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76_I_146

BGE 76 I 146

Bundesgericht (BGE) · 1950-01-01 · Deutsch CH
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146

Verwaltungs. und Disziplinarrel)ht.

1946, sur la surveillance du commerce, de l'importation

et de l'exportation de l'or et de l'art. 6 de l'ACF du 7

decembre 1942, qui porte le meme titre. Cependant, la

nullite du contrat est sans consequence dans la presente

espece, car l'impöt n'est pas assis sur le contrat d'achat

et de vente, mais sur les actes par lesquels il est execute.

Le contrat ayant ete execute, l'impöt est du. Il peut

d'autant moins y avoir de contestation sur ce point, dans

la presente espece, que les parties ne disposent d'aucune

action du fait de leurcontrat et ne peuvent par consequent

repeter leurs prestations reciproques.

H. REGISTERSACHEN

REGISTRES

24. Urteil der I. Zivilabteilnng vom 9. Mai 1950 i. S. Gerber

gegen Regierungsrat des Kantons Hern.

Handelsregister: Eintragungspflieht der Gastwirtsehafts·Betriebe

(Art. 53 lit. A Ziff. 1 und lit. C mit Art. 54 HRV).

Regi8tre du commerce : Assujettissement a l'inscription des auber-

ges, restaurants, pensions, hötels (art. 53 lettre A, eh. 1, et

lettre C, en rapport avee 1'00. 54 ORC).

Regi8tro di commercio. Assoggettamento all'iscrizione degli alber-

ghi, 'dei ristoranti, delle pensioni (art. 53, lett. A, eifra 1, e

lett. C, combinato eon I'art. 54 ORC).

Paul Gerber führt den Gasthof zum Badhaus in Ittigen.

Seine jährlichen Roheinnahmen belaufen sich auf rund

Fr. 75,000.-. Da er sich weigerte, der im Oktober 1949 an

ihn ergangenen Aufforderung zur Anmeldung beim Han-

delsregister nachzukommen, ordnete der Regierungsrat

des Kantons Bem am 30. Dezember 1949 die Eintragung

von Amtes wegen an.

Hiegegen richtet sich die vorliegende Verwaltungsge-

~

I

,

Registersachen, N0 24.

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richtsbeschwerde mit dem Begehren, es sei die angefochtene

Verfügllngaufzuheben und festzustellen, dass keine Ein-

tragungspflicht bestehe. Der Regierungsrat des Kantons

Bern schliesst auf Bestätigung seines Entscheides. Z~m

nämlichen Antrag gelangt in der Vernehmlassung auch das

Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. -

Gaststätten, Hotels und Pensionen, zumindest in

der überkommenen und für ländliche Verhältnisse allge-

mein üblichen Form, gehören ihrer Natur nach zu den

Handelsgewerben im Sinne von Art. 53lit. A ZifI. 1 HRV.

Denn der Wirtschaftsbetrieb, den sie ausschliesslich oder

als einen ihrer Hauptzwecke unterhalten, und dem auch

im Unternehmen des Beschwerdeführers die überwiegende

Bedeutung zukommt, ist gekennzeichnet durch den Um-

satz von Waren, nämlich der Speisen und Getränke aller

Art. Damit ist die Voraussetzung der zitierten Gesetzes-

norm -

Erwerb von Sachen und Wiederveräusserung der-

selben « in unveränderter oder veränderter Form » -

erfüllt.

Dass Esswaren teilweise zubereitet werden müssen, um

geniessbar und, was der Besohwerdeführer besonders her-

vorhebt, schmackhaft zu sein, ist somit belanglos.

Anders verhält es sich höchstens für jene neuzeitlichen

Unternehmungen, die unter Verzicht auf Bewirtung (ab-

gesehen vielleicht von der Verabreichung des Frühstücks)

einzig oder doch in erster Linie der Beherbergung von

Gästen dienen. Solche Geschäfte sind aber grundsätzlich

den von Art. 53lit. C HRV erfassten Gewerben zuzuzählen,

da sie, sobald sie erheblichen Umfang annehmen, zweifellos-

einen kaufmännischen Betrieb und eine geordnete Buch-

führung erfordern.

Im einen wie im anderen Fall hängt die Pflicht zur Ein-

tragung im Handelsregister nach Art. 54 HRV einzig von

der Höhe der jährlichen Roheinnahmen ab. Indem der

Gesetzgeber die Mindestgrenze auf Fr. 25,000.- fest-

setzte, ging er davon aus, dass bei entsprechenden oder

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Verwaltungs- und Disziplinarreoht.

grösseren Roheinnahmen für die in Betracht kommenden

Gewerbe kaufmännischer Betrieb und geordnete Buch-

führung sowie die mit dem Registereintrag verbundene

Publizität im Interesse der Sicherheit des Geschäftslebens

und des Kreditwesens nötig sind.

