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79_IV_139

BGE 79 IV 139

Bundesgericht (BGE) · 1953-01-01 · Français CH
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Fischerei. N° 33.

cassation du canton de Vaud. Celle-ci a rejete le recours.

Elle a considere notamment que Dupertuis avait commis

<< la contravention prevue a l'art. 19 al. 2 de l'arrete can-

tonal du 20 noyembre 1951 sur l'exercice de la peche en

1952)) et que le tribunal de premiere instance n'avait pas

<< depasse les limites fixees aux art. 31 et 32 de la loi fäde-

rale n.

Contre cet arret, Dupertuis a forme un pourvoi en

nullite, que le Tribunal fäderal a declare irrecevable.

Extrait des motifs:

2. -

L'art. 5 eh. 2 de la loi föderale sur la peche du

21 decembre 1888 interdit notamment l'emploi de har-

pons; celui qui viole cette defense est passible d'une

amende de 5 a 400 fr. en vertu de l'art. 31 eh. l.

D'autre part, l'art. 19 al. l de l'arrete cantonal du

20 novembre 1951 sur l'exercice de la peche en 1952

defendait tous les modes de peche non expressement auto-

rises dans les dispositions anterieures. En outre, son al. 2

avait la teneur suivante :

" Celui qui circule a proximite des cours d'eau porteur de tels

engins ou produits est cense en faire usage et repute en contra-

vention. »

Ceux qui commettaient des contraventions ne relevant

que de l'arrete cantonal etaient punissables d'une amende

de 5 a 400 fr., en vertu de l'art. 62 al. 2 dudit arrete.

En l'espece, les juges cantonaux n'ont pas condamne

le recourant pour avoir employe un engin prohibe. Ils lui

ont inflige une amende simplement pour avoir circule a

proximite d'un cours d'eau en etant porteur d'un tel engin.

Or, ce comportement n'est pas interdit par la loi föderale

sur la peche; il ne l'est que par l'arrete cantonal du

20 novembre 1951. Bien que la Cour de cassation vaudoise

renvoie, sans doute par erreur, aux art. 31 et 32 de la loi

füderale, on doit donc admettre que la contravention

retenue a la charge de Dupertuis est celle de l'art. 19 al. 2

de l'arrete cantonal et que la peine a ete prononcee en

ö

1

<)

Ausverkaufsordnung. N° 34.

131!

vertu de l'art. 62 al. 2 du meme arrete. Des lors, le pourvoi

en nullite est irrecevable, a moins que les dispositions

cantonales appliquees ne violent le droit föderal.

3. -

Selon l'art. 27 de la loi fäderale sur la peche, les

cantons peuvent prendre des mesures plus severes que la

Conföderation pour la protection et l'augmentation des

poissons et des ecrevisses. En vertu de cette disposition,

ils ont le droit, non pas de prevoir pour les infractions

instituees par la legislation föderale des peines plus fortes

que cette derniere, mais de creer des contraventions inde-

pendantes et de les sanctionner par des peines (art. 22 al. 1

du reglement d'execution pour la loi federale sur la peche,

du 3 juin 1889). L'art. 19 al. 2 de l'arrete cantonal du

20 novembre 1951 remplissait ces conditions. En effet,

malgre sa teneur ambigue, il n'etablissait pas une simple

presomption de fait, mais il creait une contravention

sui generis non prevue par la Iegislation de la Confödera-

tion. D'autre part, l'interdiction de circuler a proximite

des cours d'eau en portant des engins prohibes est une

mesure e:fficace pour empecher l'emploi d'appareils inter-

dits et proteger les poissons. Une mesure correspondante

figure du reste dans la loi föderale sur la chasse et la pro-

tection des oiseaux du 10 juin 1925 (art. 41). Ainsi l'art. 19

al. 2 de l'arrete cantonal du 20 novembre 1951 ne violait

pas le droit fäderal, de sorte que le pourvoi est irrecevable.

IV. AUSVERKAUFSORDNUNG

ORDONNANCE SUR LES LIQUIDATIONS

34. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 2. O!ktobell'

1953 i. S. Maurer gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Züll'icb.

Art. 16 Abs. l, 20 Abs. 1 lit. f Ausverkaufsordnung. Beim Übergang

vom Grosshandel zum Kleinhandel macht die Gleichartigkeit

der verkauften \Varen die beiden Geschäfte nicht minder zu

140

Ausverkaufsordnung. N° 34.

gleichartigen, als wenn ein Kleinhändler wieder ein Kleinhan-

delsgeschäft eröffnet.

Art. 16 al. 1 et 20 al. 1 litt. f de l'ordonnanee sur le8 liquUJ.ations.

Lorsqu'un ancien commer<;ant en gros ouvre un magasin de

detail pour y debiter des marchandises semblables a celles qu'il

vendait auparavant, les deux commerces sont similaires, comme

si un detaillant ouvrait de nouveau un magasin de vente au

detail.

