opencaselaw.ch

74_IV_179

BGE 74 IV 179

Bundesgericht (BGE) · 1948-01-01 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

178

Uhrenindustrie. No 45.

solution adoptee par la Cour neuchateloise menerait a des

consequences inadmissibles. Les nombreuses entreprises

qui fabriquent aussi des fournitures (aiguilles, pierres,

cadrans, etc.} pour des articles qui n'appartiennent pas a

l'industrie horlogere au sens de l'art. ler ACF, par exemple

des compteurs ou des pendules (art. 21 al. 1), cesseraient

de s'y rattacher, bien que leur assujettissement n'ait jamais

ete conteste. II en serait de meme des manufactures qui,

outre des montres, fabriquent des pendules ou bien qui

livrent des mouvements a des fabriques de compteurs ou

de fusees d'obus. Ainsi, la protection instituee par le Con-

seil föderal se bornerait aux seules entreprises qui ne fabri-

quent que les produits speci:fiquement horlogers qu'enu-

mere l'art. 2 ACF. Une telle limitation ne se concilierait

pas avec le sens et l'esprit de l'arrete.

3. ~ Selon l'arret attaque, Koller et Ferner ont livre

a des monteurs de boites, en 1947, pour plus de 25 000 fr.

de decolletages, soit 11 % du chifire d'affaires total. Ils

ont donc ajoute une branche de fabrication a celle qui fai-

sait l'objet de l'autorisation du 27 juillet 1944, contreve-

nant ainsi a l'art. 3 al. 2 ACF.

D'autre part, il est etabli que la grande majorite des

barrettes a ressorts, dont la vente representait en 194 7

62 % du chifire d'a:ffaires total, ont ete livrees a. des fabri-

cants de boites et a des fabricants d'horlogerie. L'entre-

prise se vouant donc principalement a des fabrications

visees par l'art. 2 eh. 2 ACF, l'augmentation du nombre

des ouvriers s'explique sUrtout par les besoins de ces acti-

vites .. II s'ensuit que les intimes ont agrandi leur entre-

prise sans autorisation (art. 3 al. 1 ACF}.

Ces contraventions etant reprimees par l'art. 26 al. l

litt. a ACF, ils devront etre juges a nouveau.

Par ces motif s, l,e Tribunal federal

admet le pourvoi, annule l'arret attaque et renvoie la cause

a la juridiction neuchateloise pour nouveau jugement.

Jagd und Vogelsßhutz. No 46.

V. JAGD UND VOGELSCHUTZ

CHASSE ET PROTECTION DES OISEAUX

179

46. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 1. Oktober

'1948 i. S. Hürlimann gegen Staatsanwaltschaft des Kantons

Zug.

Bundesgeset,z über Jagd und Vogelschutz.

a) Art. 43 Ziff. 1, Jagd mit explodierenden Sto:IIen. Wann ist die

. Übertretung vollendet ?

b) Art. 43 Ziff. 3, Anbohren von Füchsen.

Loi. fedbale sur la chasse et la '[Wotection des oi.seaw:.

a) Art. 43 eh. 1, chasse a.vec des ma.tieres explosives. Quand la.

contravention est.elle consommee 1

b) Art. 43 eh. 3, empalement de renards.

Legge f e.derale su la caccia e la fWÖtezione degli uccelli.

a) Art. 43 cifra 1, ca.ccia. con esplosivi. Quando e consumata la.

contravvenzione ?

b) Art. 43 cifra. 3, infilza.mento di volpi.

Franz Hürlimann versuchte vom 20. bis 22. Dezember

1946, durch Sprengungen mit Altdorfit-Patronen zum

hinteren Teil eines Loches zu gelangen, in das sich, wie er

glaubte, ein angeschossener Fuchs verkrochen hatte. Er

wollte das Tier aus dem Loch vertreiben und erlegen. Das

gelang ihm nicht.

Anton Hürlimann setzte am 22. Dezember 1946 die Jagd

nach dem Fuchse fort, indem er, als sein Hund nichts aus-

richten konnte, mit einer Eschenrute, an der er einen

Drahtzinken befestigt hatte, im Loch herumstocherte.

Mit Urteil vom 21. Juni 1947 erklärte das Strafgericht

des Kantons Zug Franz Hürlimann der Übertretung von

Art. 43 Ziff. l des Bundesgesetzes vom 10. Juni 1925

betreffend Jagd und Vogelschutz (JVG) und Anton Hürli-

mann der Übertretung von Art. 43 Ziff. 3 JVG und von

§ 28 des kantonalen Jagdgesetzes schuldig und verurteilte

in Anwendung von Art. 23 StGB jeden zu Fr. 50.- Busse.

Die Verurteilten führen Nichtigkeitsbeschwerde mit dem

Antrag auf Freisprechung.

180

Jagd und Vogelschutz. N<> 4'6.

