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Uhrenindustrie. No 45.
solution adoptee par la Cour neuchateloise menerait a des
consequences inadmissibles. Les nombreuses entreprises
qui fabriquent aussi des fournitures (aiguilles, pierres,
cadrans, etc.} pour des articles qui n'appartiennent pas a
l'industrie horlogere au sens de l'art. ler ACF, par exemple
des compteurs ou des pendules (art. 21 al. 1), cesseraient
de s'y rattacher, bien que leur assujettissement n'ait jamais
ete conteste. II en serait de meme des manufactures qui,
outre des montres, fabriquent des pendules ou bien qui
livrent des mouvements a des fabriques de compteurs ou
de fusees d'obus. Ainsi, la protection instituee par le Con-
seil föderal se bornerait aux seules entreprises qui ne fabri-
quent que les produits speci:fiquement horlogers qu'enu-
mere l'art. 2 ACF. Une telle limitation ne se concilierait
pas avec le sens et l'esprit de l'arrete.
3. ~ Selon l'arret attaque, Koller et Ferner ont livre
a des monteurs de boites, en 1947, pour plus de 25 000 fr.
de decolletages, soit 11 % du chifire d'affaires total. Ils
ont donc ajoute une branche de fabrication a celle qui fai-
sait l'objet de l'autorisation du 27 juillet 1944, contreve-
nant ainsi a l'art. 3 al. 2 ACF.
D'autre part, il est etabli que la grande majorite des
barrettes a ressorts, dont la vente representait en 194 7
62 % du chifire d'a:ffaires total, ont ete livrees a. des fabri-
cants de boites et a des fabricants d'horlogerie. L'entre-
prise se vouant donc principalement a des fabrications
visees par l'art. 2 eh. 2 ACF, l'augmentation du nombre
des ouvriers s'explique sUrtout par les besoins de ces acti-
vites .. II s'ensuit que les intimes ont agrandi leur entre-
prise sans autorisation (art. 3 al. 1 ACF}.
Ces contraventions etant reprimees par l'art. 26 al. l
litt. a ACF, ils devront etre juges a nouveau.
Par ces motif s, l,e Tribunal federal
admet le pourvoi, annule l'arret attaque et renvoie la cause
a la juridiction neuchateloise pour nouveau jugement.
Jagd und Vogelsßhutz. No 46.
V. JAGD UND VOGELSCHUTZ
CHASSE ET PROTECTION DES OISEAUX
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46. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 1. Oktober
'1948 i. S. Hürlimann gegen Staatsanwaltschaft des Kantons
Zug.
Bundesgeset,z über Jagd und Vogelschutz.
a) Art. 43 Ziff. 1, Jagd mit explodierenden Sto:IIen. Wann ist die
. Übertretung vollendet ?
b) Art. 43 Ziff. 3, Anbohren von Füchsen.
Loi. fedbale sur la chasse et la '[Wotection des oi.seaw:.
a) Art. 43 eh. 1, chasse a.vec des ma.tieres explosives. Quand la.
contravention est.elle consommee 1
b) Art. 43 eh. 3, empalement de renards.
Legge f e.derale su la caccia e la fWÖtezione degli uccelli.
a) Art. 43 cifra 1, ca.ccia. con esplosivi. Quando e consumata la.
contravvenzione ?
b) Art. 43 cifra. 3, infilza.mento di volpi.
Franz Hürlimann versuchte vom 20. bis 22. Dezember
1946, durch Sprengungen mit Altdorfit-Patronen zum
hinteren Teil eines Loches zu gelangen, in das sich, wie er
glaubte, ein angeschossener Fuchs verkrochen hatte. Er
wollte das Tier aus dem Loch vertreiben und erlegen. Das
gelang ihm nicht.
Anton Hürlimann setzte am 22. Dezember 1946 die Jagd
nach dem Fuchse fort, indem er, als sein Hund nichts aus-
richten konnte, mit einer Eschenrute, an der er einen
Drahtzinken befestigt hatte, im Loch herumstocherte.
Mit Urteil vom 21. Juni 1947 erklärte das Strafgericht
des Kantons Zug Franz Hürlimann der Übertretung von
Art. 43 Ziff. l des Bundesgesetzes vom 10. Juni 1925
betreffend Jagd und Vogelschutz (JVG) und Anton Hürli-
mann der Übertretung von Art. 43 Ziff. 3 JVG und von
§ 28 des kantonalen Jagdgesetzes schuldig und verurteilte
in Anwendung von Art. 23 StGB jeden zu Fr. 50.- Busse.
Die Verurteilten führen Nichtigkeitsbeschwerde mit dem
Antrag auf Freisprechung.
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Jagd und Vogelschutz. N<> 4'6.