2. -

Die nämliche Annahme lag schon der alten HRV

von 1890 zugrunde. Dort (Art. 13 Ziff. 3lit. d) waren Hotels,

Gasthäuser, Kurhäuser, Fremdenpensionen und dergleichen

ausdrücklich bei den « anderen nach kaufmännischer Art

betriebenen Gewerben II eingereiht und eintragungspßich-

tig erklärt, ausgenommen nur die Kleinbetriebe, deren

Warenlager den durchschnittlichen Minimalwert von

Fr. 2000.- nicht erreichte oder deren Jahresumsatz unter

der Summe von Fr. 10,000.- blieb. Die Praxis hat denn

auch allein auf diese Momente und nicht etwa auf die Ein-

tragungsb~dü.rftigkeit der Gastwirtschaftsbetriebe als sol-

cher abgestellt (vgl. BURCKHARDT, Schweizerisches Bundes-

recht, Bd. III Nr. 1495, 1496, 1498 und 1499, ferner

STAMPA, Sammlung von Entscheiden in Handelsregister-

sachen, Nr. 95, 96, 103 und 104).

Die damalige Ordnung wurde durch die neue HRV nicht

geändert. Wohl sind darin die Gaststätten nicht mehr

eigens genannt. Das heisst aber entgegen der Meinung des

Beschwerdeführers nicht, dass sie schlechthin den Hand-

werksbetrieben beigezählt werden wollten. Vielmehr fällt

das Gastgewerbe begrifflich ohne weiteres unter die Be-

stimmung in Art. 53lit. A Ziff. 1 und lit. C HRV, weshalb

sich dessen namentliche Anführung erübrigte. So wurden

im Kanton Bern nach den Darlegungen des Regierungs-

rates bis anhin Gastwirtschaften, Hotels, Tea-Rooms usw.

beim Vorliegen der gesetzlichen Mindest-Roheinnahme als

eintragungspflichtig angesehen und notfalls zur Eintragung

gezwungen. Von dieser gegebenen Auslegung und stän-

digen Handhabung des Art. 53 HRVabzugehen besteht

umso weniger Anlass, als sie, wie der Regierungsrat weiter

erwähnt, den Bedürfnissen und den Auffassungen der Ge-

werbekreise entsprechen. Auch ·das Bundesgericht hat in

Registersaohen. N0 24.

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einem das Gastwirtschaftsgewerbe betreffenden Fall die

Erreichung oder überschreitung der in der HRV vorge-

schriebenen Roheinnahme zum massgebenden Kriterium

der Eintragungspßicht genommen (vgl. BGE 70 I 205).

3. -

Der Hinweis des Beschwerdeführers auf BGE 75

I 74, welcher handwerkliche Kleinbetriebe von der Ein-

tragungspßicht ausnimmt, geht fehl. Seinem Wesen nach

ist das Handwerk dem Fabrikationsgewerbe zuzurechnen.

An sich würde es daher gemäss Art. 53 lit. B HRV zu

behandeln sein, wäre es nicht so, dass diese Bestimmung

auf den Grossbetrieb zugeschnitten ist, wie in dem genann-

ten Präjudiz (S. 78) dargetan wurde. Mit Rücksicht darauf

erschien es angezeigt, das gewöhnliche Handwerk der Vor-

schrift in Art. 53 lit. C zu unterstellen. Nichtsdestoweniger

gehört das Handwerk begrifflich zur Kategorie der Fabri-

kationsgewerbe. Deswegen verbietet sich eine übertragung

oder analogieweise Anwendung der in BGE 75 I 74 um·

schriebenen Betrachtungsweise auf das anders geartete

Gastgewerbe. Bei letzterem steht im Vordergrund der

Warenumsatz, also der Handel, und demzufolge der

geschäftliche Verkehr mit Dritten wie Gästen, Lieferanten,

Dienstnehmern. Das Handwerk jedoch geht vornehmlich

aus auf die Erbringung einer produktiven Leistung im

kleinen und ist charakterisiert durch das Vorwiegen der

persönlichen Arbeitskraft und Fähigkeit des Inhabers,

während die eigentliche geschäftliche Tätigkeit meist eine

untergeordnete Rolle spielt und mit einfachen Mitteln

bewältigt werden kann. Gerade dieser Unterschied recht-

fertigt es, an das Handelsgewerbe und sonstige hauptsäch-

lich den Warenumsatz pflegende Gewerbe höhere Anfor-

derungen zu stellen und sie generell der Eintragungspßicht

zu unterwerfen, wenn jährlich eine Roheinnahme des in

der HRV vorgesehenen Umfangs erzielt wird. Wollte man

davon abgehen und statt dessen, wie der Beschwerdeführer

verlangt, entscheidend den organisatorischen Aufbau des

einzelnen Geschäfte~ würdigen, so würde für das Handels-

und Umsatzgewerbe jedes zuverlässige Unterscheidungs-

150

Verwaltungs- und Disziplinarrecht.

mittel aus der Hand gegeben und sowohl die Rechtssicher-

heit als auch die Rechtsgleichheit gefährdet.