Art.16 cp.1, 20 cp. 1 lett. f deU'ordinanza sulle liquidazioni. Quando

un commerciante, ehe vendeva prima all'ingrosso, apre un'azienda

per la vendita al minuto di merci simili a quelle ehe vendeva

prima all'ingrosso, le due aziende sono considerate come dello

stesso genere, cosi come se un commerciante ehe vendeva

prima al minuto aprisse di nuovo un'azienda per la vendita

al minuto.

·

A. -

Rudolf Maurer führte in Zürich als Einzelinhaber

ein· Grosshandelsgeschäft für Möbel, Teppiche und andere

Gebrauchsgegenstände.

Am 3. November 1950 bewilligte die Direktion der

Polizei des Kantons Zürich ihm wegen beabsichtigter Auf-

gabe seines Grosshandelsgeschäftes, in einem Totalausver-

kauf Teppiche im Werte von etwa Fr. 38,000.- abzu-

setzen. Sie verbot ihm gemäss Art. 16 der Verordnung vom

16. April 1947 über Ausverkäufe und ähnliche Veranstal-

tungen (AO), innert einer Sperrfrist von drei Jahren seit

Beendigung des Ausverkaufes, d.h. seit 31. Dezember

1950, in der Schweiz ein gleichartiges Geschäft zu eröffnen,

und machte ihn darauf aufmerksam, dass der Eröffnung

die in Art. 16 Abs. 2 AO angeführten Fälle gleichgestellt

seien. Maurer führte den Ausverkauf durch.

Im Sommer 1952 beteiligte er sich an der im Frühjahr

des gleichen Jahres gegründeten Säntis Möbel A.G. in

Tagelswangen, die Bett- und Polsterwaren herstellt und

mit solchen sowie mit Möbeln und Teppichen Kleinhandel

treibt. Von den zweihundert Aktien dieser Gesellschaft

übernahm er hundertundzwei. Er trat als Präsident in den

Verwaltungsrat ein.

B. -

Am 30. April 1953 verurteilte das Obergericht des

Kantons Zürich Maurer wegen fahrlässiger Übertretung

von Art. 20 lit. f AO zu Fr. 50.- Busse.

C. -

Maurer führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem

1 1

Ausverkaufsordnung .. N• 34.

141

Antrag, das Urteil sei aufzuheben und er sei freizusprechen.

Er macht unter anderem geltend, das Geschäft der Säntis

Möbel A.G. sei, weil diese Firma Kleinhandel treibe, nicht

gleicher Art wie das von ihm als Einzelkaufmann aufge-

gebene Grosshandelsgeschäft.

Der Kassationshof zieht in Erwägung :

l. -

Gemäss Art. 16 Abs. l AO hat die zuständige

Behörde bei der Bewilligung eines Totalausverkaufes dem

Gesuchsteller zu verbieten, innert einer Sperrfrist von

einem bis zu fünf Jahren seit Beendigung des Totalaus-

verkaufes ein gleichartiges Geschäft in der Schweiz zu

eröffnen. Der Eröffnung eines gleichartigen Geschäftes

stellt Art. 16 Abs. 2 unter anderem die massgebliche Be-

teiligung an einer Aktiengesellschaft gleich, wenn diese ein

gleichartiges Geschäft betreibt.r

Wer nach einem Totalausverkauf vor Ablauf der ihm

auferlegten Sperrfrist ein gleichartiges Geschäft eröffnet

oder übernimmt oder sich an einem solchen beteiligt., ist

nach Art. 20 AO zu bestrafen, bei vorsätzlicher Begehung

mit Haft oder Busse (Abs. 1), im Falle von Fahrlässigkeit

bloss mit Busse (Abs. 2).

2. -

Es ist nicht bestritten, dass das Geschäft der

Säntis Möbel A.G., an der sich der Beschwerdeführer

innerhalb der ihm auferlegten Sperrfrist durch Übernahme

der Mehrheit der Aktien und der Stellung des Verwaltungs-

ratspräsidenten massgeblich beteiligt hat, insofern dem

vom Beschwerdeführer aufgegebenen Grosshandelsgeschäft

gleicht, als in jenem unter anderem Teppiche verkauft

werden, also Waren gleicher Art wie sie der Beschwerde-

führer als Grosshändler verkauft hat. Damit aber ist

objektiv der Tatbestand der erwähnten Übertretung

erfüllt. Beim Übergang vom Grosshandel zum Kleinhandel

macht die Gleichartigkeit der verkauften Waren die beiden

Geschäfte nicht minder zu gleichartigen im Sinne der

Art. 16 und 20 lit. f AO, als wenn ein Kleinhändler wieder

ein Kleinhandelsgeschäft eröffnet. Indem der Grosshändler

einen Totalausverkauf im Sillne der Ausverkaufsordnung

142

Ausverkaufsordnung. N° 34.