Der Kassationshof zieht in Erwägung :

Es war unzulässig, die Beschwerdeführer wegen untaug-

lichen Versuchs (Art. 23 StGB) der Übertretung von

Art. 43 Ziff. l bzw. Ziff. 3 JVG zu verurteilen. Der Versuch

einer Übertretung ist nicht strafbar, wenn das Gesetz, was

hier nicht zutrifft, nicht eine Ausnahme macht (Art. 104

Abs. l StGB).

Dennoch kann das angefochtene Urteil nicht aufgehoben

werden. Denn die Handlungen der Beschwerdeführer sind

in Wirklichkeit nicht blosse Versuche, sondern vollendete

Übertretungen.

Nach Art. 43 Ziff. 1 JVG ist strafbar, «wer Selbstschüsse

anlegt, explodierende Geschosse oder Stoffe zu Jagd-

zwecken yerwendet oder :widerrechtlich Gift legt ». Franz

Hürlimann hat explodierende Stoffe zu Jagdzwecken nicht

nur zu verwenden versucht, sondern tatsächlich verwendet.

Dass er den Fuchs nicht erlegt oder gefangen hat, macht

seine Handlung nicht zum blossen Versuch. Die Über-

tretung des Art. 43 Ziff. 1 JVG ist nach Sinn und Wort-

laut der Bestimmung nicht erst vollendet, wenn der mit

den explodierenden Stoffen verfolgte Zweck erreicht wird,

sondern schon mit der Verwendung dieser Stoffe zu Jagd-

zwecken. Auch kommt entgegen der Auffassung der Vor-

instanz nichts darauf an, ob der Fuchs noch lebte oder

nicht. Zu Jagdzwecken verwendet ist ein explodierender

Stoff schon dann, wenn -er in der Absicht gebraucht wird,

ein Tier zu jagen; ob sich tatsächlich ein solches im

Wirkungsbereich der Explosion ·befindet und, wenn ja,

ob es lebt, ist unerheblich.

Nach Art. 43 Ziff. 3 JVG sodann ist strafbar, «wer

Füchse oder Dachse anbohrt oder ausräuchert ». Das hat

Antori Hürlimann nicht nur zu tun versucht, sondern

tatsächlich getan. Auch hier kommt nichts darauf an, ob

ein Fuchs oder Dachs im Loch war, und, wenn ja, ob er

lebte oder nicht. Art. 43 Ziff. 3 JVG ist nicht wörtlich

dahin auszulegen, dass das Tier selber «angebohrt >> wer-

Verfahren. N• 4'7.

181

den muss. « Füchse oder Dachse anbohren » heisst, in der

Absicht, sie zu jagen, einen Gegenstand nach Art eines

«Bohrers >> in den Boden einführen, insbesondere mit einem

Stock im Bau des Tieres oder in einem Loche herum-

stochern. Art. 43 Ziff. 3 will nicht das Lehen eines tatsäch-

lich vorhandenen Tieres schützen, sondern die erwähnte

verwerfliche Jagdmethode um ihrer selbst willen mit

Strafe bedrohen.

·VI. VERFAHREN

PROCEDURE

47. Entscheid der Anklagekammer vom 1. November 1948

i. S. X. gegen Schweiz. Bundesanwaltschaft.

Art. 11, 14, 52, 214 BStP. Die Anklagekammer ist nicht zu.ständig

zw Bewteilu,ng von Beschwerden gegen die Bundeeanwalt-

scha.ft (in ca.su Beschwerde gegen die Abweisung eines Ha.ft-

entla.ssungsgesuches).

Art. 11, 14, 52, 214 PPJ!. La. Cha.mbre d'accusa.tion ne conna.it

pa.s des recours contre des decisions du procureur general ·de la.

Confederation (in ca.su, recours contre refus de mettre J'inculpe

en liberte).

Art. 11, 14, 52, 214 PPF. La. Ca.mera. d'accusa. non e competente

a. conoscere dei ricorsi contro le decisioni del proctira.tore generale

della. Confederazione (in concreto, rfoorso contro il rifiuto di

mettere in liberta l'imputa.to).

Nachdem der Untersuchungsrichter ·die Voruntersu-

chung gegen X. als geschlossen erklärt und die Akten

mit seinem Schlussbericht der Bundesanwaltschaft über-

wiesen hatte, stellte X. bei dieser letztem das Gesuch,

er sei aus der Haft zu entlassen. Mit Verfügung vom 14.

Oktober 1948 abgewiesen, führt er mit Eingabe vom 18.

Oktober 1948 bei der Anklagekammer des Bundesgerichtes

Beschwerde mit dem Antrag, die Bundesanwaltschaft sei

anzuweisen, ihn auf freien Fuss zu setzen. Für den Fall,

dass auf die Beschwerde aus formellen ·Gründen nicht