Der Kassationshof zieht in Erwägung :
Es war unzulässig, die Beschwerdeführer wegen untaug-
lichen Versuchs (Art. 23 StGB) der Übertretung von
Art. 43 Ziff. l bzw. Ziff. 3 JVG zu verurteilen. Der Versuch
einer Übertretung ist nicht strafbar, wenn das Gesetz, was
hier nicht zutrifft, nicht eine Ausnahme macht (Art. 104
Abs. l StGB).
Dennoch kann das angefochtene Urteil nicht aufgehoben
werden. Denn die Handlungen der Beschwerdeführer sind
in Wirklichkeit nicht blosse Versuche, sondern vollendete
Übertretungen.
Nach Art. 43 Ziff. 1 JVG ist strafbar, «wer Selbstschüsse
anlegt, explodierende Geschosse oder Stoffe zu Jagd-
zwecken yerwendet oder :widerrechtlich Gift legt ». Franz
Hürlimann hat explodierende Stoffe zu Jagdzwecken nicht
nur zu verwenden versucht, sondern tatsächlich verwendet.
Dass er den Fuchs nicht erlegt oder gefangen hat, macht
seine Handlung nicht zum blossen Versuch. Die Über-
tretung des Art. 43 Ziff. 1 JVG ist nach Sinn und Wort-
laut der Bestimmung nicht erst vollendet, wenn der mit
den explodierenden Stoffen verfolgte Zweck erreicht wird,
sondern schon mit der Verwendung dieser Stoffe zu Jagd-
zwecken. Auch kommt entgegen der Auffassung der Vor-
instanz nichts darauf an, ob der Fuchs noch lebte oder
nicht. Zu Jagdzwecken verwendet ist ein explodierender
Stoff schon dann, wenn -er in der Absicht gebraucht wird,
ein Tier zu jagen; ob sich tatsächlich ein solches im
Wirkungsbereich der Explosion ·befindet und, wenn ja,
ob es lebt, ist unerheblich.
Nach Art. 43 Ziff. 3 JVG sodann ist strafbar, «wer
Füchse oder Dachse anbohrt oder ausräuchert ». Das hat
Antori Hürlimann nicht nur zu tun versucht, sondern
tatsächlich getan. Auch hier kommt nichts darauf an, ob
ein Fuchs oder Dachs im Loch war, und, wenn ja, ob er
lebte oder nicht. Art. 43 Ziff. 3 JVG ist nicht wörtlich
dahin auszulegen, dass das Tier selber «angebohrt >> wer-
Verfahren. N• 4'7.
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den muss. « Füchse oder Dachse anbohren » heisst, in der
Absicht, sie zu jagen, einen Gegenstand nach Art eines
«Bohrers >> in den Boden einführen, insbesondere mit einem
Stock im Bau des Tieres oder in einem Loche herum-
stochern. Art. 43 Ziff. 3 will nicht das Lehen eines tatsäch-
lich vorhandenen Tieres schützen, sondern die erwähnte
verwerfliche Jagdmethode um ihrer selbst willen mit
Strafe bedrohen.
·VI. VERFAHREN
PROCEDURE
47. Entscheid der Anklagekammer vom 1. November 1948
i. S. X. gegen Schweiz. Bundesanwaltschaft.
Art. 11, 14, 52, 214 BStP. Die Anklagekammer ist nicht zu.ständig
zw Bewteilu,ng von Beschwerden gegen die Bundeeanwalt-
scha.ft (in ca.su Beschwerde gegen die Abweisung eines Ha.ft-
entla.ssungsgesuches).
Art. 11, 14, 52, 214 PPJ!. La. Cha.mbre d'accusa.tion ne conna.it
pa.s des recours contre des decisions du procureur general ·de la.
Confederation (in ca.su, recours contre refus de mettre J'inculpe
en liberte).
Art. 11, 14, 52, 214 PPF. La. Ca.mera. d'accusa. non e competente
a. conoscere dei ricorsi contro le decisioni del proctira.tore generale
della. Confederazione (in concreto, rfoorso contro il rifiuto di
mettere in liberta l'imputa.to).
Nachdem der Untersuchungsrichter ·die Voruntersu-
chung gegen X. als geschlossen erklärt und die Akten
mit seinem Schlussbericht der Bundesanwaltschaft über-
wiesen hatte, stellte X. bei dieser letztem das Gesuch,
er sei aus der Haft zu entlassen. Mit Verfügung vom 14.
Oktober 1948 abgewiesen, führt er mit Eingabe vom 18.
Oktober 1948 bei der Anklagekammer des Bundesgerichtes
Beschwerde mit dem Antrag, die Bundesanwaltschaft sei
anzuweisen, ihn auf freien Fuss zu setzen. Für den Fall,
dass auf die Beschwerde aus formellen ·Gründen nicht