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78_III_155

BGE 78 III 155

Bundesgericht (BGE) · 1952-01-01 · Deutsch CH
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 33.

ständigung mit ihm, in Unkenntnis der Teilnahme eines

weitem Gläubigers, über die gepfändeten Gegenstände

eigenmächtig verfügt. Entsprechend den sich aus den Art.

89 und 90 SchKG ergebenden Fristen ist ihm diese Anzeige

spätestens am zweiten Tage nach Eingang des Fortset-

zungs- bzw. Anschlussbegehrens des weitem Gläubigers

zuzustellen.

Wir haben hiefür ein neues obligatorisches Formular

Nr. 5f und 5g aufgestellt (5f liniert, 5g unliniert}, das bei

der Drucksachen- und Materialzentrale der Bundeskanzlei

in Bern bezogen werden kann.

II peut arriver, lorsque des creanciers sont admis a

participer a une saisie en vertu des art. 11 O ou 111 LP,

qu'il ne soit pas necessaire de proceder a un complement

de saisie a notifier au debiteur selon l'art. 90 LP, parce

que les biens saisis o:ffrent une couverture suffisante.

Pour eviter toutefois qu'apres avoir paye le creancier

premier saisissant ou pris un arrangement avec lui, le

debiteur ne dispose des biens saisis dans l'ignorance des

participations des autres creanciers, il importe que le

debiteur soit immediatement informe de ces participations.

Vu les art. 89 et 90 LP, cet avis doit lui etre noti:fie au

plus tard le surlendemain du jour de la reception de la

requisition de continuer la poursuite ou de la demande

de participation des autres creanciers.

A ~et effet, nous avons etabli une nouvelle formule

obligatoire n°8 5f et 5g (la premiere lignee, la seeonde non

lignee}, qu'on peut se procurer a la Centrale fäderale des

imprimes et du materiel a Berne.

Quando ·dei ereditori sono ammessi a partecipare ad

un pignoramento a norma degli art. llO o lll LEF,

puo aecadere ehe non sia necessario di proeedere ad un

Sehuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 34.

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eomplemento di pignoramento, da notifiearsi al debitore

in virtu dell'art. 90 LEF, perche i beni staggiti o:ffrono

una copertura suffieiente. Se si vuol tuttavia evitare ehe,

tacitato il primo ereditore pignorante o concluso con lui

un aecordo, il debitore ignaro della partecipazione degli

altri ereditori disponga dei beni pignorati, oecorre · infor-

marlo immediatamente di tali partecipazioni. Visti gli

art. 89 e 90 LEF, quest'avviso dev'essere notifieato al

debitore al piU tardi il secondo giorno ehe segne quello

del rieevimento della domanda di proseguimento dell'ese-

euzione o della domanda di parteeipazione degli altri

ereditori.

A quest'uopo abbiamo istituito un nuovo modulo

obbligatorio n. 5f e 5g (il primo rigato, il seeondo non

rigato), ehe puo essere ottenuto presso la Centrale federale

degli stampati e del materiale, a Berna.

34. Auszug aus dem Entscheid vom 8. Dezember 1952

i. S. Greter.

Zahlungsbefehl, Rechtsvorschlag. Zweite Zustellung des Zahlungs-

befehls wegen Ungültigkeit der ersten (unter Verletzung von

Art. 60 SchKG erfolgten). Wirkungen des auf die ungültige

erste Zustellung hin erhobenen Rechtsvorschlags. Erhebung des

Rechtsvorschlags durch eine Drittperson,; Genehmigung durch

den Schuldner.

Oommandement de payer. Opposition. Seconde notification du com-

mandement de payer pour cause d'invalidite de la premiere (qui

a eu lieu en violation de l'art. 60 LP). Effets de l'opposition

formee lors de la premiere notification. Opposition formee par

un tiers; ratification par le debiteur.

Precetto esecutivo. Opposizione. Seconda notifica del precetto ese-

cutivo per nullita della prima (violazione dell'art. 60 LEF).

Effetti dell'opposizione interposta all'atto della prima notifica.

Opposizione sollevata da un terzo; ratifica da parte del debitore.

In einer Faustpfandbetreibung gegen den Rekurrenten

erhob dessen Ehefrau, der am 27. Juni 1952 der Zahlungs-

befehl zugestellt wurde, sofort Rechtsvorschlag und teilte

dem Betreibungsamte mit, ihr Ehemann sei verhaftet.

156

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 34.

Hierauf forderte das Betreibungsamt diesen mit Schreiben

vom 30. Juni auf, bis 4. Juli einen Vertreter zu bezeichnen

(Art. 60 SchKG). Da der Rekurrent dieser Aufforderung

nicht nachkam, liess es ihm am 9. Juli im Gefängnis

einen neuen Zahlungsbefehl zustellen, der unwidersprochen

blieb.