durchführt, der immer eine Veranstaltung des Detailver-

kaufs ist, ansonst er gar nicht nach Ausverkaufsordnung

bewilligungspflichtig wäre (vgl. Art. 1 Abs. 1 AO), steigt

er für die Dauer des Ausverkaufs auf die Stufe des Klein-

händlers herab. Damit übernimmt er nicht nur den Vorteil,

seine Waren durch unmittelbaren Verkauf an die Verbrau-

cher absetzen zu können, sondern wird er auch den Pflich-

ten unterworfen, welche die Kleinhändler mit der Durch-

führung eines Totalausverkaufes auf sich nehmen. Es

entstände sonst die stossende Ungleichheit, dass von zwei

Geschäftsleuten, die beide einen Totalausverkauf im Sinne

der Ausverkaufsordnung durchgeführt haben, der eine

sofort ein Kleinhandelsgeschäft mit Waren gleicher Art

eröffnen dürfte, weil er vor dem Ausverkauf Grosshändler

war, während der andere das erst nach Ablauf einer Sperr-

frist tun dürfte. Dem Grosshändler wäre damit ermög-

licht, zum Schaden der Kleinhändler durch einen Total-

ausverkauf Kunden für ein sofort zu eröffnendes Klein-

handelsgeschäft zu werben, während die Ausverkaufsord-

nung das dem Kleinhändler verbietet. Was für den Klein-

händler missbräuchlich ist, nämlich durch Totalausverkauf

für ein neu zu eröffnendes Kleinhandelsgeschäft Kunden zu

werben, muss auch für den Grosshändler missbräuchlich

sein. Der Totalausverkauf ist beim Übergang vom Gross-

handel zum Kleinhandel nicht etwa wegen des Wechsels

der Handelsstufe grundsätzlich berechtigt. Der Gross-

händler kann Kleinhändler werden, ohne einen Totalaus-

verkauf durchzuführen. Er kann sein Warenlager entweder

vor der Änderung der Geschäftsform durch Grossverkäufe

Jiquidieren oder es in das Kleinhandelsgeschäft hinüber-

nehmen und es dort durch Detailverkäufe absetzen. Ist

ausnahmsweise wegen besonderer Verhältnisse weder das

eine noch das andere tunlich, so kann ihm die Behörde

einen Totalausverkauf gestatten und gemäss Art. 17 AO

von der Auferlegung einer Sperrfrist für die Eröffnung des

Kleinhandelsgeschäftes absehen.

.

i

f

1

Verfahren. No 35.

V. VERFAHREN

PROCEDURE

143

35. Urteil des Kassationshofes vom 9. Oktober 1953 i. S. Wom

gegen Strafvollzugskommission des Kantons Basel-Stadt.

Art. 268 B~tP.. Gegen Verfügungen, welche die Vollstreckung einer

rechtskraftig erkannten Strafe oder Massnahme betreffen ist

die Nichtigkeitsbeschwerde nicht zulässig.

'

Art. 268 PPF. Le pourvoi en nullite est irrecevable contre des

decisions qui concernent l'exooution d'une peine ou mesure

entree en force.

Art. 268 PPF. II ricorso per cassazione non e ammissibile contro

d~cisioni ehe concernono l'esecuzione della pena o un provve-

d1mento quale la revoca della Iiberazione condizionale.

Durch den mit der Nichtigkeitsbeschwerde angefoch-

tenen Entscheid hat die Strafvollzugskommission des

Kantons Basel-Stadt die dem Beschwerdeführer am 10. Ok-

tober 1951 bewilligte bedingte Entlassung aus der gegen

ihn am 12. Mai 1949 ausgesprochenen Verwahrung wider-

rufen, weil er während der ihm bei der Entlassung bestimm-

ten Probezeit Verbrechen {Diebstahl und Hehlerei) began-

gen hatte (Art. 42 Ziff. 6 Abs. 1 StGB).

Nach Art. 268 BStP unterliegen jedoch nur Urteile der

Gerichte, Straferkenntnisse der Verwaltungsbehörden und

Einstellungsbeschlüsse der Nichtigkeitbeschwerde an den

Kassationshof des Bundesgerichtes. Sie ist demnach aus-

geschlossen gegen Verfügungen, die lediglich die Voll-

streckung einer rechtskräftig erkannten Strafe oder Mass-

nahme betreffen, wie die bedingte Entlassung nach Art. 38

Ziff. 1 oder 42 Ziff. 5, die Unterbrechung des Strafvollzuges

nach Art. 40 oder die Rückversetzung in das Zuchthaus,

Gefängnis (Art. 38 Zi:ff. 4) oder -

worum es im vorliegen-

den Falle geht -

in die Verwahrung nach Art. 42 Ziff. 6

StGB {Urteile des Kassationshofes vom 4. Januar 1945

i. S. Müggler, vom 2 .. Juni 1947 i. S. Dütsch und vom