Falle geht -
in die Verwahrung nach Art. 42 Ziff. 6
StGB (Urteile des Kassationshofes vom 4. Januar I 945
i. S. Müggler, vom 2. Juni 1947 i. S. Dütsch und vom
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Verfahren. N° 35.
14. Mai 1948 i. S. Breiler). Das ist selbst dann der Fall,
wenn die angefochtene Anordnung -
wie das in verschie-
denen Kantonen zutrifft -
dem Richter übertragen ist,
da dieser insoweit als Vollstreckungsbehörde handelt
(Urteil des Kassationshofes vom 31. Dezember 1947 i. S.
von Burg).
Demnach erkennt der Kassationshof :
Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.
IMPRIMERIBS REUNIES S. A., LAUSANNE
')
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I. STRAFGESETZBUCH
CODE PENAL
36. Extrait de l'arret de la Cour de eassation penale du 18 deeembre
1953 dans la cause Veillon et eonsorts contre Cornu.
Art. 25 OP. Comme toute infraction commise par omission, la
complicite par omission improprement dite suppose que l'au-
teur ait eu l'obligation juridique d'agir; un devoir moral ne
suffit pas.
Art. 25 StGB. Wie jede durch Unterlassung begangene strafbare
Handlung, setzt auch die Gehülfenschaft durch unechte Unter-
lassung eine Rechtspflicht zum Handeln voraus; eine bloss
sittliche Pflicht genügt nicht.
Art. 25 OP. Come ogni reato commesso per omissione, la complicita
per omissione impropriamente detta presuppone l'esistenza
d'un obbligo giuridico di agire; un semplice dovere morale
non basta.
A. -
Les epoux Jean et Ida Veillon acheterent en 1946
la propriete « La Pelouse)J, sise a Bex. Ils la constituerent
en societe anonyme et nommerent administrateur Henri
Cornu, agent de la Banque cantonale vaudoise a Bex.
Des le printemps 1951,. ils habiterent la Pelouse avec
leurs fils Adrien, ne en 1930, et Frarn;iois. Ils Mbergeaient
egalement un etudiant lithuanien, nomme Narakas. En
outre, ils recevaient frequemment la visite de Franz Meli.
En ete 1951, Jean Veillon quitta sa famille a la suite
de difficultes avec son epouse. Cornu prit parti pour lui
et entra ainsi en conflit avec Ida Veillon, qui lui reprochait
notamment de leser les interets qu'elle avait dans le
domaine. En revanche, Adrien Veillon, Meli et Narakas
prirent fait et cause pour dame Veillon.
En septembre, l'animosite des occupants de la Pelouse
contre Cornu devint si grande qu'ils envisagerent de l'obli-
ger a donner sa demission d'agent de la Banque cantonale
vaudoise, voire a quitter Bex. Le 29 septembre, Adrien
Veillon et Meli corn;iurent l'idee de repandre un tract
10
AS 79 IV -
1953