Am 27. Oktober (offenbar im Anschluss an die Mitteilung

des Verwertungsbegehrens) führte die Ehefrau des Re-

kurrenten für diesen Beschwerde, mit der sie geltend

machte, der seinerzeit erhobene Rechtsvorschlag sei gültig.

Die kantonale Aufsichtsbehörde wies die Beschwerde ab,

weil vor der Zustellung des Zahlungsbefehls nicht gültig

Rechtsvorschlag erhoben werden könne und die am 27.

Juni erfolgte Zustellung nachträglich aufgehoben worden

sei, sodass die Rechtsvorschlagserklärung von diesem

Tage unbeachtlich sei.

Das Bundesgericht stellt auf Rekurs hin fest, dass die

Betreibung (von einem anerkannten Teilbetrage abgese-

hen) durch Rechtsvorschlag eingestellt sei.

Begründung :

Das Betreibungsamt hat die Zustellung des Zahlungs-

befehls vom 27. Juni 1952 im Hinblick auf Art. 60 SchKG

mit Recht als ungültig betrachtet. Daraus folgt aber

noch nicht, dass der auf diese Zustellung hin erklärte

Rechtsvorschlag unbeacht.Jich sei und der am 9. Juli 1952

direkt an den Rekurrenten zugestellte Zahlungsbefehl

mangels einer neuen Rechtsvorschlagserklärung einen

Vollstreckungstitel bilde. Betrachtet das Betreibungsamt

die Zustellung eines Zahlungsbefehls als ungültig und will

es diesen deshalb ein zweites Mal zustellen und den im

Anschluss an die erste Zustellung erklärten Rechtsvor-

schlag nicht gelten lassen, so muss von ihm verlangt

werden, dass es den Schuldner bei der zweiten Zustellung

ausdrücklich auf die Ungültigkeit der ersten Zustellung

und des bereits erklärten Rechtsvorschlags aufmerksam

macht. Die SteJlung des Schuldners, der ohne solchen

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 35.

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Hinweis nicht ohne weiteres darauf verfallen kann, dass

der bereits erhobene Rechtsvorschlag unwirksam sei, wür-

de sonst in untragbarer Weise erschwert und die Ent-

stehung eines Vollstreckungstitels allzusehr erleichtert.

Ein solcher Hinweis ist bei der Zustellung vom 9. Juli 1952

unterblieben. Das Betreibungsamt hat sich offenbar damit

begnügt, die erste Zustellung stillschweigend aufzuheben,

indem es dem Rekurrenten nach Fristansetzung gemäss

Art. 60 SchKG einfach einen neuen Zahlungsbefehl zu-

stellte. Auf jeden Fall hat es ihm nicht eröffnet, dass es

den auf die Zustellung vom 27. Juni hin erklärten Rechts-

vorschlag als ungültig betrachte. Es geht daher nicht an,

diesen Rechtsvorschlag als verfrüht und aus diesem

Grunde unwirksam zu behandeln. Er ist aber auch nicht

etwa deswegen unwirksam, weil nicht der Schuldner selber,

sondern dessen Ehefrau ihn erhoben hat. Aus der Stel-

lungnahme des Schuldners im vorliegenden Verfahren

ergibt sich klar, dass er ihn nachträglich genehmigt hat,

was zu seiner Wirksamkeit genügt (BGE 54 III 279).

35. Entscheid vom 8. Dezember 1952 i. S. Rössler.

Unpfändbarkeit nach Art. 92 Ziff. 3 SchKG.

Was ist einem besonders für Devotionalien ausgebildeten Schreiner,

der sein Tätigkeitsgebiet auf andere Zweige dieses Berufes

erweitert hat, als unpfändbar zu belassen ? Begriff des Berufes

und des unentbehrlichen Werkzeuges.

Biens insaisissables selon l'art. 92 eh. 3 LP.

Que doit-on laisser a titre de biens insaisissables a un menuisier

specialise dans la confection d'objets de piete mais qui a par la

suite etendu le champ de son activite a d'autres branches de sa

profession ? Ce qu'il faut entendre par profession et instruments

de travail indispensables.

Beni impignorabili a norma dell'art. 92 cifra 3 LEF.

Quali arnesi debbono essere lasciati a titolo di beni impignorabili

ad un falegname specializzato nella costruzione di oggetti di

devozione, ma ehe ha in seguito esteso il campo della sua atti-

vita ad altri rami della professione ? N ozione della professione

e degli arnesi di lavoro indispensabili.

A. -

Das Betreibungsamt Lachen stellte in der Be-

treibung der Frau Rössler gegen den Ehemann für Alimente