4. -

Da im Betrieb des Beschwerdeführers die gesetz-

lich bestimmte jährliche Roheinnahme von Fr. 25,000.-

nicht nur erreicht, sondern bei weitem überschritten wird,

ist nach dem Gesagten mit dem Regierungsrat des Kantons

Bern die Eintragungspflicht zu bejahen.

Demnach ef'kennt das Bundesgericht:

Die Besohwerde wird abgewiesen.

25. Arr~t dc la Ie Cour civllc du 9 mai 1950 dans la cause

Vernet et consorts contre Vaud, Tribunal cantonal, ct Soceom

S.A.

Inscription au registre du commerce comme succursale de l'agence

suisse d'une societe anonyme ayant son siege statutaire a l'&ranger

(art. 935 CO, 69 sv. ORC).

Epoque dooisive pour juger de l'assujettissement a l'inscription

(consid. 1).

Facteurs permettant d'admettre qu'un etablissement secondaire

possede l'autonomie requise d'une succursale (consid. 2).

Comment proceder a l'egard d'un etablissement d'une sociew

dont le siege statutaire a l'etranger semb1e fictif et dont l'exis-

tence juridique est douteuse, sans qu'on sache Oll se trouve

en realiM le centre principal de son administration (a l'etranger

ou en Srusse) ? (Consid. 3.)

Eintragung der schweiz. Vertretung einer A.-G. mit ausländischem

statutarischem Sitz im Handelsregister als Zweigniederlassung

(Art. 935 OR, 69 ff. HRV).

Massgebender Zeitpunkt für die Entscheidung über die Eintra-

gungspflicht (Erw. 1).

Umstände, die den Schluss darauf gestatten, dass die einem

Hauptunternehmen untergeordnete Betriebsstelle die für eine

Zweigniederlassung erforderlich Selbständigkeit besitzt (Erw. 2).

Verfahren in Bezug auf die Betriebsstelle einer A.-G. mit offenbar

fiktivem ausländischen Sitz und von zweifelhaftem rechtlichen

Bestehen, ohne dass klar ist, wo (im Ausland oder in der Schweiz)

sich das Hauptzentrum ihrer Verwaltung befindet (Erw. 3).

Iscrizione nel registro di commermo come succursale deU'agenzia

svizzera d'una societd anonima con sede statutaria alt'estero

(art. 935 CO, 69 e seg. ORC).

Epoca determinante per giudicare in merito all'assoggettamento

all'iscrizione (consid; 1).

~

I

1

L

Registersaehen. N° 26.

151

Circostanze che consentono di ammettere che uno stabilimento

secondario possiede l'autonomia richiesta per una succursale

(consid. 2).

Come procedere nei confronti d'uno stabilimento d'una societa,

la cui sede statutaria all'estero sembra essare fittizia e la cru

esistenza giuridica e dubbia, senza che appaia chiaramente

ove si trovi in realta il centro principale della sua amministra-

zione (all'estero 0 in Isvizzera) ? (consid. 3).

A. -

1) La Compania de Navegacion « Anne» S. A. a

son siege statutaire a. Panama City, Oll elle a 13M enregistree

Ie 20 septembre 1946. Son activite consiste dans le transport

de petroie par mer. Elle a a sa tete cinq administrateurs :

Horace Vernet, de nationaliM fran~ise, qui a 13M, jusqu'a

fin deoembre 1949, domicilie a. Lausanne, 6 avenue Ver-

deil; Wilfried Dodd, de nationaliM anglaise, domioilie

a. New-York; Hubert Martineau, de nationaliM fran9a.ise;

domicilie a. Londres; Georges Cottier et Charles Chamay,

de nationaliM suisse, domicilies a Geneve. Horaoe Vernet

a qualiM pour engager la socieM par sa seule signature.

A Panama City, la compagnie n'est representee que

par des « agents registres », dont la seule fonction est de

la representer devant les tribunaux de cet Etat.

Anne S. A. avait jusqu'a fin 1949 une agence en Suisse,

a. Lausanne, au domiGile de son administrateur Horace

Vernet. Elle ocoupait en tout cas une secretaire, elle

etait titulaire d'un compte en banque et elle a traite,

de Lausanne, des operations oommerciales importantes.

Le papier a lettres utilise par Anne S. A. a. cette epoque

porte, a gauche, au-dessous de la designation de la socieM

en grands caracteres, l'insoription suivante:

« Swiss

Agency, 6 avenue Verdeil, Lausanne, telegrams : ' Verno-

race, Lausanne', telephone ...... ». A droite, un « papil-

Ion » colle mentionne : « U.S.A. Agency, Lincoln Building,

60 East 42d Street, New York 17, N.Y., telegrams. :

'Vernorace, New York', telephone ...... » Auparavant

figurait a. cette place la mention d'une agence aGenes.

Au debut de 1949, Anne S. A. a achete des moteurs

Diesel a la sooieM Tradex S. A., a. Geneve. Ces moteurs

ont 13M fournis par la maison Wumag, a. Hambourg.